Russische Marine beschießt IS-Stellungen in Syrien

Die russische Marine nutzte vier Geschosse vom Typ Kalibr, um Stellungen des Islamischen Staates östlich von Palmyra/Tadmur bzw. in der syrischen Wüste anzugreifen und damit zu zerstören. Abgeschossen wurden sie von einer Fregatte und einem U-Boot im östlichen Mittelmeer, wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte.

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Von den Raketen getroffene Gebäude

Die Raketen schlugen in Gebäuden der sogenannten T3-Pumpstation ein. Dort sollen sich  Kämpfer versteckt haben. Bis zur kurzen Gegenoffensive des IS 2016 mit der daraus resultieren Eroberung von Palmyra war der Gebäudekomplex unter der Kontrolle des Syrisch-Arabischen Armee. Heute ist es ~30km von den Stellungen der Armee entfernt. Seit dem militärischen Eingreifen im Herbst 2015 hat die russische Armee auch Marschflugkörper aus dem Kaspischen Meer abgeschossen.

 

 

Südjemen erobert Flughafen von Aden

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Südjemenitische Kräfte unter dem Kommando des Sicherheitschefs Shallal Shaye konnten mit der Unterstützung der Vereinigten Arabischen Emirate den Flughafen von Aden von den Streitkräften des eigentlichen Präsidenten Abdrabbuh Mansour Hadi erobern. Die zur Verteidigung des Flughafens erstellten „Schutzstreitkräfte“ von Al Khader Kurda unterlagen nach einem fünfstündigen Kampf den Streitkräften der südjemenitischen Übergangsregierung. Kurda verweigerte eine Kapitulation, weshalb es zu schweren Kämpfen kam. Die VAE unterstützte die Operation mit Luftschlägen.

Seit etwa einem Monat kommt es zu Unruhen in der provisorischen Hauptstadt Aden (nachdem Sana’a weiterhin von den Houthis/Saleh regiert wird). Der inzwischen im Exil in Saudi-Arabien lebende Präsident Hadi entließ den populären Gouverneur von Aden namens Aidarous al-Zubaidi und den Kabinettsminister Hani bin Braik. Proteste dagegen führten zur Bildung einer südjemenitischen Unabhängigkeitsbewegung, auch wenn diese Bewegung nie erloschen war. Diese richtet sich in erster Linie gegen die Hadi-Regierung, der als Teil der „korrupten Elite des Nordens“ angesehen wird und dementsprechend verhasst ist. Die VAE unterstützte die Bewegung seit Anbeginn ihrer Existenz, was sich negativ auf die Beziehungen zu anderen Ländern auswirkt, da z.B. Saudi-Arabien die Hadi-Regierung seit 2014 unterstützt.

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Shallal Shaye (rechts) auf dem Aden-Flughafen

Brutale Kämpfe in den Philippinen dauern an – Duterte bittet Maoisten um Hilfe

In der südphilippinischen Stadt Mirawa dauern weiterhin schwere Kämpfe zwischen der philippinischen Armee und der „Maute-Gruppe“ an, welche sich dem Islamischen Staat angeschlossen hat. Die philippinische Regierung schickte nach drei Tagen Verstärkung zur Großstadt, schwere Kämpfe dauern derzeit beim Militärlager der 103. Infanteriebrigade und beim Ami Pakpak-Krankenhaus an. Es gibt dennoch keine Berichte von Gebietsveränderungen in den letzten Tagen. Maute scheint in vielen Gebieten Scharfschützen einzusetzen, die der philippinischen Armee den Kampf und die Räumung von Häusern erschwert.

Bis Sonntag sollen laut philippinischen Verteidigungsministerium 61 Maute-Kämpfer umgebracht worden sein. Einige Kämpfer sollen aus der USA, Indonesien, China, Saudi-Arabien, Malaysia und Australien stammen. Von den eigenen Truppen wurden 20 getötet, über 50 wurden verletzt und zwei Soldaten werden vermisst. Laut der dem IS nahe stehenden Nachrichtenagentur AMAQ sind bisher 70 philippinische Soldaten umgebracht worden. Hinzu kommen laut eigenen Angaben 14 weitere Soldaten und Offiziere auf der Insel Jolo Sulu im Südwesten des Landes, die bei einem Überfall umgebracht wurden.

