Südjemen erobert neue Gebiete

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Die von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützten südjemenitischen Unabhängigkeitskämpfer unter dem Namen „Southern Resistance“ konnten neue Gebiete an der westlichen Küste erobern und die inneroppositionellen Kämpfe zwischen den Houthi-Rebellen und Anhängern des verstorbenen Ex-Präsidenten Abdullah Saleh somit ausnutzen. Damit kommt es nach langer Zeit zu Gebietsveränderungen im jemenitischen Konflikt, wovor nahezu ein Stillstand herrschte.

Einheiten der Southern Resistance sollen insgesamt etwa 50 Kilometer weiter nördlich vorgedrungen sein, dabei konnten sie die Stadt und den gesamten Bezirk von al-Khokah erobern. Sie sollen die Grenze der Provinz Zarid erreicht haben. Unklar ist, ob und inwiefern auch Truppen der Hadi-Regierung involviert waren, die von Saudi-Arabien und seinen Verbündeten unterstützt wird. Ebenfalls gibt es Gerüchte über eine Beteiligung von Saleh-Loyalisten, die zuvor über das Gebiet herrschten.

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Massendemonstration der Huthis in Sanaa, Lage beruhigt sich

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Von Saudi-Arabien zerstörter Präsidentenpalast 

Die Situation in der jemenitischen Haupt- und Millionenstadt Sanaa hat sich beruhigt, nachdem nach tagelangen Kämpfen zwischen den Houthi-Rebellen und Teilen der jemenitischen Armee unter dem getöteten Ex-Präsidenten Abdullah Saleh die Houthis als relativ siegreich hervorgingen. Während die Bodenkämpfe endeten, intensiviert Saudi-Arabien seine Luftschläge auf die Großstadt und attackierte ebenfalls den „Präsidentenpalast“ im Zentrum der Stadt, wovon ebenfalls umliegende Häuser getroffen wurden. Weite Teile der Stadt befinden sich unter der Kontrolle der Houthis, mehrere Checkpoints wurden errichtet.

Derweil reden Medienkanäle der Houthis ebenfalls von einem Sieg über die „Verschwörung ausländischer Mächte“ zur Beendigung der jemenitischen Revolution. In dem Zusammenhang rief das Fernsehen zu einer Massendemonstration am Dienstag auf. Veröffentlichte Bilder zeigen auch Tausende an Beteiligten, dennoch scheint die Zahl nicht den riesigen Protesten zu entsprechen, wie sie es vor wenigen Monaten gegen Saudi-Arabien und für das Bündnis zwischen Houthis und Saleh gab.

Nachdem Saleh durch einen bisher nicht gänzlich geklärten Überfall getötet wurde (Manche sprechen auch von einer Entführung aus seinem Haus in Sanaa um dann demonstrativ einen Überfall auf ein einzelnes Auto in der Wüste südlich von Sanaa zu inszenieren), wurden weitere Familienmitglieder gefunden und getötet. Darunter fallen die Söhne Khalid, Midian und Tarek Saleh

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Houthi-Demonstration in Sanaa

Kämpfe in Sanaa dauern an

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T-72 der Houthi-Rebellen auf den Straßen Sanaas

 

In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa kommt es am vierten Tag in Folge zu schweren Kämpfen zwischen den ehemaligen Verbündeten der Houthi-Rebellen und der jemenitischen Armee unter dem ehemaligen Präsidenten Abdullah Saleh. Im Gegensatz zu den vorherigen Tagen konnten die Houthis die dominierende Rolle in der Millionenstadt einnehmen, ebenfalls kommt es zu Gefechten in anderen Städten Nordjemens.

Die Stadt wirkt wie verlassen, die ansonsten belebten Straßen sind wie leer gefegt, es gibt nur wenige Indizien dafür dass es sich um eine Großstadt von über zwei Millionen Einwohnern handelt. Der Kampf zwischen Houthi-Kämpfern und Saleh-Verbündeten ist in vollem Gange, die Houthis setzen schwere Artillerie und Panzer ein, Saleh kann auf die Unterstützung saudischer Luftschläge zählen, die angeblich mehrere Konvois der Houthi-Kämpfer in Richtung Sanaa zerstört haben sollen.

