Türkische Armee gewinnt militärisch gegen die Kurden in Afrin die Oberhand

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Seit über einem Monat dauert nun die türkische Operation „Olivenzweig“ in Syrien an, wo die türkische Armee mit verbündeten Oppositionsgruppen (TFSA) gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) bzw. amerikanisch unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) vorgeht und dabei versucht, die Kurden aus der syrisch-türkischen Grenzregion zu vertreiben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und erheblichen Widerstand der Kurden scheinen nun die türkischen Streitkräfte die Oberhand zu gewinnen und konnten unter minimalen Verlusten innerhalb eines kurzen Zeitraumes bedeutende Erfolge erzielen.

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Neues Oppositionsbündnis in Syrien gegründet

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Die zwei Oppositionsgruppierungen Harakat Nour al-Din al-Zenki und Ahrar al-Sham kündigten ihren Zusammenschluss zu „Jabhat Tahrir Souriya“ bzw. zur „Syrischen Befreiungsfront“ an. Damit ist ein relativ effektives neues Bündnis entstanden, da Ahrar al-Sham zuvor als die zweitgrößte Gruppe (nach Tahrir al-Sham) galt. In dem veröffentlichten Statement drückte man die Entschlossenheit aus, die syrische Armee und weitere Bewegungen zu bekämpfen, die „den revolutionären Kräften“ im Wege stehen. Diese Aussage ist auch indirekt ein Seitenhieb auf Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra), die in Rivalität um Einfluss mit Ahrar al-Sham in der Provinz Idlib stehen. Im letzten Jahr kam es mehrmals zu Gefechten zwischen den beiden Fraktionen, wobei Ahrar al-Sham stets unterlag.

Nach der Niederlage in Ost-Aleppo schloss sich al-Zenki ursprünglich Tahrir al-Sham an und war Gründungsmitglied, doch aufgrund innerer Reibereien trennten sie sich später und suchen nun unter Ahrar al-Sham Schutz, vor allem da Tahrir al-Sham al-Zenki für Attentate auf eigene ranghohe Mitglieder verantwortlich macht. Al-Zenki ist bekannt für seine Kriegsverbrechen in Aleppo, wo sie auch ein 12-jähriges Kind exekutierten. Ahrar al-Sham wird hingegen international als terroristisch eingestuft und besitzt Beziehungen zu al-Qaida, alleine in Deutschland wurden mehrere Unterstützer verhaftet.

Die Führungsrolle soll Jaber Ali Basher übernehmen, der zuvor eine Kommandant bei Ahrar al-Sham war. Es ist unwahrscheinlich dass dieses neu geformte Bündnis den Einfluss von Tahrir al-Sham senken oder gar minimieren kann, dafür fehlt es an den nötigen Mitteln aus militärischer und logistischer Sicht. Interessant ist die Wortwahl des Namens, zuletzt trugen mehrere Brigaden den gleichen Namen, die sich im November von Tahrir al-Sham abspalteten.

Offensive auf Ost-Ghouta wird eingeleitet

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Tiger Forces werden in Damaskus stationiert

In der fruchtbaren Region Ghouta östlich der syrischen Hauptstadt Damaskus begann die Syrisch-Arabische Armee (SAA) mit dem Einsatz von Luft- und Artillerieangriffen auf die islamistische Opposition in dem belagerten Gebiet, die vor allem als Vorbereitung für eine groß angelegte Offensive dienen. Damit bewahrheiten sich die wochenlangen Gerüchte, dass die syrische Armee mit neuer Verstärkung eine Operation in Ost-Ghouta plant, die die vollständige Eroberung dieser Territorien vorsieht.

Die größte Konzentration der Streitkräfte scheint es im Osten zu geben, wo im Gegensatz zum urbanen Stadtgebiet im Westen Farmen und kleinere Ortschaften dominieren, also einfacher erobert werden können. In den letzten Tagen erreichten die größten Kontingente der Eliteeinheit der „Tiger Forces“ unter Suheil al-Hassan diese Front, die den Angriff anführen werden. Russland wird dabei ebenfalls aktiv involviert sein, neben der Luftwaffe wurden ebenfalls russische Spezialeinheiten als neue Sicherheitskräfte für Suheil al-Hassan gesichtet.

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Islamischer Staat siegt in Damaskus und Deir ez-Zor

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Zum Ende des Jahres 2017 konnte der Islamische Staat erfolgreich in seinen „Kerngebieten“ in Syrien und dem Irak bekämpft und fast vollständig besiegt werden, nur noch wenige Enklaven kann der IS vor den verschiedensten Kriegsparteien schützen. Von diesen aus starteten die Islamisten nun vermehrt Angriffe und können dabei gar einige Erfolge erzielen. In Damaskus konnte er mehrere Bezirke von der islamistischen Opposition erobern, während der Islamische Staat in der syrischen Wüste den von den USA unterstützen Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) enorme Verluste zufügen und eine Offensive abwehren konnte. Dabei setzt die Terrormiliz auf den Fanatismus der inzwischen eher dem Volkssturm ähnelnden Streitkräfte und dem Einsatz eher unkonventioneller Taktiken, beispielsweise dem erstmaligen Einsatz von Frauen.

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Türkei setzt angeblich Giftgas gegen Kurden in Afrin ein

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Seit über einer Woche dauert nun die türkische Operation „Olivenzweig“ in Syrien an, wo die türkische Armee mit verbündeten Oppositionsgruppen (TFSA) gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) bzw. amerikanisch unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) vorgeht und dabei versucht, die Kurden aus der syrisch-türkischen Grenzregion zu vertreiben. Nach fast einem Monat sollen die türkischen Streitkräfte nun Giftgas gegen die YPG eingesetzt haben, wie mehrere syrische Medienhäuser vermelden.

