Südjemen vertreibt Jemens Regierung aus Aden

DUtKrw4W0AEPAVG

Der südjemenitischen Unabhängigkeitsbewegung ist ein wichtiger Sieg gegen die international anerkannte Regierung im Bürgerkriegsland Jemen gelungen. Nach mehrtägigen Kämpfen wurde die Regierung unter dem Präsidenten Mansour Hadi bzw. dem Premierminister Ahmed Bin Dagher aus der provisorischen Hauptstadt Aden vertrieben. Damit ist ein wichtiger Meilenstein für die Unabhängigkeit eines südjemenitischen Staates getan. Saudi-Arabien verliert dadurch ebenfalls einen bedeutende Basis im Jemen, immerhin verliefen zuvor durch Aden alle Lieferungen von militärischen und humanitären Gütern.

Die Einheiten der südjemenitischen „Southern Resistance“ kontrollieren nun fast gänzlich die gesamte Hafenstadt. Alle zentralen Plätze, den internationalen Flughafen, Militärbasen der „Präsidentengarde“ und den Präsidentenpalast Ma’ahiq. Besonders umkämpft waren die Viertel Dad Saad, Crater und Khor Maksar, wo sich zentrale Institutionen der Regierung befinden. Die Kämpfe sind im späteren Kriegsverlauf eskaliert, neben Panzern wurde auch die Artillerie in der Großstadt eingesetzt, wodurch auch Dutzende Zivilisten verstorben sind. Insgesamt reichen die Schätzungen auf bis zu 200 Tote von allen Seiten.

Weiterlesen

Advertisements

Staatsstreich in Südjemen: Unabhängigkeitskämpfer jagen Regierung aus Aden

DUnZkwqWkAAIIt1.jpg

Nach dem Auslaufen des einwöchigen Ultimatums kam es in der provisorischen Hauptstadt Aden zu schweren Gefechten zwischen Anhängern der Hadi-Regierung und südjemenitischen Unabhängigkeitskämpfern. Anlass für diese Eskalation war die Forderung des separatistischen Übergangsrates, dass sich die Hadi-Regierung innerhalb einer Woche aus dem Südjemen zurückziehen und endlich Platz für eine legitime und korruptionsfreie Regierung zu machen.

Durch die anhaltenden Kämpfe ist die Stadt wie leergefegt, öffentliche Gebäude wie Schulen oder der internationale Flughafen sind geschlossen. Ein Großteil der Straßen sind aufgrund der Errichtung von Barrikaden und Barrieren ebenfalls gesperrt. Bisher können die südjemenitischen Truppen der „Southern Resistance“ viele Bezirke der Großstadt sichern, darunter das Regierungsgebäude und mindestens eine Militärbasis der „Präsidentengarde“. Es ist zu erwarten, dass die südjemenitischen Streitkräfte die Hafenstadt bald vollständig übernehmen werden.

Weiterlesen

Südjemen: Jemenitische Regierung soll das Land verlassen

x15-10-16-102413696.jpg.pagespeed.ic.OGD7Ge-In1.jpg

Im Südjemen spitzt sich die Situation zu: Die südjemenitische Unabhängigkeitsregierung rief in der provisorischen Hauptstadt Aden den Notstand aus und ruft die international anerkannte Hadi-Regierung dazu auf, sich innerhalb einer einwöchigen Frist aus Aden und dem Südjemen zurückzuziehen. Ähnlich dem „Bündnis“ zwischen den Houthi-Rebellen und der Saleh-Regierung handelt es sich ursprünglich bei Südjemen und der Hadi-Regierung um Alliierte, dennoch operieren beide Fraktionen im gleichen Einflussgebiet, Südjemen.

In einem veröffentlichten Statement des südjemenitischen Übergangsrates beschuldigte man den derzeitigen Premierminister Ahmed bin Daghr, dass er die zum großen Teile für die derzeit andauernde Hungersnot verantwortlich ist. Bin Daghr veröffentlichte vor etwa Woche einen neuen Haushaltsetat für das Land, nach einer Finanzspritze in Höhe von zwei Milliarden Dollar von Saudi-Arabien handelt es sich um den ersten Etat seit 2014. Die derzeitige korrupte Regierung soll durch eine „Technokratische“ ersetzt werden.

Der Konflikt im südlichen Teil des Landes ist auch ein geopolitischer Streit um Macht zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die VAE unterstützen Südjemen seit Anbeginn ihrer Existenz und schickten bereits selber Truppen nach Aden. Saudi-Arabien hingegen sichert den Halt der Hadi-Regierung, die größtenteils in Riad residiert und aus Islamisten (Islah-Partei) besteht. In Aden kam es zwischen den beiden Seiten bereits zu Kämpfen bei der Kontrolle um den Flughafen und Ölraffinerien. Auf der anderen Seite kooperierten beide in anderen Landesteilen wie an der Westküste gegen die Houthi-Rebellen.

1990 vereinigte sich die Demokratische Volksrepublik Jemen (Südjemen) und Jemenitische Arabische Republik (Nordjemen) zur heutigen Republik Jemen. Dies geschah in erster Linie unter der Führung des Präsidenten von Nordjemen Ali Abdullah Saleh, weshalb bis heute die politischen Eliten aus dem Norden stammen oder zumindest Verbindungen zu ihnen aufweist. Die Vereinigung geschah zu Beginn unter der Hoffnung, auch zwei relativ verschiedene Länder, deren Kulturen, Ressourcen und Menschen zu vereinen.  Doch bald kam es zur Ernüchterung, der Süden fühlte sich hintergangen und es kam 1994 zum Bürgerkrieg. Südjemen verlor jedoch den Konflikt und alle Hoffnungen auf ein föderalistisches System wurden aufgegeben. 2007 gab es zuletzt eine größere Unabhängigkeitsbewegung des Südens, die Hirak-Bewegung die kurz darauf brutal von der Saleh-Regierung niedergeschlagen wurde. Seitdem gab es immer wieder kleinere Proteste, letzten Endes führte aber die Kriegssituation und Entlassung von al-Zubaidi aber erst zur größeren Massenbewegung in Aden.

