Israelisch-palästinensischer Krieg breitet sich auf die Nachbarländer aus

E1UtE2eWYAEHroL

3.000 Raketen und über 300 Tote: Der seit etwa einer Woche andauernde Konflikt zwischen israelischen und palästinensischen Kräften besitzt eine derartige Eskalationskraft, die selbst den letzten großen Krieg im Jahre 2014 übertrifft. Beide Seiten werden sowohl in ihrer Rhetorik, als auch in ihrem Verhalten aggressiver und intensivieren ihre gegenseitigen Angriffe, während der Konflikt sich in die Nachbarländer ausbreitet. Im Libanon, Syrien und Jordanien kommt es zu Übergriffen und Raketenangriffen auf israelische Sicherheitskräfte, die in dem Tode von mehreren Demonstranten mündeten. Während israelische Regierung und palästinensische Gruppierungen Friedensverhandlungen ablehnen, tritt der gesellschaftliche Spaltung zwischen israelischen Arabern und Juden immer stärker hervor, an vielen Orten kommt es zu gezielten Angriffen und Morden auf die jeweils andere Ethnie, wodurch radikalere Kräfte gestärkt hervorgehen können. Ein Ende ist dabei nicht in Sicht.

Weiterlesen

Aserbaidschan marschiert in armenisches Staatsgebiet ein

Nach der Niederlage im Krieg um Bergkarabach musste Armenien aus weiten Teilen der Region abziehen, was die Länge der gemeinsamen Grenze zum östlichen Nachbarstaat Aserbaidschan vervielfachen konnte. An dieser neuen Grenze wähnen sich aserbaidschanische Kräfte weiterhin in der Siegeslust und dringen immer wieder über die bisher kaum markierte Grenze in Armenien ein, nur um es wenig später unter russischer Obhut zu verlassen. Am Mittwoch ist aber eine neue Stufe der Eskalation eingetreten, als aserbaidschanische Truppen drei Kilometer tief in Armenien eindrangen und dieses Territorium bis heute besetzt halten. Während Armenien zum ersten Mal den Bündnisfall mit Russland deswegen ausruft, trennen damit nur noch weniger als 30 Kilometer die aserbaidschanische Exklave Nachitschewan mit dem Restterritorium Aserbaidschans und der Gefahr, Armenien zweizuteilen und noch weiter zu isolieren.

Weiterlesen

Alter Konflikt mit neuer Dimension

Der in den letzten Tagen austretende Ausbruch von Gewalt im israelisch-palästinensischen Konflikt ist der Schwerste seit 2014, innerhalb weniger Tage ist die Anzahl getöteter und verletzter Personen insgesamt auf beiden Seiten auf ein dreistelliges Niveau gestiegen, während vom Gazastreifen noch nie so viele Raketen wie zuvor innerhalb solch kurzer Zeit gestartet wurden, dass selbst das vielfach bejubelte Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ Israels an seine Kapazitäten stößt. Sowohl Gaza, als auch mehrere israelische Städte sind von kriegerischer Zerstörung geprägt, beide Seiten machen vor zivilen Opfern keinen Halt. Währenddessen kommt es in einigen israelischen Städten zu Aufständen und Unruhen zwischen arabischen und jüdischen Israelis, das Zutage treten derartiger ethnischer Spannungen ist nicht nur ein Novum in diesem Nahostkonflikt, sondern auch Ausdruck eines möglicherweise lange bevorstehenden Konfliktes innerhalb der Bevölkerung, welcher tiefe Gräben erzeugen könnte, angestiftet von den radikalen Kräften beider Seiten.

Weiterlesen

Kurdischer Widerstand in Afrin ununterbrochen

Als vor drei Jahren die türkische Armee mit der Unterstützung syrischer Islamisten den kurdischen Kanton Afrin im äußersten Nordwesten Syriens erobern konnte, war es nur ein kurzer Kampf. Jedoch hält bis heute eine Insurrektion in der Region an, die regelmäßig die „Besatzungskräfte“ in Afrin attackieren und regelmäßig für schwere Verluste sorgen, auch unter türkischen Truppen. Anschläge stehen inzwischen an der Tagesordnung, wobei die kurdischen Guerillakämpfer keinen Halt vor zivilen Zielen wie Marktplätzen oder Rathäusern machen. Gepaart mit der korrupten und instabilen Herrschaft syrischer Kräfte, die die meiste Zeit mit oppositionsinternen Gefechten beschäftigt sind, bleibt Afrin eine gefährliche Region für die Anwohner, die nach der Vertreibung der Kurden von der Türkei angesiedelt wurden.

