Syrische Armee verzeichnet Fortschritte in Ost-Ghouta

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen unter der Führung der Eliteeinheiten der „Republikanischen Garden“ und „Tiger Forces“ konnten in der von der Opposition gehaltenen Enklave Ost-Ghouta nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus an mehreren Fronten vorrücken und neue Territorien erobern. Am dritten Tag der vormals angekündigten Bodenoffensive mussten die syrischen Streitkräfte aber auch erhebliche Verluste verzeichnen, die von den islamistischen Rebellen errichteten Verteidigungspositionen erschweren das Fortschreiten in den urbanen Stadtvierteln und landwirtschaftlich geprägten Gebieten.

Die syrische Armee konnten die hart umkämpften Städte Hawsh Dawahra und Teile von Shifunyah erobern, anderen unbestätigten Angaben zufolge befindet sich Shifunyah bereits vollständig unter der Kontrolle der syrischen Regierung. Zudem konnte man im Damaszener Viertel Harasta weiter westlich mehrere Häuserblöcke sichern und den Bezirk al-Ajami fast vollständig erobern. Dabei wurden auch mehrere neue Tunnel entdeckt, die von der Opposition zum Schmuggel und Transport von Waren und Waffen genutzt werden. Die Stadt Nashabiyah befindet sich nun seit drei Tagen vollkommen isoliert vom restlichen Ost-Ghouta, konnte aber bisher von der islamistischen Gruppierung Jaish al-Islam verteidigt werden.

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Türkei erobert syrisches Grenzgebiet in Afrin

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Türkische Soldaten in Afrin

Seit über einem Monat dauert nun die türkische Operation „Olivenzweig“ in Syrien an, wo die türkische Armee mit verbündeten Oppositionsgruppen (TFSA) gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) bzw. amerikanisch unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) vorgeht und dabei versucht, die Kurden aus der syrisch-türkischen Grenzregion zu vertreiben. Trotz Intervention regierungs-unterstützender Milizen scheint der Vorstoß der türkischen Streitkräfte bisher unaufhaltsam zu sein, nach 35 Tagen kontrolliert der Nachbar etwa 25% Afrins. Nun konnte die türkische Regierung ein strategisches Ziel erreichen und die gesamte Grenzregion von der YPG erobern. Von Tag zu Tag scheint es unwahrscheinlicher, dass die Kurden die Übermacht der türkischen Armee aufhalten können.

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Syrische Regierung errichtet „humanitäre Fluchtkorridore“ in Ost-Ghouta

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Überreste eines festgefahrenen Panzers, welcher bei der Offensive der Armee eingesetzt wurde

Nach ersten Erfolgen am ersten Tag der Bodenoffensive durch die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündeter Milizen in der von der Opposition gehaltenen Enklave Ost-Ghouta bei der syrischen Hauptstadt kam es ebenfalls zu Rückschlägen und immensen Verlusten, die einen Ausblick auf die kommenden Monate geben werden. Derweil versucht man ähnliche Taktiken wie damals bei der Schlacht um Ost-Aleppo einzusetzen, Russland und Syrien kündigten eigene Waffenruhen und die Errichtung von Fluchtkorridoren an, die der örtlichen Bevölkerung ohne Probleme den Abzug aus Ost-Ghouta ermöglichen soll.

Trotz der Eroberung mehrerer Dörfer im Osten der Enklave musste die syrische Armee unter der Führung der „Republikanischen Garden“ enorme Verluste verzeichnen. Schätzungsweise 50 Soldaten wurden getötet, zwei Weitere gefangen genommen und allerlei Kriegsgerät erbeutet oder zerstört. Ein T-72 wurde erobert, eine umgebaute Vsriante durch den Einsatz von Panzerabwehrwaffen zerstört. Erhebliche Probleme scheinen die starken Verteidigungsgräben zu sein, die die islamistische Gruppierung Jaish al-Islam ausgehoben hat. In einzigartiger Weise wurden Gräben errichtet, die etwa fünf Meter breit und mit Wasser gefüllt sind. Diese Anlagen sind besonders gefährlich für Panzer, die nicht ohne Weiteres diesen künstlichen „Fluss“ überqueren können.

