Syrische Armee und Islamischer Staat auf dem Vormarsch in Idlib

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und der Islamische Staat konnten neue Dörfer in den Provinzen Hama und Idlib von der Opposition erobern, nachdem beide eine Offensive gestartet haben. Die von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) dominierten Kräfte fallen zunehmend unter Druck, ihre Stellungen zu halten.

Die syrische Armee konnte die Dörfer Umm Khazem, Turaykyah, Rujm al-Ahmar, al-Hawiyah und Balil erobern und dabei fünf Kämpfer von Tahrir al-Sham festnehmen. Die russischen Luftstreitkräfte intensivieren derweil ihre Luftschläge auf die Region, wahrscheinlich als Vorbereitung auf eine größer angelegte Offensive. Die Eliteeinheit der „Tiger Forces“ unter Suheil al-Hassan soll sich Berichten zufolge von Ostsyrien nach Idlib begeben haben, um dort die Kämpfe zu unterstützen.

Der IS konnte währenddessen dutzende Dörfer erobern, darunter Huwayz Ibn Hadib, Huwayz Um al-Jarn, Rasm Hamman, Abu Khanadiq und al-Dabah. Inzwischen konnten IS-Kämpfer ihr Gebiet nahezu verdoppeln. Es ist und bleibt ein Rätsel, woher der Islamische Staat seine neue Kraft plötzlich gewinnen konnte, nachdem er nur noch zwei Dörfer hielt.

Auch wenn keine aktive Kooperation zwischen den beiden Fraktionen vorherrscht, ignoriert die SAA den Islamischen Staat aus strategischen Gründen, die letzten Kämpfe fanden zwischen den beiden Seiten vor mehreren Wochen statt. Es gibt Gerüchte darüber, dass die syrische Regierung (ähnlich dem Geschehen in Raqqah und Manbij) hunderte IS-Kämpfer aus dem Euphrat-Tal im Osten des Landes nach Idlib transportierte, um sie dann dort zu ihrem Vorteil einzusetzen. Dennoch gibt es bisher keinerlei Beweise dafür, vor allem weil ein solches Vorhaben äußerst auffällig wäre.

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Waffenruhe zwischen Kurden und Islamischen Staat?

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In sozialen Medien ist ein angebliches Dokument aufgetaucht, welches einen Deal zwischen dem Islamischen Staat und den Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), ein arabisch-kurdisches Bündnis unter der Führung der USA, zeigen soll. Dieses Dokument besagt zunächst eine einmonatige Waffenruhe im Wilayat al-Baraka, Selbstbezeichnung für die Provinz Hasakeh (und auch Teile der Provinz Deir ez-Zor) im Osten des Landes. Explizit erwähnt wurde die Festlegung einer festen Grenze und die Einhaltung der Waffenruhe, damit sich der IS auf weitere Fraktionen (sprich: die syrische Armee) konzentrieren kann.

Einige Forderungen sind ebenfalls politischer und ökonomischer Natur, Gefangene sollen ausgetauscht, mehrere Grenzübergänge für den Warentransport sollen errichtet werden und die derzeitigen Erdgas- und Ölfelder sollen weiterhin unter der Kontrolle des Islamischen Staates bleiben.

Derzeit ist noch ungeklärt, ob es sich um ein glaubwürdiges Dokument handelt. Abu Emad al-Nayrabi, Medienaktivist für den Islamischen Staat, bestätigte zunächst die einen Monat andauernde Waffenruhe. Ausgerufene Waffenruhen vom IS sind tatsächlich nichts ungewöhnliches, bereits bei den Kämpfen um Dabiq wollte man eine Waffenruhe gegen die türkische Armee erwirken. Dennoch wäre es merkwürdig, dass die bisher erfolgreiche SDF auf diese Verhandlungen eingehen würde, zumindest nicht öffentlich.