Weiterlesen

Israelischer Luftschlag auf Latakia

Zum ersten Mal seit zwei Jahren trafen israelische Raketen die syrische Küstenprovinz Latakia, die Heimat der Alawiten und eine Hochburg der syrischen Regierung, welche durch den syrischen Konflikt weitgehend unberührt gehen konnte. Ziele sollen eine bereits mehrfach angegriffene Forschungslabor und eine Fabrikanlage gewesen sein, bei denen es sich offiziell um rein zivile Unternehmungen handelt. Dabei starb auch mindestens ein Zivilist, viele Weitere wurden verletzt. Außerdem handelt es sich bei Latakia auch um die wichtigste Provinz für Russland, welche dort neben dem russisch-syrischen Militärflughafen al-Hmeimin auch andere Institutionen besitzen, der israelische Angriff also wohl nicht ohne den Segen von Russland stattfinden hätte können.

Weiterlesen

Türkei startet neue Militäroffensive im Irak

Nach einer dreimonatigen Pause nahmen die türkischen Streitkräfte ihre Militäroffensive im äußersten Norden des Iraks wieder auf, wo die Türkei unter der Argumentation der „Terrorismusbekämpfung“ einmarschiert ist. Primäres Ziel der Mission ist die Bekämpfung von Rückzugsgebieten und bestehenden Zellen der kurdischen Arbeiterpartei (PKK), welche in der gebirgigen Grenzregion zwischen den zwei Staaten eine wichtige Machtbasis besitzen. Ungeachtet der territorialen Verhältnisse und den Protesten der Zentralregierung in Bagdad kommt es inzwischen jährlich zu solchen türkischen Operationen, die das türkisch-irakische Grenzgebiet betreffen und die Türkei mehrere Kilometer weit in den südlichen Nachbarstaat eindringt. Die letzte Offensive im Februar war von Misserfolg geprägt, zudem konnten verschiedene irakische Fraktionen sich erfolgreich gegen weitere „Souverinitätsverletzungen“ erstmalig verbünden, ein Szenario, welches sich erneut wiederholen könnte.

Weiterlesen

Syrische Regierung räumt Viertel nach Niederlage gegen Kurden

Der syrischen Regierung nahestehende Milizen müssen im Nordosten des Landes zwei Viertel an das kurdisch-arabische Bündnis der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) räumen, nachdem es für über einer Woche zu intensiven Kämpfen in der Grenzstadt Qamishli zwischen den beiden Seiten gekommen ist. Der bis heute ungeklärte Anlass für den Ausbruch der Gefechte führte dazu, dass sich zwei Sicherheitskräfte gegenseitig attackierten, während die syrische Regierung und das SDF-Militär sich aus den Vorfall heraushielten. Nachdem mehrere russische Vermittlungsversuche gescheitert waren entschieden sich die kurdischen Kräfte auf einen Großangriff, der zu der gegenwärtigen Situation führte, in der sich die Regierungsmiliz geschlagen geben musste und nun ihr Gebiet aufgeben musste.

Weiterlesen

Iranischer Tanker vor syrischer Küste mit Drohne angegriffen

Der seit über zwei Jahren andauernde geheime und in erster Linie auf hoher See ausgetragene Krieg zwischen Israel und dem Iran wurde in den letzten Tagen erneut angeheizt. Vor zwei Wochen wurde ein Frachtschiff unter israelischer Flagge im Persischen Golf mit einer unbekannten Anzahl an Raketen angegriffen, während vor zwei Tagen ein iranischer Tanker vor der syrischen Küste mit Drohnen attackiert wurde, welcher Eine der letzten Versorgungsmöglichkeiten für die sanktionierte syrische Regierung darstellt, dessen Bevölkerung schwer unter den sogenannten „Ceasar-Sanktionen“ der USA leidet. In dieser Eskalationsspirale scheint kein Ende in Sicht zu sein. Damit reihen sich die Vorfälle in die zunehmend länger werdende Liste von Sabotageakten auf iranische und israelische Schiffe im Nahen Osten ein. Zuletzt wurde im Februar ein israelisches Frachtschiff im Arabischen Meer durch mehrere Projektile getroffen, die schwere Schäden verursacht haben.

Weiterlesen

Kämpfe zwischen Kurden und Regierung

Der entfernteste Nordosten Syriens war in den letzten vier Tagen von brutalen Gefechten zwischen lokalen Sicherheitskräften geprägt, die jeweils dem kurdisch-arabischen Milizenbündnis der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) oder der syrischen Regierung unterstehen. Die syrisch-türkische Grenzstadt Qamishli ist der Austragungsort, wo die syrische Regierung einige isolierte Viertel, den Grenzübergang und den Flughafen kontrolliert, welche von strategisch wichtiger Bedeutung sind. Neben der Ermordung mehrerer Zivilisten berichten beide Seiten vom Tod mehrerer Kämpfer, wodurch die derzeitige Auseinandersetzung die Brutalste seit Jahren in der Region ist. Russische Vermittlungsbemühungen sind bereits mehrfach gescheitert, ein Ende der Gefechte ist nicht in Sicht, während die SDF mehrere Straßen und Wohnblöcke erobern kann.

