Syrische Armee erobert letzte Gebiete zwischen Deir ez-Zor und al-Mayadeen

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) konnte die letzten Gebiete zwischen der Großstadt Deir ez-Zor und der neuen, ehemaligen „IS-Hauptstadt“ al-Mayadeen entlang des Euphrats erobern, nachdem man sie vor rund einer Woche einschließen konnte. Einige Dörfer wurden zu Beginn der Offensive nach al-Mayadeen außen vor gelassen, da man weiter östlich operierte und das ganze Euphrat-Tal ignorierte. Nachdem man al-Mayadeen erfolgreich erobern konnte begann man mit Aufräumarbeiten in diesen Dörfern. In rund zwei Tagen wurden damit die Dörfer Buqrus Tahtani, Buqrus Faqjani, al-Zalbara, al-Aliyat, Abu al-Layl, Muhassan und al-Abd. Damit ist auch ein etwa 25 Kilometer langes Teilstück der N4-Straße in Richtung irakischer Grenze gesichert.

Auf der westlichen Seite des Euphrats, nördlich der Stadt Deir ez-Zor, konnte die Armee ebenfalls das Dorf al-Husayniyah sichern, welches nochmal die Belagerung des Islamischen Staates in Deir ez-Zor verstärkt. Das syrische Verteidigungsministerium berichtete offiziell von diesen Erfolgen.

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Außerdem gab es Berichte von enormen Fortschritten in Deir ez-Zor selber, wo die Armee mit verbündeten Gruppierungen die Viertel Kasarat, Kenamat und „Alter Flughafen“ erobert haben sollen. Das würde einen enormen Erfolg bedeuten, da die Frontlinien seit mehreren Jahren nahezu statisch gegen den Islamischen Staat waren. Es ist ungeklärt, wie viele IS-Kämpfer sich in dem belagerten Stadtteilen aufhalten. Dieser Vorstoß ist aber nicht gänzlich bestätigt.

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Syrische Armee erobert Dorf nördlich von Deir ez-Zor

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In der ostsyrischen Provinz Deir ez-Zor drangen Einheiten der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) auf der östlichen Seite des Euphrats vor und konnten ein Dorf nördlich der gleichnamigen Provinzhaupstadt erobern. Dieses Dorf ist insofern wichtig, da es die Belagerung von Deir ez-Zor bedeutet.

Das Dorf al-Saliyah befindet sich direkt nördlich von Deir ez-Zor und umgibt die wichtige N7-Straße zwischen Qamishli und Damaskus und den al-Halableh-Kreisverkehr. Diese Straße war zuvor der einzige Ausweg für die belagerten Kämpfer des Islamischen Staates in Deir ez-Zor, die seit über einen Monat eingeschlossen sind und etwa 35% der Stadt kontrollieren.

Direkt nördlich von al-Saliyah befinden sich Einheiten der von der USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), die ebenfalls in den vergangenen Wochen gegen den IS in der Region vorgegangen sind. Westlich von al-Saliyah hält der Islamische Staat noch einige eingeschlossene Dörfer, die aber wahrscheinlich größtenteils verlassen sind.

Syrische Armee startet Offensive auf die „neue IS-Hauptstadt“

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) unter dem Kommando der Eliteeinheit der „Tiger Forces“ und verbündete Gruppierungen konnten in der Provinz Deir ez-Zor entlang des Euphrats vordringen und sich der „neuen Hauptstadt“ des Islamischen Staates, al-Mayadeen, annähern. Die einst 20.000 Einwohner zählende Kleinstadt wurde nach der Bedrohung von Raqqah zum neuen administrativen Zentrum ernannt, viele wichtige Mitglieder des IS befinden sich dort zurzeit.

Der Vorstoß startete von den Gebieten südlich der Großstadt Deir ez-Zor aus und drang entlang des Euphrats weiter südlich vor. Die Armee konzentriert sich dabei nicht auf das von Feldern und Dörfer dominierte Euphrat-Tal sondern die umliegenden Hügelketten, z.B. konnten Umm Qamadah und Ard Hamirah erobert werden. Dabei wird das Terrain ausgenutzt, die Hügel geben Feuerüberlegenheit über die Dörfer im Tal, die inzwischen größtenteils auch verlassen sein sollten. Verschiedenen Angaben zufolge befindet sich die Armee noch 7-10 Kilometer von al-Mayadeen entfernt.

