Kampf gegen den IS an syrisch-libanesischer Grenze wird weitergeführt

 

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Die libanesische Armee begann vorgestern ihre groß angelegte und „Fajr al-Joroud“ getaufte Operation auf die verbliebene Enklave des Islamischen Staates in der syrisch-libanesischen Grenzregion um Arsal. Ziel ist die vollständige Rückeroberung der syrisch-libanesischen Grenze, die damit abgeschlossen wäre. Zwei Wochen zuvor koordinierte man zusammen mit der Hisbollah und syrischen Armee einen Angriff auf das Territorium von Tahrir al-Sham (ehemals al-Nusra), welches sich südlich des Islamischen Staates befand und vollständig zurückerobert wurde.

Bisher konnte die libanesische Armee nach den gestrigen Fortschritten al-Maqbara, al-menshar, Faidat al-Taybeh, al-Nwaier, al-Dawab, Shabat Beit Shaker, Qarnat ‚Ajlon, Shabat Dawab und Shabat Akko. Der Großteil der eroberten Gebiete liegen im Süden und im Osten im syrischen Territorium. Am zweiten Tag wurden angeblich etwa 50km² erobert, die libanesische Armee hat drei getötete Soldaten zu beklagen. Alle drei wurden durch eine Mine getötet.

Trotz konträrer Behauptungen kooperiert die libanesische Armee eng mit der Hisbollah im Kampf gegen den IS in der Region zusammen, so wie es bereits beim Kampf gegen Tahrir al-Sham/al-Nusra der Fall war. Bilder zeigten nebeneinander stehende Panzer der beiden Seiten, Kommandanten und Hisbollah-Kämpfer die Soldaten der Armee versorgten nachdem sie von der obig erwähnten Mine erwischt wurden.

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Panzer der Hisbollah und Armee beieinander

Eigentlich hätte man eine wesentlich längere Operation erwartet, da das äußerst gebirgige Gebiet den Verteidigern Vorteile verschafft. Außerdem hatte man mehrere Jahre Zeit, Verteidigungsanlagen zu errichten. Bei den vorherigen Eroberungen gegen al-Nusra entdeckte man z.B. einen riesigen unterirdischen Wohnkomplex für hunderte Leute. Außerdem nutzt man aktiv Flüchtlingslager in der Umgebung, wie die Erstürmung eines Lagers zeigte. Die Fortschritte und der einwöchige Sieg gegen Tahrir al-Sham war jedoch unerwartet schnell, möglicherweise könnte sich dieses Szenario nun wiederholen.

Irakische Armee erobert mehrere Dörfer bei Tel Afar

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(nicht vollständig aktuelle) Karte der Situation im Bezirk von Tel Afar

Am ersten Tag der Operation der irakischen Streitkräfte und verbündeter Milizen wie den Dachverband der „Volksmobilisierungsmilizen“ konnte man bereits Teile des belagerten Tel Afar-Distrikts erobern und sich die Kontrolle über mehrere Dörfer im Westen und Osten sichern. Tel Afar ist mit 200.000 Einwohnern die größte, völlig unter der Kontrolle des IS stehende Stadt. Man gewann dort zu Beginn große Popularität und viele Kommandanten und Kämpfer der „ersten Generation“ stammen von dort.

Bisher wurden die Ortschaften Al-Ibrah Al-Saghira, Tal Sayan, Halawa, Tuwaim, Mayjarin, Hassan Edris, Ishamiyat, Tall Rahal, Jbara, Batiha, Al-Alam, Khafajah, Halabiah und Marafeef erobert. Die meisten Orte liegen damit im Osten und Südosten, wo vor allem die PMU aktiv ist.

