Irakische Armee erreicht Ruinen der al-Nuri-Moschee

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Die irakischen Streitkräfte konnten am Donnerstag die Überreste der prestigeträchtigen al-Nuri-Moschee im Zentrum der Altstadt Mossuls erreichen, nachdem sich der Islamische Staat zurückziehen musste. Erste Bilder zeigen eine völlig zerstörte Moschee, besonders das ikonische al-Habdaa-Minarett ist vollkommen zerstört worden.

Die Moschee war bei den Kämpfen um Mossul von beiden Seiten von besonderer Bedeutung. Der Anführer des Islamischen Staates Abu Bakr al-Baghdadi hatte vor exakt drei Jahren seinen einzigen Videoauftritt in der Moschee, welcher im Zusammenhang mit der Videobotschaft von al-Adnani stand, der zuvor das Kalifat ausgerufen hatte. Deshalb gilt die Moschee als Gründungsort für den IS. Eine Eroberung der Moschee hätte also eine Demoralisierung bedeutet. Die Moschee wurde 1172 erbaut und reiht sich damit in die zahllosen antiken und kulturellen Gebäude ein, die der Islamische Staat in Syrien und Irak vernichtet hat.

Israel attackiert syrische Armee zum dritten Mal innerhalb einer Woche

Am Dienstag griffen die israelischen Streitkräfte erneut Stellungen der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) an, nachdem wenige Stunden zuvor mehrere Projektile die von Israel besetzten Golanhöhen trafen, wo Niemand getötet oder verletzt wurde. Es handelt sich um den dritten Vorfall innerhalb von einer Woche, wo Israel „Vergeltungsschläge“ auf das Territorium der syrischen Regierung in der Provinz Quneitra verübt hatte. Bisher gibt es im Gegensatz zu den vorherigen Vorfällen keine Berichte von getöteten Soldaten.

Laut dem libanesischen Sender al-Mayadeen wurde das Dorf Samadaniyah al-Sharqi angegriffen, wo sich angeblich die Mörserposition befand, von der aus die Golanhöhen beschossen wurden. Außerdem befand sich Netanjahu aufgrund eines Treffens in der selben Region.

Im Zusammenhang zum Beschuss startete die Opposition eine neue Offensive auf Maradin al-Ba’ath, administratives Zentrum, Planstadt und Regierungshochburg zugleich. Die Operation wurde „Armee Mohammeds“ getauft. Es kam zu schweren Kämpfen an den Außenbezirken der Stadt, wurden aber nach nur zwei Tagen vollständig zurückgeschlagen. Mehrere Milizen wie das Golan-Regiment konnten in der Vergangenheit eine starke Präsenz dort aufweisen. Dennoch spricht man von etwa 20 getöteten Soldaten. Tahrir al-Sham (ehemals bekannt als Jabhat Fateh al-Sham und Jabhat al-Nusra) ist dort die dominierende Fraktion, besonders wenn es zu Kämpfen kommt. Sie verkündeten die Operation über mehrere Medienkanäle.

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Diese Aktion ist tatsächlich nichts ungewöhnliches, bereits vor einigen Monaten kam es über mehrere Tage hinweg zu israelischen Angriffen auf Regierungsstellungen in Quneitra, nachdem islamistische Kräfte wie u.a. Ahrar al-Sham und Fateh al-Sham eine Offensive starteten, die aber später zurückgeschlagen wurde. Unabhängig von wirklichen Verursachern von Raketen- und Mörsereinschlägen greift Israel kategorisch das Territorium der syrischen Regierung an. Zuletzt starben am 27. Mai drei Soldaten durch einen Angriff israelischer Drohnen. Unbestätigten Berichten zufolge attackierte Israel vor zwei Tagen noch ein weiteres (viertes) Mal, es gab aber keine offizielle Bestätigung der Armee davon.

USA: „Assad nahm Warnung vor bevorstehenden Giftgaseinsatz ernst“

Die amerikanische Regierung warf gestern dem „Assad-Regime“ in einer Pressekonferenz des Weißen Hauses vor, möglicherweise einen Giftgasangriff vorzubereiten, der zu einem „Massenmord“ an Zivilisten führen könnte, darunter unschuldige Kinder. Die Aktivitäten sollen sich denen geähnelt haben, die vor dem angeblichen Giftgasangriff in Khan Sheikhoun am 4. April geschehen sind.

Nun gibt es neue Informationen, wie das Verteidigungsministerium bzw. Pentagon verkündet hat. Laut dem Verteidigungsminister James Mattis habe die Warnung von Donald Trump funktioniert, dass im Falle eines bevorstehenden Giftgasangriffes Assad und die Syrisch-Arabische Armee einen „schweren Preis“ bezahlen werden.

Dem zufolge sind die angeblichen Aktivitäten auf der Shayrat-Luftwaffenbasis heruntergefahren worden.