Veröffentlichte Videos zeigen Geiseln von Maute, die die philippinischen Streitkräfte dazu aufrufen, die Luftschläge und Angriffe zu unterlassen. Ansonsten drohe man mit der Exekution von entführten Zivilisten, welche in erster Linie Christen sind. Bisher wurden mindestens 20 Zivilisten umgebracht. Neun Menschen wurden bei dem Versuch getötet, mithilfe eines LKWs aus der Stadt zu fliehen. Viele Zivilisten wurden von Maute aufgehalten und die Christen und Muslime darauffolgend separiert. Wer keine Koranstellen auswendig vortragen konnte, wurde als Christ gebrandmarkt und danach getötet. Acht Leichen wurden in einem Graben in der Stadt gefunden. Neben ihren Körpern lagen kleine Schilder mit dem Titel „Munafik“, übersetzt Verräter, drauf.

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Tausende Menschen fliehen weiterhin aus Marawi, die philippinische Armee hat inzwischen Kontrollpunkte und Straßensperren um die Stadt aufgebaut, um den Maute-Kämpfern keine Fluchtmöglichkeit zu geben und Flüchtende zu untersuchen. 2.000 Zivilisten sollen sich weiterhin in den umkämpften Gebieten leben, wo ihnen keine Möglichkeit zur Flucht gegeben ist. Mehrere Bürgermeister aus der Region Lanao del Sur erreichten das Kapitol, um die Möglichkeit eines solchen Angriffes auf ihre Städte zu debattieren.

Duterte bat derweil die maoistischen Rebellen der New People’s Army (NPA) und die muslimischen Separatisten (Moro Islamic Liberation Front, MILF; Moro National Liberation Front, MNLF), sich dem Kampf gegen den Islamischen Staat anzuschließen.  „Ich werde euch als Soldaten anheuern – gleicher Sold, gleiche Privilegien, und ich werde für euch Häuser in einigen Gebieten bauen“, sagte Duterte in einer Rede, die gestern ausgestrahlt wurde. Einen Tag später erklärte zumindest ein Vertreter der NPA die Bereitschaft der Gruppe, sich einem „gemeinsamen Feind“ anzuschließen, dessen „vorrangiges Ziel die Ermordung von Zivilisten“ ist.

Erste Berichte von einem Angriff auf die Stadt gab es am 23. Mai, erstes Ziel war das Amai Pakpak-Krankenhaus, um die eigenen Verletzten zu versorgen. Der philippinische Präsident Duterte erklärt während einer Reise nach Russland das Kriegsrecht in der Provinz Mindanao, wo sich auch Marawi befindet. Angeblich soll Maute nicht mehr als 500 Mitglieder besitzen, in der Operation involviert sollen 100-250 Mitglieder gewesen sein. Ein ähnliches Debakel wie in Mossul würde das bedeuten. Vor allem dieser Ausdruck einer Machtprojektion wird der Rekrutierung in den Philippinen helfen.

Die islamistischen Gruppierungen Maute, Abu Sayyaf und weitere kleine Splittergruppen vereinten sich Ende 2016 zum „Islamischen Staat in Lanao“ und wurden damit Teil des Islamischen Staates. Alle Gruppen mussten dem derzeitigen Emir Ismilon Hapilon die Treue schwören, welches zuvor Anführer von Abu Sayyaf war und vom IS direkt als Vertreter ernannt wurde.

PMU erreicht syrisch-irakische Grenze

Milizen unter dem Dach der PMU („Volksmobilmachungskräfte“) erreichten das erste Mal seit 2014 die syrisch-irakische Grenze im Nordwesten Iraks. Das Verteidigungsminsterium und der PMU-Kommandant Hadi al-Amiri vermeldeten diesen Erfolg Montag Nachmittag. So konnte man Stellungen der SDF in der Provinz Hasakeh erreichen, nachdem man südlich von Sinjar im Irak vorgestoßen ist.

