IS erobert mehrere Dörfer der Opposition fernab des IS-Territoriums

DLsx_pBWAAEAfFk.jpg

Scheinbar eroberte der Islamische Staat im Nordosten der zentralsyrischen Provinz Hama mehrere Dörfer und Ortschaft von der Opposition, namentlich der größten und islamistischen Gruppierung Tahrir al-Sham. Diese Aktion ist sehr überraschend, da sich die Dörfer hunderte Kilometer vom eigentlichen Territorium des IS entfernt sind. Schuldig für diesen Vorfall ist vor allem Tahrir al-Sham selber.

Im Osten Hamas finden seit Monaten brutale Kämpfe zwischen dem Islamischen Staat und der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) und verbündeter Milizen statt. In den letzten Tagen und Wochen konnte die SAA erhebliche Erfolge verzeichnen und ein über 1800km² großes Gebiet vollständig erobern. Dennoch versuchte der Islamische Staat immer wieder, Zivilisten und als Zivilisten getarnte IS-Kämpfer vom eigenen Gebiet in Ost-Hama durch ein dünnes Territorium der syrischen Regierung zum Oppositionsgebiet in Hama/Idlib zu schleusen. Die Zivilisten sollten vor dem „Regime“ beschützt werden und wurden ebenfalls als menschliche Schutzschilde genutzt. Diese Idee fand ebenfalls bei Tahrir al-Sham Anklang, die daraufhin die wichtige Versorgungsstraße an mehreren Orten überfiel und kurzzeitig Checkpoints errichtete. Dieser Konvoi von Zivilisten und Kämpfern wurde also als Teil von Verhandlungen willkommen geheißen.

Verschiedenen Angaben zufolge besteht er aus etwa 25 Fahrzeugen und 200 Kämpfern des Islamischen Staates. Der semi-offiziellen IS-Nachrichtenagentur AMAQ zufolge konnte man kurz darauf die Dörfer Abu Lafa, Al-Jumlan, Jub Al-Tabqalia, Shakushiya, Hasrat, Rasm Al-Ahmar, Sarha, Wadi Zarub, Sarha Shamaliya, Al-Mostariha, Murjajib Um Al-Fawr und Nafila erobern. Derzeit findet eine Gegenoffensive von Tahrir al-Sham statt, das Ergebnis ist ungewiss.

Advertisements

Tahrir al-Sham erobert Abu Dhali

3-29.jpg

Nach dreitägigen Kämpfen zwischen der größten islamistischen und oppositionellen Gruppierung Tahrir al-Sham (HTS) und der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) konnte die Opposition das Dorf Abu Dhali im Norden der zentralsyrischen Provinz Hama erobern. Der einst neutrale Ort wurde seit rund einem Tag belagert und trotz eines kurzzeitigen Evakuierungskorridors konnte Tharir al-Sham viele Kämpfer und Dorfbewohner gefangen nehmen und eine große Menge an Munition, Waffen und Fahrzeugen erobern.

Nach eigenen Angaben konnte Tahrir al-Sham acht Mitglieder von örtlichen Milizen gefangen nehmen und mehrere Fahrzeuge und Panzer erobern, darunter einen T-62. Ebenfalls gefunden wurden amerikanische Panzerabwehrwaffen und russische ATGMs. Angeblich wurden dutzende Soldaten der SAA getötet. Rund 50 Soldaten flohen vom Kampf, nachdem sie annahmen, ein dritter SVBIED (gepanzerte, mit Sprengstoff gefüllte Autos mit Selbstmordattentätern als Fahrern) würde sich ihrer Position nähern.

DLoSBtlX4AAFGgV.jpg

Angebliche Mitglieder einer „Regimemiliz“ wurden gefangen genommen

Abu Dhali und umgebende Dörfer sind ein ganz besonderes Konstrukt in Syrien und im syrischen Konflikt, sie sind militärisch neutral (politische Unterstützung der syrischen Regierung) und dienen als „Freihandelszone“ zwischen der Opposition und syrischen Regierung in Nord-Hama. Sowohl Personen- als auch Warenverkehr werden durch diese Dörfer abgehandelt, türkische Waren aus Idlib für Nahrung und Treibstoff aus Damaskus. Seit 2014 gibt es eine Waffenruhe zwischen beiden Seiten über dieses Dorf, die nun gebrochen wurde. Damit handelt es sich auch um den ersten wirklichen Sieg für HTS im Jahre 2017 in Nord-Hama.