Zudem begann man mit Angriffen an den westlichen Frontlinien, vor allem bei dem Distrikt Harasta weiter nordwestlich. Einigen Berichten zufolge konnten dort mehrere Gebäudekomplexe von der syrischen Armee erobert worden sein, hinzu kommt die Aufdeckung eines komplexen Tunnelnetzwerkes, welches für den Transport von Truppen genutzt wurde.

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Ein T-55 steckt in den Wassergräben fest, die Jaish al-Islam extra für Panzer errichtet hatte

In diesem und letztem Jahr startete die Armee mit großen Truppenkontingenten und den „Republikanischen Garden“ mehrere größere Operationen, um Damaszener Viertel wie Ayn Terma und Irbeen zu erobern, konnten aber nur einige hundert Meter vordringen und dabei enorme Verluste erleiden. Der urbane Häuserkampf ist für beide Seiten besonders verlustreich, besonders konnte die Opposition sieben Jahre lang Verteidigungspositionen errichten, besonders gefürchtet sind die komplexen Tunnelsysteme (teilweise können dadurch sogar Autos und Panzer transportiert werden) und die Tunnelbomben, die immer wieder zu großen Verlusten bei der Armee führen. Neben der starken Verteidigung besitzen die Aufständischen in Ost-Ghouta ebenfalls über den Vorteil, dass in der Vergangenheit viele korrupte Armeeoffiziere die Stellungen um Ghouta übernahmen und es zu einem regen Schmuggel an allerlei Waren kam.

Nun wurden in Ghouta Flugblätter abgeworfen, die einen von der syrischen Armee eingerichteten „humanitären Hilfskorridor“ zeigen, der ähnlich wie in Ost-Aleppo den Zivilisten eine sichere Fluchtmöglichkeit geben soll. Syrische Milizen berichteten bereits über den Beschuss von al-Wafideen ( dem Viertel wo sich der Fluchtkorridor befindet), wo mehrere Mörsergranaten eine Person getötet und 37 weitere Zivilisten verletzt haben sollen. Das russische Verteidigungsministerium kündigte in dem Zusammenhang tagtägliche Waffenruhe ein, die in einer Zeitfrist von einigen Stunden den Abzug der Zivilisten sichern sollen, beispielsweise am Dienstag von neun bis 14 Uhr. Diese einseitig erklärte Pause steht in keinem Zusammenhang zur landesweiten Waffenruhe des UN-Sicherheitsrates. Der Erfolg bleibt abzuwarten und ist eher unwahrscheinlich, bereits in Aleppo wurden diese Korridore wegen verschiedenen Faktoren nicht genutzt.

Ost-Ghouta – Propagandistische Inszenierung eines Aleppo 2.0

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Der Tod von Hunderten Frauen und hilflosen Kindern, die größte humanitäre Katastrophe seit Aleppo, ein ruchloses Regime treibt die Vernichtung von 400.000 schutzlosen Menschen voran und begeht damit den brutalsten Genozid seit Srebenica, unvorstellbares Leid der Bevölkerung und Hungersnöte. All diese Superlative werden von den westlichen Medien nicht nur für die Schlacht um (Ost-)Aleppo vor über einem Jahr verwendet, sondern finden sich auch in der medialen Berichterstattung um die derzeitig andauernde Gefechte in Ost-Ghouta wieder. Dabei werden etablierte Formeln genutzt: Die Heraufbeschwörung einer unvorstellbaren Katastrophe, Vorboten eines Massenmordes mit der Forderung einer militärischen Intervention, die emotionale Instrumentalisierung von Kindern und die Relativierung der syrischen „Rebellen“ und die Dämonisierung der syrischen Armee und Regierung unter dem „Gasmörder“ Bashar al-Assad. Die Parallelen mit Aleppo sind aber auch ein Lichtblick und zeigen, dass sich keine der dystopischen Prophezeiungen auch nur annähernd bewahrheiten werden.

