Russische Marine beschießt IS-Stellungen in Syrien

Die russische Marine nutzte vier Geschosse vom Typ Kalibr, um Stellungen des Islamischen Staates östlich von Palmyra/Tadmur bzw. in der syrischen Wüste anzugreifen und damit zu zerstören. Abgeschossen wurden sie von einer Fregatte und einem U-Boot im östlichen Mittelmeer, wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte.

DBJPa4OXsAEv-TL.jpg

Von den Raketen getroffene Gebäude

Die Raketen schlugen in Gebäuden der sogenannten T3-Pumpstation ein. Dort sollen sich  Kämpfer versteckt haben. Bis zur kurzen Gegenoffensive des IS 2016 mit der daraus resultieren Eroberung von Palmyra war der Gebäudekomplex unter der Kontrolle des Syrisch-Arabischen Armee. Heute ist es ~30km von den Stellungen der Armee entfernt. Seit dem militärischen Eingreifen im Herbst 2015 hat die russische Armee auch Marschflugkörper aus dem Kaspischen Meer abgeschossen.

 

 

Advertisements

Südjemen erobert Flughafen von Aden

DBINtA7VYAAq96o.jpg

Südjemenitische Kräfte unter dem Kommando des Sicherheitschefs Shallal Shaye konnten mit der Unterstützung der Vereinigten Arabischen Emirate den Flughafen von Aden von den Streitkräften des eigentlichen Präsidenten Abdrabbuh Mansour Hadi erobern. Die zur Verteidigung des Flughafens erstellten „Schutzstreitkräfte“ von Al Khader Kurda unterlagen nach einem fünfstündigen Kampf den Streitkräften der südjemenitischen Übergangsregierung. Kurda verweigerte eine Kapitulation, weshalb es zu schweren Kämpfen kam. Die VAE unterstützte die Operation mit Luftschlägen.

Seit etwa einem Monat kommt es zu Unruhen in der provisorischen Hauptstadt Aden (nachdem Sana’a weiterhin von den Houthis/Saleh regiert wird). Der inzwischen im Exil in Saudi-Arabien lebende Präsident Hadi entließ den populären Gouverneur von Aden namens Aidarous al-Zubaidi und den Kabinettsminister Hani bin Braik. Proteste dagegen führten zur Bildung einer südjemenitischen Unabhängigkeitsbewegung, auch wenn diese Bewegung nie erloschen war. Diese richtet sich in erster Linie gegen die Hadi-Regierung, der als Teil der „korrupten Elite des Nordens“ angesehen wird und dementsprechend verhasst ist. Die VAE unterstützte die Bewegung seit Anbeginn ihrer Existenz, was sich negativ auf die Beziehungen zu anderen Ländern auswirkt, da z.B. Saudi-Arabien die Hadi-Regierung seit 2014 unterstützt.

DBIzTVcUwAA6LYB.jpg

Shallal Shaye (rechts) auf dem Aden-Flughafen

Brutale Kämpfe in den Philippinen dauern an – Duterte bittet Maoisten um Hilfe

In der südphilippinischen Stadt Mirawa dauern weiterhin schwere Kämpfe zwischen der philippinischen Armee und der „Maute-Gruppe“ an, welche sich dem Islamischen Staat angeschlossen hat. Die philippinische Regierung schickte nach drei Tagen Verstärkung zur Großstadt, schwere Kämpfe dauern derzeit beim Militärlager der 103. Infanteriebrigade und beim Ami Pakpak-Krankenhaus an. Es gibt dennoch keine Berichte von Gebietsveränderungen in den letzten Tagen. Maute scheint in vielen Gebieten Scharfschützen einzusetzen, die der philippinischen Armee den Kampf und die Räumung von Häusern erschwert.

Bis Sonntag sollen laut philippinischen Verteidigungsministerium 61 Maute-Kämpfer umgebracht worden sein. Einige Kämpfer sollen aus der USA, Indonesien, China, Saudi-Arabien, Malaysia und Australien stammen. Von den eigenen Truppen wurden 20 getötet, über 50 wurden verletzt und zwei Soldaten werden vermisst. Laut der dem IS nahe stehenden Nachrichtenagentur AMAQ sind bisher 70 philippinische Soldaten umgebracht worden. Hinzu kommen laut eigenen Angaben 14 weitere Soldaten und Offiziere auf der Insel Jolo Sulu im Südwesten des Landes, die bei einem Überfall umgebracht wurden.

