SDF vermeldet erste Erfolge gegen den Islamischen Staat

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Die von den USA unterstützten „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) konnten in ihrer letzten Phase der Operation „Jazira Storm“ erste Erfolge gegen den Islamischen Staat in einer ihrer letzten Territorien erringen und mindestens ein Dorf vollständig erobern. Mit der Unterstützung der USA zu Lande und in der Luft konnte das arabisch-kurdische Milizenbündnis den IS-Kämpfern schwere Verluste zufügen, darunter mehrere mit Sprengstoff gefüllte und von Selbstmordattentätern bediente Autos (SVBIEDs) und einiger Panzer. Zudem wurde mindestens ein Kämpfer des IS gefangen genommen. Im Gegenzug dazu konnte die Terrormiliz aber genauso der SDF viele Verluste zufügen.

Bei einem Überfall nahe dem Dorf Baghuz Faqwani wurden demnach 15 Kämpfer der SDF getötet, laut der dem Islamischen Staat nahe stehenden Nachrichtenagentur AMAQ befanden sich darunter auch amerikanische Soldaten, wobei dieser Bericht wohl eher unwahrscheinlich ist. Kurz zuvor konnten die Baghuz bei der syrisch-irakischen Grenze erobern und das Territorium um etwa fünf Kilometer verkleinern. Nahe dem Nachbardorf Ash Shafjah finden derzeit die härtesten Gefechte statt, der Islamische Staat nutzt dabei auch Selbstmordattentäter bei dem (bisher erfolgreichen) Versuch, Vorstöße der SDF aufzuhalten.

Wenige Stunden vor dem Angriff verkündete die SDF die finale Phase der Operation „Jazirah Storm“, die den Islamischen Staat aus der syrisch-irakischen Grenzregion nördlich des Euphrats vertreiben sollte. Dies ist auch teilweise gelungen, so wurden breite Wüstengebiete und Ölfelder entlang der Grenze erobert, jedoch kam es zu keinen Frontveränderungen im Euphrat-Tal, wo der IS ein etwa 35 Kilometer langes und zehn Kilometer breites Territorium hält. Bei der Operation können sie auf die Unterstützung der USA, anderer westlicher Spezialkräfte und irakischer Artillerie zählen.

In Folge der Kämpfe um Afrin kündigte ein SDF-Pressesprecher offiziell die Beendigung aller Anti-IS-Operationen an (auch wenn sie schon Monate zuvor faktisch endeten), um die dort eingesetzten Ressourcen lieber in Afrin gegen die Türkei einzusetzen, am Ende jedoch wurden keine SDF-Kämpfer aus der Provinz Deir ez-Zor nach Afrin gebracht. Warum die USA und SDF seit Monaten nicht gegen einen fast besiegten IS vorgehen kann verschiedene Gründe haben: Einerseits benötigt die USA weiterhin eine Legitimation, Truppen in Syrien stationiert zu haben, nun mal die Bekämpfung einer Terrororganisation. Zudem richten sich die Angriffe des Islamischen Staates auch gegen die syrische Regierung, die Städte am anderen Ufer hält. Von dort aus kommt es immer wieder zu Vorstößen auf Abu Kamal, die jedoch zurückgeschlagen werden.

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