SDF kontrolliert etwa 80% von Rakka

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Nach 106 Tagen konnte die von der USA unterstützten Syrian Democratic Forces (SDF) etwa 80% der Großstadt Raqqah im Norden des Landes vom Islamischen Staat erobern. Damit kontrolliert der IS nur noch den Nordteil der Stadt, doch der Widerstand wird stärker und die Fortschritte sind im Vergleich zum Anfang wesentlich erlahmt. Dennoch rechnen Pressesprecher der SDF mit einem Sieg innerhalb eines Monats.

Nach den Fortschritten im Osten und Westen der Stadt konnte man im Süden entlang des Euphrats die beiden Fronten vereinen und daraufhin weiter nördlich vordringen. Zu den ersten Eroberungen gehörte die Altstadt und deren antiken Gebäude, darunter viele Moscheen und die zentrale Festung. Vor wenigen Wochen konnte die SDF dann erfolgreich die gesamte Altstadt sichern. Derzeitige Kämpfe dauern weiter nordwestlich an. Der IS verteidigt seine Positionen in den Vierteln al-Huni, al-Nahdah, al,Wahdah, al-Hurriyah, al-Tawrah und im Industriegebiet Shamal Shikkat. Interessanterweise veränderte sich die Frontlinie im Norden seit Anbeginn der Kämpfe kaum, wahrscheinlich befestigte der IS dort besonders seine Positionen in der (falschen) Hoffnung, die SDF würde vom Norden attackieren.

Die neusten Erfolge gab es an der östlichen Front, den bisherigen Berichten zufolge wurden heute die Getreidesilos erobert und der Distrikt Ramilah vollständig gesichert. Pressesprecher geben sich optimistisch und sprechen von den „finalen Phasen“ der Kämpfe in Raqqah, nur noch einen Monat sollte die Operation andauern. Dennoch sind die Fronten manchmal nicht so ganz klar ersichtlich, vor rund drei Wochen berichtete man von verbliebenen IS-Kämpfern in einem Basar tief im Südosten der Stadt. Einem Gebiet, welches seit Monaten als vollständig erobert galt. Möglich sind ähnliche Szenarien in den restlichen Teilen der Stadt.

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Die Schwäche des Islamischen Staates macht sich auch in ihrer medialen Berichterstattung bemerkbar. Jeden Monat sank die Anzahl an veröffentlichten Videos und Fotos, sowohl von der offiziellen IS-Nahrichtenagentur al-Hayat, als auch vom semi-offiziellen AMAQ. Von 54 Fotos im Juni waren es im September lediglich Acht, die Hälfte davon widmete sich lediglich der Lobpreisung von getöteten „Märtyrern“. Der Einsatz von Selbstmordattentätern hat sich ebenso verringert.

Seit Beginn der Militäroperation zur Befreiung Raqqahs im November letzten Jahres im Umkreis der Stadt waren die Truppen der SDF immer weiter auf die Großstadt vorgerückt und im Juni erreicht. Raqqah war einst das administrative Zentrum des IS in Syrien, doch bereits vor der Offensive wurden die Institutionen in die Kleinstadt al-Mayadin verlegt. Im IS-Territorium in Raqqah sollen noch etwa 10.000 bis 25.000 Zivilisten verharren, Zehntausende flüchteten bereits und wurden in Flüchtlingslagern untergebracht.
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Der Kampf um die Umgebung von Deir ez-Zor

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Nach den Erfolgen der syrischen Regierung in der Provinz Deir ez-Zor und dem Ende der Belagerung in der gleichnamigen Provinzhauptstadt dauern die Kämpfe um die Umgebung von Deir ez-Zor statt. Seit rund einer Woche führt die von der USA unterstützte SDF und andere Milizionäre ebenfalls eine Offensive gegen den Islamischen Staat in der Region fort, jeweils auf der nördlichen oder südlichen Seite des Euphrats.

