Syrische Armee erobert Dörfer nördlich von Abu Duhur

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Nach der Eroberung des Militärflughafens Abu Duhur in der nordwestlichen Provinz Idlib konnte die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen weitere Flanken in der Umgebung sichern und viele Dörfer nördlich der Militärbasis erobern. Darunter fallen die Dörfer Umm al-Hutah, Shuwayhat, al-Kashir, al-Jana, al-Sharqiyah, Tabbarat Khashkir, Hawtah, Fajr und Hamal. Die Orte waren größtenteils verlassen und wurden kampflos aufgegeben. Die Eroberung bedeutet eine Begradigung der Frontlinien und das Erreichen aller ursprünglichen Ziele der Operation. Nun bleibt abzuwarten, was die nächsten Schritte der Armee in Idlib sein werden.

In anderen Orten konnte die syrische Armee ebenfalls weitere Ortschaften erobern oder verteidigen. Demnach soll man die Dörfer Suruj, Istalabat und Rasm al-Ward wiedererobert haben. Gestern soll die islamistische Oppositionsgruppe Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) mehrere Angriffe auf diese Dörfer gestartet haben, dabei wurde auch ein Selbstmordattentäter eingesetzt. Die Dörfer liegen südwestlich der gleichnamigen Stadt Abu Duhur und befinden sich nahe der letzten Versorgungsstraße zwischen der Stadt und Maarat al-Numan.

Nachdem der Islamische Staat in den Provinzen Hama, Aleppo und Idlib von der SAA eingekreist wurde, begann man nun scheinbar mit der Eroberung der vom IS gehaltenen Gebiete. In Nord-Hama wurden die Siedlungen Aniq Bajrah und Tutah gewonnen, welche in den letzten Tagen immer wieder schweren Gefechten ausgesetzt waren. Der Islamische Staat ist in der Region nun isoliert und es wird eine „Aufräumaktion“ gestartet werden, wo das 1200km² große Territorium des IS wieder unter die Kontrolle der syrischen Regierung fallen wird.

 

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Türkei erobert erstes Dorf in Afrin von den Kurden

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Die von der Türkei als Operation „Olivenzweig“ getaufte Offensive auf das von der kurdischen YPG/SDF gehaltene Gebiet in der Region um Afrin ist derzeit in vollem Gange. Eingeleitet wurde sie durch Dutzende Luftangriffe auf verschiedene Militärstellungen der YPG östlich von Afrin, die in ihrer Anzahl bisher unbekannt waren. Allein in den ersten zwei Stunden soll es laut türkischen Medien zu 108 Bombenabwürfen gekommen sein. Die Zivilisten fliehen in Höhlen, um sich zu schützen. Mit der Eroberung des ersten Grenzdorfes scheint nun auch ein Bodenangriff eingeleitet worden zu sein.

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Syrische Armee erobert Militärflughafen Abu Duhur

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Der libanesische al-Manar-Fernsehsender überträgt derzeit live das Geschehen am südlichen Eingang von Abu Duhur

Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Gruppierungen konnten im Süden der Provinz Idlib neue Gebiete von der Opposition erobern. Darunter fällt der Flughafen Abu Duhur, ein wichtiger Militärstützpunkt in der Region. Mit dem Fall der Basis ist es nur noch eine Frage der Zeit, wie die dazugehörige Stadt Abu Duhur, der letzte größere Ort in der Region unter der Kontrolle der Opposition, erobert wird. Mit der Eroberung von Abu Duhur wären die Gebiete östlich davon, also Teile der Provinz Aleppo und Hama, dem Einkreisen bedroht.

Dieses Ereignis kam am Samstag unerwartet, da sich scheinbar oppositionelle Verbände aus den umliegenden Gebieten von Abu Duhur und der Militärbasis selber zurückzogen. Dadurch konnten auch die Dörfer Zifr Kabir, Zifr Saghir, al-Dabashiyah, Tal Salmu, al-Buwaytiyah und Rasm Abed sichern, welche teilweise nach einer Gegenoffensive von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat al-Nusra und Fateh al-Sham) wiedererobert wurden.

