Arabische Länder suchen wieder Kontakt zur syrischen Regierung

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Die Vereinigten Arabischen Emirate wiedereröffneten als Erste ihre Botschaft in der Hauptstadt

Die ersten Anzeichen einer diplomatischen Annäherung war die Ankunft des sudanesischen Präsidenten Omar Hassan al-Bashir in Damaskus: Immer mehr arabische und in den letzten sieben Jahren der syrischen Regierung feindlich gegenüberstehenden Länder scheinen sich in den letzten Wochen um eine diplomatische Rehabilitierung mit Syrien zu bemühen, nachdem der Sieg der Regierung im syrischen Konflikt unausweichlich und stillschweigend akzeptiert wird. Die Vereinigten Arabischen Emirate ist der erste Golfstaat, welcher eine Normalisierung der Beziehungen ankündigt und vergangenen Donnerstag ihre Botschaft in der syrischen Hauptstadt Damaskus wiedereröffnet hat. Die Wiederherstellung des 2011-Status ist vor allem ein Eingeständnis zur Niederlage und dass Bashar al-Assad bleiben wird.

Die Eröffnung der VAE-Botschaft im Diplomatenviertel wurde von den syrischen Medien mit großem Interesse aufgenommen, nachdem die Renovierung des Gebäudes abgeschlossen war. Wie die restlichen Golfstaaten kappte die VAE den Kontakt mit der Regierung 2011 und unterstützte stattdessen die Aufständischen, auf politischer und militärischer Ebene. Während die Vereinigten Arabischen Emirate im Vergleich zu Saudi-Arabien oder Qatar nur eine untergeordnete Rolle spielten, ist dies ein wichtiger diplomatischer Sieg für die Regierung, die damit auch ihre Legitimation wiedergewinnt. Kurz darauf kündigte auch Kuwait an, ihre Botschaft im Herzen Syriens wiederzueröffnen

Laut einigen Berichten plant Bahrain Selbiges wie die VAE, andere Golfstaaten wie Qatar haben bereits in der Vergangenheit Delegation nach Damaskus geschickt um einen ähnlichen Schritt zu diskutieren. Zudem wechselte Saudi-Arabien ihr Ministerkabinett und damit auch ihren derzeitigen Außenminister Adel al-Jubeir aus, welcher immer wieder für seine aggressive Haltung gegenüber den Iran und Assad aufgefallen ist. Stattdessen wurde Ibrahim Assaf zum neuen Außenminister ernannt, welcher moderatere Positionen vertreten soll. Weniger diplomatischer Natur aber dennoch ein wichtiges Zeichen war auch der erste internationale Flug zwischen Tunesien und Syrien seit sieben Jahren, welcher von der syrischen Fluggesellschaft „Sham Wings“ betrieben wurde.

Zukünftig könnte auch ein Wiedereintritt in die Arabische Liga ermöglicht werden, insofern es eine Stimmenmehrheit innerhalb der gegebenen Mitglieder dafür gibt. Während einige arabische Länder wie der Libanon oder der Irak seit Anbeginn den Ausschluss Syriens kritisiert haben, gibt es auch bei den anderen Mitgliedern vermehrt versönlichere Töne. Besonders Ägypten fördert den Gedanken einer erneuten Mitgliedschaft jenen Landes, welches vor sieben Jahren ausgeschlossen wurde.

 

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