Diesem Ereignis vorausgegangen war die Eroberung von al-Qayrawan südlich von Sinjar, etwa 30km östlich von al-Ba’aj. Al-Ba’aj ist die Zwischenetappe zwischen al-Qayrawan und der Landesgrenze gewesen, ist jedoch weiterhin in der Hand des Islamischen Staates. Man drang stattdessen rund 20km weiter nördlich in der Region von al-Jazirah und al-Qahtaniya vor. Am Montag konnte man noch in einem Endspurt beachtliche 30km erobern und dabei die Dörfer Taru, Qaryat al-Tawm und Qaryat Raqabat al-Fars einnehmen.

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Brutale Kämpfe in libyscher Hauptstadt

In der libyschen Hauptstadt Tripoli kam es zwischen rivalisierenden Regierungen und Milizen zu den brutalsten Auseinandersetzungen seit einer Ewigkeit. Auf der einen Seite steht die vom Westen und der UN unterstützte Einheitsregierung unter der Führung von Fayaz Sirraj und auf der anderen Seite der von islamistischen Ländern unterstützte „Allgemeine Nationalkongress“ von Khalifa Al-Ghawiel.

Die seit drei Tagen andauernden Gefechte fanden vor allem im Viertel Abu Salim statt, ebenfalls umkämpft waren Hai Damscus, Al-Hadba, Salah Eddine, Hai Akhwakh, Hai Nasir und Bab Ben Ghashir. Das Gesundheitsministerium spricht von mindestens 52 Toten und 128 Verletzten auf Seiten der Einheitsregierung, Angaben von der anderen Seite existieren nicht. Laut Militärquellen wurden 17 Soldaten exekutiert.

Am Freitag waren bereits schwarze Rauchschwaden und Explosionen in der ganzen Stadt zu sehen und hören. Ein Granatengeschoss traf das Ölunternehmen Mellitah, was zu einem Brand im Obergeschoss führte. Die Tripoli-Revolutionsbrigade unter dem Kommando von Haitem Al-Tajouri (Einheitsregierung) stürmte das Habda-Gefängnis in der Stadt, wo ehemalige Beamte der Gaddafi-Regierung gefangen wurden. Angeblich wurde ein Sohn von Gaddafi dabei befreit. Verbündete Einheiten und Bürger stürmten das in der Nähe liegende Haus des Gefängniswärters Khalid al-Shreef in Znaata und töteten ihn dabei. Er war Mitglied der sogenannten „Islamischen Kampfgruppe“, welche Beziehungen zu al-Qaida aufweist.

Außerdem kam es zu schweren Kämpfen nahe dem internationalen Flughafen. Die vom Nationalkongress unterstützte Misrata-Brigaden zogen sich zugunsten der neutralen al-Kani-Brigade zurück. Der Anführer der Tripoli-Revolutionsgarden verurteilten diese Übernahme und verlangen von al-Kani, sich vom Flughafen zurückzuziehen.

Syrische Armee verzeichnet neue Gewinne im Osten Aleppos

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Eliteeinheiten der Syrisch-Arabische Armee (SAA) unter dem Kommando der „Tiger Forces“ und Suleil al-Hassan führten ihren militärischen Vorstoß im Osten der Provinz Aleppo weiter fort und konnten auf einer breiten Front vorrücken. So konnten sie sich auf drei Kilometern an Maskaneh annähern  und mehrere Dörfer südlich des Ortes einnehmen. Somit wurden die Dörfer Mawalah Saghir,  Kabir, Mustriya, Butish, Ramadan, Tasat, Khirbet al-Dib, Khirbet al-Hasan, Shiha-Wadi al-Mawalah, Abbas, al-Bouduna, Qari, Um al Hawra-Karmah-Jub Al Nina, Abu Sousa und Hamidiya

Die Offensive agiert derzeit in zwei Richtungen. Eine davon geht in Richtung Tabqa, also südwestlich von Maskaneh um die Stadt zu umkreisen. Die Zweite hingegen attackiert die Dörfer östlich des Jabbul-Sees, was in erster Linie Wüstengebiet darstellt und wo aufgrund der Fortschritte in gewisser Weise ein „Machtvakuum“ entstanden ist. Ziel wird es wohl sein, die einzige Landverbindung in Richtung Aleppo (die Khanaser-Straße) von weiteren Überfällen des IS zu schützen, wie es in der Vergangenheit und am Mittwoch erst wieder der Fall war.