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Syrische Armee beginnt Bodenoffensive in Ost-Ghouta

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) unter dem Kommando der Eliteeinheiten der „Tiger Forces“ von Suheil al-Hassan startete am Sonntag die lang vorbereitete und angekündigte Bodenoperation in Ost-Ghouta, einer dicht besiedelten Enklave der Opposition nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus. Dabei sollen bereits die westlichen Ortschaften Nashabiyah, Hazrama, Hawash al-Zriqiqyah und Hawsh Salililyah erobert worden sein, die sich zuvor unter der Kontrolle der islamistischen Gruppierung Jaish al-Islam befunden haben. Oppositionelle Medien bestätigen die Berichte von Gefechten in dieser Region, angeblich wurden 25 Soldaten getötet und mindestens zwei Weitere gefangen genommen.

Eigentlich wurde einen Tag zuvor eine Waffenruhe für ganz Syrien durch den UN-Sicherheitsrat beschlossen, dennoch finden derzeitig intensive Kämpfe zwischen den kurdischen Volksverteidigungskräften und der türkischen Armee statt, und nun ebenfalls in Ost-Ghouta zwischen den syrischen Streitkräften und der islamistischen Opposition. Ausgenommen sind wie üblich Gruppierungen die Beziehungen zu al-Qaida pflegen, Jaish al-Islam gehört aber im Gegensatz zu anderen Gruppierungen in Ost-Ghouta (Tahrir al-Sham, Ahrar al-Sham und Faylaq al-Rahman) aber nicht unbedingt in diese Kategorie, auch wenn sie in der Vergangenheit mit ihnen kooperierten.

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UN beschließt Waffenruhe für ganz Syrien

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Der UN-Sicherheitsrat hat eine Waffenruhe in Syrien einstimmig beschlossen. Die Konfliktparteien in dem Land sollten aus humanitären Gründen die Feindseligkeiten ohne Verzögerung für mindestens 30 aufeinander folgende Tage einstellen, heißt es in der veröffentlichten Resolution. Anstoß für diesen neuen Entschluss war die derzeit andauernde Armeeoperation in Ost-Ghouta, wo syrische Streitkräfte die von der islamistischen Opposition gehaltene Enklave am Stadtrand von Damaskus erobern wollen. Dieser Frieden gillt aber für ganz Syrien, auch wenn die Türkei und die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) sich nicht daran halten werden. Bereits in der Vergangenheit wurden diverse Friedensverhandlungen von allen Seiten ignoriert und in einem strategisch günstigen Moment ausgenutzt.

Aber ebenso wenig werden sich die Fraktionen in Ost-Ghouta daran halten, vor allem wegen der relevanten Ausnahme, dass al-Qaida von der Waffenruhe ausgenommen ist. In der Opposition besitzen unzählige Fraktionen Beziehungen zu dieser Terrorgruppe, im Falle von Ost-Ghouta sind es Ahrar al-Sham und Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra, syrischer al-Qaida-Ableger). Außerdem ist unklar, ob die oppositionsinternen Kämpfe ebenfalls von der Waffenruhe eingeschlossen sind, die derzeitig in Idlib stattfinden. Sollte es tatsächlich zu einem Frieden von mindestens zwei Tagen kommen, wäre das zum momentanen Zeitpunkt verwunderlich.

Die islamistische Opposition bekämpft sich erneut untereinander

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In den von der Opposition gehaltenen Provinzen Idlib und Aleppo sind erneut fraktionsinterne Gefechte um Macht und Einfluss ausgebrochen. Involviert in den Kämpfen sind Hayat Tahrir al-Sham (HTS), die dominierende Gruppierung innerhalb der Opposition und ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und Jabhat al-Nusra, der syrische Ableger von al-Qaida. Auf der anderen Seite befindet sich das neu gebildete Bündnis mit dem Namen „Jabhat Tahrir Souriya“, welches aus Ahrar al-Sham und Harakat Nour al-Din al-Zenki besteht. Letztere wurde bis mindestens 2015 von den USA aktiv mit Panzerabwehrwaffen unterstützt und ist vor allem dafür bekannt, in Aleppo ein Kind lebendig geköpft zu haben. Al-Zenki nahm eine wichtige Position bei den Kämpfen um Aleppo ein, verschwand danach aber in die Irrelevanz. Relativ zeitgleich mit der Umbenennung von al-Nusra in Fateh al-Sham schlossen sich die übrig gebliebenen Kämpfer lose Tahrir al-Sham an, doch trennten sich aufgrund interne Dispute wieder.

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