Die Operation startet parallel zu einer großen Gegenoffensive des Islamischen Staates im Osten des Landes, die bisher teilweise erfolgreich ist und für beide Seiten enorme Verluste bedeutet. Dennoch scheint der IS dafür wenig Priorität in den Schutz von al-Mayadeen zu stecken, bisher gibt es kaum Berichte vom Widerstand der IS-Kämpfer.

Russische & syrische Luftwaffe bombardiert SDF

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Offiziellen Angaben der YPG zufolge sollen die Luftstreitkräfte Syriens und Russlands Positionen der von der USA unterstützten Syrian Democratic Forces (SDF) im Norden der ostsyrischen Provinz Deir ez-Zor angegriffen haben. Dabei wurden sechs Kämpfer verletzt. Der genaue Verursacher konnte bisher nicht identifiziert werden. Die Luftschläge ereigneten sich angeblich in der Nähe der Industriezone in der gleichnamigen Provinzhauptstadt. Diese Zone befindet sich nördlich des Euphrats, die bisher fast immer als eine Art natürliche Grenze zwischen der SDF und syrischen Regierung gegolten hat.

In den vergangenen Wochen kam es zwischen der Syrischen-Arabischen Armee (SAA) und der SDF zu einem „Wettrennen“ um die Eroberung von Deir ez-Zor. Nachdem die SAA die drei Jahre andauernde Belagerung von Deir ez-Zor beendet hat startete die SDF ebenfalls eine Offensive und konnte vor kurzem den Euphrat direkt nördlich von Deir ez-Zor erreichen. Die SAA hat in der Vergangenheit bereits angedeutet, den Euphrat übertreten zu wollen. Besonderes Augenmerk liegt bei beiden Seiten dabei auf die Omar-Ölfelder weiter östlich, die vor dem Krieg etwa die Hälfte des syrischen Erdöls hervorbrachten.

Ein ähnliches Ereignis gab es dieses Jahr bereits in der Provinz Raqqah, als die SDF Luftschläge auf die eigenen Truppen meldete und die USA im Gegenzug die SAA bombardierte. Letzten Endes soll es sich als eine Falschmeldung herausgestellt haben, da der eigentlich angegriffene Ort sich bereits unter der Kontrolle der SAA befand.

 

Der Kampf um die Umgebung von Deir ez-Zor

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Nach den Erfolgen der syrischen Regierung in der Provinz Deir ez-Zor und dem Ende der Belagerung in der gleichnamigen Provinzhauptstadt dauern die Kämpfe um die Umgebung von Deir ez-Zor statt. Seit rund einer Woche führt die von der USA unterstützte SDF und andere Milizionäre ebenfalls eine Offensive gegen den Islamischen Staat in der Region fort, jeweils auf der nördlichen oder südlichen Seite des Euphrats.

Verschiedenen Berichten zufolge erreichte die SDF fast den Euphrat am Dorf al-Husayniah, welches direkt nördlich von Deir ez-Zor liegt. Auf einem relativ dünnen Gebiet drang man etwa 40 Kilometer vor, eroberte vereinzelte Dörfer, Felder und die vor dem Krieg neu geplante Industriezone von Deir ez-Zor. Dieser dünne Korridor ist interessant, da er quasi parallel zu den Fortschritten der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) agiert und dem ein großes Territorium des Islamischen Staates weiter östlich entlang des Euphrats isoliert.

Das eingeschlossene Gebiet ist von keiner besonderen, strategischen Bedeutung, dennoch gibt es einige Dörfer und Städte mit dem administrativen Zentrum von Maadan. Die SAA und verbündete Stammesmilizen drangen vor einigen Monaten bis auf wenige Kilometer nahe Maadan vor, wurden aber durch eine große IS-Offensive zurückgeschlagen und bis nach Ghanem al-Ali zurückgeworfen. Dementsprechend gibt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass viele IS-Kämpfer in dem Gebiet eingeschlossen sind, darunter auch sehr gut ausgebildete und trainierte Islamisten. Einziger Fluchtweg verbleibt über den Euphrat, der jedoch ins Visier der Luftstreitkräfte so ziemlich aller Nationen gerät.