 

Tahrir al-Sham attackiert neutrale Dörfer in Nord-Hama

DLjCgybX0AIZwOW.jpg

Die größte islamistische und oppositionelle Gruppierung Tahrir al-Sham und verbündete Einheiten der Freien Syrischen Armee starteten in den vergangenen Tagen mehrere Angriffe auf neutrale Dörfer im Norden der zentralsyrischen Provinz Hama, die bisherigen Berichten zufolge fast vollständig erobert wurden. Diese Offensive ist die Reaktion auf die vollkommen gescheiterte Nord-Hama-Offensive gegen die syrische Armee vor einem Monat und damit ein Versuch, das militärische Gesicht zu wahren.

Ziele dieser Operation waren die Dörfer Qahira, Um Turaykiryah, Hamdaniyah, al-Mshayrifa und Abu Dhali. Am sechsten Oktober begannen die Übergriffe auf die Dörfer Hamdaniyah und al-Mshayrifa, die durch die Unterstützung von Eliteeinheiten von Tahrir al-Sham am gleichen Tag erobert und gesichert werden konnten. Die Eroberung von weiteren Hügeln am darauffolgenden Tage bedeutete die Belagerung von Abu Dhali, auch wenn verschiedenen Berichten zufolge die Armee noch weitere Verstärkung in das Dorf bringen konnte.

Unbestätigten Berichten zufolge konnte Tahrir al-Sham mit der Unterstützung von zwei gepanzerten und mit Sprengstoff geladenen Autos und dem Einsatz von Selbstmordattentätern als Fahrern (SVBIED) das Dorf Abu Dhali erobern. Eigenen Angaben zufolge zerstörte man bei der gesamten Operation vier Panzer, eroberte einen Soldaten und tötete über 50. Die Zahlen sind jedoch sehr inflationär angegeben.

Abu Dhali und umgebende Dörfer sind ein ganz besonderes Konstrukt in Syrien und im syrischen Konflikt, sie sind militärisch neutral (politische Unterstützung der syrischen Regierung) und dienen als „Freihandelszone“ zwischen der Opposition und syrischen Regierung in Nord-Hama. Sowohl Personen- als auch Warenverkehr werden durch diese Dörfer abgehandelt, türkische Waren aus Idlib für Nahrung und Treibstoff aus Damaskus. Seit 2014 gibt es eine Waffenruhe zwischen beiden Seiten über dieses Dorf, die nun gebrochen wurde.

Syrische Armee vertreibt den IS aus Hama

DLUmgzGWsAECQTp.jpgDie Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Gruppierungen konnten die gesamte zentralsyrische Provinz Hama vom Islamischen Staat befreien, nachdem er in einem etwa 1800 Quadratkilometer großen Gebiet belagert und daraufhin vernichtet wurde.

Mit der Unterstützung der russischen und syrischen Luftstreitkräfte wurden dutzende Dörfer unter der Kontrolle des IS östlich von al-Salamiyah in den letzten Tagen erobert und ebenso dutzende Kämpfer getötet. Zu diesen Dörfern zählten u.a. Soha, Akash, Abu Haylat, Tal Amidah und al-Hardanah.

Bis zum letzten Zeitpunkt leistete der IS erheblichen Widerstand, nutzte Selbstmordattentäter und Scharfschützen. Bis vor wenige Wochen wurden sogar eigens produzierte Propagandavideos der semi-offiziellen IS-Nachrichtenagentur AMAQ veröffentlicht, die Kinder und getötete Soldaten der Armee zeigten.

Vor etwa zwei Tagen gab es angeblich einen Vorfall, wo viele flüchtende Zivilisten von der Armee getötet wurden. Nachts sollen mehrere Zivilisten versucht haben, die Frontlinien zu durchbrechen und sich durch das Territorium der Regierung zum Oppositionsgebiet in Idlib zu begeben, wurden aber dabei bemerkt. Höchst wahrscheinlich dachte die Armee, dass es sich hierbei um IS-Kämpfer handelt, die mitten in der Nacht die eigenen Linien infiltrierten. Jedoch ist dieser Vorfall nicht gänzlich bestätigt.

Islamischer Staat schießt angeblich russischen Helikopter ab

DLc8TjPXkAA0SZc.jpg

Angebliches Bild des abgestürzten Helikopters

Im Osten der Provinz Hama soll der Islamische Staat einen russischen Helikopter abgeschossen haben, wie die semi-offizielle IS-Nachrichtenagentur AMAQ vermeldet. Demnach soll der Mi-28-Angriffshelikopter mitsamt seiner russischen Besatzung in der Nähe des Dorfes Sheikh Halal abgeschossen worden sein.

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte dieses Ereignis in gewisser Weise, laut derer Informationen musste ein Helikopter aufgrund eines technischen Defekts „notlanden“. Die gesamte Besatzung soll den Vorfall ohne ernsthafte Verletzungen überlebt haben.

Bereits in der Vergangenheit wurden mehrere russische Helikopter abgeschossen, dies war jedoch in der Region um Palmyra der Fall. Beide Seiten konnten bisher keine wirklichen Beweise für ihre Behauptungen vorlegen.

