Armee erzielt weitere Erfolge in Ostaleppo

Nach den äußerst unerwarteten und erfolgreichen Eroberungszügen der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) mithilfe von verschiedenen Eliteeinheiten (Tiger Forces, Republican Guards) und syrischen Milizen (u.a.  Liwa al-Quds) im Norden des Kessels Ostaleppo (inzwischen Südostaleppo) scheint man nun ähnliche Taktiken im Süden zu fahren: Vor wenigen Minuten wurde das große Sheikh Saeed-Viertel laut dem syrischen Verteidigungsministerium vollständig erobert. Sheikh Saeed war ehemals Eine der großen Fronten im ersten (kurzfristig erfolgreichen) Durchbruchsversuch der Opposition. Da diese Front dort primär von irakischen Milizen wie z.B. Harakat al-Nujaba gehalten wurde kam es über Wochen hinweg zu keinen bemerkenswerten Eroberungen, bis scheinbar die Armee aktiv eingriff.

Da Seikh Saeed für die Aufhebung der Belagerung unerlässlich ist, scheint die Chance einer solchen Möglichkeit immer weiter zu schrumpfen, es scheinen effektive Offensivkräfte zu fehlen, außerdem ist die Moral äußerst schlecht.

Aufgrund der Eroberung soll es weitere Erfolgsmeldungen in der Umgebung geben: Es sollen kleinere Häuserblöcke in as-Sukkari & al-Amari eingenommen worden sein. Außerdem soll es Erfolge in Karram al-Tarrab gegeben haben.

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Gelb umrahmt: Sheikh Saeed

Meiner persönlichen Vermutung nach wird die SAA eine ähnliche Taktik wie im Norden durchführen, einen kleineren Teil des Kessels umzingeln, aber zugleich einen Fluchtweg für die dortigen Kämpfer zum Rest von Ostaleppo lassen. Das reduziert nicht nur enorme Verluste durch den urbanen Häuserkampf, sondern ermöglicht auch tausenden Zivilisten die Flucht. Möglicherweise könnte sich die SAA der Bustan al-Qasr-Park/Grünfläche bewegen, um dann dieses Gebiet in eine ähnliche Situation zu bringen.

 

 

Verteidigungslinien in Ostaleppo brechen zusammen

Die Verteidigungslinien der Opposition in Ostaleppo scheinen wie ein Kartenhaus zusammenzubrechen: Zwei weitere Viertel wurden unter vollständiger Kontrolle gebracht, nachdem Diese in den letzten 4 Tagen teilweise erobert wurden. Bei den Vierteln handelt es sich um den Südteil des Ard al-Hamra- und Ostteil des Jabal Badro-Viertel, welches Beides südlich vom gestern eroberten Hanano-Viertel liegt. Dort kämpfen primär Eliteeinheiten der Syrisch-Arabischen Armee (SAA), wie z.B. die Tiger Forces oder Republican Guards, als auch reguläre Einheiten und wie im Falle von Jabal Badro aus Aleppo stammende Milizen wie Liwa al-Quds.

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Nicht nur dort kann die Armee Erfolge vorzeigen, sondern ebenfalls im Sakhur-Distrikt, dem letzten Viertel welches den Nordteil des Kessels vor der völligen Umkreisung schützt. Dort wurde aber im Westen der ehemals hart umkämpfte Park und Kreisverkehr erobert, im Osten soll die SAA ebenfalls vorstoßen, es gibt aber momentan noch keine bestätigten Berichte. Es bleibt abzuwarten ob man den Kessel im Norden möglichst schnell schließen möchte, oder einen Ausweg für Kämpfer lassen will damit man den Nordteil ohne großen Widerstand erobern kann. Derweil wird auch auf den Nordteil an anderen Fronten Druck gemacht, während die YPG aus Sheikh Maqsoud die Industriegebiete an der Grenze mit Mörsern beschießt, rückt die SAA auf diesen Bereich vor. Laut Reportern am Boden wurden etwa ~40 Häuser erobert, der Widerstand dort ist sehr schwach.

Außerdem benutzt die Armee die Initiative und soll sogar den Hawaniyah-Viertel stürmen, was wiederum unbestätigt ist aber auf fehlende Verteidigungsbarrieren hinweisen könnte. Die Situation für die Opposition scheint absolut schlecht zu sein, fehlende Vorbereitung, knappe Ressourcen und fehlender Umgang mit Diesen scheint sich nun mit Demoralisierung, fehlender Unterstützung der Bevölkerung und Desorganisation zu koppeln. Es soll außerdem zu inneren Kämpfen gekommen sein, wo manche Gruppen und Zivilisten die Evakuierung verlangen. 2 Personen sollen dabei gestorben sein.

Die Zahl von evakuierten Zivilisten erhöhte sich aus Hanano, das SOHR spricht von etwa 400 geflohenen Zivilisten, 150 Zivilisten alleine heute. Die Zahlen schwanken nun von 150 bis 500. Die neu eroberten Gebiete werden sicherlich ebenfalls zu weiteren, geretteten Personen führen.

