Islamischer Staat startet Offensive auf die SDF in Ostsyrien

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In der ostsyrischen Provinz Deir ez-Zor startete der Islamische Staat nach wochenlanger Inaktivität eine neue Offensive auf Kämpfer der von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF). Die als „Rache der tugendhaften Frau“ benannte Operation erstreckt sich über eine weite Front von den Gebieten, die der IS noch an der syrisch-irakischen Grenze kontrolliert, wodurch sowohl Deir ez-Zor, als auch Wüstengebiete der Provinz Hasakeh betroffen sind.

Der semi-offiziellen IS-Nachrichtenagentur AMAQ zufolge wurden im Dorf al-Shafa etwa zehn SDF-Kämpfer getötet und Weitere verletzt. Weitere Angriffe gab es in Gharanij und Al-Bahra, wo mehrere Verteidigungsstellungen zerstört und ebenfalls etwa 20 Kämpfer umgebracht wurden. Bisher gibt es Berichte über die Eroberung mehrerer Dörfer, aber noch keine offizielle Bestätigung dafür.

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Screenshot von einem veröffentlichten IS-Video zeigt einen IS-Kämpfer, der nur noch ein Bein besitzt

Die Offensive wurde wahrscheinlich aufgrund der günstigen Ausgangslage für den Islamischen Staat gestartet. Dabei spielen drei Faktoren eine Rolle: Die schlechten Wetterverhältnisse über ganz Syrien geben den Angreifer wichtige Vorteile bei einem Angriff, in Deir ez-Zor beispielsweise gab es einen großen Sandsturm. Zudem konzentriert sich die SDF derzeitig auf den Konflikt mit der Türkei, die angeblich kurz davor stehen, eine Großoffensive auf den isolierten kurdischen Kanton Afrin zu beginnen. Dadurch befinden sich wohl noch wenige, erfahrene Einheiten an den Frontlinien in Deir ez-Zor. Ohnehin befinden sich in den südlichsten Territorien der SDF eher schwächere Streitkräfte, was vor allem auf die Abhängigkeit von arabischen Kämpfern aus der Region zurückzuführen ist. Diese besitzen meist eine schlechtere Moral und fliehen eher vor den Gefechten gegen den IS.

Veröffentlichte Medien und Bilder des Islamischen Staates zeigen gut ausgerüstete Kämpfer, die ebenfalls einige Militärfahrzeuge wie Pick-Ups oder gepanzerte Autos besitzen. Interessant ist die Anzahl von sehr jungen Soldaten (teilweise wahrscheinlich sogar Jugendliche und Kinder) und Verletzten, die sich nur noch z.B. mit Krücken fortbewegen können.

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IS-Gegenoffensive am Euphrat

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Im ostsyrischen Euphrat-Tal scheint der Islamische Staat eine überraschende Gegenoffensive auf die Positionen der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) und ihrer Verbündeten gestartet zu haben, die westlich des Euphrats liegen. Der russische Präsident Putin bezeichnete den IS in Syrien fälschlicherweise als besiegt, obwohl er noch in diversen Gebieten landesweit Territorium hält.

Der semi-offiziellen IS-Nachrichtenagentur AMAQ zufolge wurden die Dörfer al-Hasrat, al-Salahiya, al-Jallah, al-Abbas und al-Majwada nördlich von Abu Kamal an der irakischen Grenze angegriffen. Dabei kamen auch Autobomben und Selbstmordattentäter zum Einsatz. Nach eigenen Angaben wurden über 40 Soldaten der syrischen Armee umgebracht, was eine inflationäre Angabe ist. Bestätigt hingegen ist die Gefangennahme von drei syrischen Soldaten, wie veröffentlichte Bilder zeigen. Unklar ist es, ob der Islamische Staat bei der Operation an Boden gewinnen konnte. Nach eigener Behauptung konnten sie die zwei Dörfer al-Sayyal und al-Jallah sichern, die Armee dementiert diese Berichte.

Eigentlich wurde der Islamische Staat westlich des Euphrats für besiegt erklärt, nur noch über einzelne Stellungen in der Wüste verfügen sie. Deshalb ist nicht sicher, woher die IS-Kämpfer aufgetaucht sind. Möglich sind entweder aktivierte Schläferzellen oder die Überfahrt von der östlichen Seite des Euphrats, wo der IS noch mehrere Dörfer im Kampf gegen die SDF hält. Neben den erwähnten Gebieten kontrolliert der Islamische Staat Gebiete an der israelischen Grenze, im Damaszener Viertel Yamouk und in der Provinz Hama.

 

 

Syrische Armee erobert alle Dörfer westlich des Euphrats, Weg zwischen Damaskus und Bagdad frei

 

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Truppen der Syrisch-Arabischen Armee (SAA), angeführt von den elitären „Tiger Forces“ unter Suheil al-Hassan, konnten in den letzten Tagen große Fortschritte in Ostsyrien erzielen und ganze 50 Kilometer von der Provinzhauptstadt Deir ez-Zor aus südlich nach Abu Kamal vordringen, eine Stadt die direkt an der irakischen Grenze liegt und zuvor die letzte Hochburg des Islamischen Staates war. Damit ist die gesamte Westbank des Euphrats unter der Kontrolle der syrischen Armee, viele Syrer kehren von den syrischen Flüchtlingslagern in ihre Heimat zurück.