Die Houthis konzentrieren sich derweil auf Medienhäuser und ranghohe Mitglieder der Saleh-Regierung. Scheinbar für einen solchen Vorfall vorgeplant verhafteten sie viele Stammesführer und GPC (Saleh-Regierung)-Politiker in ihren Wohnungen in Sanaa. Darunter fallen auch neutrale Sheikhs/Stammesanführer, die Houthis versuchen seit Jahren das jahrtausendealte Stammessystem aufzulösen. Demonstrativ sprengten sie auch daraufhin die Häuser dieser Anführer, z.B. vom al-Zurqaa-Stamm. Ebenfalls wurden viele Internetseiten und Fernsehkanäle in der Stadt überfallen, darunter auch die „Yemen Today“-Station. Das Internet ist größtenteils blockiert, viele übernommene Sender übertragen Houthi-Propaganda, Andere wurden gänzlich ausgeschaltet.

Intensive Kämpfe finden derzeit nahe dem Diplomatenviertel statt, wo viele Einheiten der jemenitischen Armee hin kommandiert wurden. Weitere, wichtige Mitglieder von Saleh sollen sich dort aufhalten. Saleh scheint sich aber nicht mehr in Sanaa aufzuhalten, sein Unterschlupf in einem Büro einer palästinensischen Nichtregierungsorganisation wurde bereits zerstört.

Neben dem Tod des jemenitischen Präsidenten Saleh dominiert damit ganz klar die Houthi-Fraktion den derzeitig andauernden Bürgerkrieg im Bürgerkrieg. DQJJgscXkAUruFo.jpg

Stadtzentrum von Hajja

An anderen Fronten konnten die Houthis ebenfalls Siege erringen. Sie konnten die Stadt Hajja vollständig unter ihre Kontrolle bringen und sich dem Heimatort Saleh’s und der elitären „Republikanischen Garde“ annähern. Damit hat sich Saleh maßlos in seinen Chancen überschätzt, die beschränkte Unterstützung Saudi-Arabiens in Form von Luftschlägen konnten nicht den Vorstoß der Houthis aufhalten.

Ex-Präsident Saleh im Jemen getötet

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Die größte Wende im jemenitischen Konflikt: Der jemenitische Ex-Präsident Abdullah Saleh wurde von den ehemaligen Verbündeten der Houthi-Rebellen getötet. Saleh und seine Fraktion unter der Herrschaft der GPC-Regierung und desertierte Fraktionen der jemenitischen Armee wurde in der Vergangenheit als der größte Sieger des Konfliktes betrachtet, nachdem er vor einigen Jahren von den Houthis aus dem Amt gejagt und durch seine rechte Hand Hadi ersetzt wurde. Infolge dessen ging man eine Zweckbündnis mit den Houthis ein, um Hadi zu stürzen.

Es kam immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten und machtpolitischen Zerwürfnissen zwischen den beiden Seiten, zuletzt waren die Houthis von Saleh’s Forderungen empört, als er versucht hat Kontakt mit Saudi-Arabien, dem Erzfeind, aufzunehmen. Daraus folgend kam es zu Kämpfen zwischen den beiden uneinigen Seiten, dessen Rhetorik im Gegensatz zu vorherigen Vorfällen tatsächlich auf einen „finalen Endkampf“ hindeuteten. Resultierend daraus starb Saleh in der Hauptstadt Sanaa.

Derzeit ist unklar was sein Tod nun für den Konflikt in Jemen bedeutet. Aus den inneroppositionellen Gefechten zwischen Saleh und Houthi gehen damit eindeutig die Houthis siegreich hervor. Durch seine jahrzehntelange Erfahrung und Ränkeschmieden wird er ein unersetzbarer Verlust für die Saleh-Fraktion darstellen, die nun keine führende Figur mehr besitzen.

Abdullah Saleh war seit 1978 Präsident Nordjemens und nach Vereinigung bis 2012 Präsident des gesamten Landes. Danach musste nach landesweiten Protesten gegen seine diktatorische Rolle Zugeständnisse darbieten und eine Wahl ankündigen, in der der einzige wählbare Kandidat Abed Rabbo Mansur Hadi. seine ehemalige rechte Hand, war. 2014 verbündete er sich mit den Houthis, um seine Macht wieder zu gewinnen.

