Houthi-Drohne attackiert Militärparade

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Der inzwischen getötete Ex-Präsident Saleh und Houthi-Offiziere inspizieren 2015 das neu gebaute Drohnenarsenal

Bei einer Militärparade der jemenitischen Streitkräfte kam es zu einem unerwarteten Anschlag durch eine Houthi-Drohne, welche die Veranstaltung unterbrach und sechs Soldaten tötete und Dutzende Weitere verletzte, darunter viele Kommandanten und ranghohe Mitglieder der jemenitischen Regierung unter Mansour Hadi. Die „Kamikaze-Drohne“ explodierte etwa zehn Meter über den Grund, dessen Schrapnelle flogen daraufhin vor allem auf das Podium. Die Parade fand in dem Militärstützpunkt al-Anad in der südjemenitischen Provinz Lahj statt, welche auch oft von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten benutzt und im umliegenden Gebirge viele Luftabwehrbatterien eingesetzt werden. Eigentlich gibt es im Jemen eine von der UN verhandelte Waffenruhe zwischen den beiden Fraktionen, jedoch wird Diese immer brüchiger.

Laut einem Pressesprecher der zaidisch-schiitischen Houthi-Rebellen handelt es sich hierbei um den erstmaligen Einsatz einer „Qasef-2K“, welche in mehreren Metern Höhe explodiert und die herabfallenden Schrapnelle umliegende Personen töten sollen. Die Houthis setzen immer öfters Drohnen auf verschiedene militärische und zivile Ziele ein, die Einsatz reicht von Militärbasen und Erdölraffinerien in Saudi-Arabien, dem Internationalen Flughafen in den Vereinigten Arabischen Emiraten bis zu den etlichen Militärbasen der Arabischen Koalition im Jemen. Viel des Know-Hows und Technologie stammt aus dem Iran, welche durch die Erbeutung amerikanischer Drohnen ebenfalls eine führende Rolle in der Entwicklung von Angriffsdrohnen besitzt.

Innerhalb von 24 Stunden soll es so bereits zum zweiten Einsatz der Qasef-2K gekommen sein, diesmal auf eine Militärbasis in der saudischen Provinz Asir. Es ist der Ausdruck der bröckelnden Waffenruhe zwischen Regierung und Houthis, welche immer wieder gebrochen wird und es zu Plänkeleien kommt. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig der Aggression, während Saudi-Arabien weiterhin Luftangriffe fliegt, setzen die Houthis unbeirrt weiter Drohnen und Raketen ein. Einzig in der Hafenstadt al-Hodaydah, dem Anlass für die Waffenruhe, scheint der Frieden bewahrt zu werden.

Nach monatelangen Gefechten zwischen den Houthi-Rebellen und einer Arabischen Koalition, bestehend aus verschiedenen jemenitischen Milizen und unter der Führung von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, konnten sich beide Seiten auf einen Frieden in der vitalen Hafenstadt al-Hodaydah an der Westküste des Landes einigen, nachdem man tagelang in Stockholm mit- und untereinander Friedensverhandlungen aufnahm. Durch die Waffenruhe sollen nun die humanitären Hilfsgüter aus aller Welt wieder in den Jemen transportiert werden, der Hafen von al-Hodaydah war früher für bis zu 80% jener Importe zuständig. Millionen Menschen befinden sich im Jemen am Rande des Todes, Hungersnöte und Krankheiten prägen den Alltag der einfachen Menschen.

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