Die Offensive im Osten wurde Ende März gestoppt und viele Einheiten nach Nord-Hama entlang des M4-Highways transportiert, da die dortige Opposition eine Überraschungsoffensive startete. Mit den nun vereinbarten „Deeskalationszonen“ bzw. regionalen Waffenruhen ist nicht zu erwarten, dass ein derartiges Ereignis erneut eintreffen wird.

Die Offensive steht auch mit der Operation „Lavendel“ im Zusammenhang. Diese hat ihren primären Zweck in der Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Es ist die letzte, belagerte Bastion der syrischen Regierung und Armee entlang des Euphrates. Deir ez-Zor wird seit nun mehr als 3 Jahren vom IS belagert und ist in zwei Seiten geteilt. Vor dem Krieg hatte der Ort insgesamt 200.000 Einwohner, die heutige Zahl sollte weiterhin bei mindestens 50.000 liegen. Die belagerten Soldaten sind hauptsächlich die Republikanischen Garden unter dem Kommando von Issam Zahreddine.

Ägypten attackiert al-Qaida in Libyen

Nur Stunden nach dem terroristischen Anschlag auf koptische Christen mit über 30 Toten und 22 Verletzten hat Ägypten Luftangriffe im Nachbarland Libyen angeordnet. Präsident Abdel Fattah al-Sissi gab in einer Fernsehansprache bekannt, sein Militär habe Ausbildungszentren von Extremisten in Libyen angegriffen. Die Koordinaten der ersten Luftschläge wurden öffentlich verkündet, wobei die genaueren Ziele nicht erläutert wurden.

Ziel war unter anderem das Hauptquartier des Schura-Rats der Mudschaheddin in der ostlibyschen Stadt Derna. Der Rat weist klare Beziehungen zu al-Qaida auf, bekämpfte aber auch bis 2016 den Islamischen Staat in Derna.  Die sechs Luftschläge sollen Stellungen der Terroristen in der Stadt getroffen haben. Der Schura-Rat dementierte diese Aussagen und sagte, es wurden lediglich zivile Ziele getroffen, jedoch kam es zu keinen Toten. Die meisten Bomben sollen angeblich nur über Feldern explodiert sein, eine Bombe hatte sich in Jabilah, im Westen der Stadt, nicht entzündet. Derna wurde bereits 2015 durch die Luftwaffe Ägyptens angegriffen, wo der Islamische Staat ein Massaker an den Kopten auf Sinai verrichtete.

Am Tag darauf kam es ohne medialer Aufmerksamkeit erneut zu ägyptischen Luftschlägen auf die Stadt Hun/Jufra in Zentrallibyen. Jufra wird ebenfalls von einem islamistischen Schufra-Rat regiert. Diesmal kommt aber der machtpolitische Faktor hinzu, dass die Stadt zwischen dem Rat und der von Ägypten unterstützten Tobruk-Regierung umkämpft ist. Die libysche Luftwaffe selber fliegt ebenfalls kontinuierlich Luftangriffe auf die Stadt. Truppenbewegungen der Nationalarmee deuten auf einen bevorstehenden Angriff auf Jufra hin, der in nur wenigen Tagen folgen könnte.

In seiner Rede versprach Al-Sissi, dass Ägypten auch in Zukunft sämtliche Ausbildungsstützpunkte von Extremisten angreifen werde, die Anschläge in Ägypten verübten. Er appellierte an US-Präsident Donald Trump, den Kampf gegen den Terror anzuführen. Außerdem forderte er erneut die Bestrafung von Ländern, die Extremisten finanzierten, ausbildeten oder bewaffneten.

Der Anschlag auf koptische Christen hatte weltweit Bestürzung ausgelöst. Die Gruppe von Gläubigen war im Bus auf dem Weg ins Kloster St. Samuel südlich von Kairo, als sie von etwa zehn Angreifern mit automatischen Waffen beschossen wurden, wie ein Provinzgouverneur im Staatsfernsehen sagte. Die Angreifer konnten fliehen. Die Polizei riegelte die Umgebung mit Kontrollpunkten ab. Zu der Attacke bekannte sich zunächst niemand.

