Mysteriöse Gruppe im Irak verursacht Anschläge

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Die mysteriöse Gruppierung im Nordosten des Iraks scheint erstmals in Aktion getreten zu sein und attackierte mehrere Dörfer und die turkmenische Stadt Tuz Khurmatu mit Raketen. Derweil ziehen irakische Streitkräfte und verbündete Milizen ihre Truppen in der Region zusammen um gegen die Gruppe vorzugehen, dessen Ziele und Ideologie nahezu unbekannt sind.

Mit ihren weißen Flaggen und einem schwarzen Löwenkopf wurde sie von Bewohnern als „Weiße Fahnen“ getauft. So unbekannt wie ihr Name ist auch ihre Intention. Die Gerüchte reichen von einem Nachfolger des Islamischen Staates, von Ansar al-Islam oder einer kurdisch-islamistischen Fraktion unter dem Banner des kurdischen Präsidenten Bahrzani.

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Mysteriöse Gruppe im Irak aufgetaucht

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Im Nordosten des Iraks ist Augenzeugenberichten zufolge eine mysteriöse Gruppierung aufgetaucht, die 200 bis 500 Mitglieder zählt und verschiedensten Fraktionen angehören soll. Diese Angaben reichen von einem neuen „Islamischen Staat“ aus ehemaligen Mitgliedern bis Verbündete des Irans, die die kurdische Peschmerga bekämpfen wollen. Niemand weiß genau, wer sie sind und woher sie kommen.

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Selbstmordanschläge in Kirkuk

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Im Zentrum der nordirakischen Stadt Kirkuk kam es bisher zu mindestens zwei Anschlägen, die von Selbstmordattentätern ausgeführt wurden. Beide Explosionen waren eng beieinander, Einer sprengte sich vor einer Moschee und ein Weiterer vor einem Büro der schiitischen „Peace Brigade“-Miliz in die Luft. Derzeitige Berichte sprechen von etwa acht getöteten Zivilisten. Der Anwohner Hussain Mohammed Zain Al-Abadeen konnte einen Angreifer mit seinem Auto überfahren und damit größeren Schaden verhindern. Zum momentanen Zeitpunkt bekannte sich der Islamische Staat nicht zu den Vorfällen, aber er gilt als wahrscheinlichsten Verursacher.

Zuletzt kam es im Oktober 2016 zu Vorfällen in Kirkuk, wo mehrere Schläferzellen des IS mehrere Gebäude und Institutionen in der Stadt eroberten. Erst mit der Unterstützung von Spezialeinheiten der irakischen Armee konnte die Peschmerga den IS aus Kirkuk vertreiben.

Übergriffe auf kurdische Journalisten und Oppositionspartei – ein Toter

Mehrere Büros der kurdischen Oppositionspartei „Gorran“ wurden in der letzten Nacht angegriffen und in Brand gesteckt, nachdem sich der Abgeordnete Raboun Marouf in einer Rede vor dem Parlament negativ über den derzeitig amtierenden Präsidenten Masoud Bahrzani äußerte. Bereits dort verdrängten andere Parlamentarier und Journalisten ihn vom Rednerpult, es gab verbale Streitigkeiten.

Am späteren Abend eskalierte die Situation wieder, erneut war Marouf davon betroffen. Nachdem ein wütender Mob von Bahrzani-Unterstützern das Parlament stürmte musste er und weitere Gorran-Abgeordnete sich verbarrikadieren und mehrere Stunden ohne Hilfe ausharren. Eigenen Aussagen zufolge prügelten 10 bis 15 Demonstranten für eine Stunde auf ihn ein, da er sich nicht für seine Kritik gegenüber Bahrzani entschuldigen wollte. Beweise gibt es bisher nicht dafür. Nach vier Stunden konnten alle Parteiabgeordnete gerettet werden.

Währenddessen steckten Unbekannte mehrere Büros der Oppositionspartei in Brand, darunter die Gebäude in Zahko und Duhok. Der irakisch-kurdische TV-Sender NRT wurde ebenfalls angegriffen, mehrere Fenster wurden eingeschlagen.

