Russland liefert mehrere S-300-Luftabwehrsysteme nach Syrien

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Nach dem Abschuss eines russischen Aufklärungsflugzeuges des Typs Il-20 durch die syrische Luftabwehr hat sich der große Unterstützer der syrischen Regierung dazu bereit erklärt, mindestens ein modernes Luftabwehrsystem „S-300“ nach Syrien zu schicken, um zukünftig die Ursache für derartige Ereignisse zu verhindern: Israelische Luftangriffe im syrischen Hoheitsgebiet. Dem Abschuss des russischen Flugzeuges sind nämlich israelische Angriffe auf eine syrische Basis vorausgegangen, in dessen Folge sich die angreifenden Kampfjets hinter dem russischen Aufklärer „versteckten“ und sich damit vor der syrischen Luftabwehr zu schützen. Die zuvor noch miteinander kooperierenden Staaten scheinen sich nun in einem Kalten Krieg um Syrien zu befinden, der Abschuss der Anbeginn der fröstelnden Beziehungen.

Insgesamt sollen nach einigen Berichten bis zu S-300-Luftabwehrsysteme nach Syrien über dem Luft- und Wasserweg gebracht werden. Angeblich soll das Unterfangen etwa zwei Wochen andauern, jedoch sprechen syrische Medien bereits jetzt schon von der Präsenz der neuen Waffensysteme. Zudem kündigte der russische Verteidigungsminister Schojgu an, die syrische Luftabwehr mit modernen Ortungs- und Feuerleitsystemen auszustatten, die vormals Russland vorbehalten gewesen sei. „Russland wird Satellitennavigation, Bordradar und Kommunikationssysteme von Kampfflugzeugen blockieren, die Ziele in Syrien angreifen“, sagte Schojgu. Dies betreffe das Mittelmeer vor der syrischen Küste, es sollen aber auch innerhalb des Landes (z.B. in Richtung von Damaskus und der jordanischen Grenze) mehrere errichtet werden.

Eine Delegation der israelischen Luftwaffe war am Wochenende nach Moskau geflogen, um eigene Erkenntnisse über den Vorfall zu teilen. Israel behauptet, die „wild um sich feuernde“ syrischen Luftabwehr habe den russischen Aufklärer abgeschossen, als die eigenen Flugzeuge den Luftraum längst wieder verlassen hätten. Auch habe man den bestehenden Kommunikationskanal genutzt und Russland über den eigenen Angriff informiert. Laut Russland wurde man von der israelischen Darstellung getäuscht und sei von den vergangenen Aktionen schwer im eigenen Verhältnis zu Israel erschüttert. Das Verteidigungsministerium veröffentlichte mehrere Radarbilder, die das Geschehen zeigen sollen und die syrische Perspektive bestätigt.

Bisher ist nicht ganz klar wer die Waffensysteme übernehmen und steuern wird. Es ist gut möglich, dass Russland zumindest jene nahe dem russisch-syrischen Luftwaffenstützpunkt al-Hmeimin und entlang der syrischen Küste übernehmen wird. Ebenso fraglich bleibt es, ob die syrische Armee die nötigen Personalkräfte und vor allem Kompetenzen für die Aufrechterhaltung derartiger Anlagen aufbringen kann. Bereits in der Vergangenheit gab es Berichte von S-300-Lieferungen nach Syrien, jedoch wurden diese letzten Endes aufgrund der guten Beziehungen zu Israel verworfen.

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