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Von der al-Abbas-Kampfbrigade aufgehaltener SVIED

Der Islamische Staat setzte bisher mehrere Selbstmordattentäter/Autobomben (SVBIEDs) ein, um den Gegner aufzuhalten, angeblich waren es insgesamt neun. Ein weiterer SVBIED konnte aufgehalten werden. Dennoch wurden fast überall die erste Verteidigungslinie durchbrochen. Im Westen soll man bis auf die Außenbezirke von Tel Afar vorgedrungen sein, möglicherweise könnte es bereits in den nächsten Tagen Operationen innerhalb der Stadt geben. Insgesamt wurden 31 bis 50 IS-Kämpfer getötet. Laut den Angaben des Islamischen Staates hingegen wurden 114 Soldaten der Armee getötet oder verletzt und 40 Fahrzeuge zerstört, darunter zwei Abrams-Panzer. Die Zahlen sind grundsätzlich inflationär gehalten.

Syrische Armee erobert Humaymah nahe der irakischen Grenze vom IS

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Die syrische Armee, verbündete Milizen und die Hisbollah konnten das Dorf Humaymah östlich von Palmyra/Tadmur vollständig unter ihre Kontrolle bringen, nachdem es über mehrere Wochen zuvor immer wieder zu brutalen Kämpfen zwischen der Armee und dem Islamischen Staat kam.

Der Islamische Staat startete immer wieder Gegenoffensive und Überfälle auf die Positionen des Gegners, nach eigenen Angaben tötete man z.B. am 8. August 76 Soldaten und nahm eine Person gefangenen. Die Offensiven wurden mit schweren Gerät wie Autobomben/Selbstmordattentätern und Scharfschützen unterstützt.

Inmitten der syrischen Wüste im Osten der zentralsyrischen Stadt Palmyra/Tadmur leistet der IS in der Nähe der T2-Pumpstation und Humeymah erbitterten Widerstand, es kam bereits in der Vergangenheit zu mehreren Überfällen mit gleichem Ausgang. Es handelt sich um die letzten Positionen vor dem Euphrat-Tal, dem vitalen Zentrum des IS-Territoriums. Dementsprechend stark ist der Widerstand.

IS-Kämpfer kapitulieren im Libanon vor der Hisbollah

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IS-Kämpfer nahe dem Zarmani-Grenzübergang

Die libanesische Armee begann gestern ihre groß angelegte Offensive auf die verbliebene Enklave des Islamischen Staates in der syrisch-libanesischen Grenzregion um Arsal. Ziel ist die vollständige Rückeroberung der syrisch-libanesischen Grenze, die damit abgeschlossen wäre. Zwei Wochen zuvor koordinierte man zusammen mit der Hisbollah und syrischen Armee einen Angriff auf das Territorium von Tahrir al-Sham (ehemals al-Nusra), welches sich südlich des Islamischen Staates befand und vollständig zurückerobert wurde.

Wenige Tage zuvor kam es bereits zu Luftschlägen und Artillerieangriffen auf die Positionen des Islamischen Staates, nun folgt auch die Bodenoffensive. Das syrische IS-Territorium wurde bereits größtenteils erobert, darunter die Täler Masoud und Abou Khudayr. Aber auch die Hügel und strategischen Orte wie Shibat Srour, Qabr al-Arsali, khirbat al Ayla, Harf Wadi Fara, Ras Shibat al-Maghara, Kornet Shmis, Shibat Souki, Wadi Douwar Khanjar, Shmays Zamarani und Thanaya al-Harik. Involviert in den Kämpfen dort ist die Hisbollah und syrische Armee, auch wenn die libanesische Armee jegliche Beteiligung der Hisbollah negiert.

In der Nähe des Zarmani-Grenzüberganges kapitulierten daraufhin mehrere IS-Kämpfer, darunter auch der Emir der Region. Es gibt keine bestätigten Angaben, die Zahl reicht von 50 bis 200 Kämpfern. Es gibt ebenfalls keine genaue Begründung, in einem Interview sagte ein Kämpfer dass man „erledigt sei“. Womöglich fehlt es an den nötigen Waffen, Munition, Kämpfern usw., wodurch man eine wirkliche Verteidigung für unrealistisch hält. Oder der schnelle Sieg gegen Tahrir al-Sham war sehr demoralisierend.