IS kontrolliert nur noch 2 Viertel in Mossul

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Der Kampf zwischen der irakischen Armee und dem Islamischen Staat in Mossul befindet sich auf ihrer letzten Ziellinie, der IS hält lediglich zwei Viertel im Zentrum der Stadt, darunter die Altstadt mit ihrer prestigeträchtigen al-Nuri-Moschee, wo Abu Bakr al-Baghdadi das Kalifat ausgerufen hatte. Doch gerade diese zwei Viertel werden die Brutalsten sein.

Nach der vollständigen Übernahme von dem nordwestlichen Viertel 17 Tammuz und al-Najar trennt nur noch der Highway 47 und die „Dritte Brücke“ über den Tigris den Übergang auf das südlich gelegene Viertel al-Shaffaa. Seit Tagen kam es zu keinen Fortschritten der irakischen Armee, genauso wie es keine ernsthaften Berichte von Kämpfen gab. Derzeit strukturiert und organisiert man die Armee für den letzten Angriff auf die Altstadt und al-Shaffaa. Ein besonders harter Kampf: der Islamische Staat barrikadierte sich über die Jahre in den engen Gassen und Häusern der Altstadt ein. Gerüchten zufolge sperrte der IS viele Zivilisten in ihre Häuser ein mit dem Argument, sie „schützen“ zu wollen. Im Endeffekt bedeutet das ein Kampf mit Rücksicht auf Zivilisten, ein Kampf ohne zivile Verluste wird unmöglich sein.

Die derzeitige Situation ist aufgrund eines unerwarteten und enormen Vorstoßes der irakischen Armee im Nordwesten der Stadt zurückzuführen. Auf Seiten des Islamischen Staates scheint sich eine regelrechte Demoralisierung ausgelöst worden zu sein, in den umkämpften Vierteln herrschte Verwirrung und Desorganisation, man gibt sich gegenseitig für die unerwarteten Fortschritte des irakischen Armee die Schuld. Innerhalb von 24 Stunden brach die Front erneut zusammen. Die meisten Bewegungen der vergangenen Wochen erschienen unerwartet für den IS, besonders der plötzliche Vorstoß im Nordwesten. Es ist zu erwarten, dass der IS seinen letzten Halt in der Altstadt finden wird, wo die irakische Armee seit Monaten relativ „erfolglos“ versucht vorzudringen.

Kämpfe gegen den IS in philippinischer Großstadt

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In der südphilippinischen Stadt Mirawa dauern weiterhin schwere Kämpfe zwischen der philippinischen Armee und der „Maute-Gruppe“ an, welche sich dem Islamischen Staat angeschlossen hat. Die philippinische Regierung schickte nach drei Tagen Verstärkung zur Großstadt, schwere Kämpfe dauern derzeit beim Militärlager der 103. Infanteriebrigade und beim Ami Pakpak-Krankenhaus an. Neue Bilder zeigen die Polizeistation unter der Kontrolle von Maute, die sich weit im Westen des Ortes befindet. Laut diversen Angaben befinden sich inzwischen rund 70% der Stadt unter ihre Kontrolle, die Armee versuch im Südwesten zurückzuschlagen. Diese enorme Kontrolle erscheint aber unwahrscheinlich, alleine weil dafür die Kapazitäten fehlen würden. Inzwischen werden auch Luftschläge und Helikopter aktiv genutzt.

Am Donnerstag sollen laut philippinischen Verteidigungsministerium 31 Maute-Kämpfer umgebracht worden sein, auch sechs Soldaten sind verstorben. Laut der dem IS nahe stehenden Nachrichtenagentur AMAQ sind bisher 70 philippinische Soldaten umgebracht worden. Hinzu kommen laut eigenen Angaben 14 weitere Soldaten und Offiziere auf der Insel Jolo Sulu im Südwesten des Landes, die bei einem Überfall umgebracht wurden.

Tausende Menschen fliehen weiterhin aus Marawi, die philippinische Armee hat inzwischen Kontrollpunkte und Straßensperren um die Stadt aufgebaut, um den Maute-Kämpfern keine Fluchtmöglichkeit zu geben und Flüchtende zu untersuchen. Mehrere Bürgermeister aus der Region Lanao del Sur erreichten das Kapitol, um die Möglichkeit eines solchen Angriffes auf ihre Städte zu debattieren.

