Türkei bereitet sich für einen neuen Angriff auf die SDF vor

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T-155 Firtina an der türkisch-syrischen Grenze

Die Türkei scheint in den vergangenen Tagen vermehrt schwere Waffen, Fahrzeuge und Truppen in ihre besetzten Gebiete in Nordsyrien zu bringen. Diese Anzeichen könnten auf einen zukünftigen Angriff auf die SDF/YPG hindeuten, verschiedene Medien als auch die YPG erwartet einen Angriff auf den Afrin-Kanton, isoliert vom restlichen Territorium der SDF im Norden Syriens.

Die Türkei ist weiterhin versucht mithilfe der verbündeten Oppositionsgruppen seinen Einfluss im Norden zu erweitern und vor allem eine kurdische „Vereinigung“ zu verhindern. Deshalb startete man auch letztes Jahr die Operation „Euphrates Shield“, wo der Türkei und auch der USA nahe stehende Gruppierungen eine Offensive auf den Islamischen Staat in der Region um al-Bab startete. Das primäre Ziel war aber nicht die Bekämpfung des IS, sondern der Versuch einen Keil zwischen den verschiedenen Kanton zu treiben und eine Verbindung zu verhindern. Faktisch wurden diese Ziele jedoch verfehlt, da die syrische Armee die östlichen Territorien der Provinz Aleppo erobern konnte und die SDF bisher sich frei im Gebiet der Regierung bewegen konnte, insofern also auch eine Fahrt zwischen Afrin und z.B. Manbij möglich war.

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Der Afrin-Kanton (grün)

Der Afrin-Kanton befindet sich in der nordwestlichsten Ecke des Landes. Im Norden und Westen befindet sich die Türkei, deren Aktionen sich bisher an den Grenzen auf einem Mauerbau und Sperren beschränkten. Im Süden befindet sich die Provinz Idlib, die von islamistischen Gruppierungen wie Ahrar al-Sham oder Tahrir al-Sham beherrscht werden und die SDF abgrundtief hassen. Dort kam es in der Vergangenheit zu kleineren Plänkeleien, die jedoch nie ein größeres Ausmaß annahmen. Im Osten liegt das Gebiet des „Euphrates Shield“, dem Territorium also wo eine mögliche, nächste Offensive ausgehen könnte. In den letzten Monaten kam es in der Region um Tel Rifaat immer zu Kämpfen, die oppositionellen Kämpfer erwiesen sich aber meist als recht inkompetent und konnten keine Erfolge erzielen.

Im Südosten liegt außerdem noch die syrische Regierung und Russland, zu denen es besonders gute Beziehungen unterhält. Aufgrund der isolierten Lage von Afrin war es der USA nicht möglich einen Einfluss zu gewinnen, wodurch neue Optionen vor allem für Russland geöffnet wurden. Russland soll inzwischen mindestens zwei Militärbasen in der Region betreiben, Eines davon dient zugleich als Ausbildungsort für YPG-Kämpfer. Aber auch die syrische Regierung kooperierte mit Afrin, bei der Aufhebung der Belagerung von den schiitischen Orten Nubl und Zaraa startete man gemeinsam eine Offensive auf die Opposition, die beiden Fraktionen einen Gebietsgewinn brachte. Am Ende übergab die Regierung sogar freiwillig Orte wie Ahras an die YPG, die genauen Gründe sind unbekannt.

Umso interessanter als ein Angriff der Türkei auf Afrin, da es im Gegensatz zur restlichen SDF bessere Beziehungen zur syrischen Regierung und Russland pflegt. Es gab ja immer wieder Gerüchte, dass die Türkei sich inzwischen eher auf die Seite Russlands im syrischen Konflikt schlagen würde, insofern ein solcher Angriff aber widersprüchlich wäre.

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Syrische Armee vertreibt Daesh bei al-Bab und erreicht kurdische Kantone

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Einheiten der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) unter der Führung von Suleil al-Hassan und seinen „Tiger Forces“ konnten in den vergangenen Stunden symbolisch wichtige Eroberungen verzeichnen. In einem Blitzangriff konnten in den vergangenen Tagen die Dörfer Umm Kahraz, Berazi, Majmuah, Natabah Kahbira, Sagihra, Jub al-Sultan, Jub al-Hamam, Mushayrifah, Zuzurah, Jayiah, Khirbat ad-Zib und Jub al-Khafi erobert werden.

