Huthi-Rebellen erbeuten riesige Waffenbestände von Saudi-Arabien

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Wie der Brigadegeneral und Pressesprecher der zaidisch-schiitischen Houthi-Rebellen Yehya Sarea bereits am Samstag berichtete, konnten die Houthis Hunderte Anhänger der jemenitischen Exilregierung unter dem Präsidenten Massoud Hadi und Soldaten der Streitkräfte Saudi-Arabiens gefangen nehmen oder töten. In einer selbst beschriebenen „größten Militäroperation seit der Intervention der Arabischen Koalition 2015“ konnten eigenen Angaben zufolge insgesamt drei Brigaden der Armee Saudi-Arabiens erfolgreich umkreist und eliminiert werden. Einen Tag später veröffentlichten die Houthis in einer weiteren Pressekonferenz die finalen Beweise und ein über 40 Minuten langes Video, welches die Offensive und dessen Erfolg eindrucksvoll aufzeigt. Darin ist die Festnahme und Abtransport von Hunderten Kämpfern und die Erbeutung und Zerstörung ebenso vieler Waffen und Militärfahrzeuge zu sehen, welche Saudi-Arabien erst vor wenigen Jahren von der westlichen Waffenindustrie erworben konnte.

In der „ersten Phase“ der Operation konnten insgesamt 350 Quadratkilometer erobert werden, welches sich vollständig in dem jemenitischen Gebiet entlang der Landesgrenze zur Provinz Najran befindet. Mehrere Militärkonvois konnten nahezu kampflos eliminiert werden, darunter befanden sich auch seltenere Fahrzeuge wie kanadische Radpanzer des Typs „LAV-25“ oder russische und jordanische gepanzerte Fahrzeuge, die vor Minen schützen (MRAPs). Selbst amerikanische Luftabwehrpanzer wurden erbeutet. Gewöhnlicherweise zerstören die Houthis alle schweren Geräte, da sie auf den asymmetrischen Guerillakampf setzen und gerade Fahrzeuge zu leichten Zielen für die Luftwaffe Saudi-Arabiens und verbündeter Staaten verkommen würden. Dennoch erlaubte sich der Verteidigungsminister der Houthis, mit einem erbeuteten Panzer das neu eroberte Grenzgebiet zu durchqueren.

Zudem konnten bei der Operation, welche den Namen „Sieg von Allah“ trug, Hunderte bis Tausende Soldaten gefangen genommen werden, darunter auch Dutzende Soldaten der Armee Saudi-Arabiens. Den Großteil nahmen jedoch Kämpfer der Hadi-Regierung ein, welche von Saudi-Arabien als billiges Kanonenfutter an der Grenze benutzt werden, um die eigenen Verluste zu minimieren. Am Tag darauf erklärten die Houthis sich bereit, 350 Gefangene (inklusive drei Saudis) als Friedensgeste aus dem Gefängnis in der Hauptstadt Sanaa zu entlassen. Ursprünglich erklärten sich beide Seiten dazu bereit, etwa 7000 Soldaten freizulassen, dieser Plan jedoch materialisierte sich nach dem Zusammenbruch der Waffenruhe nicht mehr.

Wichtig ist zu erwähnen, dass das veröffentlichte Material Yehya Sarea zufolge lediglich die erste Phase von insgesamt drei Operationen aufzeigt. Insgesamt soll diese Militäroperation über 40 Tage angedauert und im August begonnen haben. Es bleibt abzuwarten, ob ebenfalls für die sonstigen Phasen Beweise veröffentlicht werden.