Verschiedenen Berichten zufolge erreichte die SDF fast den Euphrat am Dorf al-Husayniah, welches direkt nördlich von Deir ez-Zor liegt. Auf einem relativ dünnen Gebiet drang man etwa 40 Kilometer vor, eroberte vereinzelte Dörfer, Felder und die vor dem Krieg neu geplante Industriezone von Deir ez-Zor. Dieser dünne Korridor ist interessant, da er quasi parallel zu den Fortschritten der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) agiert und dem ein großes Territorium des Islamischen Staates weiter östlich entlang des Euphrats isoliert.

Das eingeschlossene Gebiet ist von keiner besonderen, strategischen Bedeutung, dennoch gibt es einige Dörfer und Städte mit dem administrativen Zentrum von Maadan. Die SAA und verbündete Stammesmilizen drangen vor einigen Monaten bis auf wenige Kilometer nahe Maadan vor, wurden aber durch eine große IS-Offensive zurückgeschlagen und bis nach Ghanem al-Ali zurückgeworfen. Dementsprechend gibt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass viele IS-Kämpfer in dem Gebiet eingeschlossen sind, darunter auch sehr gut ausgebildete und trainierte Islamisten. Einziger Fluchtweg verbleibt über den Euphrat, der jedoch ins Visier der Luftstreitkräfte so ziemlich aller Nationen gerät.

Neben den Fortschritten der SDF konnte die SAA ebenfalls einige Erfolge verzeichnen, vor allem östlich und westlich der Großstadt Deir ez-Zor. Im Osten drang man bis zum Dorf Jafra vor, laut einigen Berichten wird es dort zu Landung der SAA und verbündeter Einheiten über den Euphrat kommen. Ebenfalls wurde das Ölfeld al-Nishan erobert. Außerdem wurde Jabal Turdah vollständig gesichert, nachdem es durch amerikanische Luftschläge und eines IS-Angriffes im Oktober 2016 verloren wurde. Es ist gut möglich, dass der Militärflughafen vor Ort wieder funktionstüchtig gemacht werden könnte.

Mehr Erfolge gab es hingegen im Westen, also in dem eigentlich vom IS isolierten Territorium. Nach dem Durchbruch durch die jahrelangen Verteidigungslinien eroberte man Baghiliyah und die örtliche Universität. Einigen Angaben erreichte man dort ebenfalls den Euphrat, was aber nicht bestätigt ist.

Die entscheidende Frage wird aber die Option einer möglichen Landungsoperation der SAA auf der anderen Seite des Euphrats sein, der unweigerlich zur Konkurrenz mit der ansonsten größtenteils kooperierenden SDF führen würde. Wichtiges Ziel dabei sind die Ölfelder dutzende Kilometer östlich von Deir ez-Zor, die damit auch auf der nördlichen Seite des Flusses liegen. Auch wenn der Ölexport Syriens vor dem Krieg drastisch abgenommen hat und man sogar Importeur war, sind die Omar-Ölfelder von besonderer Bedeutung, da sie zuvor etwa 50% des produzierten Erdöls bereitstellten.

 

SDF beginnt nun auch Offensive auf Deir ez-Zor

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Nach den Erfolgen der syrischen Regierung in der Provinz Deir ez-Zor und dem Ende der Belagerung in der gleichnamigen Provinzhauptstadt startet die SDF und andere arabische Milizen eine neue Offensive im Norden der Provinz.

Unbestätigten Berichten zufolge eroberte die SDF bereits Hujayf az Zarrab und Tal Aljehev etwa 25km nördlich von Deir ez-Zor. Den Bodengewinnen vorausgegangen sind Luftschläge der USA und der restlichen, marginalisierten „Anti-IS-Koalition“. Höchst wahrscheinlich sind amerikanische Spezialeinheiten wie gewöhnlich ebenfalls involviert.