Erste Berichte von einem Angriff auf die Stadt gab es am Dienstag, erstes Ziel war das Amai Pakpak-Krankenhaus, um die eigenen Verletzten zu versorgen. Die Maute-Gruppe schwor vor einiger Zeit dem Islamischen Staat die Treue und nutzt inzwischen auch deren Flagge, konnte sich aber bisher nicht als offizieller Teil etablieren. Der Bürgermeister und Einwohner haben in den regionalen Medien darum gebetet, dass Unterstützung (in Form des Militärs) bei ihnen eintreffen soll. Bisher scheint aber noch keine Unterstützung angekommen zu sein. Der philippinische Präsident Duterte erklärt während einer Reise nach Russland das Kriegsrecht in der Provinz Mindanao, wo sich auch Marawi befindet. Angeblich soll Maute nicht mehr als 500 Mitglieder besitzen, in der Operation involviert sollen 100-250 Mitglieder gewesen sein. Ein ähnliches Debakel wie in Mossul würde das bedeuten. Vor allem dieser Ausdruck einer Machtprojektion wird der Rekrutierung in den Philippinen helfen.

Erneut Kämpfe in libyscher Hauptstadt

In der libyschen Hauptstadt Tripoli kam es erneut zwischen rivalisierenden Milizen zu Ausschreitungen. Auf der einen Seite stand der vom Westen und der UN unterstützte Präsidentenrat unter der Führung von Fayaz Sirraj und auf der anderen Seite der von islamistischen Ländern unterstützte „Allgemeine Nationalkongress“ von Khalifa Al-Ghawiel.

Zwischen den beiden Brigaden kam es in verschiedenen Vierteln zu Kämpfen, darunter Abu Salim, Hai Damscus, Al-Hadba, Salah Eddine, Hai Akhwakh, Hai Nasir und Bab Ben Ghashir. Schwarze Rauchschwaden und Explosionen waren in die ganzen Stadt zu sehen und hören. Ein Granatengeschoss traf das Ölunternehmen Mellitah, was zu einem Brand im Obergeschoss führte.

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu schweren Kämpfen um die prestigeträchtige Hauptstadt, woran teilweise auch die dritte Fraktion, die Tobruk-Regierung, involviert ist. Im März töteten sich zuletzt verbündete Milizen der jeweiligen Fraktion.

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Panzer im Viertel Abu Salim

PMU nähert sich der syrischen Grenze

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Ba’aj ist südwestlich auf der Karte

Milizen unter dem Dach der PMU („Volksmobilmachungskräfte“) starteten am Donnerstag eine neue Operation mit dem Ziel, bis an die irakisch-syrische Grenze im Westen vorzudringen. Dieser Offensive vorausgegangen war die Eroberung von al-Qayrawan südlich von Sinjar, etwa 30km östlich von al-Ba’aj. Al-Ba’aj ist das Zwischenziel auf dem Weg zur Landesgrenze und stellt neben al-Jazirah weiter nördlich die letzten Städte unter Kontrolle des Islamischen Staates in der Region dar.

Zu Beginn stieß man in den Dörfern südlich von al-Qayarawan vor, darunter Al-Qahtanyia, Arfeaa, Quba Al-Wahbi und Kojar. Die PMU scheint inzwischen immer öfters auf Nachtoperationen zurückzugreifen, da sowohl al-Qayrawan als auch Teile der hier aufgezählten Dörfer in der Nacht erobert wurden.

Besondere Aufmerksamkeit genossen die geflohenen Jesiden in Sinjar und deren Rückkehrer in die neu befreiten Gebiete. Führende Persönlichkeiten der PMU trafen sich mit Stammesführern der Jesiden. Erste Reaktionen sind bereits ersichtlich: Viele Jesiden kehrten aus Sinjar zurück, welches bisher vom irakischen Kurdistan unterdrückt und einem Embargo ausgesetzt ist. Viele jesidische Milizen schlossen sich durch die neue Landverbindung der PMU an, so z.B. die YBS oder das Kojo-Regiment.