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Weitere Karte für die Situation in Aleppo

Edit 14:30 Uhr:

Nun scheint die Situation im Norden völlig zusammenzubrechen. Berichten zufolge wurden weitere Teile im Hellok-Viertel erobert, das nördlich liegende Ayn Tal-Industrieviertel soll vollständig erobert worden sein, wodurch das von der YPG gehaltene Sheikh Maqsoud nun völlig von der SAA umkreist ist (Anmerkung: Es handelt sich um Verbündete). Ba’edin soll ebenfalls vollständig erobert worden sein, nachdem es zu Kämpfen zwischen Liwa al-Quds und Fastaqem Union dort kam. Etwa 1500-2000 Zivilisten sollen momentan evakuiert worden sein. Einige Zivilisten hissten an ihren Gebäuden die Fahnen der Syrischen Republik, oder die panarabische Ba’ath-Flagge:

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 Edit 15:00 Uhr:

Es scheint geschafft, die letzte Verbindung, der al-Sukhar-Distrikt, wurde vollständig erobert. Es ist derzeit unklar wie viele (falls überhaupt) Kämpfer sich noch im Rest des Territoriums im Norden befinden. Man wird bis zum Ende des Tages wahrscheinlich das gesamte Gebiet vollständig unter ihrer Kontrolle haben. Laut einigen Berichten versuchten Zivilisten Kontrollpunkte der Islamisten in al-Sukhar anzugreifen bzw. zu erobern. Die nächsten Stunden werden zeigen, wie viele Zivilisten erfolgreich fliehen können.

Letzter Edit:

Die Berichte von der vollständigen Eroberung des Sukhnar-Distriktes schienen verfrüht, wie ursprünglich zu erwarten ließ man einen Fluchtweg für Kämpfer offen. Die YPG war ebenfalls aktiv und eroberte kleine Teile von Horrak und Bustan al-Pasha. Inzwischen sollen 10.000 Zivilisten zu der SAA und YPG geflohen sind.

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Relativ aktuelle Situation

 

Vollständige Eroberung eines Viertels in Ostaleppo

In nur zwei Tagen wurde Eines der größten Viertel im Osten des belagerten Aleppos erobert: Das Hanano-Viertel. Hanano hat eine äußerst prestigeträchtige Wirkung für die Regierung und Opposition, da es sich um das erste Viertel handelte, welches bei dem Angriff auf die Regierungshochburg Aleppo 2012 erobert wurde. Strategisch kommt dem Viertel ebenfalls eine besondere Bedeutung zu: Der Norteil des Kessels ist nun dem Risiko ausgesetzt, „erneut“ belagert zu werden. Wenn man nun aus beiden Richtungen (Hanano und Suleiman al-Halabi) Druck auf das Sukhnar-Viertel ausübt, so sind die dortigen Kämpfer gezwungen sich entweder zurückzuziehen oder eingekreist zu werden. Einige Quellen sprechen bereits von dem Abzug von Ahrar al-Sham und Nour al-Din al-Zenki, wobei dies unbestätigt ist. Diese Taktik ist definitiv sehr erfolgreich und wurde ebenfalls mehrfach benutzt, da vor allem so der urbane Häuserkampf auf ein Minimales reduziert wird.

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Außerdem konnten somit laut diversen Angaben zwischen 150-171 Zivilisten aus Hanano und Jabal Badro evakuiert werden. Die Evakuierungswege zeigen ebenfalls, dass das Ard-Hamra-Viertel östlich von Hanano gesichert ist:

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Ersten evakuierten Zivilisten aus Hanano

An anderen Fronten in Aleppo hat sich hingegen nicht viel bewegt, die Tiger Forces und Liwa al-Quds versuchen weiterhin Druck auf Jabal Badro auszuüben, wo es aber im Vergleich zu gestern zu keinen besonderen Eroberungen kam. Sukhnar und al-Haydaria werden höchst wahrscheinlich aber als Nächstes fallen.

Riesige Geländegewinne der Armee in Ost- und Nordaleppo

Große Erfolge an zwei Fronten zu vermelden: Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) konnte einerseits mit der Unterstützung eigener kurdischer Milizen und der SDF entschiedene Erfolge in Richtung al-Bab erzielen. Es wurden insgesamt etwa 3 Dörfer erobert: Nayrabiyah, Shaykh Kif und Jubrah. Derzeit ist unklar, ob all diese Dörfer gemeinsam, oder nur von einer Seite kontrolliert werden. Würde Letzteres eintreffen und die SAA sämtliche Dörfer kontrollieren, so könnte das als einen Beginn auf die von Daesh gehaltene Stadt al-Bab gedeutet werden. Al-Bab ist bereits von der SDF vom Osten & Westen und von der TFSA (türkische unterstützte Opposition, Euphrates Shield) vom Norden her bedroht.

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Anmerkung: Derzeitige Kontrolle der Dörfer unklar

Dieser möglichen Offensive gingen syrische Luftangriffe auf die TFSA zuvor, wo ebenfalls 3 türkische Soldaten getötet wurden. Laut türkischen Medien gab es danach auch weitere Luftangriffe, wo mindestens 7 türkische Soldaten verletzt worden. Diese Berichte sind aber nicht bestätigt.