Ohnehin wurde diese Operation eher durch den Druck der USA gestartet, da viele Teile der SDF/YPG und vor allem die Kurden mit Widerwillen weiter in das arabische Land vordringen wollten. Stattdessen bezieht die USA ihre Unterstützung vor allem auf die regionalen Stämme und ihre in Jordanien von Großbritannien und der USA ausgebildeten Milizen, die Monate zuvor den syrisch-irakischen Grenzübergang al-Tanf schützten. Da der Islamische Staat durch die Armee völlig aus der Region vertrieben wurde schickte die USA (nach Widerstand) die Milizen nach Shadadi in Nordsyrien.

Besonderes Ziel sind die riesigen Omar-Öfelder nahe der irakischen Grenze, die vor dem Krieg etwa die Hälfte des syrischen Erdöls hervorbrachten und den Einfluss der syrischen Regierung größtmöglich zu minimieren.

Türkei bombardiert kurdische Stellungen im Irak & Syrien

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Überreste einer Basis bei Shinqal

Die türkische Armee hat mehrere Stellungen der kurdischen YPG/YBS im Norden Syriens und im Irak mit Luftschlägen angegriffen. Dabei sollen bisher mindestens 20 Menschen gestorben sein, darunter auch eine unbekannte Anzahl an Zivilisten. Die am Dienstagmorgen getroffenen Gebiete befinden sich insgesamt in der Sinjar-Region, angegriffen wurden die Stellungen „Dari Gali Karse“ auf dem Berg Shingal im Irak und der Berg Karachok nahe der Stadt Derik in Syrien. Dabei sollen auch fünf Peschmerga-Kämpfer getötet worden sein, die als militärischer Flügel der KDP ein Verbündeter der Türkei bzw. Erdogans ist.

Das türkische Militär bestätigte, am frühen Dienstagmorgen Luftangriffe gegen die PKK „und die Verlängerungen dieser Organisation in Syrien und im Irak“ geflogen zu haben. Ziel sei die „Zerstörung dieser Terrornester“ in Nordostsyrien und im Nordirak gewesen. Mit den Einsätzen solle verhindert werden, dass kurdische Rebellen, Waffen, Munition und Sprengsätze aus diesen Gebieten in die Türkei gelangen, teilte das Militär mit.

Die Angriffe entstehen zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, Sinjar im Irak befindet sich derzeit an den aktivsten Frontlinien des IS im Irak, es kommt regelmäßig zu Ausbruchsversuchen aus dem belagerten Tel Afar und der restlichen Nirnaveh-Provinz. In Syrien hingegen ist die YPG/SDF derzeitig in einer Offensive gegen den IS um Raqqah beschäftigt, die Angriffe gleichen damit einem „Stoß in den Rücken“. Es gab bereits in letzter Zeit Gerüchte über eine kommende Offensive der türkischen Armee gegen die YPG in der Grenzregion um Tel Abyad.

Russland errichtet Militärbasis im Kurdengebiet

 

 

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Russische Soldaten in Afrin

Ein Pressesprecher der YPG veröffentlichte am Montag die Mitteilung, dass Russland in Kooperation mit der YPG/SDF im Afrin-Kanton im Nordwesten Syriens eine militärisch-zivile Basis errichten wird, die vor allem zum Training der dortigen Kämpfer dient. Diese Basis soll dafür in Qatmah entstehen. Genauere Planungen sind jedoch unbekannt, ein rein ziviler Nutzen für eine bessere Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Autoritäten ist nicht auszuschließen. Russische Truppen sollen bereits vor Ort sein.

Insgesamt besitzt die Aktion verschiedene Auswirkungen, z.B. wird damit ein ohnehin nicht existenter Einfluss der USA, im Gegensatz zu den restlichen Kantonen, erfolgreich (präventiv) verhindert. Das Afrin-Kanton erwies sich bereits in der Vergangenheit als sehr enger Verbündeter der syrischen Regierung im Kampf gegen die syrische Opposition, z.B. begann man Anfang 2016 gemeinsam eine Offensive im Norden der Provinz Aleppo, um die belagerten, schiitischen Städte Nubl und Zahraa zu befreien. Am Ende standen einzelne Verhandlungen über verschiedene Ortschaften, so wurden einige Städte an die YPG übergeben.