Syrische Armee dringt bei Aleppo gegen den IS vor

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Eliteeinheiten der Syrisch-Arabische Armee (SAA) unter dem Kommando der „Tiger Forces“ und Suleil al-Hassan führten ihren militärischen Vorstoß im Osten der Provinz Aleppo weiter fort und konnten auf einer breiten Front vorrücken. So konnten sie sich auf drei Kilometern an Maskaneh annähern (laut einigen Quellen wurde die Stadt sogar schon betreten) und mehrere Dörfer südlich des Ortes einnehmen. Somit wurden die Dörfer al-Batousheia, al-Salheia, Jubbab Massaud Kabir, Jubbab Massaud Sagie, al-Shamaria, Kharbet Khazraf, al-Boaajouz und al-Faraayea. Die Offensive agiert derzeit in zwei Richtungen. Eine davon geht in Richtung Tabqa, also südwestlich von Maskaneh um die Stadt zu umkreisen. Die Zweite hingegen attackiert die Dörfer östlich des Jabbul-Sees, was in erster Linie Wüstengebiet darstellt. Ziel wird es wohl sein, die einzige Landverbindung in Richtung Aleppo (die Khanaser-Straße) von weiteren Überfällen des IS zu schützen, wie es in der Vergangenheit und am Mittwoch erst wieder der Fall war.

Die Offensive im Osten wurde Ende März gestoppt und viele Einheiten nach Nord-Hama entlang des M4-Highways transportiert, da die dortige Opposition eine Überraschungsoffensive startete. Mit den nun vereinbarten „Deeskalationszonen“ bzw. regionalen Waffenruhen ist nicht zu erwarten, dass ein derartiges Ereignis erneut eintreffen wird.

Die Offensive steht auch mit der Operation „Lavendel“ im Zusammenhang. Diese hat ihren primären Zweck in der Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Es ist die letzte, belagerte Bastion der syrischen Regierung und Armee entlang des Euphrates. Deir ez-Zor wird seit nun mehr als 3 Jahren vom IS belagert und ist in zwei Seiten geteilt. Vor dem Krieg hatte der Ort insgesamt 200.000 Einwohner, die heutige Zahl sollte weiterhin bei mindestens 50.000 liegen. Die belagerten Soldaten sind hauptsächlich die Republikanischen Garden unter dem Kommando von Issam Zahreddine.

Syrische Armee dringt im Süden Palmyras weiter vor

 

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Einheiten der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) und verbündete Milizen starteten am Dienstag eine Überraschungsoffensive auf die Positionen des Islamischen Staates im Osten der Provinz Homs und konnten in der bisher drei Tage andauernden Operation enorme Gebietsgewinne erzielen. Involviert waren in erster Linie die 11. Infanteriedivision und die Miliz „Qalamoun Shield“, aber auch ebenfalls weitere Milizen wie z.B. Kata’ib al-Jabalawi, oder Leopard of Homs.

In der Region Ost-Qalamoun wurden u.a. die Gebirgsketten Tel Abd, Tel Sheikh, Tel Unaybah, Tel Kula, Tel Ghanem, Tel Bardah, Tel Khanazir und Tel Abtar erobert. Hinzu kommen kleine Siedlungen wie Bardah, Busayri, Khunayfis und Sawwanah, welche in erster Linie für den dortigen Bergbau errichtet wurden. Die schlagartigen Erfolge lassen sich vor allem darauf zurückführen, dass der Islamische Staat bis auf eine kleine „Rumpftruppe“ zur Zeitverzögerung alle Truppen abgezogen hat, wahrscheinlich in Richtung Deir ez-Zor und irakischer Grenze.

Das eroberte Territorium östlich von al-Qaryatayn ist vor allem eine gebirgige Region, einzig strategisch nützlich sind dort die Highways in Richtung Homs. Denn dadurch müssten Einheiten und Nachschub nicht mehr über den N2-Highway organisiert und transportiert werden, was die Nachschublinien in Richtung syrischer Wüste unnötig verlängert hat. Dadurch wird aber auch eine mögliche Verbindung zwischen der Opposition in Dumayr im Osten Damaskus und Ost-Suweida in der syrischen Wüste verhindert. Die Opposition in Dumayr pflegte in der Vergangenheit gute Beziehungen zur syrischen Regierung und kämpften gemeinsam gegen den Islamischen Staat. Derzeit existiert eine faktische Waffenruhe zwischen beiden Fraktionen.