Signifikante Eroberungen in Ostaleppo

In Ostaleppo hingegen konnte die SAA mit der Unterstützung der Eliteeinheiten „Tiger Forces“ und „Republican Guards“, als auch von syrischen Milizen wie Liwa al-Quds äußerst wichtige Erfolge verzeichnen. So konnte inzwischen fast das gesamte Hanano-Viertel (Schätzungen zwischen 60-80% seit gestern) und große Teile des Jabal Badro-Viertels erobert werden. Die genaue Situation ist derzeit aber relativ unklar und man kann neue Fortschritte alle paar Stunden erwarten. Diese neuen Eroberungen offenbaren wohl den schlechten Zustand der Opposition im Norden des Kessels, nach dem Verlust des Handarat-Flüchtlingslagers/Viertels konnte man dort die größten Gebiete erobern. Scheinbar ist die Situation auch in einem solch urbanen Gelände wie Hanano dermaßen schlecht, dass Niemand sowas ursprünglich erwartet hätte.

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Veraltete Karte von gestern

Mit den neuen Eroberungen besitzt die SAA nun die Möglichkeit, den Kessel im Sakhur-Distrikt zu teilen und damit einen wichtigen Schlag gegen die Opposition zu setzen. Bei dem derzeitigen Tempo besteht sogar die Möglichkeit, dass Ostaleppo vor Mossul erobert werden könnte.

Edit: Aktuelle Karte:

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Syrische Luftwaffe attackiert türkische Stellungen in Nordsyrien

Am Morgen des 24. November, exakt ein Jahr nach dem Abschuss des russischen Jets nahe der türkischen Grenze, griff die syrische Luftwaffe mit L-39 „Albatros“ türkisch-oppositionelle im Norden Syriens an. Wie inzwischen das türkische Verteidigungsminsterium mitteilte, wurden dabei 3 türkische Soldaten getötet und 11 Oppositionskämpfer verletzt.

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Die getöteten Soldaten

Den Angriffen geht eine ältere Verlautbarung des Generalkommandos der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) zuvor, die mit dem Abschuss von türkischen Jets drohe, insofern Diese weiter kurdische (bzw. SDF/YPG) Stellungen beschießen werde. In den letzten Tagen kam es wiederum häufiger zu Angriffen und Luftschlägen auf von der SDF eroberte Dörfer, z.B. Jubb al-Barazi. Der wirkliche Grund für diesen Angriff könnte aber wohl eher der Artilleriebeschuss der türkischen Armee auf Stellungen der SAA in Latakia sein, vor allem in der Umgebung von Nawarah. Wenige Stunden zuvor startete dort die SAA & Verbündete eine Offensive, die aber schnell zurückgeschlagen wurde.

Regierung bietet Fußballspiel gegen Ostaleppo an

Die Bewohner Aleppos empfingen am Mittwoch zwei seltsam wirkende Nachrichten auf ihren Handys: Das Komitee der „nationalen Aussöhnung“ rief zu einem Fußballspiel am Donnerstag im Hamdaniyeh-Stadion auf. Sie bezeichneten es als eine „gute Geste auf dem Wege der [syrischen] Aussöhnung“.

Diese Nachrichten sind tatsächlich nichts Neues und der Kanal seit 2011 aktiv. Doch zuvor ging es eher um die üblichen Schlichtungsversuche, die Waffen niederzulegen und sich zu ergeben. Deswegen wird dies von oppositioneller Seite als authentisch, aber sehr surreal gewertet.

Selbst in dem unwahrscheinlichen Falle eines Fußballspieles wird es keinen signifikanten Einfluss auf die darauffolgenden Tage in Aleppo haben, man könnte es eher als ein ähnliches Ereignis wie den Weihnachtsfrieden im 1. Weltkrieg bezeichnen.

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„Alle Rebellen und Zivilisten die bei dem Fußballspiel anwesend sein wollen oder teilnehmen möchten, sollen am Donnerstag (24.11.) um 12 Uhr im Hamdaniyeh-Stadion die vorher angekündigten Passagen nutzen, um das Stadion zu erreichen.“

„Rebellen in Ostaleppo, die Regierung der Aleppo-Provinz lädt euch zu einer Teilnahme am Fußballmatch als positives Zeichen der (nationalen) Versöhnung ein.“

Vorort von Damaskus kapituliert | Familien aus Ostaleppo evakuiert

Der kleine Vorort in West-Ghouta südlich von Damaskus namens Khin al-Shih ist nun ebenfalls Bestandteil des „Versöhnungsprozess“ zwischen der Opposition und der syrischen Regierung. Ergebnis dieses Prozesses ist einerseits die (friedliche) Übernahme des Ortes durch die Syrisch-Arabische Armee (SAA), andererseits eine Generalamnestie für allen oppositionellen Kämpfer, die danach ein Leben als Zivilisten führen können. Eine weitere Möglichkeit ist der Transport in den bekannten „grünen Bussen“ in die Idlib-Provinz, um dort weiterhin gegen die Regierung zu kämpfen. Letzteres sollen etwa ~1200 Kämpfer und deren Familienmitglieder angenommen haben. Dieser Prozess ist nichts Neues im Umland von Damaskus (Rif Dimashq), nachdem solche Angebote ebenfalls von Daraya, Maadamiyeh, oder Qudsseya genutzt wurden.

