US-Soldaten nach Rennen mit russischem Militär verletzt

Im Nordosten Syriens kam es zu einem außergewöhnlichen Vorfall, als sich vier amerikanische Soldaten in Folge eines Wettrennens und einer daraus resultierenden Kollision gegen einen russischen Militärkonvoi verletzten. Dabei handelt es sich um den ersten „militärischen“ Zusammenstoß zwischen Russland und der USA in Syrien, die um die Vorherrschaft in der Region kämpfen und insbesondere in dieser Ecke des Landes um Einfluss ringen. Zwar kommt es regelmäßig zu Schikanen und Provokationsversuchen zwischen den amerikanischen und russischen Militärpatrouillen im Nordosten, jedoch haben sie in ihrer Anzahl und Intensität seit einem Monat erheblich zugenommen, derartige Vorkommnisse könnten in der Zukunft zunehmen.

Der Vorfall ereignete sich in der Nähe der ostsyrischen Stadt al-Malikiya, welche in der nordöstlichsten Ecke des Landes liegt und unter der Kontrolle der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) steht, wobei einige Institutionen der syrischen Regierung in den Großstädten der Region ebenfalls präsent sind. Dort patrouillieren russische und amerikanische Truppen regelmäßig, oftmals auf den gleichen Straßen wodurch es zu derartigen Zusammenstößen gerät. In diesem Falle versuchten amerikanische Fahrzeuge, die Straße zu blockieren. Jedoch fuhr das russische Militär einfach daran herum, wodurch die US-Truppen die Verfolgung aufnahmen und beide Seiten versuchten, sich gegenseitig zu blockieren.

Dadurch kam es zu einer Karambolage, in der sich vier US-Soldaten leicht verletzt haben, wie das amerikanische Verteidigungsministerium bestätigt. Ungewöhnlich war es, dass Russland einen Kampfhubschrauber hinzugezogen hatte, um eine Versammlung amerikanischer Truppen in der Nähe aufzulösen bzw. gegenüber den stationierten Einheiten Präsenz zu zeigen. Es handelt sich damit um das dritte verheerende Ereignis innerhalb kurzer Zeit, nachdem ein US-Fahrzeug am 21. Juli vom Weg abkam, umkippte und dabei einen Soldaten tötete. Vor einer Woche wurde ein syrischer Soldat durch die USA getötet, als ihr Konvoi an einem Checkpoint aufgehalten wurde. Diese Konfrontationen könnten nun in der Zukunft zunehmen, vor allem da alle involvierten Parteien nicht zurückschrecken und Schwäche zeigen wollen.

Die amerikanische Militärpräsenz vor Ort ist noch auf dem gemeinsamen Kampf zwischen dem arabisch-kurdischen Milizenbündnisses der SDF und der USA gegen den Islamischen Staat zurückzuführen, seit dem partiellen Truppenabzug unter Donald Trump befinden sich weiterhin kleinere Kontingente im östlichen SDF-Territorium, welche dort die verschiedenen Rohstoffe des Landes vor der Einflussnahme der syrischen Regierung, Irans oder Russlands bewahren und versprengte IS-Einheiten bekämpfen. Die syrische Armee und russische Truppen sind erst seit der letzten türkischen Intervention in Nordsyrien aktiv, wodurch die SDF zu Eingeständnissen gezwungen war nachdem die USA keinerlei Bemühungen gegen die Türkei unternahm.

Seitdem herrscht zwischen den verschiedenen Nationen – Russland, zwei syrischen Fraktionen und den USA – ein wackelige Waffenruhe. Alle involvierten Gruppierungen unterhalten an verschiedenen Orten Checkpoints und Militärbasen, hinzu kommen tagtägliche Militärpatrouillen. Diese werden oftmals gegenseitig aufgehalten, z.B. durch die oben genannten Kontrollpunkte oder durch simple Straßenblockaden, teilweise unternehmen russische und amerikanische Militärverbände Rennen gegeneinander, manchmal werden dadurch Fahrzeuge im Schlamm festgefahren und müssen erst aufwendig wieder rausgeholt werden. Zwischen den Soldaten auf dem Boden werden derartige Ereignisse eher kameradschaftlich interpretiert und weniger als eine geopolitische Eskalation.