Syrische Armee tötet türkischen Soldaten

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Eine neue Eskalation in der letzten noch von Islamisten gehaltenen Provinz Idlib: In Folge eines Artillerieangriffes der Syrisch-Arabischen Armee starb ein türkischer Soldat. Es ist bereits der dritte Angriff auf Einen der türkischen Observierungspunkte in Syrien, welche eigentlich die zwischen Russland und der Türkei verhandelte Waffenruhe überwachen sollen aber in Wirklichkeit dem Schutz der eigenen Interessen und Stellvertreter im südlichen Nachbarland dient. Die Türkei reagierte mit Gegenangriffen auf Positionen der syrischen Armee. Unverändert kommt es zu kleineren Gefechten an den Frontlinien von Idlib und Hama, welche jedoch nicht keinen offensiven Charakter mehr annehmen.

Zum wiederholten Male trafen türkischen Angaben zufolge Artillerie- und Mörsergranaten den türkischen Observierungspunkt „Nr. 10“ nahe dem Dorf Shar Maghar, wodurch mindestens ein türkischer Soldat und drei Weitere verletzt wurden. Das türkische Militär reagierte darauf eskalierend und begann mit dem Gegenbeschuss auf Stellungen der syrischen Armee in Nord-Hama. Es gibt keine Berichte von verursachten Schäden oder Verletzten. Zudem wurden mehrere F-16-Kampfjets in den syrischen Luftraum entsandt und ein türkischer Militärkonvoi mit angeblich Hunderten an Soldaten in der Provinz Idlib in Stellung gebracht. Dennoch kam es am frühen Morgen daraufhin zu keinen neuen Entwicklungen, die Situation scheint entschärft  zu sein. Die syrische Regierung wirft den Islamischen vor, im Schatten der türkischen Militärbasen Angriffe auf Armeestellungen zu planen und durchzuführen.

Derweil gingen auch normale Operationen der Aufständischen unter der Führung von Tahrir al-Sham und Jaish al-Izzah weiter. Das Militär konnte einen Vorstoß nahe Atalib erfolgreich abwehren und dabei mehrere Fahrzeuge zerstören. Nahe dem Ort Tal Malah kommt es zu schweren Gefechten, beide Seiten sollen erhebliche Verluste erleiden. Tal Malah wurde vor etwa einer Woche von den Islamisten erobert und bedroht seitdem die südöstliche Flanke der Stadt Kernaz, welches ein Zentrum für die Organisation und Planung der syrischen Armee ist und zudem auch russische Soldaten beheimaten soll.

Russland und die Türkei einigten sich vor mehreren Monaten gemeinsam auf eine etwa 15 bis 20 Kilometer breite „demilitarisierte Zone“ entlang der Frontlinien in den Provinzen Idlib, Hama und Aleppo. Diese Pufferzone soll eine militärische Eskalation der derzeitigen Situation in Idlib verhindern, die letzte von der Opposition bzw. Islamisten gehaltene Provinz in Syrien. Die Kontrolle sollen dann türkische und russische Patrouillen in einem Gebiet übernehmen, welches vom Latakia-Gebirge bis an die Großstadt Aleppo reicht. Mit diesen Verhandlungen konnten beide Länder eine lange vorbereitete und angekündigte Großoffensive der Syrisch-Arabischen Armee zumindest vorerst aufhalten. Ein Großteil der türkischen Observierungspunkte wurden bei Beginn der Operation mithilfe von Helikoptern verlassen, wovon Einige wenig später wieder besetzt wurden.

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