Die syrische Nachrichtenagentur SANA und das kurdische Militär vermeldeten den Einsatz von Chlorgas gegen ein Dorf im syrisch-türkischen Grenzgebiet bei Afrin, wobei sechs Zivilisten verletzt wurden. Die Türkei kommentierte diese Meldungen bisher nicht.

Es ist aber auch äußerst unwahrscheinlich, dass es ähnlich vorherigen Behauptungen nur um eine reine Erfindung handelt mit dem Ziel, den Gegner zu diskreditieren. Bereits vor einigen Wochen behauptete die TFSA zweimal, dass die Kurden Giftgas gegen sie eingesetzt hätten ohne jemals dafür Beweise vorzuweisen. Diese Behauptung ähnelt den regulären Anschuldigungen der Opposition, die syrische Armee setze regelmäßig Giftgas ein (alleine 2018 bereits drei Mal), ohne dabei ernsthafte Beweise vorzulegen. Scheinbar erhofft man sich einen ähnlichen Aufschrei, nur wäre der Einsatz von Chlorgas mithilfe eines Mörsers äußerst ineffektiv (da sehr geringe Menge und sehr schnell flüchtig) und es bleibt die Frage, woher die Kurden plötzlich chemische Waffen hätten.

Türkei gegen die Kurden in Afrin auf dem Vormarsch

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Neue türkische Fahrzeuge warten an der Landesgrenze für den Einsatz in Operation „Olivenzweig“

Seit über einer Woche dauert nun die türkische Operation „Olivenzweig“ in Syrien an, wo die türkische Armee mit verbündeten Oppositionsgruppen (TFSA) gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) bzw. amerikanisch unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) vorgeht und dabei versucht, die Kurden aus der syrisch-türkischen Grenzregion zu vertreiben. Nach fast einem Monat gewinnt die Offensive an Momentum, nachdem sie in den ersten Wochen geradezu wie ein militärisches Fiasko für die Türkei wirkte. Langzeittrends sind aber davon noch nicht ablesbar, die Kurden können weiterhin auf die Unterstützung der syrischen Regierung zählen.

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Eliteeinheiten nach Ost-Ghouta verlegt

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Die offensive Eliteeinheit der „Tiger Forces“ unter dem berühmten Suheil al-Hassan wurden aus der nordsyrischen Provinz Idlib nach Ost-Ghouta östlich von der Hauptstadt Damaskus bzw. in Rif Dimashq verlegt. Diese Planänderung ist ein ganz klarer Indikator für eine groß angelegte Offensive auf Ost-Ghouta, Eine der letzten großen Bastionen der Opposition. Ost-Ghouta besteht teils aus Damaszener Vierteln, großen Städten und landwirtschaftlichen Gebieten. Seit Anbeginn des Konfliktes konnte die Opposition Ost-Ghouta halten und teilweise auch expandieren, musste aber 2016 viele Gebietsverluste hinnehmen.

In diesem und letztem Jahr startete die Armee mit großen Truppenkontingenten und den „Republikanischen Garden“ mehrere größere Operationen, um Damaszener Viertel wie Ayn Terma und Irbeen zu erobern, konnten aber nur einige hundert Meter vordringen und dabei enorme Verluste erleiden. Der urbane Häuserkampf ist für beide Seiten besonders verlustreich, besonders konnte die Opposition sieben Jahre lang Verteidigungspositionen errichten, besonders gefürchtet sind die komplexen Tunnelsysteme (teilweise können dadurch sogar Autos und Panzer transportiert werden) und die Tunnelbomben, die immer wieder zu großen Verlusten bei der Armee führen. Neben der starken Verteidigung besitzen die Aufständischen in Ost-Ghouta ebenfalls über den Vorteil, dass in der Vergangenheit viele korrupte Armeeoffiziere die Stellungen um Ghouta übernahmen und es zu einem regen Schmuggel an allerlei Waren kam.

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Ost-Ghouta

Schätzungsweise 200.000 bis 400.000 Zivilisten sollen sich in dem dicht bebautem Gebiet aufhalten, die löchrige Belagerung der Armee (mit der Ausnahme von einigen UN-Hilfslieferungen) setzte der Bevölkerung zu, Grundnahrungsmittel sind teilweise rar. Die Bevölkerung in Damaskus ist hingegen immer wieder Mörserangriffen ausgesetzt, die von den Oppositionsparteien abgefeuert werden. Denn Diese besteht aus den Gruppierungen Jaish al-Islam, Ahrar al-Sham, Faylaq al-Rahman und Tahrir al-Sham, allesamt mit einem islamistischen Hintergrund. In der Vergangenheit beispielsweise sperrten sie gefangen genommene Alawiten in Käfige, paradierten sie und stellten sie als menschliche Schutzschilde vor Luftschlägen auf Dächer.

Insgesamt wird es sich bei Ost-Ghouta für die sonst sieg- und erfolgreichen „Tiger Forces“ um eine sehr schwere Aufgabe handeln, sie haben es mit einem perfekt vorbereiteten Gegner zu tun welcher in der Vergangenheit Angriff auf Angriff erfolgreich abwehren und teilweise sogar neue Gebiete (z.B. bei Harasta und der dazugehörigen Militärbasis) erobern konnte.