Der Ort ist erst seit einigen Monaten vollständig belagert gewesen, nachdem es mehrere oppositionelle Offensiven in Richtung anderer Kessel gab. Die dortigen Kämpfer sollen neben Heimischen aus Fateh al-Sham und Ahrar al-Sham bestanden haben.


Währenddessen halten die schweren Kämpfe in und um Ostaleppo weiter an. Es kam vor allem zu Scharmützeln im Osten, nahe des Hanano-Viertels. Weitere Fronten sind weiterhin Bustan al-Pasha als auch Sheikh Saeed. Es kam dort aber nicht zu großen Bodenveränderungen, es gibt unbestätigte Eroberungen des „Ma’saraniyah Youth Housing“ und dem alten Najjar-Industriedistrikt.

Das Generalkommando der Syrisch-Arabischen Armee verkündete außerdem vor wenigen Minuten die Aufstellung eines 5. Korps in Aleppo, welches vor allem zu Offensiven gedacht ist. Welche Einheiten dort involviert sind ist derzeit unklar.


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Geflüchtete Familie aus Ostaleppo

Wesentlich wichtiger ist die Evakuierung von 2 Familien aus Ostaleppo, nachdem es nach eigenen Angaben um eine „verdeckte Operation“ gehandelt habe. Man durfte nicht das Risiko eingehen, durch die oppositionellen Kämpfer entdeckt zu werden. Weiterhin herrscht die Ansicht, dass die Opposition in Ostaleppo die Zivilisten als Geiseln halten, nachdem die „humanitären Fluchtkorridore“ nicht genutzt und gar von der Opposition mit Mörsern beschossen wurden. Inzwischen gibt es ebenfalls Berichte von weiteren 7 geflüchteten Personen, die nahe Suleiman al-Halabi evakuiert wurden.

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Armee beginnt scheinbar Bodenoperation in Ostaleppo

Im Zusammenhang zur Operation „Siegesdämmerung“ der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) für die Eroberung des belagerten Ostaleppo scheint es nun erste reelle Erfolge zu geben: Nach mehreren Tagen von syrischen und russischen Luftangriffen konnte die offensive Eliteeinheit der SAA, die Tiger Forces, den Hügel „(Tell) Zouhor“ im Osten erobern. Dieser Hügel gibt eine gute Sicht auf das Hanano-Viertel, welches als angebliches Hauptquartier für das größte Aleppo-Bündnis der Opposition „Fatah Halab“ dient. Das Viertel wird dadurch nun vom Norden und Osten bedroht.

Weitere Erfolge soll man in Bustan al-Pasha verzeichnen, wobei die Erfolge derzeit unbekannt sind und es sehr intensive Kämpfe gab. Die SAA eroberte bereits vor einem Monat den südlichen Abschnitt des Viertels. Außerdem soll es Kämpfer in Sheikh Saeed gegeben haben, wobei Genaueres nicht bekannt ist.

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Situation Ostaleppo

Proteste in Ostaleppo wurden gewaltsam niedergeschlagen

Scheinbar kam es am 15. November zu einer Demonstrationsversammlung von Zivilisten im belagerten und von der Opposition gehaltenen Ostaleppo. Entgegen den üblichen Duktus handelt es sich um einen Protest gegen die Opposition, denen es vorgeworfen wird, die rund 40.000-100.000 Zivilisten in Ostaleppo als Geiseln zu nutzen. Sie fordern derweil freies Geleit aus Ostaleppo und die Beseitigung von „Banden“.

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Mögliche Position der Proteste

Die Proteste sollen im al-Fourdan-Viertel stattgefunden haben, nach einem Versuch des Geolocating könnte es sich womöglich exakt um diesen Ort an der Grenze zum Kallaseh-Viertel befunden haben. Aufgrund des fehlenden Videomaterials handelt es sich hierbei aber nur um eine Theorie.

Ab Minute 0:38 hört man im ersten Video bereits Schüsse, das zweite Video zeigt die Flucht der Demonstranten von diesen Schüssen. Angeblich sollen laut dem russischen Verteidigungsministerium bei den Protesten 27 Zivilisten getötet und Hunderte verletzt worden sein, wie viele andere Proteste es gab ist unbekannt. Die Zahl erscheint aber recht hoch und daher unwahrscheinlich, vor allem da es fernab des Verteidigungsministerium keine Berichte dazu gab.

