Erste Türkisch-Amerikanische Patrouille in kurdischer Pufferzone

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Das amerikanische und türkische Militär begannen am Sonntag mit der erstmaligen Aufnahme von gemeinsamen Militärpatrouillen in der rund vor einem Monat vereinbarten „Pufferzone“ an der nordsyrischen Grenze. Dieses Gebiet, welches bisher unbekannte Maße besitzt aber wohl das gesamte Grenzgebiet östlich des Euphrats beinhaltet, gilt als Zugeständnis der USA an die Türkei, um eine mehrmals angedrohte Großoffensive der türkischen Streitkräfte auf die verfeindeten Kurden im Norden zu verhindern und damit die Situation zu deeskalieren. Bei den von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) stößt dieser Schritt auf Kritik und Verletzung der eigenen Souveränität, viele der wichtigsten kurdischen Städte befinden sich entlang der syrisch-türkischen Grenze.

Der Militärkonvoi, bestehend aus mehreren amerikanischen und türkischen Fahrzeugen, soll seine Mission östlich von der Grenzstadt Tel Abyad begonnen haben und bewegt sich derzeit in Richtung Westen. Auch türkische Helikopter sollen involviert sein und Luftaufklärung geben. In den betroffenen Gebieten müssen sich kurdische Kämpfer der „Volksverteidigungseinheiten“ (YPG) zurückziehen, schweres Kriegsgerät wie Artillerie oder Panzer sollen in der Pufferzone nicht erlaubt sein. Dementsprechend sollen arabische Milizen der SDF in dem traditionell kurdischen Gebiet die Kontrolle übernehmen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in Nordsyrien weiterentwickeln wird und vor allem, ob sich der türkische Präsident mit der Etablierung einer bloßen Pufferzone zufrieden geben wird.

Die Pufferzone besitzt ein ähnliches Konzept wie im Falle der Provinz Idlib zwischen der Türkei und Russland angestrebt, wo sich beide Seiten bei den Sotschi-Gesprächen auf eine etwa 20 Kilometer breite „Deeskalationslinie“ einigen. In dessen Gebiet sollten sich die Islamisten zurückziehen, türkische und russische Truppen mithilfe von Observierungspunkten und Patrouillen den Frieden wahren. De facto jedoch konnte die Türkei seinen Einfluss in Idlib ausbauen und nach mehreren Monaten kommt es wieder zur Offensive der syrischen Armee. Ein ähnliches Projekt in türkisch-amerikanischer Kooperation gab es bereits in der Stadt Manbij, westlich des Euphrats. Die Stadt in kurdischen Händen befindet sich westlich des Euphrats, welches Erdogan zufolge eine natürliche „rote Linie“ der kurdischen Expansion darstellt. Trotz mehrerer Vorfälle und einer brüchigen Waffenruhe konnte der Frieden in der Region um Manbij gewahrt werden.

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