Erneut israelische Raketenangriffe auf Syrien

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In der letzten Nacht trafen erneut israelische Raketen mehrere Ziele in Südsyrien, diesmal beschränkten sich die Angriffe auf die Grenzregion zu den von Israel besetzten Golanhöhen. Besonders betroffen war die Stadt al-Harah in der Provinz Quneitra, da sich in der Nähe der höchste Hügel in der Umgebung befindet und man von dort auch Teile der Golanhöhen überblicken kann. Es gibt keine Berichte von Verletzten oder verursachten Schäden. Das syrische Verteidigungsministerium verkündet hingegen, mindestens zwei der „feindlichen Projektile“ erfolgreich eliminiert zu haben.

Das genaue Ziel ist unklar. Auf dem Hügel Tall al-Harah befindet sich eine Radaranlage des syrischen Militärs, insofern handelt es sich nicht um die regulären Ziele israelischer Interventionen: Waffenlieferungen der Hisbollah oder ranghohe Mitglieder der libanesischen Organisation. Womöglich handelt es sich um den Versuch, die syrischen Luftabwehrkapazitäten langfristig zu minimieren und sich somit weiteren Freiraum für zukünftige Operationen zu verschaffen.

Es handelt sich um den 13. Angriff Israels in diesem Jahr, nachdem bereits mehrmals Armeestellungen in der Region um Damaskus und Aleppo bombardiert wurden. Die Angriffe erfolgten stets vom libanesischen Luftraum oder von den israelisch besetzten Golanhöhen aus, wodurch die syrische Luftabwehr erst verspätet aktiviert wird. Eigentlich einigten sich Russland und Syrien auf die Lieferung moderner S-300-Luftabwehrsysteme, nachdem ein russisches Aufklärungsflugzeug über Latakia abgeschossen wurde. Derzeit ist aber noch unklar, ob die S-300 mitsamt weiterer Radarsysteme und anderer Logistik überhaupt einsatzfähig ist, zumindest wird das zukünftige syrische Personal noch von Russland vor Ort ausgebildet. Die S-300-Abwehrbatterie soll in der Nähe von Masayaf in Nord-Hama stationiert sein, bisher kam sie noch nicht ein einziges Mal zum Einsatz.

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