Islamischer Staat siegt in Damaskus und Deir ez-Zor

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Zum Ende des Jahres 2017 konnte der Islamische Staat erfolgreich in seinen „Kerngebieten“ in Syrien und dem Irak bekämpft und fast vollständig besiegt werden, nur noch wenige Enklaven kann der IS vor den verschiedensten Kriegsparteien schützen. Von diesen aus starteten die Islamisten nun vermehrt Angriffe und können dabei gar einige Erfolge erzielen. In Damaskus konnte er mehrere Bezirke von der islamistischen Opposition erobern, während der Islamische Staat in der syrischen Wüste den von den USA unterstützen Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) enorme Verluste zufügen und eine Offensive abwehren konnte. Dabei setzt die Terrormiliz auf den Fanatismus der inzwischen eher dem Volkssturm ähnelnden Streitkräfte und dem Einsatz eher unkonventioneller Taktiken, beispielsweise dem erstmaligen Einsatz von Frauen.

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Islamischer Staat siegt in Idlib

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IS-Kämpfer in der Nähe eines Dorfes, welche sie von der Armee erobert haben

Nach seiner Vertreibung aus den „Kerngebieten“ im Irak und Syrien bleiben dem Islamischen Staat nur noch wenige Enklaven im Levante, die größtenteils um die eigene Erhaltung kämpfen und sich nicht für die Eroberung neuerer Gebiete interessieren. Einzige Ausnahme bildet der IS in den Provinzen Hama und Idlib, wo er in den Wirren einer Großoffensive der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) auf die Opposition als lachender Dritter hervorgeht. In den vergangenen Wochen konnte er Dutzende Dörfer erobern, Dutzende Soldaten und Kämpfer gefangen nehmen oder töten und erstmals seit 2014 wieder eine Präsenz in Idlib aufbauen, dessen Aktivitäten sich zuvor nur auf geheim operierende Schläferzellen beschränkten. Nun konnte er sein Kontrollgebiet von ehemalig zwei Dörfern auf über 50 Ortschaften ausbauen.

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Aufstieg des Islamischen Staates in Afghanistan

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Während der Islamische Staat in seinem Kernterritorium in Syrien und dem Irak nahe vollständig besiegt wird, konnte ein anderer Flügel des IS immer mehr Boden gewinnen. In Afghanistan wächst der Islamische Staat zu einer ernsthaften Gefahr, sowohl für die vom Westen unterstützten Regierung als auch für die Taliban.

Der vor sechs Monaten in der afghanischen Provinz Jawzjan ausgerufene Zweig des Islamischen Staates mit dem Namen „Wilayat Khorasan“ (ISKP), benannt nach dem antiken Gebiet welches Afghanistan, Teile Pakistans, Irans und Turkmenistans umfasst, stellt sich nach seinen bisherigen  Verlusten im Nahen Osten als stärkstes Überrest des Kalifats heraus. Seit seiner Existenz konnte es eine bedeutende Präsenz in den Provinzen Jowzjan, Nangarhar, Kunar und Paktia aufbauen, entweder an der pakistanischen Grenze oder im Norden des Landes.

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Syrische Armee und Islamischer Staat auf dem Vormarsch in Idlib

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und der Islamische Staat konnten neue Dörfer in den Provinzen Hama und Idlib von der Opposition erobern, nachdem beide eine Offensive gestartet haben. Die von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) dominierten Kräfte fallen zunehmend unter Druck, ihre Stellungen zu halten.

Die syrische Armee konnte die Dörfer Umm Khazem, Turaykyah, Rujm al-Ahmar, al-Hawiyah und Balil erobern und dabei fünf Kämpfer von Tahrir al-Sham festnehmen. Die russischen Luftstreitkräfte intensivieren derweil ihre Luftschläge auf die Region, wahrscheinlich als Vorbereitung auf eine größer angelegte Offensive. Die Eliteeinheit der „Tiger Forces“ unter Suheil al-Hassan soll sich Berichten zufolge von Ostsyrien nach Idlib begeben haben, um dort die Kämpfe zu unterstützen.

Der IS konnte währenddessen dutzende Dörfer erobern, darunter Huwayz Ibn Hadib, Huwayz Um al-Jarn, Rasm Hamman, Abu Khanadiq und al-Dabah. Inzwischen konnten IS-Kämpfer ihr Gebiet nahezu verdoppeln. Es ist und bleibt ein Rätsel, woher der Islamische Staat seine neue Kraft plötzlich gewinnen konnte, nachdem er nur noch zwei Dörfer hielt.

