Schwere Kämpfe zwischen syrischer Armee und Islamischen Staat in Damaskus

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Im südlichen Teil der syrischen Hauptstadt finden seit Tagen intensive Gefechte zwischen dem Islamischen Staat und der Syrisch-Arabischen Armee und weiteren Verbündeten statt, die auf beiden Seiten für Verluste sorgen und die Millionenstadt erneut wieder in Kämpfen verwickelt, kurz nachdem die Operation in der von der Opposition gehaltenen Enklave Ost-Ghouta erfolgreich abgeschlossen war. Mit der Unterstützung der syrischen und russischen Luftstreitkräfte konnte die Armee an mehreren Fronten vorrücken, jedoch stoßen sie dabei auf erbittertem Widerstand der Terrororganisation.

Die semi-offizielle IS-Nachrichtenagentur AMAQ berichtet alleine in den ersten Tagen von etwa 300 Luftangriffen, wobei auch Russland besonders involviert ist. Neben Russland und der syrischen Armee sind auch weitere Milizen präsent, darunter Liwa al-Quds aus Aleppo, die pan-arabischen Baath-Brigaden, die irakische „Imam Hussein“-Brigade oder die palästinensische Befreiungsarmee. Hier gibt es einen enormen Kontrast zur Offensive in Ost-Ghouta, wo fast ausschließlich nur die syrische Armee eingesetzt wurde. Zudem kooperiert man vor Ort mit den Rebellen, die inzwischen aber keinen Aufstand gegen die syrische Regierung mehr wagen.

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Islamischer Staat erobert Viertel in Damaskus

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Zwei Soldaten der syrischen Armee werden öffentlich exekutiert

Während die intensiven Gefechte im nahe gelegenen Ost-Ghouta zwischen Opposition und syrischer Armee langsam abklingen, entwickelt sich im Süden der syrischen Hauptstadt Damaskus ein neues Kampfgebiet. In den Vierteln Yarmouk und al-Qadam sind Kämpfe zwischen den syrischen Streitkräften und dem Islamischen Staat ausgebrochen, nachdem es zu einer Vereinbarung mit daraus resultierender Evakuierung zwischen der Opposition und syrischer Regierung in al-Qadam kam. Diese Einigung sah den Abzug der letzten verbliebenen Rebellen nach Idlib vor, das dadurch entstandene „Machtvakuum“ im Bezirk wurde durch den IS ausgenutzt, als er auf völlig unvorbereitete und unorganisierte Truppen der syrischen Armee traf, die keine Zeit hatten, nötige Verteidigungen aufzubauen.

Ein großer Teil der Propaganda des Islamischen Staates konzentriert sich auf Yarmouk, da es eines der wenigen Gebiete ist, wo man noch Erfolge verzeichnen kann. Neben typischer Propaganda wie die Verbrennung von Schulbüchern der syrischen Regierung und die Einführung eines „islamischen Bildungssystems“ bedeutet das auch etliche Bilder und Videos von Gefechten gegen die syrischen Streitkräfte. So startete am 13. März eine Offensive auf al-Qadam, die der Armee erhebliche Verluste zufügen konnte. Mehrere Panzer und Truppentransporter konnten in Folge zerstört werden, vor allem die „Republikanische Garde“ soll mit etwa 80 getöteten Soldaten die meisten Verluste erlitten haben. Einige gefangen genommene Kämpfer wurden öffentlich exekutiert. Schätzungen zufolge kontrolliert die Terrormiliz etwa 90% bis 100% von al-Qadam.

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Armee erobert neue Gebiete in Nord-Hama und Beit Jinn

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Gruppierungen konnten im Norden der Provinz Hama neue Gewinne erzielen und am Donnerstag Morgen mehrere Dörfer und Hügel erobern. Südöstlich von Abu Dali konnte die Armee das wochenlang umkämpfte Dorf Mushayrifah sichern, hinzu kommen die Dörfer al-Khalifah, al-Dijaj und der Hügel al-Maghta. Damit liegt man noch etwa zwei Kilometer von Abu Dali entfernt, einem ehemaligen neutralen Dorf, welches im Oktober in einer überraschenden Offensive von Tahrir al-Sham erobert wurde.

