Spannungen zwischen Regierung und Kurden in Qamishli

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In der im Nordosten von Syrien gelegenen, selbsternannten Hauptstadt al-Qamishli der von den USA unterstützten „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) kam es erneut zu Spannungen zwischen den lokalen Streitkräften der SDF und jenen der syrischen Regierung, die Teile der Stadt seit 2012 kontrollieren. Demnach konnten kurdische Polizeieinheiten der „Asayish“ einen Kommandanten der „National Defense Forces“, ein Dachverband regierungstreuer Milizen, an einem ihrer Checkpoints festnehmen und entführen. Als Reaktion darauf begann man mit der Festnahme von insgesamt elf Asayish-Kämpfern, die im Umtausch für den Kommandanten angeboten wurden. Auch wenn dieser gewaltsame Konflikt nur einen Tag andauerte, zeigt er die wachsende Spaltung zwischen den beiden Fraktionen auf, angespornt durch die USA.

Es ist nicht das erste Mal von wachsenden Spannungen, welcher in diesem Falle sogar ohne Blutvergießen gelöst werden konnte. Erst Anfang September kam es zu einem ähnlichen Ereignis, in dessen Folge 18 Kämpfer von beiden Seiten ihr Leben nahmen. Als Anlass werden immer Unstimmigkeiten bei den Checkpoints genannt, so werden entweder Sicherheitsmaßnahmen der anderen Seite ignoriert oder man versucht Rekrutierungskampagnen im anderen Territorium. Einigen Berichten nach werden diese Konflikte aktiv von den USA unterstützt, da sie die derzeit andauernden Friedensverhandlungen zwischen SDF und syrischer Regierung behindern und dies ein Einflussverlust für die USA in Syrien bedeuten würde.

Die Stadt al-Qamishli ist seit jeher in zwei Teile geteilt: Während die Kurden den Großteil der Großstadt beherrscht, kontrolliert die syrische Regierung weiterhin das Zentrum mitsamt syrisch-türkischen Grenzübergang, viele christliche Viertel und den großen Flughafen vor Ort. Während es (im Gegensatz zur gleichen Situation in al-Hasakeh) über die Jahre hinweg relativ ruhig blieb, scheint sich die Lage in den letzten Wochen zu verschärfen. Die SDF sollen fast alle Grenzübergänge zum Regierungsterritorium gesperrt und mehrere Militäreinheiten in die Provinz Deir ez-Zor gebracht haben. Zugleich gab es die Aussage der USA, ihre Truppen in Syrien beibehalten zu wollen. Trotz Versprechungen gegenüber der Türkei liefert das Land weiterhin tonnenweise Waffen an die Kurden.

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