Überraschungsbesuch Putins in Syrien

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Der russische Präsident Wladimir Putin  besuchte am Montag überraschenderweise den russisch-syrischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimimn an der syrischen Küste. Dabei kündigte er (erneut) den Teilabzug russischer Truppen an, da der Islamische Staat angeblich in Syrien besiegt wurde.  Außerdem traf er sich offiziell mit Bashar al-Assad, welcher den Stützpunkt bereits in der Vergangenheit mehrmals besuchte.

Von einem vollständigen Abzug Russlands sprach Putin aber ausdrücklich nicht: „Ich habe entschieden, dass ein bedeutender Teil des russischen Militärkontingents in Syrien nach Russland zurückkehrt“, sagte der Präsident wörtlich. Gemeinsam mit der syrischen Armee sei es dem russischen Militär gelungen, „die effizienteste Gruppe internationaler Terroristen zu besiegen“.

Abzuwarten bleibt dennoch, ob sich überhaupt dieser Teilabzug bewahrheiten könne. Auch wenn Russland seine mittelfristigen Operationsziele als erfüllt sieht wurden bereits in der Vergangenheit solche Andeutungen gemacht, die sich nicht bewahrheitet haben. Besondere Frage bleibt die Situation russischer Paramilitärs wie Wagner PMC, die in der Provinz Deir ez-Zor aktiv mitkämpften und Verluste erleiden mussten. Sie sind wahrscheinlich nicht Teil irgendwelcher Abkommen.

Aus der militärischen und politischen Situation heraus besitzt der Besuch eine besondere Symbolik. Russland sieht seine Ziele in Syrien erfüllt, selbst die Türkei sind fest in den Verhandlungen mit Russland und dem Iran in Sotschi involviert. Eine militärische Niederlage der syrischen Armee scheint unmöglich, nachdem die Regierung wieder über den Großteil des Landes herrscht und lediglich Idlib eine größere Gefahr darstellt.

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Syrische Armee und Islamischer Staat auf dem Vormarsch in Idlib

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und der Islamische Staat konnten neue Dörfer in den Provinzen Hama und Idlib von der Opposition erobern, nachdem beide eine Offensive gestartet haben. Die von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) dominierten Kräfte fallen zunehmend unter Druck, ihre Stellungen zu halten.

Die syrische Armee konnte die Dörfer Umm Khazem, Turaykyah, Rujm al-Ahmar, al-Hawiyah und Balil erobern und dabei fünf Kämpfer von Tahrir al-Sham festnehmen. Die russischen Luftstreitkräfte intensivieren derweil ihre Luftschläge auf die Region, wahrscheinlich als Vorbereitung auf eine größer angelegte Offensive. Die Eliteeinheit der „Tiger Forces“ unter Suheil al-Hassan soll sich Berichten zufolge von Ostsyrien nach Idlib begeben haben, um dort die Kämpfe zu unterstützen.

Der IS konnte währenddessen dutzende Dörfer erobern, darunter Huwayz Ibn Hadib, Huwayz Um al-Jarn, Rasm Hamman, Abu Khanadiq und al-Dabah. Inzwischen konnten IS-Kämpfer ihr Gebiet nahezu verdoppeln. Es ist und bleibt ein Rätsel, woher der Islamische Staat seine neue Kraft plötzlich gewinnen konnte, nachdem er nur noch zwei Dörfer hielt.

Auch wenn keine aktive Kooperation zwischen den beiden Fraktionen vorherrscht, ignoriert die SAA den Islamischen Staat aus strategischen Gründen, die letzten Kämpfe fanden zwischen den beiden Seiten vor mehreren Wochen statt. Es gibt Gerüchte darüber, dass die syrische Regierung (ähnlich dem Geschehen in Raqqah und Manbij) hunderte IS-Kämpfer aus dem Euphrat-Tal im Osten des Landes nach Idlib transportierte, um sie dann dort zu ihrem Vorteil einzusetzen. Dennoch gibt es bisher keinerlei Beweise dafür, vor allem weil ein solches Vorhaben äußerst auffällig wäre.

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Irak vom Islamischen Staat befreit

DQl_XPxW4AEe9Dp.jpgIrakische Streitkräfte und der Dachverband etlicher Milizen mit dem Namen „Volksmobilisierungseinheiten“ verkündeten erfolgreich die Einnahme aller Territorien des Islamischen Staates an der syrisch-irakischen Grenzregion. Viele kleine Siedlungen wurden auf einem Gebiet von über 5000km² erobert, angeblich begann man bereits mit der Errichtung von Barrieren an der syrischen Grenze.

Bis vor wenigen Tagen konnte der IS weite Gebiete der Anbar-Wüste zwischen Sinjar im Norden und al-Qaim am Euphrat halten. Die Operation wurde für etwa zwei Wochen unterbrochen, da man auf die Fortschritte der syrischen Armee gegen den Islamischen Staat auf der anderen Seite der Grenze wartete. Aufgrund der Wüstenregion stieß man kaum auf Widerstand, die Verluste waren minimal.

Damit hält der Islamische Staat in seinem Geburtsland kein Land mehr, dennoch besitzt er in vereinzelten Regionen weiterhin eine Präsenz. In der für ihren sunnitischen Extremismus bekannten Provinz Hawija kommt es immer wieder zu Überfällen auf Dörfer durch IS-Kämpfer, es werden häufig neue Tunnelsysteme und Lager aufgedeckt. Auch nördlich von Bagdad und in der Nähe der iranischen Grenze kommt es immer wieder zu Vorfällen, da der IS dort mehrere Ausbildungslager errichtet hat und vermehrt Selbstmordattentäter gegen zivile Ziele einsetzt.