Bis heute sind die Vorfälle in Khan Sheikhoun ungeklärt, die jeweiligen Fraktionen beschuldigen sich gegenseitig für den Angriff. Unabhängig davon gab es der USA unter Donald Trump die Legitimation, zum ersten Mal absichtlich die Armee direkt anzugreifen, was mit dem Angriff auf die Shayrat-Luftwaffenbasis auch geschehen ist. Dieses neue Statement öffnet Tür und Tor für die Opposition, einen Giftgasangriff zu begehen und mithilfe der militärischen Unterstützung der USA nochmal den Krieg zu wenden. Selbst wenn die syrische Armee Giftgas einsetzen sollte, dieser Vorwurf einer „False-Flag-Aktion“ wird nicht aus der Welt zu räumen sein.

Offizielle Beamte des amerikanischen Verteidigungsministerium teilten Buzzfeed hingegen mit, dass das Ministerium „keine Ahnung“ hätte, wie und wieso das Weiße Haus ein derartiges Statement veröffentlichte. Insofern könnte die heutige Antwort den Ursprung einer Korrektur und/oder Relativierung des Weißen Hauses sein, da man selber über keine derartigen Informationen verfügt aber auch den Präsidenten nicht blamieren wollte.

Türkei startet neuen Angriff auf syrische Kurden

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Der Afrin-Kanton (grün)

Die Türkei scheint am Dienstag Abend einen neuen Angriff auf das Territorium der SDF/YPG im Norden Syriens gestartet zu haben. Die Operation beschränkt sich derzeit Berichten zufolge nur auf Artilleriegeschosse auf die Städte und Dörfer Tall Rifaat, Sheikh Issa und Harbul. Mehrere Aufklärungsflugzeuge sollen über Afrin gesichtet worden sein.

In den vergangenen Tagen gab es unzählige Beweise die auf einem bevorstehenden Angriff der türkischen Streitkräfte und seinen verbündeten Oppositionsmilizen hindeuteten, nachdem immer mehr schweres Kriegsgerät über die syrisch-türkische Grenze gebracht wurde. Die Möglichkeit eines Angriffes bestand schon länger, Viele sahen den Zeitpunkt nach dem Ramadan/zu Eid al-Fitr als günstig an, wie er sich derzeit auch bewahrheitet hat. Als Ziele einer späteren, ersten Bodenoffensive werden Tel Rifaat und die weiter nordwestlich gelegene Menagh-Luftwaffenbasis gesehen, die auch für die syrische Regierung eine symbolische Bedeutung im Kampf gegen die Opposition hat.

Der Afrin-Kanton befindet sich in der nordwestlichsten Ecke des Landes. Im Norden und Westen befindet sich die Türkei, deren Aktionen sich bisher an den Grenzen auf einem Mauerbau und Sperren beschränkten. Im Süden befindet sich die Provinz Idlib, die von islamistischen Gruppierungen wie Ahrar al-Sham oder Tahrir al-Sham beherrscht werden und die SDF abgrundtief hassen. Dort kam es in der Vergangenheit zu kleineren Plänkeleien, die jedoch nie ein größeres Ausmaß annahmen. Im Osten liegt das Gebiet des „Euphrates Shield“, dem Territorium wo die nächste Offensive auf Afrin von ausgehen wird. In den letzten Monaten kam es in der Region um Tel Rifaat immer zu Kämpfen, die oppositionellen Kämpfer erwiesen sich aber meist als recht inkompetent und konnten keine Erfolge erzielen.

Im Südosten liegt außerdem noch die syrische Regierung und Russland, zu denen es besonders gute Beziehungen unterhält. Aufgrund der isolierten Lage von Afrin war es der USA nicht möglich einen Einfluss zu gewinnen, wodurch neue Optionen vor allem für Russland geöffnet wurden. Russland soll inzwischen mindestens zwei Militärbasen in der Region betreiben, Eines davon dient zugleich als Ausbildungsort für YPG-Kämpfer. Aber auch die syrische Regierung kooperierte mit Afrin, bei der Aufhebung der Belagerung von den schiitischen Orten Nubl und Zaraa startete man gemeinsam eine Offensive auf die Opposition, die beiden Fraktionen einen Gebietsgewinn brachte. Am Ende übergab die Regierung sogar freiwillig Orte wie Ahras an die YPG, die genauen Gründe sind unbekannt.

Umso spannender wird die Wertung der syrischen Regierung für diesen Angriff ausfallen, da eine Positionseinnahme zu erwarten ist. Nach dem Abschuss des syrischen Kampfjets durch die USA kam es zu Spannungen zwischen SDF und der Regierung, die ebenfalls bis nach Afrin reichten. Für kurze Zeit waren angeblich alle Straßen nach Afrin versperrt gewesen, diese faktische Belagerung soll sich aber wieder schnell aufgelöst haben. Andererseits wird die Regierung kein größeres Oppositionsterritorium dulden, welches dann viele Städte wie Nubl und Zaraa von drei Seiten eingschlossen sieht. Auch für die Opposition selber könnte das zu Problemen führen, da die Islamisten in Idlib die Kämpfer bei „Euphrates Shield“ als Verräter und Marionetten der Türkei und USA betrachten. Eine friedliche Koexistenz erscheint also auch in diesem Szenario unwahrscheinlich.

