Wie eine Stadt das Bündnis zwischen Kurden und USA zerstören könnte

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Türkischen Berichten zufolge konnte sich die türkische Regierung und die USA auf eine Vereinbarung bezüglich der nordsyrischen Stadt Manbij einigen, die seit der Eroberung 2016 vom Islamischen Staat unter der Kontrolle des arabisch-kurdischen Milizenbündnisses der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) steht, wobei das kurdische Segment der Volksverteidigungseinheiten (YPG) immer wieder der Stein des Anstoßes für Konflikte zwischen der SDF bzw. USA und der Türkei ist. In diesen neuen Verhandlungen soll man sich angeblich auf den Abzug der letzten verbliebenen YPG-Kämpfer und Mitglieder einigen, wofür hingegen andere Verbände der SDF die Region übernehmen werden. Damit erreicht die Türkei ein Ziel, welches sie bereits vor zwei Jahren forderten und nun triumphal hervorgehen. Währenddessen nährt sich scheinbar der Unmut der Kurden gegenüber der USA und versuchen inzwischen, intensivere Beziehungen mit der syrischen Regierung einzugehen. Trotzdem kommt es weiterhin zu Protesten in der Stadt, die zurzeit den Konflikt zwischen mehreren Seiten anheizt.

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Anschlag auf amerikanisch-französischen Militärstützpunkt in Nordsyrien

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US-Soldaten überwachen Positionen der türkischen Armee nördlich von Manbij

Bei einer Explosion nahe einem amerikanischen Militärstützpunkt kam nach bisherigen Berichten eine Person ums Leben. Dieser Mitarbeiter wurde angeblich durch eine improvisierte Sprengstoffvorrichtung (IED) getötet, die bei Kontakt explodiert. Bisher ist nicht die genaue Ursache geklärt, weshalb es zu dieser Explosion gekommen ist. Während das amerikanische Verteidigungsministerium nur von der „Detonation eines Munitionslagers“ berichtet, bekennt sich eine mit der syrischen Regierung verbündeten Guerilla-Miliz zu dem Angriff, die das Ziel verfolgt, „amerikanische, französische und grundsätzlich ausländische Invasoren“ zu vertreiben.

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USA droht Regierung wegen bevorstehender Offensive im Süden

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Im Zuge der scheinbar bevorstehenden Offensive der Syrisch-Arabischen Armee und verbündeter Milizen auf die von der Opposition kontrollierten Gebiete in Südsyrien scheint sich im Gegensatz zu Ost-Ghouta damals eine internationale Aufmerksamkeit zu bilden, die USA beispielsweise zeigt sich „besorgt“ und drohe mit Konsequenzen, solle die Armee tatsächlich die „Waffenruhe“ in der Provinz Da’ara verletzten, die durch die Bildung der Deeskalationszone gebildet wurde. Die USA möchte dabei vor allem auf Russland als den Schutzpartner der syrischen Regierung einwirken und ihn zum intervenieren bewegen. Auch Israel scheint ein gewisses Mitspracherecht haben zu wollen.

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USA bombardiert Syrien, tote Zivilisten

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Die USA griffen mit Hunderten Raketen mehrere Ziele in der Region in und um der syrischen Hauptstadt Damaskus an, nachdem der amerikanische Präsident Donald Trump, Großbritannien und Frankreich für mehrere Tage einen bevorstehenden Militärangriff als Reaktion auf den angeblichen „Giftgasangriff“ durch die syrische Armee in Ost-Ghouta in Aussicht stellten. Eigentlich sah es so aus als würde sich die Situation in den letzten zwei Tagen wieder beruhigt haben, dementsprechend unerwartet ist dieses Ereignis auch in Syrien gewesen. Damit fußt die neue amerikanische Intervention auf keinerlei Beweisen, die USA konnte nicht mal die Untersuchung der OPCW abwarten, die derzeit vor Ort sind. Neben der USA waren ebenfalls Frankreich mit einer Fregatte und Großbritannien mit mehreren Kampfjets involviert.

