Massendemonstration der Huthis in Sanaa, Lage beruhigt sich

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Von Saudi-Arabien zerstörter Präsidentenpalast 

Die Situation in der jemenitischen Haupt- und Millionenstadt Sanaa hat sich beruhigt, nachdem nach tagelangen Kämpfen zwischen den Houthi-Rebellen und Teilen der jemenitischen Armee unter dem getöteten Ex-Präsidenten Abdullah Saleh die Houthis als relativ siegreich hervorgingen. Während die Bodenkämpfe endeten, intensiviert Saudi-Arabien seine Luftschläge auf die Großstadt und attackierte ebenfalls den „Präsidentenpalast“ im Zentrum der Stadt, wovon ebenfalls umliegende Häuser getroffen wurden. Weite Teile der Stadt befinden sich unter der Kontrolle der Houthis, mehrere Checkpoints wurden errichtet.

Derweil reden Medienkanäle der Houthis ebenfalls von einem Sieg über die „Verschwörung ausländischer Mächte“ zur Beendigung der jemenitischen Revolution. In dem Zusammenhang rief das Fernsehen zu einer Massendemonstration am Dienstag auf. Veröffentlichte Bilder zeigen auch Tausende an Beteiligten, dennoch scheint die Zahl nicht den riesigen Protesten zu entsprechen, wie sie es vor wenigen Monaten gegen Saudi-Arabien und für das Bündnis zwischen Houthis und Saleh gab.

Nachdem Saleh durch einen bisher nicht gänzlich geklärten Überfall getötet wurde (Manche sprechen auch von einer Entführung aus seinem Haus in Sanaa um dann demonstrativ einen Überfall auf ein einzelnes Auto in der Wüste südlich von Sanaa zu inszenieren), wurden weitere Familienmitglieder gefunden und getötet. Darunter fallen die Söhne Khalid, Midian und Tarek Saleh

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Houthi-Demonstration in Sanaa

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Kämpfe in Sanaa dauern an

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T-72 der Houthi-Rebellen auf den Straßen Sanaas

 

In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa kommt es am vierten Tag in Folge zu schweren Kämpfen zwischen den ehemaligen Verbündeten der Houthi-Rebellen und der jemenitischen Armee unter dem ehemaligen Präsidenten Abdullah Saleh. Im Gegensatz zu den vorherigen Tagen konnten die Houthis die dominierende Rolle in der Millionenstadt einnehmen, ebenfalls kommt es zu Gefechten in anderen Städten Nordjemens.

Die Stadt wirkt wie verlassen, die ansonsten belebten Straßen sind wie leer gefegt, es gibt nur wenige Indizien dafür dass es sich um eine Großstadt von über zwei Millionen Einwohnern handelt. Der Kampf zwischen Houthi-Kämpfern und Saleh-Verbündeten ist in vollem Gange, die Houthis setzen schwere Artillerie und Panzer ein, Saleh kann auf die Unterstützung saudischer Luftschläge zählen, die angeblich mehrere Konvois der Houthi-Kämpfer in Richtung Sanaa zerstört haben sollen.

Die Houthis konzentrieren sich derweil auf Medienhäuser und ranghohe Mitglieder der Saleh-Regierung. Scheinbar für einen solchen Vorfall vorgeplant verhafteten sie viele Stammesführer und GPC (Saleh-Regierung)-Politiker in ihren Wohnungen in Sanaa. Darunter fallen auch neutrale Sheikhs/Stammesanführer, die Houthis versuchen seit Jahren das jahrtausendealte Stammessystem aufzulösen. Demonstrativ sprengten sie auch daraufhin die Häuser dieser Anführer, z.B. vom al-Zurqaa-Stamm. Ebenfalls wurden viele Internetseiten und Fernsehkanäle in der Stadt überfallen, darunter auch die „Yemen Today“-Station. Das Internet ist größtenteils blockiert, viele übernommene Sender übertragen Houthi-Propaganda, Andere wurden gänzlich ausgeschaltet.

Intensive Kämpfe finden derzeit nahe dem Diplomatenviertel statt, wo viele Einheiten der jemenitischen Armee hin kommandiert wurden. Weitere, wichtige Mitglieder von Saleh sollen sich dort aufhalten. Saleh scheint sich aber nicht mehr in Sanaa aufzuhalten, sein Unterschlupf in einem Büro einer palästinensischen Nichtregierungsorganisation wurde bereits zerstört.

Neben dem Tod des jemenitischen Präsidenten Saleh dominiert damit ganz klar die Houthi-Fraktion den derzeitig andauernden Bürgerkrieg im Bürgerkrieg. DQJJgscXkAUruFo.jpg

Stadtzentrum von Hajja

An anderen Fronten konnten die Houthis ebenfalls Siege erringen. Sie konnten die Stadt Hajja vollständig unter ihre Kontrolle bringen und sich dem Heimatort Saleh’s und der elitären „Republikanischen Garde“ annähern. Damit hat sich Saleh maßlos in seinen Chancen überschätzt, die beschränkte Unterstützung Saudi-Arabiens in Form von Luftschlägen konnten nicht den Vorstoß der Houthis aufhalten.