Schwere Kämpfe in Mossul dauern an

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Die brutalen Kämpfe zwischen der irakischen Armee und dem Islamischen Staat dauern in der Altstadt der nordirakischen Großstadt Mossul weiter an. Die irakischen Streitkräfte konnten in den vergangenen Tagen im Nordwesten der Altstadt vorrücken und den Bezirk al-Farooq vollständig erobern. Außerdem konnte man entlang der Nirnaweh- und Farukstraße vordringen und damit wichtige Evakuierungskorridore schaffen, die tausenden, weiterhin eingeschlossenen Zivilisten die Flucht ermöglicht.

Nichtsdestotrotz gibt es weiterhin erheblichen Widerstand, die engen Gassen begünstigen den Kampf des IS gegen die Armee, überall befinden sich Minen, Fallen und weitere Sprengstoffe. Der IS nutzt beim Häuserkampf ein komplexes System aus Tunneln und Wege, die durch mehrere Hausmauern gebaut wurden und damit freien Transfer der Kämpfer ermöglicht. Es kommt immer wieder zu Vorfällen von eingeschlossenen IS-Kämpfern, die es bevorzugen sich in die Luft zu sprengen als zu kapitulieren. In der Nähe der St. Thomas-Kirche kam es z.B. zu eine der vielen Heldentaten, wo der Soldat „Thergam“ von der Spezialeinheit der „Terrorismusbekämpfung“ einen Selbstmordattentäter umarmte und damit mit seinem Körper die Explosion abschirmte und die restlichen Soldaten rettete.

 

Assad besucht russische Militärbasis in Syrien

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Der syrische Präsident Bashar al-Assad besuchte am Dienstag Nachmittag die russisch-syrische Luftwaffenbasis Hmeimn südöstlich von Latakia in der gleichnamigen Provinz. Bei dem Überraschungsbesuch wurde die Situation auf dem von Russland primär genutzten und verwalteten Militärstützpunkt näher inspiziert.

Der Besuch des Präsidenten ist der dritte öffentliche Auftritt in Folge. Zunächst wurde in der al-Nuri-Moschee in Hama zum Eid al-Fitr/Zuckerfest gemeinsam gebetet, auf den Tag darauf besuchte er und seine Familie verwundete Soldaten in der Region um Hama und heute trat er in Latakia auf. Möglicherweise spricht das auf eine verbesserte Sicherheitslage hin und den Willen, inzwischen öfters in der Öffentlichkeit zu erscheinen, nachdem sich auch die militärische Situation erheblich verbessert hat im Land.

USA werfen syrischer Regierung Planung eines Giftgasangriffes vor

Die amerikanische Regierung warf dem „Assad-Regime“ in einer Pressekonferenz des Weißen Hauses vor, möglicherweise einen Giftgasangriff vorzubereiten, der zu einem „Massenmord“ an Zivilisten führen könnte, darunter unschuldige Kinder. Die Aktivitäten sollen sich denen geähnelt haben, die vor dem angeblichen Giftgasangriff in Khan Sheikhoun am 4. April geschehen sind.

Weiterhin heißt es, die USA sei nur in Syrien um den Islamischen Staat zu bekämpfen. Sollte aber „Assad“ erneut ein Massenmord mithilfe von chemischen Waffen begehen, werde er und die Syrisch-Arabische Armee einen „schweren Preis“ bezahlen.

 

Bis heute sind die Vorfälle in Khan Sheikhoun ungeklärt, die jeweiligen Fraktionen beschuldigen sich gegenseitig für den Angriff. Unabhängig davon gab es der USA unter Donald Trump die Legitimation, zum ersten Mal absichtlich die Armee direkt anzugreifen, was mit dem Angriff auf die Shayrat-Luftwaffenbasis auch geschehen ist. Dieses neue Statement öffnet Tür und Tor für die Opposition, einen Giftgasangriff zu begehen und mithilfe der militärischen Unterstützung der USA nochmal den Krieg zu wenden. Selbst wenn die syrische Armee Giftgas einsetzen sollte, dieser Vorwurf einer „False-Flag-Aktion“ wird nicht aus der Welt zu räumen sein.

Offizielle Beamte des amerikanischen Verteidigungsministerium teilten Buzzfeed hingegen mit, dass das Ministerium „keine Ahnung“ hätte, wie und wieso das Weiße Haus ein derartiges Statement veröffentlichte.