Selbstmordanschlag auf Flughafen von Deir ez-Zor

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Auf dem Militärflughafen der ostsyrischen Großstadt Deir ez-Zor in der gleichnamigen Provinz kam es zu Selbstmordanschlägen von mehreren Attentätern auf Soldaten und dem Gebäudekomplex. Mithilfe von Sprengstoffgürteln sollen sich etwa zwei bis fünf Kämpfer des Islamischen Staates mit tschetschenen Ursprung selbst detoniert haben. Sie sollen verkleidet in russische Uniformen den Flughafen infiltriert haben. Es existieren keine exakten Berichte, mindestens ein Soldat wurde getötet und Weitere verletzt. Außerdem wurden mehrere Flugzeuge und Jets zerstört oder beschädigt.

Syrische Armee erobert fast vollständig Deir ez-Zor

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) konnte durch die militärischen Erfolge der letzten Tage fast vollständig den Islamischen Staat aus der Provinzhauptstadt Deir ez-Zor der gleichnamigen Provinz vertreiben. Am Donnerstag hat die SAA erneut neue Ziele erreicht und mehrere Viertel vollständig erobert, die zuvor seit über vier Jahren in der Hand des Islamischen Staates waren.

In Folge von stundenlangen Kämpfen konnte man entlang mehrerer Frontlinien vorrücken und somit zentrale und nördliche Viertel der Stadt erobern. Darunter fällt auch das größte Viertel al-Hamidiyah, die Bezirke al-Baajn, Abu Abed und Sheikh Yaseen, als auch Teile von al-Rashidiyah und al-Ardi. Damit hält der IS lediglich wenige Viertel direkt am Euphrat und die jeweiligen Inseln Hawijat Kati und al-Utmaniyah. Der kaum erwähnbare Widerstand des Islamischen Staates erleichterte die Operation immens, lediglich zu Beginn der Offensive gab es ernsthafte Berichte über schwere Kämpfe und Todeszahlen.

Die vollständige Eroberung von Deir ez-Zor wird lediglich eine Frage von Tagen sein.

Neben regulären Einheiten der SAA sind ebenfalls Eliteeinheiten aktiv, darunter die Republikanische Garde und „Tiger Forces“ unter Suheil al-Hassan. Ebenfalls präsent sind russische Spezialeinheiten und private „Sicherheitskräfte“ wie Wagner, wobei unbekannt ist welche Rolle sie einnehmen.

 

 

IS attackiert Militärkontrollpunkt in Libyen

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Ein militärischer Kontrollpunkt der „Libyschen Nationalarmee“ unter Kalifah Haftar wurde im Norden des Landes vom Islamischen Staat angegriffen und überfallen. Dieser Angriff fand etwa 60 Kilometer südwestlich der Küstenstadt Ajdabiya statt, zusammen mit dem nahe gelegenen Sirte eine ehemalige Hochburg des IS im Land, bevor er von der Nationalarmee vertrieben wurde. Das dortige Magaryaf-Krankenhaus bestätigte den Tod von zwei Soldaten am Checkpoint.

Die Soldaten der 152. Infanteriebrigade vom „Checkpoint 60“ sollen von drei Pick-Ups angegriffen worden sein. Nach einem kurzen Feuergefecht sollen die IS-Kämpfer den Kontrollpunkt in Brand gesteckt und viele Waffen erobert haben. Angeblich wurden vier weitere Soldaten verletzt und Einer enthauptet.

Hierbei handelt es sich um den dritten Angriff des Islamischen Staates auf die „Libysche Nationalarmee“, welcher unter Khalifa Haftar der Tobruk-Regierung im Osten des Landes untersteht und vor allem Unterstützung von Ägypten, Russland und Frankreich genießt. Diese Operation bestätigt erneut das Comeback des IS in der von ihr getauften Provinz „Wilayat al-Barqah“ dar, der nach über einjähriger Abwesenheit immer wieder Überfälle und die Errichtung von Checkpoints in der Wüstenregion südlich von Sirte durchführt.

Syrische Armee rückt in Deir ez-Zor vor

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Einheiten der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) konnten wichtige Erfolge in der ostsyrischen Großstadt Deir ez-Zor in der gleichnamigen Provinz erzielen, nachdem der Islamische Staat innerhalb des Ortes belagert wurde.