Dieser Blitzangriff bedeutete einige, wichtige Faktoren: Einerseits wird ein weiteres Vordringen der türkisch-oppositionellen Operation „Euphrates Shield“ in Richtung Süden verhindert, wie es Erdogan des öfteren angekündigt hat (und auch die Aussage öfters verneint hat). Dabei ist es aber eher eine „präventive Sicherheitsmaßnahme“, da nach den äußerst verlustreichen Kämpfen in und um al-Bab wohl keinerlei Interesse an weiteren Abenteuern in Richtung Süden besteht. Auf der anderen Seite wird damit Handel und Schmuggel zwischen den von der Türkei unterstützten Gruppen (TBF) und Daesh entscheidend gestört.Gerüchten zufolge waren ursprünglich Tadef und Qabasin als solche Orte vereinbart, wurden aber dennoch später erobert. Beide Seiten können auf eine langjährige Tradition des Handelns zurückblicken, solange es zum eigenen Vorteil (gegen die andere Seite) ist. Unabhängig davon wurde mit der Eroberung von al-Bab und dem vollständigen zunichte machen der Verbindung der beiden kurdischen bzw. SDF-Kantone das Hauptziel der Operation erfüllt. Auch dies ermöglicht es, mehr Kapazitäten der TBF und türkischen Armee auf den „Anti-Terrorkampf“ gegen die SDF zu konzentrieren.

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SAA in Tadef

Trotz türkischen Willens, eine Demarkationslinie bei al-Bab zu errichten und eine Waffenruhe zu initiieren, kam es zu einigen Kämpfen entlang des M4-Highways bei al-Bab. Dabei versuchte die TBF, die Stadt Tadef zu erobern. Die Angriffe waren eine einseitige Eskalation, die SAA schoss nicht zurück. Inzwischen beruhigte sich die Lage ohne Territorialveränderungen.

Die SAA konnte mit dieser militärischen Aktion unter anderem einen Kessel von mehreren Dörfern südöstlich von al-Bab erschaffen, in dem sich noch einige Kämpfer des Islamischen Staates aufhalten sollen. Eroberungen innerhalb des Kessels werden aber nicht von der SAA getätigt, sondern lediglich von der TBF, die im vergangenen Zeitraum die Dörfer Sukkayriah, Jubb Nassane und Zammar erobern konnten. Die Prioritäten der SAA scheinen weiterhin im Süden zu liegen, den 23km entfernten Euphrat zu erreichen und damit die Wasserverbindung für Aleppo zu sichern.

Außerdem besitzt die SDF und SAA nun eine gegenseitige Verbindung, die einen Transport von Damaskus bis nach Qamishli ermöglicht, welches positiv für beide Seiten ausfallen würde. Auf der einen Seite kann die SDF nun ungefährlicher die anderen Gebiete in Afrin und das Viertel in Aleppo Sheikh Maqsoud besuchen, der syrischen Regierung ist hingegen Zugang zu Qamishli, Hasakah und teilweise Deir ez-Zor ermöglicht. Auch Handelsbeziehungen könnten sich intensivieren: Das von der SDF gehaltene Nordsyrien besitzt weite Ackerflächen, besitzen aber kaum nötiges Saatgut. Dies könnte die syrische Regierung bereitstellen, dafür könnten die Elektrizitätsimporte erhöht werden, die meisten Orte haben nur wenige Stunden Strom am Tag. Ein Pressesprecher äußerte sich bereits über diese Fortschritte positiv.

 

Türkische Offensive erobert vollständig al-Bab

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Vor wenigen Stunden verkündeten verschiedene Gruppierungen der türkischen Operation „Euphrates Shield“ im Norden Syriens die vollständige Eroberung von al-Bab. Die Stadt war das langfristige Ziel der Türkei, eine Vereinigung der kurdischen bzw. SDF-Kantone (Afrin im Westen, Manbij im Osten) im Norden zu verhindern. Dieses Ziel wurde durch enorme Verlusten, einem Imageschaden und großen Zeitaufwand erreicht.