Ebenfalls getroffen hat es die rivalisierende „Patriotische Union Kurdistan“, zusammen mit der KDP von Bahrzani die beiden großen Parteien in Kurdistan, die von ihren jeweiligen Familien gelenkt werden.In Duhok wurde ebenfalls ein Parteigebäude und eine Radiostation zerstört und ausgeraubt. Die PUK hat gute Beziehungen zum Iran und soll geheime Deals mit der irakischen Regierung beschlossen haben, wodurch die Peschmerga der PUK sich aus Kirkuk zurückgezogen hatte.

Der größte Vorfall war jedoch der Tod eines Kameramannes, der von einer unbekannten Person mit einem Schwert erstochen wurde. Der 54-jährige Arkhan Sharif wurde demnach im Süden der Provinz Kirkuk bei Daquq getötet. Vier weitere Personen sollen seine Familie für mehrere Stunden festgehalten haben. Derzeit ist ungeklärt, ob hier ein Zusammenhang zu den sonstigen Vorfällen im irakischen Kurdistan gibt.

Seit dem Unabhängigkeitsreferendum des irakischen Kurdistans und des bis dato andauernden und erfolgreichen Rückeroberungsfeldzuges der irakischen Armee von der seit 2014 durch kurdische Streitkräfte besetzten Territoriums im Norden des Landes ist die Situation im Land äußerst kritisch, da verschiedene Interessengruppen Andere für das Versagen schuldig machen. Hinzu kommt der Rücktritt des Präsidenten Bahrzani ab dem 1. November.

 

Irakische Armee 40km von kurdischer Hauptstadt entfernt

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Die Operationen der irakischen Streitkräfte und verbündeter Gruppierungen in der Provinz Kirkuk konnten einen neuen Teilsieg erringen, nachdem Einheiten der irakischen Armee und Hashd al-Shaabi die mehrheitlich turkmenische Stadt Altun Kopri (turkmenisch für „Goldene Brücke“) an der Grenze zur Provinz Erbil erobern konnten. Damit befinden sie sich nur noch 40 Kilometer von der kurdischen Hauptstadt Erbil entfernt. Dennoch sind weitere Vorstöße in diese Richtung unwahrscheinlich.

Die irakischen Kampfverbände und verschiedenen Milizen unter dem Dachverband der „Volksmobilisierungseinheiten“ bzw. Hashd al-Shaabi starteten ihre Operation vom Militärflughafen in Kirkuk und der weiter westlich gelegenen Stadt Dibis. Es gab diverse Berichte über einige Feuergefechte, auch vom Einsatz von Artillerie. Dennoch zog sich die Peschmerga ähnlich schnell zurück wie überall sonst, ebenfalls ziemlich unorganisiert. Scheinbar konnten allerlei Waffen wie Artillerie und Mörser in der Nähe der Stadt erobert werden. Die Peschmerga selber gibt an, mindestens 10 Humvees und mehrere Panzer (auch mit der Unterstützung deutscher Waffen) zerstört zu haben, Beweise gibt es dafür nicht.

Dennoch sind weitere Operationen in der Umgebung unwahrscheinlich, da der irakische Premierminister Haidar al-Abadi bereits angekündigt hat, an den rechtlichen Grenzen des irakischen Kurdistans anzuhalten und nicht weiter vorzudringen. Ausnahme sei es dennoch, wenn irakische Einheiten von diesem Territorium aus beschossen und angegriffen werden. Die zukünftigen Kämpfe zwischen der Peschmerga und irakischer Armee werden wohl eher nahe der iranischen Grenze und bei Mossul stattfinden.

Die Stadt Altun Kopri mit ihren 10.000 Einwohnern fast exakt zwischen Kirkuk und Erbin, etwa 35km nordwestlich von Kirkuk und 40km südlich von Kirkuk. Ihnen trennt der Zab-Fluss, der zugleich die administrative Grenze zwischen den beiden gleichnamigen Provinzen bildet. Kurz vor ihren Abzug zerstörte die Peschmerga die Hindi-Brücke über den Fluss.

 

 

Irakische Armee erobert Kirkuk an einem Tag

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Peschmerga-Statue in Kirkuk unter der Kontrolle der Armee

Die irakische Armee und verbündete Milizen konnten die nordirakische Großstadt Kirkuk nach einer eintägigen Operation vollständig erobern und sichern. Nach etwa 15 Stunden konnte die irakische Zentralregierung damit ihren ersten Sieg gegen die kurdische Regierung unter dem Diktator Bahrzani erringen und die Peschmerga zur Massenflucht bringen. Es kam kaum zu Kämpfen.

