Huthi-Rebellen zerstören amerikanische Drohnen, beschießen saudische Flughäfen

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Den zaidisch-schiitischen Houthi-Rebellen aus dem Jemen gelang es in den vergangenen Wochen erneut, wichtige Schäden bei ihren Gegnern verursacht zu haben. Durch die Entwicklung von neuen Waffen gelang es den Houthis zum wiederholten Male, eine amerikanische Aufklärungsdrohne über ihr Territorium erfolgreich abgeschossen zu haben. Zudem sorgen die ständigen Raketenangriffe auf verschiedene zivile und militärische Ziele im nördlichen Nachbar Saudi-Arabien, welches auch die Führung in der Arabischen Koalition übernimmt, für große Verluste. Der Flugverkehr ist inzwischen nahezu zum Stillstand gekommen, der reiche Golfstaat scheint unfähig dazu zu sein, derartige „Guerillaangriffe“ aufzuhalten und im Jemen selber gegen die Houthis vorzudringen.

Die amerikanische Aufklärungsdrohne des Typs „MQ-9-Reaper“ wurde über der Provinz Sadaa im Nordwesten des Landes abgeschossen. Dabei setzten die Aufständischen eigenen Angaben zufolge ihre neueste Luftabwehrrakete ein, die auf den Namen „Fatir-1“ getauft wurde, welche frappierend an die Raketen der 2K12 Kub aus alten sowjetischen Beständen erinnert. Etwa einen Monat davor präsentierte man stolz diese neue Abwehrwaffe neben vielen weiteren Raketen und Drohnen. Das amerikanische Verteidigungsministerium bestätigte den Verlust einen Tag später. Wenig später wurde zudem eine wesentlich kleinere Aufklärungsdrohne der Vereinigten Arabischen Emirate eliminiert.

Es ist bei weitem nicht der erste Mal, dass die jemenitische Luftabwehr eine amerikanische Drohne vom Himmel holte. Beispielsweise gab es im Oktober 2017 einen erfolgreichen Abschuss einer Predator-Drohne am helllichten Tage. Auch Kampfjets und Helikopter Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate geraten immer wieder ins Zielkreuz und werden teilweise abgeschossen oder zumindest zum Rückzug gezwungen. Es ist unklar, über welche Kapazitäten an Luftabwehr die Houthis verfügen, jedoch scheint sich die Abwehr vor allem auf ihre größte Stadt Sana’a zu beschränken. Besonders 2019 mehren sich die Vorfälle mit amerikanischen Drohnen, bisher wurden bereits drei Amerikanische und mehrere Drohnen der Vereinigten Arabischen Emiraten erfolgreich zerstört.

Außerdem trafen mehrere Raketen und „Kamikazedrohnen“ verschiedene Flughäfen in Saudi-Arabien, darunter auch Militärstützpunkte in Najran, Riad oder Jizan. Beispielsweise trafen mehrere Drohnen des Typs „Qasef-2K“ den regionalen Flughafen von Najran, verursachten dabei aber nur Sachschäden und unterbrachen jeglichen Flugverkehr für einige Stunden. In Jizan konnte die Luftabwehr Saudi-Arabiens rund sechs Ballistikraketen der Houthis zerstören, bevor sie ihr Ziel (vermutlich den örtlichen Flughafen) erreichten.

Raketen- und Drohnenangriffe der Houthis auf die Infrastruktur Saudi-Arabiens sind nichts ungewöhnliches. Bereits in der Vergangenheit setzten die Houthis immer wieder Kampfdrohnen gegen feindliche Ziele ein, darunter befanden sich auch eine Aramco-Erdölraffinerie in der saudi-arabischen Provinz Jizan oder bei Riad. Die meisten Angriffe beschränken sich aber auf die Grenzregion, Bombardierungen von einer Entfernung sind bisher sehr selten gewesen, dort wurden bevorzugt Raketen genutzt. Auch wurde der Internationale Khalid-Flughafen der Vereinigten Arabischen Emirate im vergangenen Jahr mithilfe einer Drohne attackiert, ein Jahr später wurden Kameraaufnahmen veröffentlicht, welche die Zerstörung mehrerer LKWs auf dem Flughafengelände zeigt. Die „Drohnenflotte“ der jemenitischen Aufständische entwickelt sich zunehmend zur gefährlichsten Waffe im Kampf gegen die Mitglieder der Arabischen Koalition im jemenitischen Konflikt.