Madaya & Zabadani von Kämpfern evakuiert

 

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Madaya und Zabadani sind weiter südlich gelb umrandet

Die Evakuierung der für Jahre belagerten Städte Zabadani und Madaya wurde am Mittwoch für beendet geklärt. Hunderte oppositionelle Kämpfer und deren Familien wurden in Folge darauf evakuiert. In Madaya akzeptierten nur 300 von 800 Kämpfern die Evakuierung, der Rest nahm die Generalamnestie der syrischen Regierung an und wurden in ein Zivilleben/den Militärdienst rehabilitiert. Insgesamt wurden fast 500 Kämpfer und 400 weitere Familien nach Idlib und Jarablus an der türkischen Grenze gefahren. Die beiden Städte erhielten vor zwei Jahren internationale Aufmerksamkeit, als „40.000 Einwohner in Madaya sich von Gras ernähren und verhungern würden“. Es konnten bisher keine nachvollziehbaren Beweise dafür hervorgebracht werden, interessant sind auch die weiterhin bestehenden Plakate und Bilder von u.a. Hafez al-Assad und der Flagge der Arabischen Republik Syrien, welche über all die Jahre scheinbar nicht entfernt wurden. Es gab auch einige unbestätigte Berichte von vorherigen Protesten gegen die dort anwesenden Kämpfer.

Die beiden Orte befinden sich nahe der libanesischen Grenze, dementsprechend besitzt die Hisbollah dort eine höhere Präsenz. Teil dieser Vereinbarungen sind im Gegentausch die Evakuierung von Fu’ah und Kafraya nahe der Stadt Idlib, die seit 2015 von Islamisten belagert wird. Bei der Ankunft bei Aleppo kam es zu einem Bombenanschlag auf dessen evakuierte Zivilisten, die inzwischen über 100 Menschen das Leben kostete.

Saudi-arabischer Helikopter über Jemen abgeschossen

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Black Hawk-Helikopter

Ein saudi-arabischer Helikopter des Types „UH-60 Black Hawk“ ist nahe der jemenitischen Stadt Marib am Dienstag abgestürzt, wie die saudische Nachrichtenagentur SPA bestätigt. Bei dem Abschuss sollen alle 12 bis 13 Insassen umgebracht worden sein, hauptsächlich handelte es sich um Offiziere der Streitkräfte Saudi-Arabiens. Die genauen Abläufe und Gründe für den Absturz sind bisher ungeklärt. Laut der SPA kam es aufgrund fehlender Kommunikation zum Eigenbeschuss durch eine Pantsir-1 der Vereinigten Arabischen Emirate. Houthi-Medien hingegen behaupten, verbündete Milizen konnten den Helikopter durch Boden-Luft-Raketen zerstören.

Die militärische Intervention Saudi-Arabiens in den jemenitischen Bürgerkrieg auf Seiten der Hadi-Regierung war seit 2015 verlustreich, die Huthis und ihre verbündeten Streitkräfte wie z.B. Anhängern der Saleh-Regierung konnten sogar teilweise Dörfer und Gebiete innerhalb Saudi-Arabiens vollständig unter ihre Kontrolle bringen. Nach eigenen Angaben zerstörte man über die Jahre hinweg 3000 Fahrzeuge.

Irakische Armee dringt in der Altstadt von Mossul weiter vor

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Karte der Altstadt (Grün: Kontrolle der irakischen Armee)

Einheiten der Irakischen Armee und Spezialeinheiten wie den „Rapid Response Units“ und der „Federal Police“ haben in einem nächtlichen Überfall am Samstag einige Fortschritte im Westen der Altstadt verzeichnen können. So konnten al-Muhamara und das örtliche al-Jada-Stadium vollständig erobert werden. Insgesamt befindet man sich damit nun etwa 600 Meter von der al-Nuri-Moschee entfernt. Es ist die Moschee in der Mitte der Altstadt, in der Abu Bakr al-Baghdadi den Islamischen Staat deklariert hat und dementsprechend ein prestigeträchtiges Ziel ist.

Die Kämpfe in der Alstadt von Mossul sind besonders hart, da die örtliche Bevölkerung zu großen Teilen Daesh unterstützt und es viele enge Gassen und Passagen gibt. Hinzu kamen größere zivile Verluste, die auch durch amerikanische Luftschläge verursacht wurden. Aufgrund dessen und anderen militärischen Zielsetzungen schien man die Altstadt außen vorzulassen und sich auf andere Gebiete West-Mossuls zu konzentrieren. Umso überraschender war dieser nächtliche Angriff, der sich soweit als erfolgreich herausgestellt hat. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden die Kämpfe dort aber nicht leichter werden, durchaus könnte das von bisher drei Seiten umzingelte Gebiet erst als letztes Viertel in Mossul fallen.

