Arabische Stämme begehren gegen die SDF auf

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In den Kreisen der nordsyrischen „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) sorgte ein großes Treffen zwischen der syrischen Regierung und vielen arabischen Stämmen bzw. Stammesführern aus dem SDF-Gebieten für Unruhe. Einige der beteiligten Personen wurden bei ihrer Rückkehr festgenommen oder sind verschwunden, Kernthema der Konferenz war eine zukünftige friedliche Beilegung des syrischen Konfliktes, die Rückkehr zur syrischen Regierung und die Verteidigung gegen die türkischen und amerikanischen Aggressoren.  Nach dem geplanten Abzug der USA aus Syrien isoliert sich die SDF zunehmend weiter, neben den äußeren Feinden und Bündnissen kommen nun auch interne Komponente hinzu.

Über 2.000 Mitglieder arabischer Stämme, der syrischen Regierung und Armee waren am Treffen in der zentralsyrischen Wüstenstadt Iltriyah anwesend, vor allem waren wichtige Figuren aus den Provinzen Raqqah, Deir ez-Zor und Hasakah da. In einem gemeinsam entwickelten Statement betonte man die Einheit, Unteilbarkeit und Unabhängigkeit Syriens unter der syrischen Regierung als Souverän. Außerdem sei man bereit, gegen jegliche Aggressionen und die türkische und amerikanische Besetzung des Landes vorgehen zu wollen. Bereits vor einem halben Jahr gab es ein Treffen zwischen syrischer Regierung und 70 arabischen Stämmen aus dem Norden Syriens, war also wesentlich kleiner und noch unter der Annahme, die USA würde weiterhin ihre Präsenz im Land aufrechterhalten. Bei dem Treffen ging es zudem aber auch um den Verkauf und Handel von Erdöl, die einflussreiche Khaterij-Gruppe soll zukünftig Das Öl aus SDF-Territorien verkaufen und transportieren können.

Das Verhältnis zwischen arabischen Stämmen und dem hauptsächlich kurdischen Milizenbündnis der SDF war schon immer angespannt, oft kam es auch zu offen ausgetragenen Gefechten und Protesten, angefacht durch die weiterhin schlechten Lebensbedingungen gerade in der Region rund um Raqqa. Dieses schwierige Verhältnis und die grundsätzlichen Sympathien arabischer Stämme gegenüber der Regierung drückt sich aktuell auch in den Geschehnissen in der arabischen Stadt Mansoura aus. Mansoura befindet sich weit im Westen der Provinz Raqqah, nur wenige Kilometer von der für seinen Staudamm bekannten Stadt Taqba. Der Ort fiel während der großen Raqqah-Offensive der SDF den Kurden in den Hände, nur wenige Kilometer weiter südlich und westlich kontrolliert die syrische Regierung die Region.

Dort kam es in den letzten Tagen zu größeren Aufständen der arabischen Bevölkerung gegen die SDF. Es ist nicht ganz klar, was der Grund für die weiterhin andauernden Proteste im Ort sind, angeblich leistete man Widerstand gegen geplante Zwangsrekrutierungen, die in dem Tod eines Zivilisten endeten und damit die Lage noch weiter eskalieren ließ. Die Kurden geben „Schläferzellen“ und „Agitatoren“ des Islamischen Staates die Schuld für die Eskalation, jedoch steckt vor allem der al-Bukhmis-Stamm dahinter, der zugleich die Mehrheit der Bevölkerung in Mansoura stellt. Mehrere Gebäude und Kontrollposten der SDF wurden in Brand gesteckt, derzeit wurde in der Region der Notstand ausgerufen. Weitere Proteste gibt es gerade vom al-Shaitat-Stamm im Osten von Deir ez-Zor, nachdem die lokale Bevölkerung von den Öleinnahmen vor Ort ausgelassen werden.

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