 

Syrische Milizen veröffentlichten Bilder die zeigen, wie sich eigene Kämpfer im Zentrum und im Süden der Stadt aufhalten, wie z.B. dieses Bild auf diesem Platz aufgenommen wurde. Besonders eindrucksvoll/erstaunlich ist auch der Fortschritt innerhalb eines Tages, während gestern noch die Mehrheit der Stadt vom Islamischen Staat kontrolliert wurde, verloren sie es in nur wenigen Stunden alles. Am 22. Februar konnte man hingegen die Gebiete erobern, die man wiederum wenige Tage zuvor aufgrund einer Gegenoffensive des IS fast vollständig abtreten musste. Darunter fallen im Süden die Viertel al-Qubila, al-Zamzam und al-Salam, die Getreidesilos, Teile des Sportzentrums und des Ba’ath-Gebäudes. Im Norden in der Umgebung von Sheikh Aqil konnte hingegen die Fatimah-Zaid-Moschee zurückerobert werden. Zeitweise sah es sogar so aus, als müsste sich die TFSA („Türkische FSA“) nach ihrem ersten Vorstoß vollständig aus der Stadt zurückziehen. Ein brutaler Häuserkampf im Zentrum drohte.

Doch dann zog sich scheinbar der Islamische Staat in den Morgenstunden aus der Stadt vollkommen zurück, der exakte Grund ist aufgrund der militärisch vorteilhaften Position nicht nachvollziehbar. Vielleicht wollte man die durchaus teuren Kämpfe in al-Bab langfristig sparen, „Euphrates Shield“ wird trotz großer Träumereien von der Eroberung Raqqahs nicht weiter gegen den IS vordringen und sich den Kurden und der syrischen Regierung widmen.

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Karte des Territoriums, welches Euphrates Shield bisher erobern hatte

 

Die Schlacht um al-Bab dauerte von Mitte Dezember bis Mitte Februar und war äußerst zermürbend. Einige Personen bezeichneten die Kämpfe im Norden der Provinz Aleppo als „Ping-Pong“, da die türkisch-oppositionelle Operation genauso schnell Gebiete erobern konnte, wie es verloren wurde. Ein Beispiel: Das kleine Dorf Suflaniyah wurde erst beim 14. (sic!) Versuch erobert. Dieses Bild bestätigte sich vor allem auch bei den Kämpfen um die Aqil-Berge und dem südwestlichen Stadteingang, die letztendlich über 3 Monate andauerten. In Aqil verlor die türkische Armee ihre ersten Leopard 2A4-Panzer, insgesamt häuften sich die getöteten, türkischen Soldaten auf knapp 70 in der gesamten Operation. Auf den Seiten der syrischen Milizen gab es angeblich über 500 Tote. Für die türkische Armee war die gesamte Operation eine reine Blamage, nicht nur konnten die lange andauernden Kämpfe gegen die wohl größte europäische NATO-Macht vom IS gewinnbringend propagandistisch verwertet werden, große Mengen an moderneren Kriegsgerät wurden zerstört, oder erobert. Erdogan selber lies in seinen Mitteilungen bezüglich der Operation einen roten Faden vermissen: An einem Tage wolle man bis nach Raqqah vordringen und die YPG bekämpfen, an anderen Tagen möchte man nicht weiter als bis nach al-Bab gehen.

Verschiedene Generäle (siehe erstes Bild) verkündeten zur gleichen Zeit auch das nächste Ziel der Operation: Tadef, Qabasin und Bzaah vollständig zu erobern. Die drei Städte östlich von al-Bab sind ebenfalls seit mindestens 3 Monaten die aktive Front, nach mehrmaligen Versuchen sind jedoch alle Eroberungsversuche gescheitert. Im gleichen Zeitraum konnte die SDF die wesentlich größere Stadt Manbij vollständig erobern. Aufgrund der strategisch kritischen Position von Qabasin kamen auch Gerüchte auf, die FSA und Daesh würden dort gegenseitig Waffen etc. tauschen, weswegen der Ort niemals wirklich angegriffen wurde. Das darauf folgende Ziel könnten in dem Falle verschiedene Territorien der SDF/YPG werden, namentlich Manbij und Tel Rifaat. Während die SDF in Manbij direkt zu Beginn bis zum Sajur-Fluss zurückgedrängt wurde, ist die SDF in Tel Rifaat/Manbij seit jeher türkischer Artillerie und Luftschlägen ausgesetzt. Bisher waren allen Angriffe wirkungslos und konnten zurückgeschlagen werde.