Eigentlich hätte man eine wesentlich längere Operation erwartet, da das äußerst gebirgige Gebiet den Verteidigern Vorteile verschafft. Außerdem hatte man mehrere Jahre Zeit, Verteidigungsanlagen zu errichten. Bei den vorherigen Eroberungen gegen al-Nusra entdeckte man z.B. einen riesigen unterirdischen Wohnkomplex für hunderte Leute. Außerdem nutzt man aktiv Flüchtlingslager in der Umgebung, wie die Erstürmung eines Lagers zeigte. Die Fortschritte und der einwöchige Sieg gegen Tahrir al-Sham war jedoch unerwartet schnell, möglicherweise könnte sich dieses Szenario nun wiederholen.

Saudi-Arabische Truppen erreichen Palast und Hafen in Aden

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Die Streitkräfte Saudi-Arabiens erreichten die südjemenitische Hafenstadt und improvisierte Hauptstadt Aden, nachdem es sowohl in der Stadt als auch in der Region zu Kämpfen zwischen verschiedenen Interessengruppen kam, darunter al-Qaida, die südjemenitische Unabhängigkeitsregierung und die von Saudi-Arabien unterstützte Hadi-Regierung.

Die Einheiten sollen den Flughafen, den Hafen und den Präsidentschaftspalast „besetzt“ haben. Aufgrund dessen sollen Streitkräfte der Vereinigten Arabischen Emirate den Flughafen verlassen und sich auf den Weg zum Militärlager in Bureiqa aufgemacht haben. Die VAE unterstützen sowohl die Hadi-Regierung, als auch die südjemenitischen Unabhängigkeitsbewegung, weshalb es zwischen den beiden Ländern zu Spannungen kam.

Im Land kommt es seit Jahren zu einen Bürgerkrieg zwischen der mehrheitlich schiitischen Regierung unter dem ehemaligen Präsidenten Saleh und den Houthis und dem eigentlichen Präsidenten Hadi. Aber auch der Unmut in Südjemen hat die Unabhängigkeitsbewegung neuen Aufschwung gebracht. Außerdem kämpfen im Osten des Landes al-Qaida und der Islamische Staat meist gemeinsam gegen die Houthis. Durch die vor allem von Saudi-Arabien auferlegte Blockade kommt es im Jemen zur größten humanitären Katastrophe zum derzeitigen Zeitpunkt, über 80% der Bevölkerung leben in absoluter Armut und es gibt eine immer gefährlicher werdende Cholera-Epidemie, woran sich bereits über 500.000 Menschen infiziert haben.

Irakische Armee beginnt Operation zur Eroberung von Tel Afar

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Die irakischen Streitkräfte und verbündete Milizen unter dem Dachverband der „Volksverteidigungseinheiten“ verkündeten vor einigen Tagen den Beginn der Operation zur Eroberung der nordirakischen Stadt Tel Afar, welche seit den Kämpfen um Mossul „belagert“ wird und unter der Kontrolle des Islamischen Staates steht.

Zunächst wurden Luftschläge und Artillerieangriffe auf den Ort und die umliegenden Dörfer im Distrikt eingesetzt. Das Gebiet gehört zu den letzten Hochburgen des IS im Irak und ist wohl inzwischen mit rund 200.000 Einwohnern die größte, vollständig gehaltene Stadt. Verschiedene Einheiten nehmen an der Operation teil, darunter die bereits erwähnten Volksverteidigungseinheiten, die Militärpolizei, die elitäre „Rapid Response Units“ und u.a. die 15., 16. und 9. Division der Armee.

Nach optimistischen Schätzungen der PMU werden die Kämpfe nur Wochen andauern, was aber wohl unwahrscheinlich erscheint. Viele IS-Kämpfer, Kommandanten und religiöse Führer flohen kurz vor der Belagerung von Mossul nach Tel Afar, schätzungsweise 1.000 Kämpfer sollen dort präsent sein.

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Syrische Armee belagert IS in Ost-Hama

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) konnte den Islamischen Staat im Osten der Provinz Hama und Homs vollständig belagern, was eine Fläche von etwa ~3000km² entspricht. Zuvor kam es zu schweren Kämpfen im gesamten Gebiet. Der dadurch entstandene Kessel ist der Effekt einer Spaltung eines fast 8000km² großen Territoriums, welches ebenfalls fast belagert ist.

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