Neben den Fortschritten der SDF konnte die SAA ebenfalls einige Erfolge verzeichnen, vor allem östlich und westlich der Großstadt Deir ez-Zor. Im Osten drang man bis zum Dorf Jafra vor, laut einigen Berichten wird es dort zu Landung der SAA und verbündeter Einheiten über den Euphrat kommen. Ebenfalls wurde das Ölfeld al-Nishan erobert. Außerdem wurde Jabal Turdah vollständig gesichert, nachdem es durch amerikanische Luftschläge und eines IS-Angriffes im Oktober 2016 verloren wurde. Es ist gut möglich, dass der Militärflughafen vor Ort wieder funktionstüchtig gemacht werden könnte.

Mehr Erfolge gab es hingegen im Westen, also in dem eigentlich vom IS isolierten Territorium. Nach dem Durchbruch durch die jahrelangen Verteidigungslinien eroberte man Baghiliyah und die örtliche Universität. Einigen Angaben erreichte man dort ebenfalls den Euphrat, was aber nicht bestätigt ist.

Die entscheidende Frage wird aber die Option einer möglichen Landungsoperation der SAA auf der anderen Seite des Euphrats sein, der unweigerlich zur Konkurrenz mit der ansonsten größtenteils kooperierenden SDF führen würde. Wichtiges Ziel dabei sind die Ölfelder dutzende Kilometer östlich von Deir ez-Zor, die damit auch auf der nördlichen Seite des Flusses liegen. Auch wenn der Ölexport Syriens vor dem Krieg drastisch abgenommen hat und man sogar Importeur war, sind die Omar-Ölfelder von besonderer Bedeutung, da sie zuvor etwa 50% des produzierten Erdöls bereitstellten.

 

Syrische Armee sichert Straße zwischen Damaskus und Deir ez-Zor und erobert die Tardeh-Berge

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Nach der erfolgreichen Beendigung der Belagerung der ostsyrischen Großstadt Deir ez-Zor konnte nun die Syrisch-Arabische Armee (SAA) den örtlichen Militärflughafen sichern und damit wieder nutzbar machen. Ebenfalls konnten sie die Versorgungsstraße zwischen Deir ez-Zor und Damaskus vollständig erobern.

Die SAA konnte direkt innerhalb eines Tage zwei Erfolge verbuchen, einerseits wurde das letzte Reststück vor Deir ez-Zor vom Islamischen Staat erobert und der gesamte M20-Highway zwischen Damaskus und Deir ez-Zor gesichert. Dies erleichtern die derzeit stattfinden Transporte an humanitären Hilfsmitteln für etwa 70.000 Menschen und Kriegsmaterial für weitere Operationen im Umkreis der Stadt. Ebenfalls konnte man weiter südöstlich Jabal Tardeh erobern, mehrere Berge die den Militärflughafen überblicken. Der IS konnte die Positionen auf den Bergen erobern, nachdem die USA „aus Versehen“ etwa 100 Soldaten dort töteten. Von dort an waren nur Landungen mithilfe von Helikoptern möglich.

Dem IS in Deir ez-Zor bleibt damit nur noch eine Flucht über den Fluss Euphrat übrig, eine ähnliches Szenario wie in Raqqah. Es sind schwierige, urbane Kämpfe zu erwarten, der Islamische Staat wird sich über die Jahre hinweg womöglich verbarrikadiert haben.

Syrische Armee schickt Boote und Brückenlegepanzer zum Euphrat

 

Nur wenige Tage nach der Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor und der derzeitigen Operation ebenfalls dem belagerten Militärflughafen in der Stadt zu helfen schickt die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und Russland dutzende Boote und Trucks für Potonbrücken an den Euphrat bei Deir ez-Zor. Logischerweise wird das Ziel ein Übertritt über den Fluss sein, um sich weiter nördlich weiteres Territorium zu sichern und den Islamischen Staat zu bekämpfen.

Dabei geht es auch um den Versuch, den Einfluss der von der USA unterstützten SDF im Osten des Landes zu vermindern, der scheinbar inzwischen ebenfalls eine Offensive auf Deir ez-Zor gestartet hat. Es gab diverse Gerüchte vom Euphrat als „Demarkationslinie“ zwischen den beiden Seiten, dies scheint sich aber nicht zu bewahrheiten. Weiter östlich über den Euphrat liegen die Omar-Ölfelder, die vor dem Konflikt etwa die Hälfte des gesamten Erdöls Syriens hervorbrachten und dementsprechend ein wichtiges Ziel darstellen. Neben Landungsversuchen sind ebenfalls Luftlandungsoperationen möglich, wie es die „Tiger Forces“ bereits einmal nördlich der Oase al-Qom gegen den IS getan haben.