Die Offensive steht auch mit der Operation „Lavendel“ im Zusammenhang. Diese hat ihren primären Zweck in der Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Es ist die letzte, belagerte Bastion der syrischen Regierung und Armee entlang des Euphrates. Deir ez-Zor wird seit nun mehr als 3 Jahren vom IS belagert und ist in zwei Seiten geteilt. Vor dem Krieg hatte der Ort insgesamt 200.000 Einwohner, die heutige Zahl sollte weiterhin bei mindestens 50.000 liegen. Die belagerten Soldaten sind hauptsächlich die Republikanischen Garden unter dem Kommando von Issam Zahreddine.

IS erobert Großteil philippinischer Großstadt

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Die dem Islamischen Staat nahe stehende Nachrichtenagentur AMAQ berichtet am Mittwoch, dass die „Maute-Gruppe“ die südphilippinische Hauptstadt der Provinz Lanao Del Sur namens Marawi größtenteils unter ihre Kontrolle hat. Nach eigenen Angaben setzte man verschiedene, öffentliche Institutionen in Brand, darunter mehrere Schulen, das Gefängnis und die St. Mary-Kirche. Laut lokalen Medien wurden die Priester und weitere Christen aus der Kirche entführt und die Kirche danach zerstört. Außerdem „befreiten“ sie über 100 muslimische Gefangene aus dem Gefängnis.

Hinzu kommen weitere Überfälle auf die Polizeistation, wo Waffen, Munition und mindestens ein gepanzertes Fahrzeug erbeutet wurde. Die Todeszahlen auf beiden Seiten sind bisher unbekannt, laut Anwohnern wurde ein Polizist, mehrere Lehrer und Frauen bisher geköpft. Mindestens ein Polizist ist gestern bei Kämpfen gestorben. Laut AMAQ wurden über 75 philippinische Soldaten und Polizisten entweder getötet oder verletzt, wobei derartige Zahlen grundsätzlich inflationär gehalten sind.

Erste Berichte von einem Angriff auf die Stadt gab es am Dienstag, erstes Ziel war das Amai Pakpak-Krankenhaus, um die eigenen Verletzten zu versorgen. Die Maute-Gruppe schwor vor einiger Zeit dem Islamischen Staat die Treue und nutzt inzwischen auch deren Flagge, konnte sich aber bisher nicht als offizieller Teil etablieren. Der Bürgermeister und Einwohner haben in den regionalen Medien darum gebetet, dass Unterstützung (in Form des Militärs) bei ihnen eintreffen soll. Bisher scheint aber noch keine Unterstützung angekommen zu sein. Der philippinische Präsident Duterte erklärt während einer Reise nach Russland das Kriegsrecht in der Provinz Mindanao, wo sich auch Marawi befindet. Angeblich soll Maute nicht mehr als 500 Mitglieder besitzen, in der Operation involviert sollen 100-250 Mitglieder gewesen sein. Ein ähnliches Debakel wie in Mossul würde das bedeuten. Vor allem dieser Ausdruck einer Machtprojektion wird der Rekrutierung in den Philippinen helfen.

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PMU erobert al-Qayrawan

Milizen unter dem Dach der PMU („Volksmobilmachungskräfte“) starteten am Freitag eine neue Offensive im Süden der Provinz Nirnaweh und Mossuls. Die Operation  soll die Region um al-Qayrawan erobern, welches auf halbem Weg zwischen Mossul und der irakisch-syrischen Grenze liegt. In einer überraschenden Nachtoperation stürmte die PMU unter dem Kommando von Hadi al-Amari al-Qayrawan und umliegende Dörfer, darunter Hazel Al-Ghabyia und Tal Hathil. Damit ist die gesamte Region befreit. Nächstes Ziel wird wohl Ba’aj sein, die letzte größere Stadt die die irakische Regierung von der syrisch-irakischen Grenze im Nordwesten trennt.

Besondere Aufmerksamkeit genossen die geflohenen Jesiden in Sinjar und deren Rückkehrer in die neu befreiten Gebiete. Führende Persönlichkeiten der PMU trafen sich mit Stammesführern der Jesiden. Erste Reaktionen sind bereits ersichtlich: Viele Jesiden kehrten aus Sinjar zurück, welches bisher vom irakischen Kurdistan unterdrückt und einem Embargo ausgesetzt ist. Viele jesidische Milizen schlossen sich durch die neue Landverbindung der PMU an, so z.B. die YBS oder das Kojo-Regiment.