Türkei rückt gegen die Kurden in Afrin weiter vor

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Jaish al-Nokhba (FSA) im Nordwesten Afrins

Die von der Türkei gestartete Großoffensive auf die von den kurdischen YPG/SDF gehaltene Afrin-Region im Nordwesten Syrien geht am zweiten Tag in Folge unentwegt weiter. Mit der Unterstützung der syrischen Opposition (TFSA) konnten türkische Truppen mehrere Dörfer an der Landesgrenze zur Türkei sichern und der YPG Schaden zufügen. Die Situation spitzt sich immer weiter zu, nachdem nun auch die Bodenoffensive an mehreren Fronten gestartet wurde. Die Welt schaut zu, während die Türkei mithilfe von deutschen Panzern auf syrischen Staatsgebiet damit droht, die Kurden zu vertreiben.

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Südjemen: Jemenitische Regierung soll das Land verlassen

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Im Südjemen spitzt sich die Situation zu: Die südjemenitische Unabhängigkeitsregierung rief in der provisorischen Hauptstadt Aden den Notstand aus und ruft die international anerkannte Hadi-Regierung dazu auf, sich innerhalb einer einwöchigen Frist aus Aden und dem Südjemen zurückzuziehen. Ähnlich dem „Bündnis“ zwischen den Houthi-Rebellen und der Saleh-Regierung handelt es sich ursprünglich bei Südjemen und der Hadi-Regierung um Alliierte, dennoch operieren beide Fraktionen im gleichen Einflussgebiet, Südjemen.

In einem veröffentlichten Statement des südjemenitischen Übergangsrates beschuldigte man den derzeitigen Premierminister Ahmed bin Daghr, dass er die zum großen Teile für die derzeit andauernde Hungersnot verantwortlich ist. Bin Daghr veröffentlichte vor etwa Woche einen neuen Haushaltsetat für das Land, nach einer Finanzspritze in Höhe von zwei Milliarden Dollar von Saudi-Arabien handelt es sich um den ersten Etat seit 2014. Die derzeitige korrupte Regierung soll durch eine „Technokratische“ ersetzt werden.

Der Konflikt im südlichen Teil des Landes ist auch ein geopolitischer Streit um Macht zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die VAE unterstützen Südjemen seit Anbeginn ihrer Existenz und schickten bereits selber Truppen nach Aden. Saudi-Arabien hingegen sichert den Halt der Hadi-Regierung, die größtenteils in Riad residiert und aus Islamisten (Islah-Partei) besteht. In Aden kam es zwischen den beiden Seiten bereits zu Kämpfen bei der Kontrolle um den Flughafen und Ölraffinerien. Auf der anderen Seite kooperierten beide in anderen Landesteilen wie an der Westküste gegen die Houthi-Rebellen.

1990 vereinigte sich die Demokratische Volksrepublik Jemen (Südjemen) und Jemenitische Arabische Republik (Nordjemen) zur heutigen Republik Jemen. Dies geschah in erster Linie unter der Führung des Präsidenten von Nordjemen Ali Abdullah Saleh, weshalb bis heute die politischen Eliten aus dem Norden stammen oder zumindest Verbindungen zu ihnen aufweist. Die Vereinigung geschah zu Beginn unter der Hoffnung, auch zwei relativ verschiedene Länder, deren Kulturen, Ressourcen und Menschen zu vereinen.  Doch bald kam es zur Ernüchterung, der Süden fühlte sich hintergangen und es kam 1994 zum Bürgerkrieg. Südjemen verlor jedoch den Konflikt und alle Hoffnungen auf ein föderalistisches System wurden aufgegeben. 2007 gab es zuletzt eine größere Unabhängigkeitsbewegung des Südens, die Hirak-Bewegung die kurz darauf brutal von der Saleh-Regierung niedergeschlagen wurde. Seitdem gab es immer wieder kleinere Proteste, letzten Endes führte aber die Kriegssituation und Entlassung von al-Zubaidi aber erst zur größeren Massenbewegung in Aden.

Syrische Armee erobert Abu Duhur

 

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Nach der Eroberung des Militärflughafens Abu Duhur in der nordwestlichen Provinz Idlib konnte die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen die dazugehörige Stadt Abu Duhur erobern. Sie galt als das primäre Ziel der derzeitig anlaufenden Offensive. Außerdem wurden weitere Flanken in der Umgebung gesichert und viele Dörfer nördlich der Militärbasis erobern. Darunter fallen die Dörfer Umm al-Hutah, Shuwayhat, al-Kashir, al-Jana, al-Sharqiyah, Tabbarat Khashkir, Hawtah, Fajr und Hamal. Die Orte waren größtenteils verlassen und wurden kampflos aufgegeben. Die Eroberung bedeutet eine Begradigung der Frontlinien und das Erreichen aller ursprünglichen Ziele der Operation. Nun bleibt abzuwarten, was die nächsten Schritte der Armee in Idlib sein werden.

In anderen Orten konnte die syrische Armee ebenfalls weitere Ortschaften erobern oder verteidigen. Demnach soll man die Dörfer Suruj, Istalabat und Rasm al-Ward wiedererobert haben. Gestern soll die islamistische Oppositionsgruppe Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) mehrere Angriffe auf diese Dörfer gestartet haben, dabei wurde auch ein Selbstmordattentäter eingesetzt. Die Dörfer liegen südwestlich der gleichnamigen Stadt Abu Duhur und befinden sich nahe der letzten Versorgungsstraße zwischen der Stadt und Maarat al-Numan.