Syrische Armee erobert Souran zurück

 

 

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Souran ist im Hintergrund zu sehen

Die Eliteeinheit der Syrisch-Arabischen Armee „Tiger Forces“ konnten am Sonntag Nachmittag die Stadt Souran nach mehrstündigen Kämpfen mit Tahrir al-Sham fast vollständig zurückerobern. Weitere Geplänkel finden noch in den nordwestlichen Vororten statt, deren Übernahme sollte aber nur eine Frage der Zeit sein. Ebenfalls gibt es bisher unbestätigte Berichte über die Übernahme von Tell Bizzam weiter nördlich von Souran.

Souran war die erste Stadt vor 25 Tagen, die bei der Offensive in Nord-Hama von der Opposition erobert wurde. Die Rückeroberung des Ortes zusammen mit Tell Bizzam würde bedeuten, dass die Offensive fast vollständig zurückgeschlagen wurde und nur noch vereinzelte Gebäude und Hügel nordwestlich von Tell Bizzam unter oppositioneller Kontrolle bleiben.

Die ersten Tage der Offensive begannen mit einer Blitzoffensive auf die an der Front liegenden Städte: Schwere Kämpfe in Souran und Kawkab dauerten bis in die Nacht hinein an, letzten Endes konnten die Ortschaften aber problemlos erobert werden. Wie inzwischen üblich begann man die Offensive mit schwerem Artilleriebeschuss und 2 Selbstmordattentätern (SVBIED), die für die größten Verluste sorgten und Löcher in den Verteidigungspositionen der Armee aufriss. Diese wurden dann geschickt ausgenutzt und die Moral der Soldaten gebrochen. Kurz nach dem Fall von Souran konnte man die umliegenden Städte (u.a. Ma’ardes) ebenfalls unter seine Kontrolle bringen. Nach Angaben von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt als Jabhat Fateh al-Sham, oder Jabhat al-Nusra) handelte es sich bei den zwei Städten um die Hauptverteidigungslinie der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) bzw. NDF, Milizen die dazu dienen ihre Heimatorte zu verteidigen. Später fielen alle Städte bis nach Arzeh. Einige Tage später konnte die Offensive 10km nördlich von Hama mithilfe von Verstärkungen kontinuierlich zurückgeschlagen werden und befindet sich nun fast auf ihren Ausgangspunkt.

Auf Seiten der Opposition ist Tahrir al-Sham die antreibende Kraft. Diese wird unterstützt von Jaish al-Izza, Jaysh al-Nasr, Ajnad al-Sham, Ajnad al-Kavkaz, Turkmen Islamic Party, Ahrar al-Sham, Faylaq al-Sham und Free Idlib Army (FSA).

Auf Seiten der Regierung sind hingegen die Syrisch-Arabische Armee, Qalamoun Shield Forces, Harakat al-Nujaba, NDF, Ba’ath-Brigaden, Tiger Forces, Cheetah Forces, Leopard Homs, Hisbollah und Revolutionsgarden präsent.

Oppositioneller Bombenanschlag auf Zivilbusse – 90 Tote

 

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Nahe der syrischen Stadt Aleppo sind durch eine Explosion in der Nähe eines Evakuierungskonvois mindestens 90 Menschen getötet worden, die Anzahl der Toten nimmt immer weiter zu. Der Sprengsatz soll ein angeblicher Krankenwagen in Form einer Autobombe gewesen sein. Angegriffen wurden 3-4 Busse aus den Orten Fu’ah und Kafraya. Weitere 40 Personen sollen verletzt sein, über ihre Versorgung gibt es widersprüchliche Angaben. Angeblich wurde zunächst von der Opposition die Krankenversorgung für 2 Stunden verhindert, danach sollen sie in die Türkei transportiert worden sein. Andere Quellen sprechen von der Notversorgung in Aleppo.

Die dortige schiitische Bevölkerung ist seit 2015 vollständig belagert und ist immer wieder den spontanen Angriffen der Islamisten in Idlib ausgesetzt, welches bisher vielen Menschen das Leben kostete und zu den härtesten Belagerungen in Syrien zählt. Der Ort des Geschehens war Rashidin, ein westlicher Vorort von Aleppo, der sich in der Hand der Opposition befindet. Bei dem Anschlag kamen ebenfalls ~20 oppositionelle Kämpfer ums Leben. Der Täter ist derzeit ungeklärt, möglich sind Schläferzellen des IS in der Gegend, oder vereinzelte Mitglieder von Jund al-Aqsa, die dem Islamischen Staat ebenfalls nahe stehen. Auch möglich sind diverse Trittbrettfahrer von den islamistischen Gruppierungen, mit denen man überhaupt erst diesen Deal vereinbarte. Die dortige Bevölkerung gilt als äußerst verhasst und wurde mehrmals von sunnitischen Klerikern zu „Tieren“ degradiert. In der Tat ist dieser Akt kein Ausnahmefall: Bereits vor einigen Monaten steckten einige Islamisten die Evakuierungsbusse für Fu’ah in Brand und töteten einen Busfahrer.