 

Südjemen erobert neue Gebiete

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Die von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützten südjemenitischen Unabhängigkeitskämpfer unter dem Namen „Southern Resistance“ konnten neue Gebiete an der westlichen Küste erobern und die inneroppositionellen Kämpfe zwischen den Houthi-Rebellen und Anhängern des verstorbenen Ex-Präsidenten Abdullah Saleh somit ausnutzen. Damit kommt es nach langer Zeit zu Gebietsveränderungen im jemenitischen Konflikt, wovor nahezu ein Stillstand herrschte.

Einheiten der Southern Resistance sollen insgesamt etwa 50 Kilometer weiter nördlich vorgedrungen sein, dabei konnten sie die Stadt und den gesamten Bezirk von al-Khokah erobern. Sie sollen die Grenze der Provinz Zarid erreicht haben. Unklar ist, ob und inwiefern auch Truppen der Hadi-Regierung involviert waren, die von Saudi-Arabien und seinen Verbündeten unterstützt wird. Ebenfalls gibt es Gerüchte über eine Beteiligung von Saleh-Loyalisten, die zuvor über das Gebiet herrschten.

Syrische Armee erobert alle Dörfer westlich des Euphrats, Weg zwischen Damaskus und Bagdad frei

 

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Truppen der Syrisch-Arabischen Armee (SAA), angeführt von den elitären „Tiger Forces“ unter Suheil al-Hassan, konnten in den letzten Tagen große Fortschritte in Ostsyrien erzielen und ganze 50 Kilometer von der Provinzhauptstadt Deir ez-Zor aus südlich nach Abu Kamal vordringen, eine Stadt die direkt an der irakischen Grenze liegt und zuvor die letzte Hochburg des Islamischen Staates war. Damit ist die gesamte Westbank des Euphrats unter der Kontrolle der syrischen Armee, viele Syrer kehren von den syrischen Flüchtlingslagern in ihre Heimat zurück.

Die Armee hat demzufolge die Dörfer Subaykhān, Jadlah, Safsaf, Ajarjah, Salhiyah, Wadi Ward, Quriyah, Matarida, al-Jalaa, al-Qirah und viele weitere Ortschaften erobert. Mit dieser Eroberung wurde nicht nur eine Straße zwischen Damaskus und Bagdad erstmalig gesichert, auch steht nun ein Weg vom Libanon bis zum Iran offen, welcher sich vollständig unter der Kontrolle von iranischen Verbündeten befindet.

Der Islamische Staat kontrolliert damit nur noch wenige Wüstengebiete südlich von al-Suknah, an der irakischen Grenze, bei al-Tasil an der israelischen Grenze, im Damaszener Viertel Yamourk und im Nordosten der Provinz Hama, wo sie sich bisher am stärksten konsolidieren und mehrere Dörfer von der Opposition erobern konnten.

 

Massendemonstration der Huthis in Sanaa, Lage beruhigt sich

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Von Saudi-Arabien zerstörter Präsidentenpalast 

Die Situation in der jemenitischen Haupt- und Millionenstadt Sanaa hat sich beruhigt, nachdem nach tagelangen Kämpfen zwischen den Houthi-Rebellen und Teilen der jemenitischen Armee unter dem getöteten Ex-Präsidenten Abdullah Saleh die Houthis als relativ siegreich hervorgingen. Während die Bodenkämpfe endeten, intensiviert Saudi-Arabien seine Luftschläge auf die Großstadt und attackierte ebenfalls den „Präsidentenpalast“ im Zentrum der Stadt, wovon ebenfalls umliegende Häuser getroffen wurden. Weite Teile der Stadt befinden sich unter der Kontrolle der Houthis, mehrere Checkpoints wurden errichtet.

Derweil reden Medienkanäle der Houthis ebenfalls von einem Sieg über die „Verschwörung ausländischer Mächte“ zur Beendigung der jemenitischen Revolution. In dem Zusammenhang rief das Fernsehen zu einer Massendemonstration am Dienstag auf. Veröffentlichte Bilder zeigen auch Tausende an Beteiligten, dennoch scheint die Zahl nicht den riesigen Protesten zu entsprechen, wie sie es vor wenigen Monaten gegen Saudi-Arabien und für das Bündnis zwischen Houthis und Saleh gab.

Nachdem Saleh durch einen bisher nicht gänzlich geklärten Überfall getötet wurde (Manche sprechen auch von einer Entführung aus seinem Haus in Sanaa um dann demonstrativ einen Überfall auf ein einzelnes Auto in der Wüste südlich von Sanaa zu inszenieren), wurden weitere Familienmitglieder gefunden und getötet. Darunter fallen die Söhne Khalid, Midian und Tarek Saleh

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Houthi-Demonstration in Sanaa

Erneut israelische Raketenangriffe auf Syrien

Israel startete erneut mehrere Raketen auf militärische Ziel in der Region um Damaskus. Schätzungsweise etwa sieben Raketen wurden dabei gezündet, der staatlichen Nachrichtenagentur SANA zufolge wurden drei Geschosse von der syrischen Luftabwehr abgefangen. Das Ziel war scheinbar eine Forschungseinrichtung im nördlichen Viertel Jamraya. Diese Anlage wurde bereits 2013 von Israel angegriffen.

Israel hat in der Vergangenheit häufiger Stellungen der syrischen Armee angegriffen, die auf verschiedene Art und Weise an Handlungen mit der Hisbollah involviert gewesen sein sollen. Erst am 2. Dezember wurde eine Militärbasis südlich von Damaskus angegriffen.