Veröffentlichte Videos zeigen Geiseln von Maute, die die philippinischen Streitkräfte dazu aufrufen, die Luftschläge und Angriffe zu unterlassen. Ansonsten drohe man mit der Exekution von entführten Zivilisten, welche in erster Linie Christen sind. Bisher wurden mindestens 20 Zivilisten umgebracht. Neun Menschen wurden bei dem Versuch getötet, mithilfe eines LKWs aus der Stadt zu fliehen. Viele Zivilisten wurden von Maute aufgehalten und die Christen und Muslime darauffolgend separiert. Wer keine Koranstellen auswendig vortragen konnte, wurde als Christ gebrandmarkt und danach getötet. Acht Leichen wurden in einem Graben in der Stadt gefunden. Neben ihren Körpern lagen kleine Schilder mit dem Titel „Munafik“, übersetzt Verräter, drauf.

zQtVJAd.jpg

Tausende Menschen fliehen weiterhin aus Marawi, die philippinische Armee hat inzwischen Kontrollpunkte und Straßensperren um die Stadt aufgebaut, um den Maute-Kämpfern keine Fluchtmöglichkeit zu geben und Flüchtende zu untersuchen. 2.000 Zivilisten sollen sich weiterhin in den umkämpften Gebieten leben, wo ihnen keine Möglichkeit zur Flucht gegeben ist. Mehrere Bürgermeister aus der Region Lanao del Sur erreichten das Kapitol, um die Möglichkeit eines solchen Angriffes auf ihre Städte zu debattieren.

Duterte bat derweil die maoistischen Rebellen der New People’s Army (NPA) und die muslimischen Separatisten (Moro Islamic Liberation Front, MILF; Moro National Liberation Front, MNLF), sich dem Kampf gegen den Islamischen Staat anzuschließen.  „Ich werde euch als Soldaten anheuern – gleicher Sold, gleiche Privilegien, und ich werde für euch Häuser in einigen Gebieten bauen“, sagte Duterte in einer Rede, die gestern ausgestrahlt wurde. Einen Tag später erklärte zumindest ein Vertreter der NPA die Bereitschaft der Gruppe, sich einem „gemeinsamen Feind“ anzuschließen, dessen „vorrangiges Ziel die Ermordung von Zivilisten“ ist.

Erste Berichte von einem Angriff auf die Stadt gab es am 23. Mai, erstes Ziel war das Amai Pakpak-Krankenhaus, um die eigenen Verletzten zu versorgen. Der philippinische Präsident Duterte erklärt während einer Reise nach Russland das Kriegsrecht in der Provinz Mindanao, wo sich auch Marawi befindet. Angeblich soll Maute nicht mehr als 500 Mitglieder besitzen, in der Operation involviert sollen 100-250 Mitglieder gewesen sein. Ein ähnliches Debakel wie in Mossul würde das bedeuten. Vor allem dieser Ausdruck einer Machtprojektion wird der Rekrutierung in den Philippinen helfen.

Die islamistischen Gruppierungen Maute, Abu Sayyaf und weitere kleine Splittergruppen vereinten sich Ende 2016 zum „Islamischen Staat in Lanao“ und wurden damit Teil des Islamischen Staates. Alle Gruppen mussten dem derzeitigen Emir Ismilon Hapilon die Treue schwören, welches zuvor Anführer von Abu Sayyaf war und vom IS direkt als Vertreter ernannt wurde.

PMU erreicht syrisch-irakische Grenze

Milizen unter dem Dach der PMU („Volksmobilmachungskräfte“) erreichten das erste Mal seit 2014 die syrisch-irakische Grenze im Nordwesten Iraks. Das Verteidigungsminsterium und der PMU-Kommandant Hadi al-Amiri vermeldeten diesen Erfolg Montag Nachmittag. So konnte man Stellungen der SDF in der Provinz Hasakeh erreichen, nachdem man südlich von Sinjar im Irak vorgestoßen ist.