Unklar ist auch, ob sich diese Demonstrationen tatsächlich gegen die Opposition insgesamt, oder nur gegen bestimmte Teile richtet. So gibt es ebenfalls Videos von Protesten (nicht ersichtlich, ob die gleichen Proteste) die unter anderem Fahnen des islamistischen Bündnis der Jaysh al-Fateh, Gründungsmitglieder sind z.B. Fateh al-Sham oder Ahrar al-Sham, zeigen. Dementsprechend könnte es sich entweder um eine pro-islamistische Demonstration handeln,  die sich für eine Vereinigung der Opposition unter der Flagge von JFS einsetzt, oder einfach ein Protest gegen andere Gruppierungen wie z.B. Fastaqem Union oder Nour al-Din al-Zenki sein. Diese führten in den letzten Wochen Kämpfe um Ressourcen in Ostaleppo gegeneinander, welches auch zu Toten führte.

So oder so zeigt die Demonstration die Instabilität und katastrophalen Verhältnisse in Ostaleppo. Bei einer Intensivierung der Belagerung oder Demoralisierung durch gegnerische Eroberungen könnte diese Eskalation zunehmen und sich sehr gefährlich für die dortige Zivilbevölkerung entwickeln entwickeln. Der große Nutznießer: Die syrische Regierung.

Armee beginnt Operation „Siegesdämmerung“ in Aleppo

Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) begann um 24 Uhr Ortszeit die sogenannte Operation „Siegesdämmerung“. Ziel dieser Operation ist die komplette Eroberung von Ostaleppo, nachdem Diese seit einigen Monaten erfolgreich belagert wird. Daran beteiligt ist primär die SAA mit massiver Unterstützung der Eliteeinheiten der Tiger Forces und den Republikanischen Garden. Ebenfalls aktiv ist die Hisbollah, verschiedene irakische Milizen wie Harakat al-Nujaba und verschiedene syrische Milizen wie die in Aleppo ansässige Liwa al-Quds und/oder Nusur al-Zawba’a. Befehlende Kommandanten sind dabei der Anführer der Tiger Forces Suleil al-Hassan und General Zaid Saleh. Außerdem wird im Gegensatz zu den vergangenen Wochen ebenfalls die russische Luftwaffe aktiv werden, jetzt mit besonderer Unterstützung des russischen Flugzeugträgers „Admiral Kusnezow“.

Dem Beginn der Operation geht die Frist einer 24 Stunden andauernden Möglichkeit zur Amnestie aus Ostaleppo voraus, die an alle Bürger Aleppos per Handy geschickt wurde. Nichtsdestotrotz gilt die versprochene Generalamnestie seit Beginn des Konfliktes und wurde insofern nur nochmal bekräftigt. Auch gab es in den vergangen Wochen Kämpfe zwischen den verschiedenen Oppositionsparteien in Ostaleppo über den Umgang von Fluchtmöglichkeiten, oder Ressourcen. Dabei sollen rund 15 Kämpfer gestorben sein.

Die Operation beginnt mit dem Beschuss durch Raketen (u.a. durch russische Schiffe) und Luftschläge in ganz Ostaleppo, vor allem dem Hanano-Distrikt.

 

„Journalist des Jahres“ ist ein Islamist

„Reporter ohne Grenzen“ zeichnet jedes Jahr verschiedene Personen und Gruppen für ihre Bemühungen aus, mutigen Journalismus fernab von fehlender Meinungs- und Redefreiheit und an gefährlichen Orten zu unternehmen. Dieses Jahr ist diese Ehre dem 29-jährigen Syrer Hadi al-Abdullah vergönnt. „Er schreckt nicht davor zurück, sich in gefährliche Gebiete zu begeben“ und sich in Gebiete zu begeben,“wohin sich kein westlicher Journalist wagt“ heißt es in der Erklärung.

Diese Ehre kommt dieses Mal eine Person zu teil, die nicht nur 2013 Reporter des IS(IL) war, sondern auch Glückwünsche von „engen Freunden“ erhält, die auf internationalen Sanktionslisten als hohe Mitglieder für terroristische Organsiation zu finden sind. Eine Auswahl:

Noch bis 2013 und dem Aufstieg des Islamischen Staates im Irak und Syrien gab es ein Bündnis welches im Westen relativ unbekannt ist: Daesh (damals ISIL) arbeitete eng mit der FSA und weiteren oppositionellen Gruppen zusammen, um die syrische Regierung zu stürzen. Diese Zusammenarbeit florierte vor allem in der Umgebung um al-Rakkah und Taqbah. In diesen Zeitraum fallen auch verschiedene Interviews von Abdullah mit dem Islamischen Staat.


Auch ansonsten scheint al-Abdullah keine besonderen Berührungsängste zu haben: Wenn eine große Offensive vom größten islamistischen/salafistischen Bündnis Jaysh al-Fateh irgendwo im Land ansteht, berichtet er davon. Das erste und letzte Video zeigt den Angriff von Jaysh al-Fateh mit Unterstützung von ausländischen Uiguren, Tscheschenen, oder Usbeken z.B. in Form der Turkic Islamic Party auf die ehemalige syrische Großstadt Jisr al-Shughour. Die Stadt war Schauplatz einer tragischen Geschichte: Nachdem die Stadt vollends belagert wurde, zogen sich die wenig verbliebenen Soldaten der Syrisch-Arabischen Armee um das dortige Krankenhaus zusammen, wo sich ebenfalls viele Zivilisten verschanzt hatten. Nach einem Monat von Angriffen der Islamisten und gar einigen Selbstmordattentätern auf das Krankenhaus versuchte die Armee im Schutze der Nacht einen Durchbruch. Die Ergebnisse waren fatal: Fast alle Soldaten und Zivilisten wurden beim Evakuierungsversuch getötet. Nur eine kleine Minderheit konnte sich an die Armee-Positionen weiter südlich der Region retten. Die Überreste des Krankenhauses sieht man im letzten Video.

