Finaler Showdown gegen den Islamischen Staat

D0wDmdiWkAAP310.jpg

Derzeit dauert die finale Offensive der von den USA unterstützten „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) gegen den Islamischen Staat, welches ein kleines, etwa zwei Quadratkilometer umspannendes Zeltlager im Osten Syriens besetzt hält.Obwohl über 500 Dschihadisten in den letzten Wochen kapituliert und fast 15.000 Menschen die Waffenruhe zur Flucht genutzt haben, verbleibt weiterhin ein radikaler Kern von einigen Hundert IS-Kämpfer und ihren nicht minder radikalen Familienangehörigen in dem kleinen Gebiet nahe dem Dorf al-Baghouz, nur wenige Kilometer von der irakischen Grenze entfernt. Die USA setzt für den finalen Showdown sogar geächtete Phosophorbomben ein.

Mithilfe amerikanischer Artillerie- und Luftangriffe schlossen die mehrheitlich arabischen Streitkräfte der SDF den Belagerungsring um das Zeltlager weiter ab, nachdem die letzte Möglichkeit zur Flucht verstrichen ist. Der Großteil der Personen innerhalb des betroffenen Gebietes werden als Kombattanten kategorisiert. In der Nacht begann man mit großen Bombardements mithilfe chemischen Waffen wie weißer Phosophorbomben, die umliegende Gebiete in Brand steckte und die verbliebenen Munitionslager des Islamischen Staates explodieren lies. Die Bombardierungen veranlassten schätzungsweise 200 IS-Kämpfer dazu, doch die Kapitulation zu akzeptieren, sie und ihre Mitglieder stammen mehrheitlich aus Zentralasien und dem Kaukasus. Dennoch ist der Widerstand der Islamisten stark und verzweifelt, teilweise gibt es sogar Berichte von Kinder- und Frauensoldaten. Vor Ort sind auch französische Spezialeinheiten aktiv.

Trotz der Niederlage des Islamischen Staates als territoriales Konstrukt wird er weiterbestehen und zu seiner alten Identität als Guerillamiliz zurückkehren. Bereits heute hat die Anzahl der Anschläge und Attentate im Territorium der SDF bzw. kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) erheblich zugenommen, gerade die Provinzen Raqqah und Hasakah kommt es nahezu wöchentlich zu Angriffen auf diverse Institutionen oder Stammesführer. Die Anschläge auf US-Truppen stellen dabei das bisherige Novum dar, innerhalb einer Woche wurden zwei US-Militärkonvois angegriffen, wobei vier Amerikaner starben. Auch in den Randgebieten der syrischen Regierung gibt es vermehrt Berichte, dass der IS die Unwirtlichkeit der syrischen Wüste für sich ausnutzt und von dort vermehrt Angriffe vor allem auf die drusische Bevölkerung in Suweida ausführt.

Besonders im Irak hat der Islamische Staat nach wie vor eine enorme Präsenz im westlichen Teil des Landes, trotz der durchaus effektiven Maßnahmen des Staatsapparates, welcher z.B. bei einer Anti-Terror-Operation in Anbar Hunderte Guerillakämpfer festgenommen konnte und die wichtigen Versorgungsstraßen im Lande sichert. Dennoch gehören gerade die ländlichen Regionen in der Nacht der Terrormiliz, dort führen sie nahezu ungestört Attentate auf feindliche Stammesführer, Militärs oder Beamte statt. Gerade Kirkuk und die Wüstenprovinz Anbar sind davon betroffen.

 

Werbeanzeigen