Im Osten der Stadt konnten insgesamt zwei bedeutende Siege errungen werden. Einerseits wurden die östlichen Industrieviertel und die Bezirke al-Ommal und al-Sinna vollständig erobert. Damit rückt das Viertel „Alter Flughafen“ und das dazugehörige Stadion der Stadt in greifbare Nähe. Außerdem wurde die Saqr-Insel östlich der Stadt erobert, die vom Euphrat umgeben ist und die größte „Insel“ des Landes darstellt. Der Islamische Staat zog sich aufgrund von schweren Luftschlägen der russischen und syrischen Luftstreitkräfte von seinen Positionen zurück. Aber auch die durch die Eroberung des Industrieviertels verschaffte Feuerkontrolle über Teile von Saqr unterstützten dies. Zuvor war die Insel geteilt, es gab brutale Kämpfe. An der Front starb erst vor kurzem der syrisch-drusische General Issam Zahreddine, der zuvor die Verteidigung von Deir ez-Zor leitete.

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Trotz der Erfolge waren die Kämpfe der vergangenen Tage verheerend, da es für etwa zwei Tage zu einem Sandsturm in der Provinz kam. Sandstürme werden stets vom IS für neue Offensiven genutzt, Dieser war keine Ausnahme. Verschiedene Quellen sprechen von etwa 40 getöteten Soldaten der SAA. Ebenfalls soll der Islamische Staat diverses Gerät erobert haben, darunter auch einen T-72-Panzer (siehe Bild). Außerdem zeigen Propagandavideos den erfolgreich Einsatz von Drohnen, die ein als Munitionslager umfunktioniertes Stadion bombardierte und vollständig in Brand setzte. Letzten Endes kam es dennoch zu keinen Gebietsveränderungen, der IS konnte zurückgeschlagen werden.

IS erobert mehrere Dörfer der Opposition fernab des IS-Territoriums

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Scheinbar eroberte der Islamische Staat im Nordosten der zentralsyrischen Provinz Hama mehrere Dörfer und Ortschaft von der Opposition, namentlich der größten und islamistischen Gruppierung Tahrir al-Sham. Diese Aktion ist sehr überraschend, da sich die Dörfer hunderte Kilometer vom eigentlichen Territorium des IS entfernt sind. Schuldig für diesen Vorfall ist vor allem Tahrir al-Sham selber.

Im Osten Hamas finden seit Monaten brutale Kämpfe zwischen dem Islamischen Staat und der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) und verbündeter Milizen statt. In den letzten Tagen und Wochen konnte die SAA erhebliche Erfolge verzeichnen und ein über 1800km² großes Gebiet vollständig erobern. Dennoch versuchte der Islamische Staat immer wieder, Zivilisten und als Zivilisten getarnte IS-Kämpfer vom eigenen Gebiet in Ost-Hama durch ein dünnes Territorium der syrischen Regierung zum Oppositionsgebiet in Hama/Idlib zu schleusen. Die Zivilisten sollten vor dem „Regime“ beschützt werden und wurden ebenfalls als menschliche Schutzschilde genutzt. Diese Idee fand ebenfalls bei Tahrir al-Sham Anklang, die daraufhin die wichtige Versorgungsstraße an mehreren Orten überfiel und kurzzeitig Checkpoints errichtete. Dieser Konvoi von Zivilisten und Kämpfern wurde also als Teil von Verhandlungen willkommen geheißen.

Verschiedenen Angaben zufolge besteht er aus etwa 25 Fahrzeugen und 200 Kämpfern des Islamischen Staates. Der semi-offiziellen IS-Nachrichtenagentur AMAQ zufolge konnte man kurz darauf die Dörfer Abu Lafa, Al-Jumlan, Jub Al-Tabqalia, Shakushiya, Hasrat, Rasm Al-Ahmar, Sarha, Wadi Zarub, Sarha Shamaliya, Al-Mostariha, Murjajib Um Al-Fawr und Nafila erobern. Derzeit findet eine Gegenoffensive von Tahrir al-Sham statt, das Ergebnis ist ungewiss.