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Das zweite und dritte Video hingegen zeigt den letzten Durchbruchsversuch der Opposition nach Ostaleppo am 28. Oktober. Diese Offensive wird wie üblich ebenfalls von Jaysh al-Fateh angeführt. Interviewt wird ein Kommandant vom ehemaligen al-Qaida-Ableger Jabhat Fateh al-Sham. Er behauptet, dass lediglich Militärbasen in Westaleppo angegriffen wurde und es dementsprechend keine toten Zivilisten gab. In Wirklichkeit griff man nicht nur das dicht besiedelte „3000 Aparment Project“, Zahra-Viertel und „New Aleppo“ an welches viele Zivilisten zur Obdachlosigkeit zwang, sondern selbst die SOHR machte die Opposition für den Tod von über 50 Zivilisten in dem Zeitraum schuldig. Außerdem handelte es sich laut ihm hierbei um den großen Kampf zwischen Sunniten vs. Iraner & Russen.

Besonderes Schmankerl selbst für seine Interviews ist ein Interview von einem verletzten, in Schutt eingeschlossenen Soldaten. Dieser bittet um Hilfe und Vergebung, die einzige Reaktion von Abdullah: Gelächter. Das Video spricht für sich.


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Weiterhin bekannt sind seine Beziehungen zu den Größen des (ehemaligen) syrischen Ablegers von al-Qaida, ehemals al-Nusra und heute Fateh al-Sham. Nicht nur hatte er die besondere Ehre den Anführer von al-Nusra/Fateh al-Sham „al-Golani“ (heute Abu Mohammad al-Joulani) zu interviewen was ansonsten nur dem katarischen Fernsehsender al-Jazeera vergönnt ist, er kann ebenfalls eine hohe Figur als „engen Freund“ nennen: Abdallah Muhammad Bin-Sulayman al-Muhaysini.

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„mit Dr. Abdullah Muheisni, möge Allah ihn beschützen, bevor er sich zum Kampf begibt“

Die Beziehung zwischen beiden Personen scheint seit 2014 zu existieren, inzwischen wurde Muhaysni selbst von der USA auf eine Sanktionsliste als Mitglied einer terroristischen Organisation gesetzt. Auch Muhaysni beglückwünschte al-Abdullah zur Auszeichnung „Journalist des Jahres“. Er bezeichnete ihn als leuchtendes Beispiel für die Art von Medien, die ihr Land und ihrer Religion dienen und der „Stimme der Unterdrückten“ ein Sprachrohr gebe.


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al-Assad-Viertel in Aleppo zurückerobert | Aleppo-Offensive gescheitert

In den letzten 24 Stunden konnte die Syrisch-Arabische Armee, angeführt von der offensiven Eliteeinheit der Tiger Forces unter Suleil al-Hassan, der Hisbollah und kleineren Milizen wie der Nusur al-Zawba’a wichtige Eroberungen im Westen der Stadt Aleppo verzeichnet werden und dabei die letzten erkämpften Territorien der oppositionellen Aleppo-Offensive zurückerobern.

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Eroberungen der letzten 24h (gelb umrahmt)

Die größte Errungenschaft dafür gilt dem al-Assad-Viertel, ein mehrheitliches Villenviertel mit einer katholischen Schule und mehreren diplomatischen Institutionen (wie z.B. die philippinische Botschaft). Sie war zuvor von drei Fronten im Süden, Westen & Norden umkreist, war insofern ein leicht eroberbares Ziel. Nachdem sowohl das „1070 Housing Project“, als auch das nördlich gelegene Dorf Minyan (mit dazugehörigen Industriebezirk weiter westlich) erobert wurde, wurden die Flanken gesichert und damit der Effekt umgekehrt. Die Opposition hatte keine Chance und musste sich zwangsweise von dort zurückziehen. Nebenbei wurden auch die Minyan-Sägemühlen nordwestlich erobert. Als nächste Ziel konnte man die Rashadin-Bezirke beobachten, nachdem es bereits Mörser- und Artillerieangriffe darauf gab.

Syrische Armee erobert 1070 Housing Project | Belagerung Ostaleppos vertieft

Die Syrische Armee konnte in den letzten Stunden territorial kleines, aber strategisch umso wichtigeres Gebiet erobern: Das 1070 Housing Project. Dabei handelt es sich um ein Komplex von nicht fertiggestellten Apartments an der südwestlichen Ecke der Stadt Aleppo.