Es gibt widersprüchliche Angaben über die bombardierten Ziele. Offiziell wurde ein angebliches Labor für Chemiewaffen im Viertel Barzeh und zwei Lager für Giftgas bei Homs getroffen. Einwohner berichten hingegen ebenfalls von der Zerstörung des Mezzeh-Flughafens und dem Tod von mindestens vier Zivilisten in einem südlichen Wohnviertel von Damaskus. Das russische Verteidigungsministerium spricht zudem von einem Angriff auf den Dumayr-Flughafen, der aber abgewehrt werden konnte.

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Das doppelte Spiel Trumps in Syrien

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Während der amerikanische Präsident Trump nun innerhalb weniger Tage wiederholt seinen Willen ausgedrückt hat, in absehbarer Zeit amerikanische Truppen aus Syrien abzuziehen, sprechen die Fakten und das Geschehen auf dem Boden eine völlig andere Sprache, neue Waffen und Soldaten werden ins Land gebracht, Militärstützpunkte errichtet oder aufgebessert. Der vorgeschobene Grund eines Einsatzes gegen den Terror bzw. dem Islamischen Staat dient dabei zu nichts mehr als zur einfachen Legitimation. Während der IS im Euphrat-Tal aufgrund ausbleibender Kämpfe seine Kräfte konsolidieren kann, rüstet die USA massiv an den Grenzen zur Türkei in Manbij und zur syrischen Regierung in al-Tanf auf.

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Regierungsmiliz beschießt US-Basis in Syrien

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Amerikanische Soldaten überblicken Positionen der türkischen Armee nördlich von Manbij

Die mit der syrischen Regierung verbündete Miliz „Popular Resistance“ beschoss in der Nacht vom 1. April den US-Militärstützpunkt bei der Stadt Ain Issa in Nordsyrien, welches unter der Kontrolle der mit den USA verbündeten „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) steht und primär aus den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) besteht. In einem veröffentlichten Video sieht man wie mit einem behelfsmäßig errichteten Abschussrampe zwei GRAD-Raketen oder Mörsergranaten auf die angebliche Militärbasis schießt. Der Erfolg der Operation ist unklar, wäre der Stützpunkt tatsächlich getroffen und gar amerikanische Soldaten dabei getötet worden, hätte das Pentagon derartige Berichte wie in der Vergangenheit bestätigt.

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US-Soldaten in Nordsyrien getötet – steckt die Türkei dahinter?

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US-Soldaten überblicken im Norden von Manbij Positionen der Türkei, die in Folge der Operation „Euphrates Shield“ in Nord-Aleppo gegen den IS errichtet wurden

Am Donnerstag starb jeweils ein amerikanischer und ein britischer Soldat bei einer Patrouille nahe der Stadt Manbij, der Ort befindet sich unter der Kontrolle der von den USA unterstützten kurdisch-arabischen Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) und grenzt im Norden und Westen an das Einflussgebiet (erobert in der Operation „Euphrates Shield“) der Türkei in Syrien. Aufgrund seiner Lage westlich des Euphrats rückt es immer wieder in den Mittelpunkt zukünftiger Armeeoperationen im Nachbarland, nachdem Erdogan bereits Manbij mehrmals mit dem Ziel bedrohte, die „terroristische PKK“ aus der Region zu vertreiben, so wie man es innerhalb von zwei Monaten in Afrin getan hatte.

Der Vorfall ist insofern interessant, da der Islamische Staat höchst wahrscheinlich nicht hinter der Tat steckt, nachdem er vor rund zwei Jahren aus der Region vertrieben wurde und es seitdem zu keinerlei Aktionen durch IS-Schläferzellen gekommen ist. Stattdessen kommt es aber immer wieder zu Anschlägen und Attentaten auf wichtige SDF-Mitglieder in der Stadt, hauptsächlich ausgeführt von der oppositionellen Gruppierung Harakat al-Qayyam, die intensive Beziehungen zur Türkei pflegen soll. Es ist durchaus denkbar, dass die Türkei durch derartige Anschläge versucht, die Präsenz der USA in Manbij zumindest zu reduzieren und sich damit ein „freies Feld“ für eine Offensive auf die SDF in der Region zu geben, da die schützende Hand der USA der einzige Grund für das bisherige Ausbleiben von Angriffen der Türkei ist.

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