Kämpfe in Libyens Hauptstadt bedrohen die Regierung

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In der libyschen Hauptstadt Tripolis ist die militärische Lage nach einer monatelangen Ruhephase erneut eskaliert. Verschiedene Milizen brachen im Süden der Großstadt die noch kurz zuvor ausgehandelte Waffenruhe zwischen Stammesführern, Milizenführern und der sogenannten „Einheitsregierung“ unter dem Präsidenten Faiez Sarraj, die vom Westen als offizielle Regierung Libyens anerkannt wird, aber in Wirklichkeit kaum einen wichtigen Faktor in der Politik spielt. Der Ausbruch neuer Gefechte inmitten des „Regierungssitzes“ ist ein weiterer Ausdruck dieser Unfähigkeit, die eigenen Milizen unter Kontrolle halten zu können. Nach über einer Woche scheint aber immerhin die Gefahr eines Militärputsches gebannt zu sein.

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Neue Kämpfe um Libyens „Ölhalbmond“

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Die feindliche Miliz konnte 21 Militärfahrzeuge in der Stadt Rasu Lainuf erbeuten

Im Zentrum Libyens liegt die rohstoffreichste Region des Landes, der sogenannte „Ölhalbmond“, welcher zum momentanen Zeitpunkt unter der Kontrolle der ostlibyschen Regierung in Tobruk steht. An dessen Spitze steht der militärische Anführer der „Libyschen Nationalarmee“, Kahlifa Haftar, welcher als der mächtigste Mann in Libyen gilt. Dort kam es nun nach monatelanger Ruhe wieder zum Ausbruch schwerer Gefechte zwischen einer örtlichen Miliz und den Streitkräften der Libyschen Nationalarmee. Der Handel mit Erdöl ist in vielen Orten dadurch zum Erliegen gekommen, dem ohnehin vom Krieg zerütteten Land drohen weitere Verluste.

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Libysche Nationalarmee attackiert Islamistenhochburg

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Die unter dem Kommando der westlibyschen Tobruk-Regierung stehende „Libysche Nationalarmee“ startete vor etwa zwei Wochen eine neue Operation zur Eroberung der westlibyschen Küstenstadt Derna. Derna befindet sich unter der Kontrolle eines dschihadistischen „Shura-Rats“, der intensive Beziehungen mit al-Qaida pflegt und auch einst eine Präsenz des Islamischen Staates besaß, diese IS-Anhänger jedoch in Folge von Attentaten in Ungnade gefallen sind. Neben Basis von islamistischen Extremisten gilt die Stadt ebenfalls ein essentielles Teil des Menschenschmuggels und -handels.

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Libyens mächtigster Mann ist tot

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Der libysche Militärkommandant und Anführer der „Libyschen Nationalarmee“ (LNA) Khalifah Haftar ist scheinbar in einem parisischen Krankenhaus gestorben, nachdem er vor zwei Tagen wegen eines Schlaganfalls von Jordanien nach Frankreich transportiert wurde. LNA-nahe stehende Quellen sprechen hingegen von der erfolgreichen Genesung und Rückkehr Haftars nach Benghazi im Nordosten des Landes, während Andere behaupten dass er nie einen Schlaganfall erlitten hatte. Trotz des offiziel klingenden Namens ist die Nationalarmee lediglich ein Zusammenschluss etlicher Milizen und Überresten der damaligen libyschen Armee unter Muhammar Ghaddafi, dessen Kontrollgebiet sich hauptsächlich auf die östliche Seite des Landes erstreckt und ihren politischen Sitz in Tobruk hat.

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Haftar: Libysche Einigungsversuche sind gescheitert

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Khalifah Haftar, Generalkommandant der „libyschen Nationalarmee“ unter dem Kommando der ostlibyschen Tobruk-Regierung, erklärte in einer Fernsehrede an die libysche Bevölkerung den Ablauf der „libyschen politischen Einigung“, einem von der UN im Jahre 2015 bekräftigten Vertrag zwischen verschiedenen Mächten in Libyen, die die Schaffung eines gemeinsamen administrativen Körpers und kommende Wahlen ermöglichen sollte. Die Frist ist mit zwei Jahren am 17. Dezember damit offiziell ausgelaufen, die dadurch erschaffene Regierung der „nationalen Vereinigung“ würde damit aufgelöst werden.

