Gefechte nahe dem vom USA besetzten Grenzübergang

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Überreste des zerstörten Pick-Ups

Im Süden Syriens kam es am vergangenen Freitag zu Gefechten zwischen der Syrisch-Arabischen Armee und syrischen Oppositionellen, die direkt von den USA unterstützt, finanziert und kommandiert werden. Nach bisher ungeklärten Umständen kam es am nördlichen Ende der von der USA einseitig deklarierten „Sperrzone“ zu Gefechten, in dessen Ende drei Islamisten getötet und ein Fahrzeug zerstört wurde. Allgemein ist die Region recht ruhig, regierungstreue Milizen versuchten zuletzt vor einem Jahr in al-Tanf vorzudringen, wurden aber von amerikanischen Kampfjets bombardiert und zum Rückzug gezwungen. Der seit Jahren von westlichen Ländern besetzte syrisch-irakische Grenzübergang al-Tanf ist wieder Ausdruck des Stellvertreterkrieges in Syrien.

Nach einem bisher ungeklärten Ablauf kam es im Norden der Sperrzone zu Gefechten zwischen der syrischen 1. Division und Kämpfern von „Maghawir al-Thawra“, der größten Oppositionsmiliz in al-Tanf und früher besser bekannt unter ihrem Namen der „Neuen Syrischen Armee“. Dabei kamen drei Kämpfer und ein Pick-Up wurde erfolgreich zerstört, amerikanische Waffen wurden von der Armee ebenfalls erbeutet. Al-Thawra kündigte in sozialen Netzwerken den Beginn dieser Operation an, deswegen wird allgemein von einer Aggression seitens der Aufständischen ausgegangen. Etwa eine Woche davor wurde aus ebenso ungeklärten Gründen Artillerie von den USA aus den Hügel al-Gharb eingesetzt, welcher an die Sperrzone grenzt. Bisher ist unklar, ob dabei die Armee oder versprengte Kämpfer des Islamischen Staates angegriffen wurden. Es gab keine Berichte von Verletzten oder verursachten Schäden.

Der syrisch-irakische Grenzübergang al-Tanf und ein etwa 55 Quadratkilometer große Zone um den Ort befinden sich seit knapp zwei Jahren fest unter der Kontrolle amerikanischer Truppen, ihrer Stellvertretergruppen unter der Obhut von Maghawir al-Thawra und weiterer westlichen Spezialeinheiten wie jenen aus Norwegen und Großbritannien. Die USA legitimiert ihren Einsatz in al-Tanf mit dem Argument, dort gegen den Islamischen Staat vorzugehen und somit ein „Wiedererstarken“ zu verhindern. Da der IS aber seit Jahren dort offiziell keine Präsenz mehr besitzt, ist das primäre Ziel die Verhinderung einer Landverbindung zwischen Syrien und dem Irak, welche beide wiederum Bestandteil des schiitischen Halbmondes zwischen dem Iran und dem Libanon sind.

Die syrische und irakische Armee teilen sich zwei eine weitere Landverbindung bei Abu Kamal im Osten Syriens, jedoch ist der Weg bisher zu unsicher und weiterhin geschlossen. Außerdem befindet sich in der Sperrzone das al-Rukhban-Flüchtlingslager, in dem bis zu 50.000 Syrer vor dem Konflikt geflohen sind und unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt sind, da sie die Region nicht verlassen dürfen. Im Camp selber starben zeitweise Dutzende Kinder anhand fehlender Nahrungs- und sauberer Wasserversorgung, zudem rekrutiert der Islamische Staat dort immer wieder neue Anhänger. Erst nach monatelangen Diskussionen erlaubte die USA einen UN-Hilfskonvoi vor Ort, was die Situation zumindest vorübergehend besserte.

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