Huthis attackieren Kernkraftwerk in den Vereinigten Arabischen Emiraten

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Ein Pressesprecher der jemenitischen Houthi-Rebellen bzw. Ansar Allah hat behauptet, dass man das Kernkraftwerk „Barakah“ in den Vereinigten Arabischen Emiraten getroffen hat. Dieser Angriff soll mithilfe einer Cruise-Missile erfolgt sein. Das Kraftwerk befindet sich mehrere Kilometer westlich der Stadt al-Ruways am südlichen Ende des Landes. Das erste Kernkraftwerk des Landes befindet sich derzeit noch im Aufbau und ist fast vollständig betriebsbereit.

Die Geschichte ist zum momentanen Zeitpunkt relativ unwahrscheinlich weil es bisher keinerlei Informationen gab, dass irgendeine Fraktion im Jemen Cruise-Missiles besitzen würde. Außerdem verfügt lediglich die jemenitische Armee unter dem ehemaligen Präsidenten Saleh über derartige Raketen mit ausreichender Reichweite (1600 Kilometer), seit einigen Tagen aber kommt es zu intensiven Kämpfen zwischen diesen ehemaligen Verbündeten.

Die Wende im Jemen

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Houthi-Demonstration vor der Saleh-Moschee

Im Norden des Jemens kommt es seit Tagen zu schweren Kämpfen zwischen den ehemaligen „Verbündeten“ der Houthi-Rebellen und der Restregierung des ehemaligen jemenitischen Präsidenten Abdullah Saleh. In letzter Zeit kam es zwischen den beiden Fraktionen zu Meinungsverschiedenheiten und machtpolitischen Differenzen, die letztendlich in brutale Kämpfe mit mehreren Toten führten. Besonders davon betroffen sind die Millionen Menschen in Sanaa, der faktische Hauptstadt des Landes. Dieses Ereignis ist wohl die größte Wende in dem Konflikt, die den Krieg zugunsten von Saleh und Saudi-Arabien entwickeln würde.

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Saudi-Arabien hebt Belagerung Jemens teilweise auf

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Aufgrund internationalen Drucks sieht sich Saudi-Arabien gewillt, die Belagerung jemenitischer Infrastrukturen wie Häfen und Flughäfen aufzuheben. Die Vereinten Nationen einigten sich mit der von Saudi-Arabien dominierten Koalition, Transport- und Passagierflüge zum Flughafen Sanaa zu erlauben, die faktische Hauptstadt des Landes, welche sich unter der Kontrolle der rivalisierenden Houthi-Rebellen und Saleh-Regierung befindet. Ein Flugzeug von UNICEF soll den Flughafen bereits mit 15 Tonnen an Medizin gegen Kinderlähmung erreicht haben.

Ebenfalls soll der große jemenitische Hafen in Hudaydah eröffnet werden, vor dem Krieg der wichtigste Hafen am toten Meer. Trotz mehrfacher Ankündigungen in den letzten zwei Wochen bleibt er aber weiterhin geschlossen. Mehrere Schiffe mit Ladungen an Lebensmitteln sollen bereitstehen.

Nach dem letzten Raketenangriff jemenitischer Truppen auf die saudische Hauptstadt Riad mithilfe einer ballistischen Mittelstreckenrakete intensivierte Saudi-Arabien die Belagerung des Landes und schloss mehrere Häfen, durch Hudaydah soll angeblich die benutzte Rakete aus dem Iran geschmuggelt worden sein. Selbst die Gebiete der Saudi-Arabien nahe stehenden Hadi-Regierung sind davon betroffen. Insgesamt findet im Jemen die größte humanitäre Katastrophe statt, das ansonsten bereits sehr arme Land benötigt internationale Unterstützung in Form von Medizin und Nahrung für etwa 7 Millionen Menschen, wie die UN behauptet. Neben dem Choleraausbruch mit über 2.000 Toten gibt es neuerdings ebenfalls dutzende Vorfälle von Kinderlähmung, die bereits Mehreren das Leben kostete.