Auch wenn keine aktive Kooperation zwischen den beiden Fraktionen vorherrscht, ignoriert die SAA den Islamischen Staat aus strategischen Gründen, die letzten Kämpfe fanden zwischen den beiden Seiten vor mehreren Wochen statt. Es gibt Gerüchte darüber, dass die syrische Regierung (ähnlich dem Geschehen in Raqqah und Manbij) hunderte IS-Kämpfer aus dem Euphrat-Tal im Osten des Landes nach Idlib transportierte, um sie dann dort zu ihrem Vorteil einzusetzen. Dennoch gibt es bisher keinerlei Beweise dafür, vor allem weil ein solches Vorhaben äußerst auffällig wäre.

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Waffenruhe zwischen Kurden und Islamischen Staat?

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In sozialen Medien ist ein angebliches Dokument aufgetaucht, welches einen Deal zwischen dem Islamischen Staat und den Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), ein arabisch-kurdisches Bündnis unter der Führung der USA, zeigen soll. Dieses Dokument besagt zunächst eine einmonatige Waffenruhe im Wilayat al-Baraka, Selbstbezeichnung für die Provinz Hasakeh (und auch Teile der Provinz Deir ez-Zor) im Osten des Landes. Explizit erwähnt wurde die Festlegung einer festen Grenze und die Einhaltung der Waffenruhe, damit sich der IS auf weitere Fraktionen (sprich: die syrische Armee) konzentrieren kann.

Einige Forderungen sind ebenfalls politischer und ökonomischer Natur, Gefangene sollen ausgetauscht, mehrere Grenzübergänge für den Warentransport sollen errichtet werden und die derzeitigen Erdgas- und Ölfelder sollen weiterhin unter der Kontrolle des Islamischen Staates bleiben.

Derzeit ist noch ungeklärt, ob es sich um ein glaubwürdiges Dokument handelt. Abu Emad al-Nayrabi, Medienaktivist für den Islamischen Staat, bestätigte zunächst die einen Monat andauernde Waffenruhe. Ausgerufene Waffenruhen vom IS sind tatsächlich nichts ungewöhnliches, bereits bei den Kämpfen um Dabiq wollte man eine Waffenruhe gegen die türkische Armee erwirken. Dennoch wäre es merkwürdig, dass die bisher erfolgreiche SDF auf diese Verhandlungen eingehen würde, zumindest nicht öffentlich.

Selbstmordanschlag auf Flughafen von Deir ez-Zor

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Auf dem Militärflughafen der ostsyrischen Großstadt Deir ez-Zor in der gleichnamigen Provinz kam es zu Selbstmordanschlägen von mehreren Attentätern auf Soldaten und dem Gebäudekomplex. Mithilfe von Sprengstoffgürteln sollen sich etwa zwei bis fünf Kämpfer des Islamischen Staates mit tschetschenen Ursprung selbst detoniert haben. Sie sollen verkleidet in russische Uniformen den Flughafen infiltriert haben. Es existieren keine exakten Berichte, mindestens ein Soldat wurde getötet und Weitere verletzt. Außerdem wurden mehrere Flugzeuge und Jets zerstört oder beschädigt.

Syrische Armee erobert fast vollständig Deir ez-Zor

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) konnte durch die militärischen Erfolge der letzten Tage fast vollständig den Islamischen Staat aus der Provinzhauptstadt Deir ez-Zor der gleichnamigen Provinz vertreiben. Am Donnerstag hat die SAA erneut neue Ziele erreicht und mehrere Viertel vollständig erobert, die zuvor seit über vier Jahren in der Hand des Islamischen Staates waren.

In Folge von stundenlangen Kämpfen konnte man entlang mehrerer Frontlinien vorrücken und somit zentrale und nördliche Viertel der Stadt erobern. Darunter fällt auch das größte Viertel al-Hamidiyah, die Bezirke al-Baajn, Abu Abed und Sheikh Yaseen, als auch Teile von al-Rashidiyah und al-Ardi. Damit hält der IS lediglich wenige Viertel direkt am Euphrat und die jeweiligen Inseln Hawijat Kati und al-Utmaniyah. Der kaum erwähnbare Widerstand des Islamischen Staates erleichterte die Operation immens, lediglich zu Beginn der Offensive gab es ernsthafte Berichte über schwere Kämpfe und Todeszahlen.

Die vollständige Eroberung von Deir ez-Zor wird lediglich eine Frage von Tagen sein.

Neben regulären Einheiten der SAA sind ebenfalls Eliteeinheiten aktiv, darunter die Republikanische Garde und „Tiger Forces“ unter Suheil al-Hassan. Ebenfalls präsent sind russische Spezialeinheiten und private „Sicherheitskräfte“ wie Wagner, wobei unbekannt ist welche Rolle sie einnehmen.