Neben Tahrir al-Sham sind ebenfalls weitere Gruppierungen in Nord-Hama involviert, darunter die international als terroristisch eingestufte chinesische „Islamische Turkestan-Partei“ oder FSA-Gruppierungen wie „Jaish al-Izzah“ oder die „1st Coastal Division“. Neuerdings kündigte Ahrar al-Sham ebenfalls seine Kooperation an, nachdem es zu Zerwürfnissen und oppositionsinternen Kämpfen gegen Tahrir al-Sham kam.

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Drusische Kämpfer in Mughr al-Mir

In der Region um Beit Jinn im Südwesten von Damaskus konnte die Armee und drusische Milizen hingegen das Dorf Mughr al-Mir erobern. Dies ist ein Resultat der Friedensverhandlungen zwischen der syrischen Regierung und der Opposition in der Region. Seit etwa zwei Tagen gibt es eine Waffenruhe, in den kommenden Tagen werden wohl die restlichen Kämpfer entweder nach Idlib oder Daara transportiert werden, insofern sie nicht die Generalamnestie akzeptieren und unter der Regierung leben wollen.

Derzeit gibt es Unstimmigkeiten innerhalb den islamistischeren Elementen vor Ort, ob man tatsächlich die Evakuierung akzeptieren solle. Dadurch sind die geplanten Verhandlungen um mehrere Tage verschoben worden. In den letzten Wochen konnte die syrische Armee strategisch wichtige Punkte in den Gebieten um Beit Jinn und umliegenden Dörfern erobern, wodurch die Opposition militärisch im Nachteil geriet und zwangsweise den diplomatischen Weg akzeptierten.

Neuer Armeevorstoß bei Beit Jinn

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) konnte in ihrer Operation gegen die Opposition im Osten von Damaskus den Druck auf die Opposition erhöhen, nachdem sie viele strategisch relevante Hügel in Nähe der Dörfer erobert hat. Mehrere belagerte Dörfer um Beit Jinn sind seit mehreren Wochen mehrmalig Offensiven ausgesetzt gewesen. Trotz jahrelanger Belagerung konnten lokale Milizen bisher die meisten Offensiven der Armee zurückschlagen. Dennoch konnten in den letzten Tagen erneut einige Gewinne verzeichnet werden, darunter mehrere Farmen südlich der Stadt Beit Jinn und Khirbat Harakmat.

In dem belagerten Gebiet sind vor allem lokale Streitkräfte aktiv, Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) soll aber ebenfalls eine Präsenz besitzen. Insgesamt hält der Opposition lediglich vier Dörfer.

Neben den regulären Kämpfen finden aber auch oppositionsinterne Konflikte statt. Unter anderem vertrieben lokale Kräfte radikalere Einheiten um Tahrir al-Sham aus dem Dorf Kafr Hawar, da sie sich für eine weitere Eskalation der Kämpfe einsetzten. Es gibt vermehrt Stimmen für Friedensverhandlungen und die darauffolgende Evakuierung, wie es bereits etliche Male in und um Damaskus geschehen ist. Bisher zeigte sich die syrische Armee aber noch nicht zu Verhandlungen bereit.

Opposition in Beit Jinn unter Druck

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) konnte in ihrer Operation gegen die Opposition im Osten von Damaskus den Druck auf die Opposition erhöhen, nachdem sie viele strategisch relevante Hügel in Nähe der Dörfer erobert hat. Mehrere belagerte Dörfer um Beit Jinn sind seit mehreren Wochen mehrmalig Offensiven ausgesetzt gewesen. Trotz jahrelanger Belagerung konnten lokale Milizen bisher die meisten Offensiven der Armee zurückschlagen. Dennoch konnten die Hügel nördlich der Farmen von Beit Jinn erobert werden, darunter al-Taleh al-Beidaa, al-Ahmar, Tal al-Maqtol und al-Gharbi.