Diesem Ereignis vorausgegangen war die Eroberung von al-Qayrawan südlich von Sinjar, etwa 30km östlich von al-Ba’aj. Al-Ba’aj ist die Zwischenetappe zwischen al-Qayrawan und der Landesgrenze gewesen, ist jedoch weiterhin in der Hand des Islamischen Staates. Man drang stattdessen rund 20km weiter nördlich in der Region von al-Jazirah und al-Qahtaniya vor. Am Montag konnte man noch in einem Endspurt beachtliche 30km erobern und dabei die Dörfer Taru, Qaryat al-Tawm und Qaryat Raqabat al-Fars einnehmen.

DA_f0YFXgAEsJhs

Brutale Kämpfe in libyscher Hauptstadt

In der libyschen Hauptstadt Tripoli kam es zwischen rivalisierenden Regierungen und Milizen zu den brutalsten Auseinandersetzungen seit einer Ewigkeit. Auf der einen Seite steht die vom Westen und der UN unterstützte Einheitsregierung unter der Führung von Fayaz Sirraj und auf der anderen Seite der von islamistischen Ländern unterstützte „Allgemeine Nationalkongress“ von Khalifa Al-Ghawiel.

Die seit drei Tagen andauernden Gefechte fanden vor allem im Viertel Abu Salim statt, ebenfalls umkämpft waren Hai Damscus, Al-Hadba, Salah Eddine, Hai Akhwakh, Hai Nasir und Bab Ben Ghashir. Das Gesundheitsministerium spricht von mindestens 52 Toten und 128 Verletzten auf Seiten der Einheitsregierung, Angaben von der anderen Seite existieren nicht. Laut Militärquellen wurden 17 Soldaten exekutiert.

Am Freitag waren bereits schwarze Rauchschwaden und Explosionen in der ganzen Stadt zu sehen und hören. Ein Granatengeschoss traf das Ölunternehmen Mellitah, was zu einem Brand im Obergeschoss führte. Die Tripoli-Revolutionsbrigade unter dem Kommando von Haitem Al-Tajouri (Einheitsregierung) stürmte das Habda-Gefängnis in der Stadt, wo ehemalige Beamte der Gaddafi-Regierung gefangen wurden. Angeblich wurde ein Sohn von Gaddafi dabei befreit. Verbündete Einheiten und Bürger stürmten das in der Nähe liegende Haus des Gefängniswärters Khalid al-Shreef in Znaata und töteten ihn dabei. Er war Mitglied der sogenannten „Islamischen Kampfgruppe“, welche Beziehungen zu al-Qaida aufweist.

Außerdem kam es zu schweren Kämpfen nahe dem internationalen Flughafen. Die vom Nationalkongress unterstützte Misrata-Brigaden zogen sich zugunsten der neutralen al-Kani-Brigade zurück. Der Anführer der Tripoli-Revolutionsgarden verurteilten diese Übernahme und verlangen von al-Kani, sich vom Flughafen zurückzuziehen.

Syrische Armee verzeichnet neue Gewinne im Osten Aleppos

Bab-DeirHafer-Maskaneh 27may 6khor96 copy.jpg

Eliteeinheiten der Syrisch-Arabische Armee (SAA) unter dem Kommando der „Tiger Forces“ und Suleil al-Hassan führten ihren militärischen Vorstoß im Osten der Provinz Aleppo weiter fort und konnten auf einer breiten Front vorrücken. So konnten sie sich auf drei Kilometern an Maskaneh annähern  und mehrere Dörfer südlich des Ortes einnehmen. Somit wurden die Dörfer Mawalah Saghir,  Kabir, Mustriya, Butish, Ramadan, Tasat, Khirbet al-Dib, Khirbet al-Hasan, Shiha-Wadi al-Mawalah, Abbas, al-Bouduna, Qari, Um al Hawra-Karmah-Jub Al Nina, Abu Sousa und Hamidiya

Die Offensive agiert derzeit in zwei Richtungen. Eine davon geht in Richtung Tabqa, also südwestlich von Maskaneh um die Stadt zu umkreisen. Die Zweite hingegen attackiert die Dörfer östlich des Jabbul-Sees, was in erster Linie Wüstengebiet darstellt und wo aufgrund der Fortschritte in gewisser Weise ein „Machtvakuum“ entstanden ist. Ziel wird es wohl sein, die einzige Landverbindung in Richtung Aleppo (die Khanaser-Straße) von weiteren Überfällen des IS zu schützen, wie es in der Vergangenheit und am Mittwoch erst wieder der Fall war.