Für die irakischen Streitkräfte ist es ein bedeutender Sieg, die noch 2014 vollkommen schwache und unorganisierte Armee konnte die Peschmerga innerhalb eines Tages zur Flucht zwingen, in dem von kurdischen Medien selbst ernannten „Jerusalem der Kurden“ unter der Kontrolle der Armee, die noch 2014 erheblichen Widerstand gegen den Islamischen Staat einnahm und die Rolle spielte, die die irakische Armee heute einnimmt.

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Einwohner Kirkuks feiern die Ankunft irakischer Soldaten

Involviert waren neben regulären Einheiten auch Spezialkräfte wie z.B. die „Goldene Division“ oder die „Terrorbekämpfungseinheit“. Eine kleinere Rolle nahmen die medial inflationär dargestellten „schiitisch-iranischen Milizen“ aka Hashd al-Shaabi bzw. die „Volksverteidigungseinheiten“ ein, die Feuerschutz vor allem im Westen der Region geboten haben und von den schiitischen Turkmenen in Kirkuk und Taza Khumantu gefeiert wurden. Ebenfalls aktiv waren Polizeistreitkräfte unter dem Kommando der irakischen Armee.

Die Operation gehört wohl insgesamt zu den Unblutigsten in der Geschichte der Armee. Die Rede ist von zehn bis zwanzig getöteten Peschmerga-Kämpfern südlich von Kirkuk, nachdem sie einen Konvoi der Armee überfallen haben. Die Armee selber vermeldet bisher keinen einzigen Verlust. Die kurdische Regierung beschuldigt die irakische Regierung ebenfalls an den Mord von mehreren Zivilisten, die bisher aber noch nicht identifiziert werden konnten. Kurdischen Medien zufolge verlor die Armee mehrere Humvees, die Peschmerga verlor mindestens drei Panzer und dutzende Fahrzeuge die bei der Flucht verlassen wurden.

Bedeutende Erfolge in der Stadt selber ist die Eroberung der größten Statue im Nahen Osten, die in 2014 errichtete Peschmerga-Statue im Norden der Stadt, die besondere Symbolik besitzt. Ebenfalls konnte das Regierungsgebäude der Provinz Kirkuk gesichert werden. Noch vor einen Tag schwor der Gouverneur, die Stadt bis zum letzten Mann verteidigen zu wollen. Einen Tag später floh er.

Viele Zivilisten nahmen an der kurdischen Mobilisierung teil, lediglich mit einer Ak-47 (aber auch deutsche G-36-Gewehre wurden gesehen) ausgerüstete Zivilisten attackierten den K1-Luftwaffenstützpunkt nordwestlich von Kirkuk, welcher damals unter der Kontrolle von irakischen Spezialeinheiten stand. Unterstützt wurden diese Zivilisten vor allem durch die PKK, die ebenfalls zu einer Massenmobilisierung aufriefen und selber einige Kämpfer und Fahrzeuge in der Stadt zur Verfügung hatten.

Die tausenden Soldaten der (KDP-)Peschmerga hingegen traten bereits bei dem ersten Antreffen irakischer Truppen den Rückzug an, viele Soldaten wurden von den Bewohnern mit Steinen beworfen und beleidigt. Peschmerga-Einheiten der politischen Partei PUK zogen sich bereits heute früh zurück, wahrscheinlich hatten sie mehrere Vereinbarungen mit der irakischen Regierung. Dabei nahmen sie auch allerlei Kriegsgerät mit. Insgesamt gleichte der Rückzug der Peschmerga einem großen unorganisierten Haufen, viele Zivilisten haben mehr Mut beweisen und sogar versucht Fahrzeuge der Peschmerga gewaltsam bei ihrer Flucht aufzuhalten.

Tausende Zivilisten sind währenddessen auf der Flucht, mehrheitlich in Richtung der kurdischen Hauptstadt Erbil. Die verbliebenen Einwohner scheinen die Armee willkommen zu heißen und zelebrieren sogar ihren Sieg. Kirkuk hat keine deutliche Mehrheit und bedeutende Präsenzen von Arabern und Turkmenen.