In dem belagerten Gebiet sind vor allem lokale Streitkräfte aktiv, Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) soll aber ebenfalls eine Präsenz besitzen. Insgesamt hält der Opposition lediglich vier Dörfer.

Neben den regulären Kämpfen finden aber auch oppositionsinterne Konflikte statt. Unter anderem vertrieben lokale Kräfte radikalere Einheiten um Tahrir al-Sham aus dem Dorf Kafr Hawar, da sie sich für eine weitere Eskalation der Kämpfe einsetzten. Es gibt vermehrt Stimmen für Friedensverhandlungen und die darauffolgende Evakuierung, wie es bereits etliche Male in und um Damaskus geschehen ist.

Kämpfe bei Beit Jinn

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) konnte in ihrer Operation gegen die Opposition im Osten von Damaskus erste Erfolge verzeichnen und in dem vergangenen Zeitraum mehrere Hügel erobern. Mehrere belagerte Dörfer um Beit Jinn sind seit mehreren Wochen mehrmalig Offensiven ausgesetzt gewesen. In dem belagerten Gebiet sind vor allem lokale Streitkräfte aktiv, Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) soll aber ebenfalls eine Präsenz besitzen.

Die Armee konnte so erfolgreich den Hügel Tall Bardi’yah sichern. Neben den regulären Kämpfen finden aber auch oppositionsinterne Konflikte statt. Unter anderem vertrieben lokale Kräfte radikalere Einheiten um Tahrir al-Sham aus dem Dorf Kafr Hawar, da sie sich für eine weitere Eskalation der Kämpfe einsetzten. Es gibt vermehrt Stimmen für Friedensverhandlungen und die darauffolgende Evakuierung, wie es bereits etliche Male in und um Damaskus geschehen ist.

Endspurt in Wadi Barada

Nachdem der Verhandlungsführer für eine Waffenruhe in Wadi Barada zwischen der syrischen Regierung und oppositionellen Kämpfern ermordet wurde, gingen die Kämpfe unaufhörlich weiter und die Syrisch-Arabische Armee konnte mithilfe von Verbündeten große Teile des Kessels einnehmen.

So konnte in den vergangen Tagen Bassima, Ra’s as Sirah-Berge und Teile von Al-Husayniyah erobert werden, was den Kessel bedrohen lässt, sich in zwei Teile zu spalten. Heute kam nördlich von Bassima das kleine Dorf Ayn al-Khadra hinzu, ein direkter Nachbarort des primären Ziels, Ayn al-Fijah. In Ayn al-Fijah befindet sich die gleichnamige Wasserquelle, die 4-6 Millionen Menschen in Damaskus und Rif Dimashq versorgt und in Vergangenheit mit Diesel vergiftet wurde. Der Quelle ist man nun 1,2km entfernt.

Inzwischen sprechen oppositionelle Diplomaten selber davon, dass in Wadi Barada alle Zivilisten bereits durch einen Deal geflohen sind. Die Eroberung sei insofern kein „Krieg gegen Zivilisten“ oder der Versuch einer „ethnischen Vertreibung“ wie öfters behauptet, sondern dient der Sicherung der Wasserzufuhr für viele Millionen Menschen.

Ob der Konflikt aber mit der Eroberung der Fijah-Wasserquelle endet ist dennoch unwahrscheinlich, die syrische Regierung hatte sich das Ziel gesetzt alles in der Umgebung von Damaskus bis Sommer 2017 zu erobern. Die Vergangenheit zeigte dort die Unmöglichkeit einer diplomatischen Lösung.

 

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Anmkerung: Karte zeigt nicht die Fortschritte in Husayniyah