Südjemen hält erste Nationalversammlung

DRueB5qUQAAAkvP

Die südjemenitische Bewegung konnte am 23. Dezember einen weiteren Schritt in Richtung der eigenen Unabhängigkeit unternehmen. In der provisorischen Hauptstadt Aden kam es erstmals zur Nationalversammlung aller 303 Mitglieder beisammen, um über nähere Schritte zu debattieren. Ebenfalls anwesend waren wichtige Militärs und Stammesführer.

Weiterlesen

Huthi-Rebellen auf dem Rückzug

DRukmuIUEAAEVg4.jpg

Die von den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien unterstützten Soldaten unter dem Banner der Hadi-Regierung und die mit ihnen verbündeten südjemenitischen Unabhängigkeitskämpfer unter dem Namen „Southern Resistance“ konnten neue Gebiete im Südwesten des Landes erobern und die inneroppositionellen Kämpfe zwischen den Houthi-Rebellen und Anhängern des verstorbenen Ex-Präsidenten Abdullah Saleh ausnutzen.

In ihrem Vorstoß unterstützt werden sie ebenfalls von desertierten Truppen unter der ehemaligen Führung von Saleh und von Milizen des Tihama-Stammes. Insgesamt sollen sie etwa 50 Kilometer weiter nördlich entlang der Küste vorgedrungen sein, dabei konnten sie die Stadt und den gesamten Bezirk von al-Khokah erobern. Sie sollen die Grenze der Provinz Zarid erreicht haben. Ziel ist die Eroberung des Hudaydah-Hafens, dem wohl wichtigsten Hafen des Jemens und der Houthis am Roten Meer. Die Houthis sollen sie aber wieder bis nach Hays zurückgeworfen haben, 100 Kilometer von Hudaydah entfernt.

DRt9kPHUMAAdILM.jpg

Kämpfer der „Southern Resistance“ an der westlichen Küste

Andere Erfolge gab es hingegen weit im Norden nahe der saudischen Grenze. Divisionen der Vereinigten Arabischen Emiraten haben die Straße zwischen Saada und Jawf erobert, für die Houthis eine wichtige Schmuggelroute durch die Wüste zum Oman. Die jemenitische Armee unter der Hadi-Regierung konnte ebenfalls mit der inzwischen miteinander kooperierenden islamistischen Islah-Partei neue Eroberungen in der Provinz Marib verzeichnen können. Dort gibt es derzeit intensive Gefechte bei Jabal Raydan bei Bayhan, wo die Houthis viele Scharfschützen positioniert haben. Dennoch sehen sich die Houthi-Rebellen dort aufgrund einer Übermacht zum Rückzug gezwungen.

Die Houthis sind zunehmend militärisch und politisch isoliert, an vielen Fronten ziehen sie sich aufgrund der neuen Bündniskonstellationen zurück.

Erneut Raketenabschuss der Huthis auf Saudi-Arabien

DRaUTKfUEAA88UT.jpg

Die jemenitischen Houthi-Rebellen sollen erneut eine ballistische Rakete eingesetzt haben, um Ziele in der saudischen Hauptstadt Riad anzugreifen. Das Ziel soll angeblich der al-Yamama-Königspalast gewesen sein, wo sich zu dem Zeitpunkt ein Meeting von verschiedenen Mitgliedern des Adelshauses stattgefunden haben soll. Den Houthis nahe stehende Medien sprechen von einem Einsatz einer Burkan H2-Rakete, eine eigens in Jemen produzierte Rakete die vor allem Ähnlichkeit zu iranischen und chinesischen Modellen besitzt. Anderen Angaben zufolge aber wurde die Rakete von der saudischen Luftabwehr erfolgreich zerstört bevor sie ihr Ziel erreichen konnte.

Auch wenn diese Raketenangriffe keine Seltenheit haben sie in ihrer Quantität deutlich zugenommen, vor allem Riad ist davon betroffen. Zuletzt wurde angenommen, dass die Eigenentwicklungen sich vor allem unter der Kontrolle der Armee unter dem inzwischen verstorbenen Ex-Präsidenten Saleh befinden. Scheinbar aber besitzen die Huthis einen Restbestand oder entwickeln selber bzw. können auf Unterstützung des Irans setzen.

Südjemen erobert neue Gebiete

DQb0BDmVwAEZa92.jpg

Die von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützten südjemenitischen Unabhängigkeitskämpfer unter dem Namen „Southern Resistance“ konnten neue Gebiete an der westlichen Küste erobern und die inneroppositionellen Kämpfe zwischen den Houthi-Rebellen und Anhängern des verstorbenen Ex-Präsidenten Abdullah Saleh somit ausnutzen. Damit kommt es nach langer Zeit zu Gebietsveränderungen im jemenitischen Konflikt, wovor nahezu ein Stillstand herrschte.

Einheiten der Southern Resistance sollen insgesamt etwa 50 Kilometer weiter nördlich vorgedrungen sein, dabei konnten sie die Stadt und den gesamten Bezirk von al-Khokah erobern. Sie sollen die Grenze der Provinz Zarid erreicht haben. Unklar ist, ob und inwiefern auch Truppen der Hadi-Regierung involviert waren, die von Saudi-Arabien und seinen Verbündeten unterstützt wird. Ebenfalls gibt es Gerüchte über eine Beteiligung von Saleh-Loyalisten, die zuvor über das Gebiet herrschten.