Syrische Armee vor den Toren Palmyras

C51f7HlXMAAfO3K.jpg

Im Osten der Provinz Homs konnte die Syrisch-Arabische Armee ((SAA) vor allem durch die Unterstützung des von Russland ausgebildeten 5th Corps der SAA) mit verschiedenen Verbündeten weiter auf die antike Stadt Palmyra bzw. Tadmur vordringen, welche inzwischen weniger als ein Kilometer entfernt ist. Dafür wurden in den letzten Wochen und Tagen die Felder von Bayarat erobert. Im Südosten sicherte man das äußerst wichtige Jabal Hayyal-Gebirge, welches damit einen Nachschub- und Fluchtweg für den Islamischen Staat in den Irak versperrt. Durch die Übernahme der umliegenden Gebirge konnte man sich auch den Verkehrsknotenpunkt in Palmyra erobern, in welchem sich eine katarische Villa befindet. Sie wurde von dortigen Stammesverbänden dem katarischen Königshaus gespendet, war aber bereits in der letzten Offensive das Opfer von Artillerie und ist damit schwer beschädigt. Videos zeigen im Norden ein vordringen bis an den See „Marbat al-Hassan„, der damit das Armeelager Hajjana weiter östlich unter Druck setzt. Könne man die Gebirgsketten um Palmyra erobern und eine starke Pufferzone errichten, wäre eine Verteidigung der Stadt deutlich erschwert.

Zuvor konnte man im Norden des Palmyra-Homs-Highways nach wochenlangen Kämpfen endlich die Jihar- und Hayyan-Ölfelder vollständig erobern, welches in Richtung des Nordens eine starke Kontrollzone bietet. Derzeit rückt man gen Jabal al-Tar und Jabal al-Hayyal vor, welches die Pufferzone erneut vergrößern wird. Eine Sicherung des umliegenden Gebirges/Territoriums ist unabdingbar für eine Sicherung der Offensive, bereits in der letzten Gegenoffensive des IS waren schnelle Übergriffe auf die schwach garnisonierte Gebiete zwischen Tadmur und der T4-Militärbasis ein wunder Punkt, welcher letztendlich innerhalb weniger der Tage das gesamte Gebiet kostete.

Laut unbestätigten Berichten der Hisbollah soll sogar bereits die Burg und die katarische Villa vollständig erobert worden sein. Dies wäre ein Indikator für unerwartet schnelle Fortschritte im Kampf um Palmyra. Entweder schlagen sich die syrischen Einheiten unter der Führung des 5th Corps besonders gut, oder der Islamische Staat selber setzt keine besondere Priorität auf Pamyra und versucht verhältnismäßig wenig, die Stadt zu verteidigen. Zum Vergleich: Die Kämpfe dauerten nur noch 4 Tage in der letzten Offensive an dem Punkt an, wo die Burg erobert wurde.

Während die Stadt keine militärische Bedeutung besitzt, bedeutet sie einen wichtigen propagandistischen Sieg für den IS, welches ansonsten an allen Fronten größtenteils verliert und damit durchaus zu kleinen Offensiven fähig ist. Ebenfalls bedeutet dies einen enormen Verlust an Prestige für Russland, welches die Rückeroberung äußerst brachial mit einem Konzert im Amphitheater etc. zelebriert hat. Für die syrische Regierung hingegen ist die Stadt unabdingbar für die Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Die Ruinen sollen laut Satellitenbildern bisher noch mehr zerstört worden sein, besonders das Amphitheater hat es getroffen.