Haftar zufolge soll die libysche Nationalarmee die letzten zwei Jahre eng mit der UN und internationalen Partnern gearbeitet haben, um eine Einigung für ganz Libyen zu erzielen. Dennoch gab es in den in dem Zeitraum keinerlei Fortschritte. Die Armee wird nur noch Befehle von den Institutionen entgegennehmen, die von der libyschen Bevölkerung durch Wahlen legitimiert ist. Vor mehreren Monaten war Haftar aufgrund internationalen Drucks gezwungen, seine Armee unter der Aufsicht der nationalen Vereinigung zu stellen.

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IS attackiert Militärkontrollpunkt in Libyen

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Ein militärischer Kontrollpunkt der „Libyschen Nationalarmee“ unter Kalifah Haftar wurde im Norden des Landes vom Islamischen Staat angegriffen und überfallen. Dieser Angriff fand etwa 60 Kilometer südwestlich der Küstenstadt Ajdabiya statt, zusammen mit dem nahe gelegenen Sirte eine ehemalige Hochburg des IS im Land, bevor er von der Nationalarmee vertrieben wurde. Das dortige Magaryaf-Krankenhaus bestätigte den Tod von zwei Soldaten am Checkpoint.

Die Soldaten der 152. Infanteriebrigade vom „Checkpoint 60“ sollen von drei Pick-Ups angegriffen worden sein. Nach einem kurzen Feuergefecht sollen die IS-Kämpfer den Kontrollpunkt in Brand gesteckt und viele Waffen erobert haben. Angeblich wurden vier weitere Soldaten verletzt und Einer enthauptet.

Hierbei handelt es sich um den dritten Angriff des Islamischen Staates auf die „Libysche Nationalarmee“, welcher unter Khalifa Haftar der Tobruk-Regierung im Osten des Landes untersteht und vor allem Unterstützung von Ägypten, Russland und Frankreich genießt. Diese Operation bestätigt erneut das Comeback des IS in der von ihr getauften Provinz „Wilayat al-Barqah“ dar, der nach über einjähriger Abwesenheit immer wieder Überfälle und die Errichtung von Checkpoints in der Wüstenregion südlich von Sirte durchführt.

Comeback des Islamischen Staates in Libyen

Der Islamische Staat scheint nach Libyen, vom IS „Wilayat al-Barqah“ genannt, zurückzukehren und erstmals seit einer fast 400 Tagen langer, medialer Inaktivität ein Propagandavideo veröffentlicht zu haben. Das Video zeigt die derzeitigen Facetten des IS in dem Land, welches offiziell kein Land kontrolliert aber Checkpoints entlang von wichtigen Straßen errichtet hat.

Besonderen Einfluss hat es südlich von Sirte, einst die Hochburg des Islamischen Staates bevor die von Russland und Ägypten unterstützte „Libysche Nationalarmee“ von Khalifa Haftar den IS vertrieb. Weitergehend zeigt das Video mehrere Angriffe auf Checkpoints der Nationalarmee, wo sie mindestens sieben Soldaten und zwei Zivilisten tötete, mehrere davon wurden enthauptet. Zum islamischen Opferfest „kaperten“ sie eine Moschee in einem kleinen Dorf südwestlich von Sirte, welches propagandistisch aufbereitet wird.

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Außerdem sind erstmals Techniken zu sehen, die im Irak eingesetzt und perfektioniert wurden: Drohneneinsätze und koordinierte SVBIED-Angriffe. SVBIED’s sind mit Sprengstoff ausgerüstete, zumeist gepanzerte Fahrzeuge, die von einem Selbstmordattentäter gefahren werden und vom Fahrer manuell entzündet werden (siehe Bild). Nebenbei sieht man noch die üblichen Pick-Up-Konvois in der Wüste und einige Höhlen als improvisierte Munitionslager.

In jedem Falle zeigt das Video ein deutliches Comeback des IS im vom Krieg zerstörten und geteilten Land, auch wenn er nie gänzlich verschwunden war. Die Checkpoints und der Einsatz schwerer Waffen sprechen aber für einen wesentlich höhere Angriffsbereitschaft möglicherweise mit dem Ziel, dauerhaft Gebiet kontrollieren zu wollen.