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Momentane Situation

Der Kampf wurde nicht innerhalb des Projektes gewonnen, sondern weiter südlich: Die offensive Eliteeinheit der „Tiger Forces“ unter der Führung von Suleil al-Hassan konnte in den letzten 48 Stunden die Hügel al-Rakhm und Mutah erobern. Die reguläre Syrisch-Arabische Armee und Hisbollah sollen ebenfalls involviert gewesen sein. Die Hügel gaben nicht nur eine erhöhte Position gegenüber den Apartments, sondern die Opposition stand demnach auch vor einer Trennung ihrer Nachschubversorgung dort. Als Reaktion scheint es einen taktischen Rückzug aus dem gesamten Bezirk gegeben zu haben, nachdem sie zuvor rund ~80% des 1070 Housing Project kontrolliert hatten.

Das 1070 Housing Project war aufgrund der Aleppo-Offensive der Opposition Eines der umkämpftesten Gebiete, so wurden z.B. dort einige Selbstmordattentäter bzw. SVBIEDs benutzt. Durch deren Verlust wird es der Opposition umso schwerer, den weiter nördlich liegenden „3000 Apartments Project“ zu erobern, nachdem es bereits jetzt keine Erfolge verzeichnen konnte. Außerdem rückt damit das al-Assad-Viertel in ungreifbare Nähe, der einzig erwähnenswerten Eroberung der Opposition in ihrem Versuch, den Belagerungsring zu durchbrechen…

SDF verkündet Raqqah-Offensive

Am 6. November verkündete die SDF in einer Pressekonferenz den Beginn der Raqqah-Offensive mit dem Ziel, die Großstadt und faktische Hauptstadt des Daesh im Norden Syriens einzunehmen. Die „Zorn des Euphrat“ genannte Operation soll insgesamt 30.000 Soldaten der SDF/YPG zählen, nach eigenen Angaben sind die meisten Kämpfer aus der Region von Raqqah (z.B. sind auch eigene Gruppen wie Liwa Thuwar Raqqa nur aus diesem Grund existent).

Die Offensive genießt die Unterstützung der Internationalen „Anti-IS-Koalition“, sprich neben einer größeren Luftunterstützung wird es auch Unterstützung durch westliche Bodentruppen wie z.B. von der USA, Frankreich und gerüchterweise Deutschlands auch geben. Die Türkei wird diese Operation mit Argwohn betrachten, sowohl schloss die Türkei einen Angriff der YPG auf Raqqah kategorisch aus und hatte bereits in den letzten Wochen verstärkt Kriegsgerät an die Grenze zum Irak und Syrien geschafft. Die Türkei wird insofern wahrscheinlich nicht ruhig daneben sitzen und verstärkt gegen Gebiete der SDF vorgehen. Ein eindeutiges Zeichen wurde aber von der USA gesetzt, sie ziehen die SDF dem NATO-Verbündeten Türkei vor.

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Situation um al-Raqqah, Gelb: SDF

Raqqah war vormals wie jede Großstadt eine „Hochburg“ der Regierung, wurde aber aufgrund kleiner Garnison von nicht mal 400 Soldaten von der FSA verbündet mit dem damaligen Islamischen Staat im Levante (ISIL) überrannt. Nachschubmangel und die Inkompetenz der SAA-Generäle spielten dabei auch eine Rolle. Aufgrund des prestigeprächtigen Symboles und arabischen Bedeutung des Ortes wird diese Offensive ebenfalls von der syrischen Regierung wohl negativ angesehen werden, die Eroberung des Ortes bringt nicht nur internationale Presse sondern würde der SDF als eigenständiges Staatssubjekt gewisse Legitimation verleihen.

„Die große Schlacht um Aleppo“ ist nach 2 Tagen gescheitert

Zwei Tage seit dem Beginn der nach dem ehemaligen Bananenverkäufer und getöteten Jaysh al-Mujaheedin-Kommandanten Yusuf Zo’ah benannten Offensive zur Aufhebung der Belagerung von Ostaleppo zeigen sich mehrere klare militärische Verhältnisse: Den Islamisten unter der Führung von Jaysh al-Fateh gelingt kein Durchbruch, trotz westlicher Unterstützung und ausländischen Selbstmordattentätern.

Der Beginn der Offensive am 28. Oktober begann verheißungsvoll: Nach wenigen Stunden konnte die Opposition, angeführt vom islamistischen Bündnis Jaysh al-Fateh unter der Obhut von Fateh al-Sham, bereits die Eroberung des al-Assad-Viertels im Westen der Stadt vermelden. Ebenfalls gab es kleinere Eroberungen nördlich und südlich des Viertels, sowohl mehrere Fabriken in Miniyan und weiter nördlich bei den Obari-Farmen & Umgebung konnte die Opposition für sich beanspruchen. Am nächsten Tag konnten ebenfalls fast die letzten Teile des 1070 Housing Projects erobert werden.