Neue Hama-Offensive der Opposition

Die Opposition startete ihre alljährliche Hama-Offensive gegen Positionen der Syrisch-Arabischen Armee (SAA), dierHisbollah, irakischer und regionaler Milizen. Im Norden der Provinz Hama attackierten sie die Stellungen in der Umgebung von Ma’an, die bereits in der Vergangenheit Ausgangspunkt von verschiedenen Angriffen wurde. Es gibt widersprüchliche Angaben über den bisherigen Erfolg.

Die Operation startete am Dienstag Morgen unter der Führung von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter dem Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra (al-Qaida)) und der von der UN als terroristisch anerkannten, chinesischen Gruppierung „Islamische Turkestan-Partei“. Einzelne FSA-Einheiten wie Jaish al-Izza sollen ebenfalls eine Präsenz haben. Oppositionellen Berichten nach wurden die Dörfer Tel al-Aswad, al-Qahir,a al-Zughbi und al-Raya östlich von Ma’an erobert, regierungsunterstützende Quellen sprechen hingegen von einer vollständigen Abwehr der Offensive. Neu veröffentlichte Bilder zeigen zumindest mehrere getötete Kämpfer, was zumindest teilweise eine erfolgreiche Abwehr bedeuten würde. Dabei wurden auch zwei Panzer und zwei Transporter zerstört.

Kurz darauf kam es zu dutzenden Luftschlägen der syrischen und russischen Luftstreitkräfte auf verschiedene Städte entlang der gesamten Front, z.B. Khan Sheikhoun, Morek und Tamaana. Angeblich wurde dabei auch ein Krankenhaus in Khan Sheikhoun getroffen.

Mindestens einmal im Jahr startet die Opposition eine neue Offensive in Nord-Hama, die kurz darauf wieder zurückgeworfen wird. Hier bei würde es sich um die Zweite handeln, auch wenn sie bisher nicht der Intensität der bisherigen Offensiven entspricht. Bei den sonstigen Angriffen können sie meist innerhalb weniger Tage sich bis auf wenige Kilometer Hama annähern, hier wurden scheinbar nach fast einem Tag nur wenige Dörfer erobert.

 

Syrische Armee erobert langsam Ost-Hama

4

Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) erobert neue Territorien vom Islamischen Staat im Osten der Provinzen Hama und Homs. Derzeit bemüht sich die SAA scheinbar darum, die dortigen Gebiete zu umschließen und einzukesseln und damit in zwei Teile aufzuteilen.

Dafür eroberten sie verschiedene Dörfer und Hügelketten. Darunter fallen Tal al-Amlal, Dahr al-Salhouh, Al-Amali, Rikm al-Wihil, Suhail al-Delij, Qirba, Wadi al-Auj, Belaas, Sawana, Wadi Hussayah, Dahr Qutsh, Harckba, Wadi Tanahi und Teile von Jabal Be’las.

Mit den besonderen Fortschritten rund 25km südlich von Itriyah und nordwestlich von Shaer wird scheinbar versucht, die fast komplett eingeschlossenen IS-Kämpfer erneut zu spalten. Dies würde einen relativ leeren, von Wüsten und Gebirgsketten dominierten Ostteil bedeuten und einen westlichen Teil, der wiederum besonders aus kleinen Dörfern besteht. Dort konnte sich der IS trotz einer großer Anzahl an Kämpfern über Monate und Jahre halten und teilweise sowohl wichtige Versorgungsstraßen überfallen und Dorfbewohner massakrieren. Insofern wird dort wohl der größte Widerstand geben, sollte man sich doch nicht zurückziehen.

Denn vom östlichen Teil aus gesehen gibt es noch einen etwa 30 Kilometer breiten Korridor zwischen der Oase al-Qom und al-Suknah, der den Islamischen Staat mit seinen restlichen Gebieten in Deir ez-Zor verbindet. Es bleibt abzuwarten, ob die SAA genügend Zeit zum Rückzug geben will oder sich doch die Gebiete schnellstmöglich einverleiben wird. In der Vergangenheit nutzte man diese Taktik bereits öfters (z.B. bei Kuweires und Khanaser). Insgesamt beträgt die Größe rund 8000km².

In der Region leistet der IS derzeit am meisten Widerstand, das Terrain gibt den Verteidigungspositionen einen Vorteil. Aber auch die Strukturen der Armee und verbündeten Milizen soll für hausgemachte Probleme sorgen. Angeblich fehlt eine völlige Koordination zwischen den verschiedenen Einheiten, die einzige Lösung bisher war es noch mehr Soldaten an die Front zu verschieben. Mit der derzeitigen Konzentration könnte sich diese Situation aber vielleicht ändern und ebenfalls erfolgsversprechende Siege für die Armee verheißen.