Der unerwartete Rückzug der Opposition öffnet Interpretationsraum für mögliche geheime Abkommen im Hintergrund, Einige munkeln über einen Deal zwischen Russland und der Türkei. Russland gibt seinen Militärstützpunkt im kurdischen Afrin auf und zieht seine Soldaten zurück, dafür wird die Türkei ihren Einfluss innerhalb der Opposition nutzen um einen Rückzug in den hart umkämpften Gebieten in Ost-Idlib anzuordnen. Dafür gibt es selbstverständlich keine Beweise und es wäre auch ein fragwürdiger Tausch, der eher zugunsten der Türkei ausfallen würde.

Bis 2015 befand sich der Luftwaffenstützpunkt bei Abu Duhur unter der Kontrolle der syrischen Armee, nachdem sich die Basis seit 2012 von der islamistischen Koalition Jaish al-Fateh belagert wurde. Nach intensiven Gefechten konnte die Opposition aber den Sieg erringen und exekutierte 71 Soldaten daraufhin.

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Türkei beginnt Offensive auf Afrin

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Gelb ist das Kontrollgebiet der YPG, im grauen Territorium besitzt die Türkei eine Präsenz

Die türkischen Bedrohungen scheinen sich bewahrheit zu haben: Der türkische Präsident Erdogan verkündete offiziell den Beginn der Afrin-Operation, die Bodenoffensive soll schon gestartet sein. Seinen Aussagen zufolge werde zunächst die „Stadt Afrin, dann Manbij und bis zur irakischen Grenze gekämpft“ werden, um die „PKK-Terroristen“ zu besiegen. Die Tatsachen auf dem Boden sprechen jedoch eine völlig andere Sprache: Von ernsthaften Gefechten gibt es bisher keinen einzigen Bericht. Afrin liegt einer isolierten Region im Nordwesten des Landes und befindet sich  unter der Kontrolle der YPG/SDF.

In den vergangenen Tagen gab es unzählige Beweise die auf einem bevorstehenden Angriff der türkischen Streitkräfte und seinen verbündeten Oppositionsmilizen hindeuteten, nachdem immer mehr schweres Kriegsgerät an die syrisch-türkische Grenze gebracht wurde. Erdogan drohte ebenfalls mit einer kommenden Offensive auf Afrin, wobei diese Rhetorik wöchentlich wiederholt wurde und bisher keine Konsequenzen bedeutete. Auch begann man seit etwa einer Woche mit groß angelegten Bombardements mithilfe von Kampfjets und Artillerie auf mehrere Verteidigungspositionen der YPG in Afrin.

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Armee umkreist Islamischen Staat in Idlib

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen konnte es gelingen, den Islamischen Staat in den Provinzen Idlib, Aleppo und Hama einzukreisen und damit ein weiteres Vordringen des IS zu verhindern. Auf einer Fläche von 1200km² konnte sich der IS in den vergangenen Wochen und Monaten ausbreiten, nachdem die zuvor von der Opposition gehaltenen Dörfer aufgegeben wurden und/oder viele Oppositionelle desertierten und sich dem Islamischen Staat anschlossen. In diesem belagerten Gebiet herrscht die Terrormiliz über viele kleine Dörfer und Siedlungen, strategisch gesehen hat die Region keine große Relevanz.

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Islamischer Staat startet Offensive auf die SDF in Ostsyrien

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In der ostsyrischen Provinz Deir ez-Zor startete der Islamische Staat nach wochenlanger Inaktivität eine neue Offensive auf Kämpfer der von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF). Die als „Rache der tugendhaften Frau“ benannte Operation erstreckt sich über eine weite Front von den Gebieten, die der IS noch an der syrisch-irakischen Grenze kontrolliert, wodurch sowohl Deir ez-Zor, als auch Wüstengebiete der Provinz Hasakeh betroffen sind.