Die Armee hat demzufolge die Dörfer Subaykhān, Jadlah, Safsaf, Ajarjah, Salhiyah, Wadi Ward, Quriyah, Matarida, al-Jalaa, al-Qirah und viele weitere Ortschaften erobert. Mit dieser Eroberung wurde nicht nur eine Straße zwischen Damaskus und Bagdad erstmalig gesichert, auch steht nun ein Weg vom Libanon bis zum Iran offen, welcher sich vollständig unter der Kontrolle von iranischen Verbündeten befindet.

Der Islamische Staat kontrolliert damit nur noch wenige Wüstengebiete südlich von al-Suknah, an der irakischen Grenze, bei al-Tasil an der israelischen Grenze, im Damaszener Viertel Yamourk und im Nordosten der Provinz Hama, wo sie sich bisher am stärksten konsolidieren und mehrere Dörfer von der Opposition erobern konnten.

 

SDF: Provinz Deir ez-Zor vom IS befreit

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Die von der USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) erklärten die ostsyrische Provinz Deir ez-Zor vollständig vom Islamischen Staat. Alle Gebiete des IS östlich des Euphrats konnten so erfolgreich wiedererobert werden. In Anwesenheit einer russischen Delegation bedankte man sich explizit bei der internationalen Anti-IS-Koalition, Russland und arabischen Stämmen, die die Operationen der SDF/YPG aktiv unterstützten.

Bisher veröffentlichte Informationen bestätigen nicht die Kontrolle der SDF über viele Dörfer am nördlichen Ufer des Euphrats, welche somit noch vom Islamischen Staat gehalten werden. Seit etwa einer Woche gibt es Gerüchte über eine Waffenruhe zwischen der SDF und dem IS in der Provinz Deir ez-Zor, was bisher noch nicht belegt wurde. Dennoch gab es seitdem keinerlei neue Angaben von IS-Medien, die von Kämpfen in der Region gegen die SDF berichteten.

Dutzende IS-Kämpfer kapitulieren vor der syrischen Armee

Dutzende Mitglieder des Islamischen Staates wurden auf einer Insel nördlich der ostsyrischen Großstadt Deir ez-Zor gefangen genommen, nachdem sie für mehrere Tagen belagert wurden. Die von Russland aktiv unterstützten „ISIS Hunter“ veröffentlichten mehrere Bilder von diesen Kämpfern und sprechen selber von über 250 Aufgebenden, die jeweils in 10 bis 15-Mann-Gruppierungen kapitulierten. Außerdem wurden mehrere Tonnen an Nahrungsmitteln, Waffen und Munition gesichert.

Die Insel Hawijah Kate war der letzte verbliebene Ort in Deir ez-Zor unter der Kontrolle des IS, nachdem die syrische Armee und verbündete Gruppierungen die gesamte Stadt wiedererobert haben. Im gleichen Zeitraum wurde eine Medienkampagne gestartet, die von „Tausenden an Zivilisten“ spricht, die auf dieser Insel eingeschlossen und tagtäglich von den Bomben des „Regimes“ bedroht werden. Gerade die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) waren Teil dieses Narratives die auch damit drohten, sich den Weg bis zum Euphrat freizukämpfen um danach die Zivilisten zu retten.

Selbstmordanschlag auf Flughafen von Deir ez-Zor

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Auf dem Militärflughafen der ostsyrischen Großstadt Deir ez-Zor in der gleichnamigen Provinz kam es zu Selbstmordanschlägen von mehreren Attentätern auf Soldaten und dem Gebäudekomplex. Mithilfe von Sprengstoffgürteln sollen sich etwa zwei bis fünf Kämpfer des Islamischen Staates mit tschetschenen Ursprung selbst detoniert haben. Sie sollen verkleidet in russische Uniformen den Flughafen infiltriert haben. Es existieren keine exakten Berichte, mindestens ein Soldat wurde getötet und Weitere verletzt. Außerdem wurden mehrere Flugzeuge und Jets zerstört oder beschädigt.

Syrische Armee erobert fast vollständig Deir ez-Zor

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) konnte durch die militärischen Erfolge der letzten Tage fast vollständig den Islamischen Staat aus der Provinzhauptstadt Deir ez-Zor der gleichnamigen Provinz vertreiben. Am Donnerstag hat die SAA erneut neue Ziele erreicht und mehrere Viertel vollständig erobert, die zuvor seit über vier Jahren in der Hand des Islamischen Staates waren.

In Folge von stundenlangen Kämpfen konnte man entlang mehrerer Frontlinien vorrücken und somit zentrale und nördliche Viertel der Stadt erobern. Darunter fällt auch das größte Viertel al-Hamidiyah, die Bezirke al-Baajn, Abu Abed und Sheikh Yaseen, als auch Teile von al-Rashidiyah und al-Ardi. Damit hält der IS lediglich wenige Viertel direkt am Euphrat und die jeweiligen Inseln Hawijat Kati und al-Utmaniyah. Der kaum erwähnbare Widerstand des Islamischen Staates erleichterte die Operation immens, lediglich zu Beginn der Offensive gab es ernsthafte Berichte über schwere Kämpfe und Todeszahlen.

Die vollständige Eroberung von Deir ez-Zor wird lediglich eine Frage von Tagen sein.

Neben regulären Einheiten der SAA sind ebenfalls Eliteeinheiten aktiv, darunter die Republikanische Garde und „Tiger Forces“ unter Suheil al-Hassan. Ebenfalls präsent sind russische Spezialeinheiten und private „Sicherheitskräfte“ wie Wagner, wobei unbekannt ist welche Rolle sie einnehmen.