Die Offensive im Osten wurde Ende März gestoppt und viele Einheiten nach Nord-Hama entlang des M4-Highways transportiert, da die dortige Opposition eine Überraschungsoffensive startete. Mit den nun vereinbarten „Deeskalationszonen“ bzw. regionalen Waffenruhen ist nicht zu erwarten, dass ein derartiges Ereignis erneut eintreffen wird.

Die Offensive steht auch mit der Operation „Lavendel“ im Zusammenhang. Diese hat ihren primären Zweck in der Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Es ist die letzte, belagerte Bastion der syrischen Regierung und Armee entlang des Euphrates. Deir ez-Zor wird seit nun mehr als 3 Jahren vom IS belagert und ist in zwei Seiten geteilt. Vor dem Krieg hatte der Ort insgesamt 200.000 Einwohner, die heutige Zahl sollte weiterhin bei mindestens 50.000 liegen. Die belagerten Soldaten sind hauptsächlich die Republikanischen Garden unter dem Kommando von Issam Zahreddine.

Ägypten attackiert al-Qaida in Libyen

Nur Stunden nach dem terroristischen Anschlag auf koptische Christen mit über 30 Toten und 22 Verletzten hat Ägypten Luftangriffe im Nachbarland Libyen angeordnet. Präsident Abdel Fattah al-Sissi gab in einer Fernsehansprache bekannt, sein Militär habe Ausbildungszentren von Extremisten in Libyen angegriffen. Die Koordinaten der ersten Luftschläge wurden öffentlich verkündet, wobei die genaueren Ziele nicht erläutert wurden.

Ziel war unter anderem das Hauptquartier des Schura-Rats der Mudschaheddin in der ostlibyschen Stadt Derna. Der Rat weist klare Beziehungen zu al-Qaida auf, bekämpfte aber auch bis 2016 den Islamischen Staat in Derna.  Die sechs Luftschläge sollen Stellungen der Terroristen in der Stadt getroffen haben. Der Schura-Rat dementierte diese Aussagen und sagte, es wurden lediglich zivile Ziele getroffen, jedoch kam es zu keinen Toten. Die meisten Bomben sollen angeblich nur über Feldern explodiert sein, eine Bombe hatte sich in Jabilah, im Westen der Stadt, nicht entzündet. Derna wurde bereits 2015 durch die Luftwaffe Ägyptens angegriffen, wo der Islamische Staat ein Massaker an den Kopten auf Sinai verrichtete.

Am Tag darauf kam es ohne medialer Aufmerksamkeit erneut zu ägyptischen Luftschlägen auf die Stadt Hun/Jufra in Zentrallibyen. Jufra wird ebenfalls von einem islamistischen Schufra-Rat regiert. Diesmal kommt aber der machtpolitische Faktor hinzu, dass die Stadt zwischen dem Rat und der von Ägypten unterstützten Tobruk-Regierung umkämpft ist. Die libysche Luftwaffe selber fliegt ebenfalls kontinuierlich Luftangriffe auf die Stadt. Truppenbewegungen der Nationalarmee deuten auf einen bevorstehenden Angriff auf Jufra hin, der in nur wenigen Tagen folgen könnte.

In seiner Rede versprach Al-Sissi, dass Ägypten auch in Zukunft sämtliche Ausbildungsstützpunkte von Extremisten angreifen werde, die Anschläge in Ägypten verübten. Er appellierte an US-Präsident Donald Trump, den Kampf gegen den Terror anzuführen. Außerdem forderte er erneut die Bestrafung von Ländern, die Extremisten finanzierten, ausbildeten oder bewaffneten.

Der Anschlag auf koptische Christen hatte weltweit Bestürzung ausgelöst. Die Gruppe von Gläubigen war im Bus auf dem Weg ins Kloster St. Samuel südlich von Kairo, als sie von etwa zehn Angreifern mit automatischen Waffen beschossen wurden, wie ein Provinzgouverneur im Staatsfernsehen sagte. Die Angreifer konnten fliehen. Die Polizei riegelte die Umgebung mit Kontrollpunkten ab. Zu der Attacke bekannte sich zunächst niemand.