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Gehaltenes Territorium der türkisch-syrischen Operation „Euphrates Shield“

Besonders entscheidend ist aber ebenfalls der Faktor, dass damit die türkisch dominierte Operation „Euphrates Shield“ völlig eingekreist werden könnte. Während im Süden die Syrisch-Arabische Armee sitzt, deckt die SDF/YPG alle Gebiete westlich und östlich ab. Im Osten um Manbij übergab die SDF bereits mehrere Dörfer an Russland und die Syrisch-Arabische Armee, um ihre eigene Front gegen Euphrates Shield zu verkleinern bzw. wirksam weitere Kämpfe zu verhindern. Im Westen scheint nun in gewisser Weise das Selbe zu geschehen, die Türkei hat nun keine Möglichkeit mehr sich weiter zu expandieren ohne eine Eskalation mit weiteren Fraktionen (sprich: Russland und die syrische Regierung) zu riskieren.

SDF verkündet Raqqah-Offensive

Am 6. November verkündete die SDF in einer Pressekonferenz den Beginn der Raqqah-Offensive mit dem Ziel, die Großstadt und faktische Hauptstadt des Daesh im Norden Syriens einzunehmen. Die „Zorn des Euphrat“ genannte Operation soll insgesamt 30.000 Soldaten der SDF/YPG zählen, nach eigenen Angaben sind die meisten Kämpfer aus der Region von Raqqah (z.B. sind auch eigene Gruppen wie Liwa Thuwar Raqqa nur aus diesem Grund existent).

Die Offensive genießt die Unterstützung der Internationalen „Anti-IS-Koalition“, sprich neben einer größeren Luftunterstützung wird es auch Unterstützung durch westliche Bodentruppen wie z.B. von der USA, Frankreich und gerüchterweise Deutschlands auch geben. Die Türkei wird diese Operation mit Argwohn betrachten, sowohl schloss die Türkei einen Angriff der YPG auf Raqqah kategorisch aus und hatte bereits in den letzten Wochen verstärkt Kriegsgerät an die Grenze zum Irak und Syrien geschafft. Die Türkei wird insofern wahrscheinlich nicht ruhig daneben sitzen und verstärkt gegen Gebiete der SDF vorgehen. Ein eindeutiges Zeichen wurde aber von der USA gesetzt, sie ziehen die SDF dem NATO-Verbündeten Türkei vor.

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Situation um al-Raqqah, Gelb: SDF

Raqqah war vormals wie jede Großstadt eine „Hochburg“ der Regierung, wurde aber aufgrund kleiner Garnison von nicht mal 400 Soldaten von der FSA verbündet mit dem damaligen Islamischen Staat im Levante (ISIL) überrannt. Nachschubmangel und die Inkompetenz der SAA-Generäle spielten dabei auch eine Rolle. Aufgrund des prestigeprächtigen Symboles und arabischen Bedeutung des Ortes wird diese Offensive ebenfalls von der syrischen Regierung wohl negativ angesehen werden, die Eroberung des Ortes bringt nicht nur internationale Presse sondern würde der SDF als eigenständiges Staatssubjekt gewisse Legitimation verleihen.

Türkische Armee attackiert Zivilisten in Kobane – Tote

Nachdem die türkische Armee auf 20 Meter in das syrische Territorium nahe Kobane eingedrungen ist,mit dem Ziel eine große Mauer/Schutzwall an der syrischen Grenze zu errichten, kam es zu Demonstrationen und Ausschreitungen der dortigen Bevölkerung.

Berichten zufolge kam es bis zu dem momentanen Zeitpunkt zu einem Toten und weiteren 80 Verletzten, wovon knapp 20 sich in kritischen Zustand befinden. Die Verletzungen sind höchst wahrscheinlich auf Schüsse und weitere polizeiliche Maßnahmen zurückzuführen. Momentane Videos zeigen die Proteste der kurdischen Bevölkerung die weitestgehendst zu kurdischer Musik friedlich protestieren und dabei von türkischen Wasserwerfern angegriffen werden.

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