Der semi-offiziellen IS-Nachrichtenagentur AMAQ zufolge wurden im Dorf al-Shafa etwa zehn SDF-Kämpfer getötet und Weitere verletzt. Weitere Angriffe gab es in Gharanij und Al-Bahra, wo mehrere Verteidigungsstellungen zerstört und ebenfalls etwa 20 Kämpfer umgebracht wurden. Bisher gibt es Berichte über die Eroberung mehrerer Dörfer, aber noch keine offizielle Bestätigung dafür.

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Screenshot von einem veröffentlichten IS-Video zeigt einen IS-Kämpfer, der nur noch ein Bein besitzt

Die Offensive wurde wahrscheinlich aufgrund der günstigen Ausgangslage für den Islamischen Staat gestartet. Dabei spielen drei Faktoren eine Rolle: Die schlechten Wetterverhältnisse über ganz Syrien geben den Angreifer wichtige Vorteile bei einem Angriff, in Deir ez-Zor beispielsweise gab es einen großen Sandsturm. Zudem konzentriert sich die SDF derzeitig auf den Konflikt mit der Türkei, die angeblich kurz davor stehen, eine Großoffensive auf den isolierten kurdischen Kanton Afrin zu beginnen. Dadurch befinden sich wohl noch wenige, erfahrene Einheiten an den Frontlinien in Deir ez-Zor. Ohnehin befinden sich in den südlichsten Territorien der SDF eher schwächere Streitkräfte, was vor allem auf die Abhängigkeit von arabischen Kämpfern aus der Region zurückzuführen ist. Diese besitzen meist eine schlechtere Moral und fliehen eher vor den Gefechten gegen den IS.

Veröffentlichte Medien und Bilder des Islamischen Staates zeigen gut ausgerüstete Kämpfer, die ebenfalls einige Militärfahrzeuge wie Pick-Ups oder gepanzerte Autos besitzen. Interessant ist die Anzahl von sehr jungen Soldaten (teilweise wahrscheinlich sogar Jugendliche und Kinder) und Verletzten, die sich nur noch z.B. mit Krücken fortbewegen können.

Armee tötet hohes Mitglied von al-Qaida in Syrien

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Abu Hamza al-Masri mit Krücken

Ein Veteran und ranghohes Mitglied der islamistischen Terrororganisation al-Qaida wurde in der nordwestlichen Provinz Idlib bei Gefechten gegen die syrische Armee getötet, wie militärische Quellen berichten. Der ägyptische Abu Hamza al-Masri hielt sich seit 2012 in Syrien auf und nahm als zentrale Figur am Kampf gegen die syrische Regierung teil. Innerhalb der Opposition war ein wichtiger Kommandant von Hayat Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra, syrischer al-Qaida-Ableger) und nahm ebenfalls eine diplomatische Rolle bei verschiedenen Verhandlungen mit anderen Rebellengruppierungen wie beispielsweise Ahrar al-Sham ein. Vor seinen Aktionen in Syrien war er für viele Jahre in Afghanistan aktiv und wurde später in Ägypten für 16 Jahre festgenommen.

Bereits vor zwei Jahren versuchte die USA, mithilfe eines Drohneneinsatzes al-Masri aufzuspüren und zu töten. Bei dem geplanten Anschlag wurde er dennoch nur verletzt, seine Frau starb hingegen. In den kommenden Jahren verletzte er sich immer wieder und hat aufgrund seines Kampfgeistes (nahm trotz Krücken an Kämpfen teil) eine hohe Reputation innerhalb der Opposition. Dadurch wurde er nach seinem Tod von islamistischen Gelehrten und Gruppen lobgepriesen, u.a. durch den einst einflussreichen Abdullah al-Muhaysni, der damals in der Schlacht um Ost-Aleppo ein wichtiger Propagandist war.