Insgesamt sollen die Busse  etwa 5.000 Menschen nach Aleppo bringen. Außerdem sollen mehr als 2.000 Oppositionskämpfer und Aktivisten aus den von Regierungstruppen umzingelten Städten Madaja und Zabani gebracht werden. Durch die jahrelange Belagerung gibt es in den vier Städten kaum Lebensmittel. Auch an medizinischer Versorgung mangelt es.

Update 16.4.

Später veröffentlichte Videos zeigen wohl die Autobombe, welche entgegen oppositionellen Behauptungen kein Krankenwagen darstellt. Hinzu kommt die Fahrtrichtung des Autos auf der rechten Straßenseite, das Fahrzeug kam also aus oppositionellen Territorium.

Pressesprecher des Weißen Hauses: „Selbst Hitler befand sich nicht auf Assad’s Level“

 

Pressesprecher des Weißen Hauses Sean Spicer sagte in einer Pressekonferenz am Dienst, dass „selbst Hitler sich nicht auf das Level von Assad begab und chemische Waffen im 2. Weltkrieg einsetzte. You didn’t even have anyone as despicable as Hitler to sink to the level of using chemical weapons,“ bemerkte er. Diese Aussage bezieht sich auf die scheinbaren Giftgasangriffe auf die Stadt Khan Sheikhoun, wo mindestens 70 Menschen gestorben sind. Bisher konnten keine nachvollziehbaren Beweise vorgelegt werden, die die amerikanische Anschuldigung von Giftgasangriffen durch die syrische Armee beweisen.

Bei erneuter Anfrage korrigierte er seine Aussage in gewisser Hinsicht und sagte, dass Bashar al-Assad „lediglich“ Giftgas auf eine andere Weise nutze als Hitler, nämlich hätte Hitler sie zunächst in „Holocaust-Zentren“ (sprich: Vernichtungslagern) gebracht.

Syrische Armee erobert Ma’ardes in Nord-Hama zurück

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Ma’ardes aus östlicher Perspektive

Einheiten der Syrisch-Arabischen Armee unter dem Kommando der „Tiger Forces“ konnten am Montag Nachmittag Ma’ardes und das weiter südlich gelegene Iskandrayiah erneut unter ihre Kontrolle bringen. Ma’ardes war eines der ersten Städte (neben Souran), die innerhalb der Offensive in die Hand der Opposition gefallen sind, dabei wurden auch mehrere Selbstmordattentäter im Kampf gegen heimische NDF-Milizen eingesetzt. Der Ort galt ein Punkt der Hauptverteidigungslinien in Nord-Hama, der aber am ersten Tag gefallen ist. Dies stellt die zweite Rückeroberung des Ortes dar, da zuvor man Ma’ardes 2 Tage nach seiner Eroberung wieder im Kampf gegen Elitetruppen von Tahrir al-Sham aufgegeben musste (siehe Video).

Mit der Einnahme von Souran würden alle Eroberungen der oppositionelle Offensive komplett revidiert werden, die Operation würde eine totale Niederlage bedeuten. Unklar ist weiterhin, ob die dortig stationierten Einheiten der SAA etc. weiterhin in Richtung Norden operieren werden und gar Boden erobern kann. Ein attraktives Ziel danach könnte Taybat al-Imam direkt westlich von Ma’ardes und Souran sein.

Die ersten Tage der Offensive begannen mit einer Blitzoffensive auf die an der Front liegenden Städte: Schwere Kämpfe in Souran und Kawkab dauerten bis in die Nacht hinein an, letzten Endes konnten die Ortschaften aber problemlos erobert werden. Wie inzwischen üblich begann man die Offensive mit schwerem Artilleriebeschuss und 2 Selbstmordattentätern (SVBIED), die für die größten Verluste sorgten und Löcher in den Verteidigungspositionen aufriss. Diese wurden dann geschickt ausgenutzt und die Moral der Soldaten gebrochen. Kurz nach dem Fall von Souran konnte man die umliegenden Städte (u.a. Ma’ardes) ebenfalls unter seine Kontrolle bringen. Nach Angaben von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt als Jabhat Fateh al-Sham, oder Jabhat al-Nusra) handelte es sich bei den zwei Städten um die Hauptverteidigungslinie der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) bzw. NDF, Milizen die dazu dienen ihre Heimatorte zu verteidigen. Später fielen alle Städte bis nach Arzeh (siehe oben).

Auf Seiten der Opposition ist Tahrir al-Sham die antreibende Kraft. Diese wird unterstützt von Jaish al-Izza, Jaysh al-Nasr, Ajnad al-Sham, Ajnad al-Kavkaz, Turkmen Islamic Party, Ahrar al-Sham, Faylaq al-Sham und Free Idlib Army (FSA).

Auf Seiten der Regierung sind hingegen die Syrisch-Arabische Armee, Qalamoun Shield Forces, Harakat al-Nujaba, NDF, Ba’ath-Brigaden, Tiger Forces, Cheetah Forces, Leopard Homs, Hisbollah und Revolutionsgarden präsent.