Syrien feiert Weihnachten

DvK48fpWsAIBEPT.jpg

Auch in Syrien wird in weiten Teilen des Landes derzeit Weihnachten gefeiert. Von der syrischen Küste bis in die im Nordosten des Landes gelegene Stadt Qamishli finden fraktionsübergreifend öffentliche Paraden und Feierlichkeiten statt. Besonders christlich dominierte Regionen wie der Nordosten, Hama und Großstädte wie Damaskus oder Aleppo feierten Weihnachten, für viele Gebiete war es das erste Mal seit Anbeginn des syrischen Konfliktes von vor sechs Jahren. Während also im Regierungsterritorium und den von den Syrischen Demokratischen Kräften kontrollierten Gebieten eine freie Religionsausübung gewährleistet ist, werden die wenig übrig gebliebenen Christen in der von islamistisch-extremistischen Kräften beherrschten Provinz Idlib weiterhin unterdrückt.

So wurden in Ost-Ghouta nahe der Hauptstadt mehrere, riesige Weihnachtsbäume errichtet, wo noch vor einem Jahr ein brutaler Häuserkampf stattfand. Auch wurde Weihnachten auf öffentlichen Plätzen wie dem al-Abbassiyin zelebriert, die zuvor durch den anhaltenden Mörserbeschuss islamistischer Kämpfer umnutzbar gemacht wurden. Im armenischen Viertel von Aleppo fand bereits wie im letzten Jahr eine Tausende zählende Parade statt. An den Küstengebieten ergibt sich ein ähnliches Bild.

Die allgemeine Lage der Christen ist von Optimismus geprägt, jedoch stellt die bevorstehende türkische Operation mitsamt ihrer pro-türkischen Stellvertreter eine besondere Gefahr für die etlichen christlichen Religionsgruppen im Nordosten des Landes dar. Die Islamisten wie z.B. Jaish al-Sharqiya oder Ahrar al-Sharqiya haben bereits in Afrin wenig Toleranz für kurdische oder nichtreligiöse Kulturdenkmäler gezeigt, zerstörten Statuen, Friedhöfe oder Spirituosenläden, die sich gegen den „islamischen Lebensstil“ richteten.

Werbeanzeigen