Attentat auf Direktor eines Forschungszentrums in Hama

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Am Sonntag kam es zu einem Attentatsversuch auf Aziz Azbar, dem Direktor des Forschungszentrums „CERS“ in dem Dorf Masyaf in der Provinz Hama. In der Nacht kam es zu einer großen Explosion bei seinem Auto, in dessen Folge er und sein Fahrer getötet wurden. Das Forschungszentrum war in der Vergangenheit immer wieder vom Westen und Israel als angebliches Labor für Chemiewaffen identifiziert worden, welches mithilfe iranischer Unterstützung auch Raketen verschiedenster Bauart für die Hisbollah und weitere schiitische Gruppierungen produziert. Dementsprechend oft war der Ort das Ziel von israelischen Luftschlägen, erst vor einem Monat kam es zuletzt zu einem Angriff auf den Gebäudekomplex mitten im Regierungsterritorium.

Genauere Details über die Tat oder den Täter existieren bisher nicht. Die Rebellenmiliz der „Abu-Amara-Spezialeinheiten“ beansprucht den Anschlag zwar für sich, jedoch ist das eher unwahrscheinlich. Die Miliz agiert zwar als Guerillagruppe in den Gebieten der syrischen Regierung, jedoch liegen die letzten Angriffe Jahre zurück und waren stets nur auf die Stadt Aleppo beschränkt, wo man mehrmals Barracken und weitere Gebäude des syrischen Militärs angegriffen hatte. Dass man nun nach der langen Inaktivität plötzlich seine Kapazitäten derart ausgebaut hat, dass man im weit entfernten Hama agiert ist dabei unwahrscheinlich. Da es sich bei dem Forschungszentrum um so ein priorisiertes Ziel Israels handelt, ist dafür eine Rolle des Nachbarlandes wesentlich wahrscheinlicher.

Das Ereignis ist insofern außergewöhnlich, da es im Kontrollgebiet der syrischen Regierung sehr selten zu feindlichenAngriffen kommt und noch weniger zu gezielten Anschlägen auf einzelne Personen, erst recht nicht so tief im Landesinneren. Bereits 2017 flog Israel mehrere Angriffe auf den Gebäuekomplex, nach dem angeblichen Giftgasangriff in Khan Sheikhoun wurden Hunderte Mitarbeiter in Masyaf von der USA sanktioniert.

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Behauptung von Abu Amara, den Angriff ausgeführt zu haben

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