Syrische Armee eilt Kurden in Manbij zur Hilfe

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Syrische und russische Einheiten betraten am Dienstag Nachmittag die Stadt al-Amirah südlich von Manbij, die Region steht ursprünglich unter der Kontrolle der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF), das arabisch-kurdische Milizenbündnis ist seit der Ankündigung des US-Abzuges um eine Verbesserung der Beziehungen mit der syrischen Regierung interessiert. Die syrische Armee besitzt in der Region bereits seit letztem Jahr eine Präsenz um als Pufferzone zwischen pro-türkischen Islamisten und kurdischen Kämpfern zu agieren und somit Angriffe zu verhindern. Mit dem bevorstehenden Angriff der türkischen Streitkräfte entwickelt sich jedoch eine neue Dynamik, sodass die Kurden als Zeichen des guten Willens den unbedeutenden Ort übergeben haben. Zudem gibt es Gerüchte über die Stationierung syrischer Einheiten in Manbij selber.

Ein Militärkonvoi von Hunderten Soldaten und schwerem Kriegsgerät wie Dutzenden Pick-Ups und Panzern bewegte sich von Aleppo aus in Richtung al-Amirah. Derzeit gibt es auch Gerüchte über den Eintritt syrischer Einheiten nach Manbij, wo es trotz der Präsenz amerikanischer und französischer Spezialeinheiten zu einer Übereinkunft mit dem vor Ort kontrollierenden Manbij-Militärrates gekommen sein soll. Die syrischen Einheiten sollen in Absprache mit dem syrischen Verteidigungsministerium eine Offensive der türkischen Armee und ihrer Stellvertreter auf Manbij verhindern und somit das Verhältnis zwischen Kurden und Regierung stärken, welches als Modell für andere Teile Syriens genutzt werden könnte.

Die Stadt ist immer wieder Dreh- und Angelpunkt des kurdisch-türkischen Konfliktes, die zudem das Bündnis zwischen der USA und SDF strapaziert. Tatsächlich war ein Manbij unter kurdischer Kontrolle schon immer ein Dorn im Auge der türkischen Regierung, bereits damals als die YPG/SDF die Manbij-Offensive auf den Islamischen Staat starteten gab es erhebliche Kritik. Manbij selber liegt westlich des Euphrats, die von Erdogan oft als „rote Linie“ bezeichnet wurde. Trotz der Drohungen konnte das Milizenbündnis mit amerikanischer und französischer Unterstützung den Ort einige Monate später erobern. Seitdem ist es neben Drohungen recht ruhig geworden, in der Stadt selber kommt es immer wieder zu Protesten der arabischen Bevölkerung, die entweder die Rückkehr der syrischen Regierung oder die Stationierung pro-türkischer Islamisten verlangt.

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