Siehe auch: Welche Gruppen sind in der Operation „Euphrates Shield“ beteiligt?

Welche Gruppen sind in der Operation „Euphrates Shield“ beteiligt?

 

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Hamzaa Division vor dem Krankenhaus in al-Bab

Hierbei handelt es sich um eine Fortführung der Liste, welche zu Beginn der Operation „Euphrates Shield“ am 24. August erstellt wurde. Rein statistisch hat sich die Anzahl der Gruppierungen fast verdoppelt, was sich aber weniger in der Kampfkraft ausdrückt. Aus den geschätzten Personalstärken ergibt sich allem ein klares Bild: Die Türkische Armee spielt eine immer stärker werdende Rolle, sowohl quantitativ als auch qualitativ.

Die dort präsenten Oppositionsgruppen zeigen eine Kontinuität einer fehlenden militärischen Kampfkraft, seit Mitte Dezember konnte man keine besonderen Geländegewinne erzielen. Im gleichen Zeitraum konnte die YPG/SDF die wesentlich größere Stadt Manbij weiter östlich vollständig erobern. In sonstigen Oppositionskreisen sind alle dortigen Mitglieder äußerst unbeliebt, nicht nur werden sie (vor allem in Idlib) als Marionetten für türkische/imperialistische Interessen gesehen und als reine Söldner, die nur für das Geld der Türkei arbeiten. Ihnen wird auch oft Verrat vorgeworfen, einerseits durch ihr Erscheinen an den Astana-Friedensgespräche und ihr fehlenden Beteiligung bei dem letzten Versuch, die Belagerung von Ost-Aleppo aufzubrechen.

 

Ungesicherte Bestätigung/minimale Präsenz:

  • 30th Division
  • Liwa al-Fateh
  • Ahrar Tal Rifat
  • 1st Division of Aleppo
  • Brigade of Conquest
  • Turkem Martyrs‘ Battalion
  • Descendants of Saladin Brigade

Syrien & Türkei beschließen Demarkationslinie bei al-Bab

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SAA vor Tadef

Der russische Verteidigungsminister veröffentlichte in einer Pressemitteilung, dass sich die türkische und syrische Regierung gemeinsam auf eine Demarkationslinie bei al-Bab geeinigt haben. Diese Demarkationslinie soll sich südlich der Stadt al-Bab entlang des M4-Highways befinden. Damit würde das strategische und letzte Ziel der gesamten Operation in Richtung al-Bab der Syrisch-Arabien Armee bei Tadef liegen, eine gut garnisonierte Stadt südlich von al-Bab. Derweil sprach das russische Verteidigungsministerium auch vom Erfolg dieser Operation, angeblich sollen über den gesamten Zeitraum hinweg 650 Kämpfer des Islamischen Staates, 2 Panzer, 4 Truppentransporter, 18 Pick-Ups uvm. getötet/zerstört worden sein. Die Anzahl an getöteten Islamisten scheint aber arg inflationär gehalten, unabhängig von den zugefügten Verlusten durch russische Luftschläge auch in anderen Gebieten bzw. zur Unterstützung der türkischen Operation.

Ob man sich tatsächlich an die Demarkationslinie, den Frieden und gegenseitige Unterstützung hält, bleibt abzuwarten. Die syrischen Milizen als Verbündete der Türkischen Armee bewiesen bereits in der Vergangenheit eine gewisse Eigenwilligkeit, die zu unabsichtlichten Kämpfen mit anderen Fraktionen (SAA, SDF/YPG) führte.