Daraus resultierend drohte mehreren zivilen „Kernvierteln“ Westaleppos die Flankierung von mehreren Seiten, unabdingbar für die Eroberung dieser Bezirke. Weitere Angriffe gab es auf den Zahra-Distrikt weiter nördlich, aufgrund fehlender Erfolge und Stärke wird es sich hierbei aber wohl eher um eine Ablenkung gehandelt haben.

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Angriff eines Selbstmordattenäters (SVIED) auf al-Assad

Diese Erfolge waren vor allem einer Waffe geschuldet: Selbstmordattentätern. Alleine am ersten Tag sollen mindestens 5 Selbstmordattentäter mithilfe von mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge mehrere Positionen in al-Assad und 1070 gesprengt haben.  Dabei bekannte man sich medial zu folgenden Selbstmordattentätern, welche als Märtyrer gefeiert werden:

  1. Batar al Jazrawi, saudischer Staatsbürger und Mitglied von Jund al-Aqsa
  2. Hudhayfa al-Turki, türkischer Staatsbürger und Mitglied der zentralasiatischen Turkmen Islamic Party
  3. Mus’ab Fayyad, syrischer Staatsbürger und Mitglied von Fateh al-Sham
  4. Omar al Masri, ägyptischer Staatsbürger und Mitglied von Fateh al-Sham
  5. Abu Haitham al Masri, ägyptischer Staatsbürger und Mitglied von Fateh al-Sham
  6. Abdul Aziz Turki, türkischer Staatsbürger und Mitglied der Turkmen Islamic Party (29. Oktober)
  7. Shahidallah al-Turkistani, wahrscheinlich ein Uigur, Mitglied der Turkmen Islamic Party (30. Oktober)
  8. Khatab al-Tabuki, saudischer Staatsbürger und Mitglied von Fateh al-Sham (3. November)

Anfängliche Erfolge bleiben aus

Trotz dem Einsatz mehrerer Selbstmordattentäter und auch mehreren tausend Soldaten konnte die Opposition weiterhin nicht vordringen und dadurch ihr Momentum verlieren, Eines der stärksten Waffen. Die Hauptachse des Angriffes befand sich nun auf Miniyan und New Aleppo. Der Erfolg blieb aus, einige Journalisten filmten Positionen direkt am Kreisverkehr vor dem Distrikt. Die darauffolgenden Tage bis heute blieben ruhig, die Kämpfe scheinen nun in Miniyan und zwischen al-Assad und 3000 Apartment Project weiterzugehen. Große Mengen an Panzer und Truppentransporter sollen zerstört worden sein.

Die Armee und ihre Verbündete sollen weitere Verbände nach Aleppo beordert haben, so soll die in Aleppo ansässige syrisch-palästinensische Liwa al-Quds mindestens 3000 Mitglieder dort versammelt haben (siehe Video).  Ebenfalls sind in kleineren Mengen ebenfalls die irakische und libanesische Hisbollah aktiv, wobei sie eher Positionen nahe dem Internationalen Flughafen der Stadt im Osten übernehmen. Die russische Luftwaffe hingegen soll erst in den letzten Tagen aktiv geworden sein, möglicherweise hatte man die nötige Logistik für den eigentlich geplanten Großangriff der Regierung auf Ostaleppo geplant.

Das Ergebnis: Die Opposition konnte ihr Ziel nicht erreichen, die Belagerung von Ostaleppo aufzubrechen.

Vorwürfe von Giftgasangriffen durch die Opposition

Als Ergebnis durch den Dauerbeschuss von zivilen Gebäuden und Bezirken im Westen der Stadt (vor allem durch Hellcannons) kam es zu mindestens 53 getöteten Zivilisten in den ersten 4 Tagen des Angriffes, wie selbst die SOHR behauptete. Die Syrisch-Arabische Armee geht im gleichen Zeitraum von 84 getöteten Zivilisten & 280 Verletzten aus. Auch wird der Opposition vorgeworfen, in einem Angriff auf al-Hamdaniyah etwa 20 Giftgaskanister genutzt zu haben, was zu 48 Fällen der Erstickung führte. Derweil wurde auch das UN-Büro in Westaleppo direkt beschossen.

Innere Kämpfe zwischen Gruppen in Ostaleppo – Tote

Außerdem kam es zwischen verschiedenen islamistischen Gruppierungen im belagerten Ostaleppo zu Kämpfen und sogar Toten, der genaue Grund ist derzeit unklar. Einige sprechen von Ressourcen- und Machtverteilung innerhalb den Strukturen in Ostaleppo, Andere über den Umgang mit den „humanitären Flüchtlingskorridoren“ der syrischen Regierung und ob sie als Fluchtweg genutzt werden sollten.  Aufgrund dessen soll die FSA-Gruppe Fastaqem Union von der USA unterstützten Nour al-Din al-Zenki (bekannt für ihre Enthauptung eines 12-jährigen Kindes) angegriffen worden sein. Die Sham Front versucht diese Streitigkeit zwischen beiden ehemaligen Mitgliedern zu beenden, bisher ohne Erfolg. Diese Kämpfe sollen sich laut SOHR auch auf Idlib übertragen und insgesamt 18 Tote gefordert haben.