Letzte Vorbereitungen für Idlib-Offensive

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Im Nordwesten Syriens dauern die letzten Vorbereitungen für die groß angelegte Idlib-Offensive der Syrisch-Arabischen Armee mit der Unterstützung vielerlei anderer Organisationen und Milizen an, dessen Ziel die vollständige Eroberung der Provinz Idlib und damit ein Ende der „Revolution“ ist. Auch wenn einige Militärberichte bereits vom offiziellen Anbeginn der Operation berichten, kam es bisher nicht zu Bodengefechten zwischen den verschiedenen Fraktion, einzig die syrischen und russischen Luftstreitkräfte fliegen Dutzende Angriffe auf die von verschiedenen Islamisten kontrollierte Provinz, die in letzter Zeit in ihrer Intensität besonders zugenommen haben.

Seit dem Abschluss aller Militäroperationen im Süden Syriens werden stätig Truppen und Waffenmaterial an die Frontlinien in Idlib gebracht, erst zuletzt erreichte die 1. Division mitsamt neuen Truppentransportern die Front bei Latakia. Generell scheint die syrische Armee nochmals ihre wichtigsten Einheiten nach Idlib entsandt zu haben: Von Eliteeinheiten wie die Tiger Forces unter Suheil al-Hassan, die Republikanischen Garden oder 4. Division, gefolgt von unzähligen Milizen wie die Nousur al-Zawbaa, Syrian Resistance und weiteren Organisationen, die sich aus ihren Heimatregionen vor Ort rekrutieren. Selbst Russland hat größere Verstärkung in Form von 14 Fregatten und mehreren Hundertschaften von Marinesoldaten geschickt, die wohl an der Idlib-Operation ebenfalls teilnehmen werden.

Medien berichten von über 60 Luftangriffen auf mehrere Städte in ganz Idlib, Schwerpunkt war jedoch das immer wieder von Gefechten betroffene Nord-Hama, wo in Zukunft die Offensive gestartet werden könnte. Betroffen waren Orte wie Khan Sheikhoun, Lataminah oder Kafr Zitah, die von Russland und Syrien mit Helikoptern und Kampfjets angegriffen wurden. Die Bombardements galten vor allem feindlichen Verteidigungsstellungen und Lagern, so wurde z.B. eine unterirdische Militärbasis bei Kafr Zita zerstört. Die Region um Nord-Hama ist traditionell eine Hochburg von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Fateh al-Sham und Jabhat al-Nusra) und Jaish al-Nasr.

Als Vergeltung attackierte man wiederum mehrere Städte in Hama unter der Kontrolle der Regierung, wo nach derzeitigen Angaben 20 Zivilisten getötet und Weitere verletzt wurden. Dort ereigneten sich dramatische Szenen wie in Salbah, wo ein Vater seine Tochter nur knapp vor einem Raketenanschlag retten konnte. Generell scheinen diese Einschläge keinem direkten Ziel zu dienen, sondern Angst und Schrecken zu verbreiten. Vorausgegangen waren mehrere Drohneneinsätze der Opposition, die aber allesamt von der syrischen Armee abgeschossen werden konnten.

Die USA warnen die syrische Regierung, einen Angriff in der Provinz Idlib starten zu wollen. Jedoch geschah gleiches bereits bei der Offensive in Südsyrien, die Drohungen erwiesen sich nur als leere Rhetorik. Ohnehin steht Idlib unter türkischen Einfluss, das nördliche Nachbarland besitzt selber mehrere „Observierungspunkte“ bzw. Militärbasen in der Provinz, die den in den Astana-Gesprächen zwischen dem Iran, Russland und der Türkei ausgehandelten Frieden in den „Deeskalationszonen“ überwachen sollen. Von einstigen Drohungen wurde die Türkei inzwischen auch immer ruhiger, inzwischen sagen Regierungsoffiziere, man werde gemeinsam mit Russland gegen die „terroristischen Gruppierungen“ in Idlib vorgehen. Dennoch bleibt die Türkei ein großes Mysterium bezüglich ihrer Aktionen in und um Idlib, erst vor wenigen Stunden sollen sie unzählige Waffen und Systeme an die Observierungspunkte geschickt haben.