Syrische Armee 1,5km von al-Bab entfernt | Opposition erobert weitere Gebäude in al-Bab

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Lage um al-Bab

Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) konnte in der gestrigen Nacht das Dorf Abu Taltal vollständig erobern, welches etwa ~2km vom Ziel al-Bab entfernt ist. Damit stehen zwischen der Armee und al-Bab nur noch Felder und die strategisch wichtige und gut befestigte Stadt Tadef, die sicherlich ein schwer zu eroberndes Ziel sein wird. Derzeit finden schwere Kämpfe um die al-Bab-Getreidesilos und an den Eingängen von Tadef statt, wobei bisher vor allem Artillerie und russisch-syrische Luftschläge beansprucht werden. Das Ziel der SAA ist weiterhin unklar, wahrscheinlich möchte man nicht weiter als bis nach Tadef vordringen.

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Nach offiziellen Angaben von Ahrar al-Sham eroberte man in al-Bab heute die vorher erwähnten Getreidesilos und das Sportcenter  im Süden, was durchaus erstaunliche Erfolge darstellen. Weiteren unbestätigten Gerüchten nach wurde ebenfalls die Moschee Fatimah al-Zahra im Norden der Stadt erobert. Ahrar al-Sham ist erst seit einigen Tagen fest in den Kämpfen von al-Bab involviert, nachdem sie ein Trainingslager („Abu Noor“) in Jarablus errichteten. Ahrar al-Sham ist die zweitgrößte Oppositionsgruppe, welche ebenfalls Beziehungen zu al-Qaida aufweist.

 

Gefechte zwischen türkischer und syrischer Armee bei al-Bab | Russische Luftwaffe attackiert aus Versehen Türkische Armee

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Situation um al-Bab

Es kam zu ersten Konfrontationen zwischen den „Tiger Forces“ (offensive Eliteeinheit der Syrisch-Arabischen Armee) und verschiedenen, oppositionellen Milizen westlich von al-Bab, was eine koordinierte Bekämpfung des Islamischen Staates erheblich erschwert. Nachdem die Tiger Forces das Dorf Shamawiyah von Daesh erobert hatten kam es weiter nördlich im Dorf Abu al-Zandin zu mehreren Zusammenstößen, die nach oppositionellen Angaben 2 syrischen Soldaten das Leben kostete. Außerdem wurde ein BMP erobert. Die näheren Gründe und/oder der „Aggressor“ in dieser Situation können nicht geklärt werden, wenige Kilometer weiter westlich gibt es seit Wochen eine ruhige Front (siehe Karte) zwischen den beiden Fraktionen. Auf Seiten der Opposition kämpfen um Abu al-Zandin zurzeit die Hamza Division und Sultan Murad, türkische Artillerie soll ebenfalls aktiv sein. Am darauffolgenden Tag kam es hingegen zu keinen Kämpfen, möglicherweise handelte es sich hierbei nur um eine kurze Plänkelei.

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Die drei verstorbenen, türkischen Soldaten

Am selbigen Tage bombardierte die russische Luftwaffe ein Gebäude der türkischen Armee weiter nördlich von al-Bab, wobei 3 türkische Soldaten gestorben und 11 Weitere verletzt wurden. Putin sprach später sein Beileid für diesen „tragischen Zwischenfall“ aus und betonte erneut, dass dieser Angriff aus keinerlei Absicht entstanden ist. Es gibt dennoch Stimmen mit der Ansicht, dass der Angriff als eine Art Warnung im Zusammenhang mit den Kämpfen im Dorf Abu al-Zandin steht, vor allem da russische Luftschläge direkt auf al-Bab eher selten sind. Kreml-Pressesprecher Dimitri Peskow behauptete hingegen, die türkische Armee habe der russischen Luftwaffe die Koordinaten gegeben und es liegt insofern keine Schuld bei Russland.

 

Damit steigt die Anzahl an getöteten, türkischen Soldaten auf mindestens 60, manche Quellen nennen auch 69 Tote. Daesh selber spricht von 85 getöteten Soldaten, wobei diese Schätzungen doch als äußerst hoch und nicht verifizierbar erscheinen.

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Trotz all dieser Hindernisse konnte die Operation Euphrates Shield zumindest kleinere Erfolge an/in der Stadt al-Bab verzeichnen. Man konnte entlang des M4-Highways das al-Hikma-Krankenhaus erobern, welches zuvor Teil erbitterter Kämpfe war. Auch weiter nördlich konnte man in die ersten Teile der Stadt vordringen, wobei dort weiterhin Gefechte andauern.