Islamischer Staat auf dem Vormarsch in Ostsyrien

 

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Der Kampf zwischen den von den USA unterstützten „Syrisch Demokratischen Kräften“ (SDF) und dem Islamischen Staat dauert weiterhin in Ostsyrien an, nicht nur an den derzeit zugunsten des IS verschiebenden Frontlinien, tief im SDF-Territorium kommt es zu Anschlägen und Attentaten auf verschiedene Kämpfer des arabisch-kurdischen Milizenbündnisses. Dschihadisten nutzen die derzeitige Situation auf und überfallen tagtäglich Verteidigungspositionen der SDF mitten in der syrischen Wüste. Sowohl die syrische Armee, als auch irakische Milizen versuchen den IS mithilfe von Artillerie und Luftwaffe zu schwächen und ein Wiedererstarken der Terrormiliz zu verhindern. Besonders die Großstadt Raqqa ist von ständigen Angriffen betroffen.

Vorteile verschafft sich der IS vor allem durch Sandstürme, in dessen Geborgenheit man ohne Widerstand und ohne Luftangriffe der USA vorrücken kann. Nachdem die SDF verkündet hatte, alle Operationen gegen die Islamisten zu beenden gab es bisher keinerlei Erfolge, ersten Angaben zufolge haben IS-Kämpfer einen großen Teil der Wüste durchquert und die Rawdah-Felder angegriffen, etwa 50 Kilometer nördlich vom Ursprungsterritorium im Euphrat-Tal. Trotz der ständigen Bombardements der USA konnte man den IS lediglich im Dorf al-Bahra aufhalten.

Durch die Niederlagen der SDF fühlt sich der Islamische Staat gestärkt und versuchte bereits mehrmals, Dörfer und Städte unter Regierungskontrolle auf der anderen Uferseite des Euphrats zu überfallen, bisher konnten alle Vorstöße aber aufgehalten werden. Die dem IS nahe stehende Nachrichtenagentur AMAQ veröffentlichte ein Video, in dem man sehen konnte, wie IS-Kämpfer mit einfachen Booten den Fluss überquerten und dabei mehrere Soldaten töteten. Die syrische Armee reagiert mit dem Artilleriebeschuss der gegenüberliegenden Städte und Dörfer, die sich seit Jahren fest in der Hand des Islamischen Staates befinden. Zudem fliegt die USA Angriffe und irakische Truppen beschießen sporadisch auf neu errichtete IS-Stellungen nahe der irakischen Grenze.

In Raqqah wurde vergangene Woche eine Autobombe im Stadtzentrum gezündet, nur einer von vielen Anschlägen in der Stadt und gesamten Provinz, meist ausgeführt durch Schläferzellen des Islamischen Staates. Das nahe einem Kontrollpunkt explodierte Auto tötete dabei lediglich einen Zivilisten. Im Gegensatz dazu berichtet der IS von erfolgreicheren Attentaten auf verschiedene militärische und politische Mitglieder der SDF. Im Norden von Raqqa wurde ein Pick-Up durch eine Mine zerstört, dabei starben die vier Insassen, allesamt SDF-Kämpfer. Nachdem man bereits eine wichtige Figur im al-Afadela-Stamm und einen Vorsitzenden des Geheimdienstes ermordete, wurden in Taqba mindestens zwei weitere Leute getötet.

Der Kampf zwischen SDF und Islamischem Staat dauert seit fast einem Jahr im Euphrat-Tal an. Nach anfänglichen Erfolgen wurde die Operation „Jazira Storm“ immer wieder verzögert, meist aus verschiedenen Faktoren. Generell werden mehrere Gründe für den ausbleibenden Erfolg gegen den IS genannt: Der für die Operationen zuständige Militärrat genießt einen schlechten Ruf bezüglich militärischer Kompetenzen und ist eher mit Vorwürfen der Korruption und Rekrutierung ehemaliger IS-Mitglieder beschäftigt. Zudem bestehen die Einheiten größtenteils aus Kurden und Araber, die weit entfernt von ihrer eigentlichen Heimat im Norden kämpfen. Einigen Aussagen zufolge soll die USA aber einen effektiven Endschlag gegen den Islamischen Staat verhindern, so würde damit eine Legitimation für die weitere Präsenz in Syrien wegfallen. Außerdem attackieren die Dschihadisten immer wieder die Städte der syrischen Regierung auf der anderen Uferseite, wodurch sie sich untereinander schwächen.

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