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Neben der Stadt selber wurden viele umliegende Gebiete erobert, darunter die mehrheitlich turkmenische Stadt Taza Khumantu etwa zehn Kilometer südlich von Kirkuk. Aber auch wichtige Infrastruktur wurde gesichert, darunter mehrere Ölfelder wie Babagurgur nordwestlich und den K1-Luftwaffenstützpunkt und den Flughafen von Kirkuk. Höchst wahrscheinlich werden noch weitere Gebiete und Ortschaften westlich von Kirkuk erobert. Doch wahrscheinlich werden die irakischen Streitkräfte nicht nur in Kirkuk, sondern in den ganzen, umkämpften Gebieten operieren. Zukünftige Offensiven könnten im vom PKK dominierten Sinjar oder von Assyrern dominierten Nirnaweh-Feldern bei Mossul geben.

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Teilweise entfernen irakische Einheiten bereits Propagandaplakate und Poster von Bahrzani

Im Zuge des Referendum für die Unabhängigkeit des irakischen Kurdistans im September unter dem Diktator Bahrzani eskalierten die Beziehungen zur Regierung in Bagdad. Die relativ ölreiche Provinz Kirkuk befindet sich seit 2014 unter der Kontrolle der Peschmerga, nachdem sie von dort den Islamischen Staat vertrieben hat. Kirkuk und viele weitere Orte gehören damit nicht zum de jure-Territorium des irakischen Kurdistans.

Irakische Armee betritt Kirkuk

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Irakischer Konvoi in Kirkuk

Einheiten der irakischen Armee und verbündeter Milizen konnten in den vergangenen Stunden von mehreren Himmelsrichtungen aus die Großstadt Kirkuk in der gleichnamigen Provinz betreten und einige Punkte erobern. Bisher ist es noch nicht gänzlich geklärt, ob die Stadt selber das Ziel der irakischen Operation ist oder doch nur die relevante Infrastruktur und Ölfelder in der Region. Es gibt auch die ersten Berichte über Verluste, die Peschmerga soll bisher zehn Kämpfer verloren haben, ebenfalls wurden angeblich eine unbestimmte Anzahl an Zivilisten durch die irakische Armee getötet.

Vereinzelt stoßen die irakischen Streitkräfte auf Widerstand, vor allem bewaffnete Zivilisten und einige Kämpfer der PKK sollen in der Stadt aktiv sein. Visuelle Beweise zeigen Eroberungen in den nördlichen Vierteln Arawa und Raheem, wo sich die bekannte Peschmerga-Statue am Verkehrsdreieck zwischen Erbil und Suleymani befindet. Ebenfalls wurden die Eingänge zum Viertel „1. Juni“ erobert, einigen unbestätigten Berichten zufolge befindet sich die Armee lediglich einen Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, was jedoch eher unwahrscheinlich erscheint. Der Strom soll gekappt worden sein.

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Zivilisten flüchten aus Kirkuk

Währenddessen fliehen tausende Zivilisten aus der Stadt, die Meisten zur Hauptstadt des irakischen Kurdistans, Erbil. Unter den Zivilisten finden sich auch weitere Peschmerga-Kämpfer, die seit Anbeginn der Offensive völlig demoralisiert sind. Viele Kämpfer fühlen sich von den internationalen Mächten, vor allem der USA und Israel, verraten. Die Peschmerga der politischen Partei PUK verkündete bereits heute früh ihren Abzug aus Kirkuk, wahrscheinlich existiert ein Deal mit der irakischen Zentralregierung. Diese nahmen auch Einiges an Kriegsgerät mit, darunter wurde eine Haubitze von den Peschmergakräften der KDP (herrschende Partei) beschlagnahmt. Möglicherweise kam es bereits zu Reibereien zwischen den beiden Seiten. Einige Einheiten der PUK-Peschmerga wurden von Einwohnern auf ihrem Rückweg mit Steinen beworfen.

Im Zuge des Referendum für die Unabhängigkeit des irakischen Kurdistans im September unter dem Diktator Bahrzani eskalierten die Beziehungen zur Regierung in Bagdad. Die relativ ölreiche Provinz Kirkuk befindet sich seit 2014 unter der Kontrolle der Peschmerga, nachdem sie von dort den Islamischen Staat vertrieben hat. Kirkuk und viele weitere Orte gehören damit nicht zum de jure-Territorium des irakischen Kurdistans.