Nachdem der Islamische Staat in den Provinzen Hama, Aleppo und Idlib von der SAA eingekreist wurde, begann man nun scheinbar mit der Eroberung der vom IS gehaltenen Gebiete. In Nord-Hama wurden die Siedlungen Aniq Bajrah und Tutah gewonnen, welche in den letzten Tagen immer wieder schweren Gefechten ausgesetzt waren. Der Islamische Staat ist in der Region nun isoliert und es wird eine „Aufräumaktion“ gestartet werden, wo das 1200km² große Territorium des IS wieder unter die Kontrolle der syrischen Regierung fallen wird.

 

Türkei erobert erstes Dorf in Afrin von den Kurden

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Die von der Türkei als Operation „Olivenzweig“ getaufte Offensive auf das von der kurdischen YPG/SDF gehaltene Gebiet in der Region um Afrin ist derzeit in vollem Gange. Eingeleitet wurde sie durch Dutzende Luftangriffe auf verschiedene Militärstellungen der YPG östlich von Afrin, die in ihrer Anzahl bisher unbekannt waren. Allein in den ersten zwei Stunden soll es laut türkischen Medien zu 108 Bombenabwürfen gekommen sein. Die Zivilisten fliehen in Höhlen, um sich zu schützen. Mit der Eroberung des ersten Grenzdorfes scheint nun auch ein Bodenangriff eingeleitet worden zu sein.

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Syrische Armee erobert Militärflughafen Abu Duhur

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Der libanesische al-Manar-Fernsehsender überträgt derzeit live das Geschehen am südlichen Eingang von Abu Duhur

Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Gruppierungen konnten im Süden der Provinz Idlib neue Gebiete von der Opposition erobern. Darunter fällt der Flughafen Abu Duhur, ein wichtiger Militärstützpunkt in der Region. Mit dem Fall der Basis ist es nur noch eine Frage der Zeit, wie die dazugehörige Stadt Abu Duhur, der letzte größere Ort in der Region unter der Kontrolle der Opposition, erobert wird. Mit der Eroberung von Abu Duhur wären die Gebiete östlich davon, also Teile der Provinz Aleppo und Hama, dem Einkreisen bedroht.

Dieses Ereignis kam am Samstag unerwartet, da sich scheinbar oppositionelle Verbände aus den umliegenden Gebieten von Abu Duhur und der Militärbasis selber zurückzogen. Dadurch konnten auch die Dörfer Zifr Kabir, Zifr Saghir, al-Dabashiyah, Tal Salmu, al-Buwaytiyah und Rasm Abed sichern, welche teilweise nach einer Gegenoffensive von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat al-Nusra und Fateh al-Sham) wiedererobert wurden.

Der unerwartete Rückzug der Opposition öffnet Interpretationsraum für mögliche geheime Abkommen im Hintergrund, Einige munkeln über einen Deal zwischen Russland und der Türkei. Russland gibt seinen Militärstützpunkt im kurdischen Afrin auf und zieht seine Soldaten zurück, dafür wird die Türkei ihren Einfluss innerhalb der Opposition nutzen um einen Rückzug in den hart umkämpften Gebieten in Ost-Idlib anzuordnen. Dafür gibt es selbstverständlich keine Beweise und es wäre auch ein fragwürdiger Tausch, der eher zugunsten der Türkei ausfallen würde.

Bis 2015 befand sich der Luftwaffenstützpunkt bei Abu Duhur unter der Kontrolle der syrischen Armee, nachdem sich die Basis seit 2012 von der islamistischen Koalition Jaish al-Fateh belagert wurde. Nach intensiven Gefechten konnte die Opposition aber den Sieg erringen und exekutierte 71 Soldaten daraufhin.

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Türkei beginnt Offensive auf Afrin

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Gelb ist das Kontrollgebiet der YPG, im grauen Territorium besitzt die Türkei eine Präsenz

Die türkischen Bedrohungen scheinen sich bewahrheit zu haben: Der türkische Präsident Erdogan verkündete offiziell den Beginn der Afrin-Operation, die Bodenoffensive soll schon gestartet sein. Seinen Aussagen zufolge werde zunächst die „Stadt Afrin, dann Manbij und bis zur irakischen Grenze gekämpft“ werden, um die „PKK-Terroristen“ zu besiegen. Die Tatsachen auf dem Boden sprechen jedoch eine völlig andere Sprache: Von ernsthaften Gefechten gibt es bisher keinen einzigen Bericht. Afrin liegt einer isolierten Region im Nordwesten des Landes und befindet sich  unter der Kontrolle der YPG/SDF.

In den vergangenen Tagen gab es unzählige Beweise die auf einem bevorstehenden Angriff der türkischen Streitkräfte und seinen verbündeten Oppositionsmilizen hindeuteten, nachdem immer mehr schweres Kriegsgerät an die syrisch-türkische Grenze gebracht wurde. Erdogan drohte ebenfalls mit einer kommenden Offensive auf Afrin, wobei diese Rhetorik wöchentlich wiederholt wurde und bisher keine Konsequenzen bedeutete. Auch begann man seit etwa einer Woche mit groß angelegten Bombardements mithilfe von Kampfjets und Artillerie auf mehrere Verteidigungspositionen der YPG in Afrin.

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Armee umkreist Islamischen Staat in Idlib

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen konnte es gelingen, den Islamischen Staat in den Provinzen Idlib, Aleppo und Hama einzukreisen und damit ein weiteres Vordringen des IS zu verhindern. Auf einer Fläche von 1200km² konnte sich der IS in den vergangenen Wochen und Monaten ausbreiten, nachdem die zuvor von der Opposition gehaltenen Dörfer aufgegeben wurden und/oder viele Oppositionelle desertierten und sich dem Islamischen Staat anschlossen. In diesem belagerten Gebiet herrscht die Terrormiliz über viele kleine Dörfer und Siedlungen, strategisch gesehen hat die Region keine große Relevanz.

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