Vermehrt Attentate in Rakka

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In der von den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) kontrollierten Großstadt Raqqah kam es im vergangenen Zeitraum vermehrt zu Attentaten und Anschlägen auf verschiedene politische und militärische Führungsfiguren, vor allem aus den Reihen der vor Ort ansässigen und mit der SDF verbündeten Stammesführer und ihrer Organisationen. Bei den Tätern soll es sich stets um Anhänger des Islamischen Staates handeln, die seit der Eroberung der Region im Untergrund aktiv sind. Bereits im August nahmen die Aktivitäten von IS-Schläferzellen rapide zu und scheinen nun einen neuen Höhepunkt erreicht zu haben.

So wurde zuletzt am Freitag Bashir Faisal al-Huwaidi ermordet, ein wichtige Figur im al-Afadela-Stamm und bekannt für seine Kooperation mit dem arabisch-kurdischen Milizenbündnis der SDF und Mitglied des Rakka-Stadtrates. Wenige Stunden nach seinem Tod bekannte sich der Islamische Staat zu der Tat. Einen Tag später hat man Ibrahim al-Shoukhi tot aufgefunden, welcher eine wichtige Rolle im Geheimdienstapparat der SDF einnahm. Außerdem wurde ein SDF-Kämpfer im Dorf al-Fatasah nördlich von Raqqah getötet und ein Checkpoint bei Tabqa überfallen. Zum letzteren Angriff hat sich die Terrormiliz auch bekannt.

Bei der von seinem Stamm organisierten Beerdigung von al-Huwaidi kam es dann zum Eklat: Vertreter der Syrischen Demokratischen Kräfte wurden während der Beerdigung ausgebuht und daraufhin vertrieben. Später kam es zu Hassreden gegen sie bzw. die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), dem Kern der SDF. Der Islamische Staat rekrutierte damals viele Mitglieder des al-Afadela-Stammes, dementsprechend werden auch weiterhin Sympathien existieren. Aber auch die allgemeine Situation in Raqqah ist recht kritisch, seit über einem Jahr ist ein Großteil der Stadt vollkommen zerstört, noch immer gibt es keine gesicherte Wasser- und Stromversorgung. Die Bevölkerung beschuldigt die SDF, dagegen nichts zu tun und nährt damit den Islamischen Staat.

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