Weiterlesen

Syrische Luftabwehrrakete landet unweit israelischer Atomanlage

Gestern kam es zu einem ungewöhnlichen und bis dato einzigartigen Vorfall zwischen Israel und Syrien: Eine syrische Luftabwehrrakete soll beim angeblichen Einsatz gegen einen israelischen Kampfjet im syrischen Luftraum ihr Ziel verfehlt und stattdessen mitten in Israel gelandet sein, nur wenige Kilometer von dem Kernforschungszentrum Negev in Süd-Israel entfernt, welches seit Jahrzehnten auch zur Entwicklung von Atomwaffen genutzt werden soll und erst kürzlich ausgebaut wurde. Als Reaktion bombardierte die israelische Luftwaffe erneut Ziele in Syrien. Die Umstände für diesen Zwischenfall haben in einigen Kreisen Fragen aufgeworfen, gemessen an dem Umstand, dass eine einzelne Luftabwehrrakete durch halb Israel in der Nähe kritischer Infrastruktur explodieren konnte, ohne dass die entsprechenden Verteidigungssysteme aktiviert wurden. Zudem kam es erst vor zehn Tagen zu einem israelischen Sabotageakt in einer iranischen Atomanlage.

Weiterlesen

Russland tötet 200 IS-Kämpfer in Syrien

Die russische Nachrichtenagentur Interfax vermeldet am Montag eine Militäroperation der russischen Luftwaffe in der syrischen Zentralwüste. Demnach wurden bei der Mission bis zu 200 Anhänger des Islamischen Staates getötet, welche sich in geheimen Tunnelsystem aufgehalten haben soll und regelmäßige Überfälle auf Verteidigungsstellungen der syrischen Streitkräfte oder auf Zivilisten durchführen, was sich als eine immer größer werdende Herausforderung herausstellt, die versprengten IS-Kämpfer in der riesigen Wüste „Badia al-Sham“ zu bekämpfen. Seit zwei Monaten haben derartige Überfälle der Terrormiliz erheblich zugenommen, der IS erweitert nicht nur sein Operationsgebiet von Ostsyrien bis in Zentralsyrien hinein, sondern auch ihre Angriffsziele wie kritische Energieinfrastruktur für Syrien. Russland fliegt vermehrt Angriffe, jedoch blieben konkrete Erfolge bisher größtenteils aus, auch wenn die Angabe von 200 getöteten Extremisten eher inflationärer Natur ist.

Weiterlesen

Weiterhin schwere Kämpfe im Jemen

Satellitenbilder des Rabagh-Kraftwerks zeigen riesige Rauchschwaden, wahrscheinlich verursacht durch einen Drohnenangriff

Während andere Konflikte in der Region von einer brüchigen Waffenruhe geprägt sind, geht der Krieg zwischen den schiitisch-zaidischen Houthi-Rebellen, offiziell unter dem Titel „Ansar Allah“ bekannt, und der jemenitischen Exilregierung unter Mansour Hadi ungehindert weiter. Wichtigster Austragungsort des Konfliktes ist die Stadt Marib, die letzte noch von Regierungskräften beherrschte Stadt im Norden des Landes und das Tor zu den Öl- und Gasressourcen des Jemens. Trotz schweren Widerstandes können die Houthis mit der Unterstützung lokaler Stammeaskräfte langsam vorrücken, wodurch sie nur sechs Kilometer von den ersten Gebäuden der Stadt getrennt sind. Die Houthis kontrollieren bereits erste Flüchtlingslager in der Umgebung von Marib, welche früher als die letzte Stabilitätsoase im Land galt und zeitweise Fluchtort von Millionen Menschen war. Doch nicht nur Marib, auch Saudi-Arabien war zuletzt wieder schweren Angriffen ausgesetzt, die wichtige Infrastruktur beschädigt haben.

Weiterlesen

Türkische und amerikanische Militärbasen im Irak mit Drohnen angegriffen

In der Nacht zum Donnerstag kam es im Norden des Iraks zu außergewöhnlichen Vorfällen, als der von den USA als Militärbasis genutzte Flughafen in der kurdischen Hauptstadt Erbil und ein türkischer Stützpunkt weiter westlich von bisher unbekannten Kräften attackiert wurde, die mindestens einen türkischen Soldaten töteten. Zum ersten Mal kam es dabei nicht nur zum Einsatz von Raketen gegen diese beiden Länder, sondern auch von Suizid- bzw. Kamikazedrohnen, die in der Region bisher nur im größerem Ausmaß im Jemen genutzt wurden. Trotz der außerordentlichen Zustände handelt es sich um ein weiteres Kapitel des irakischen Widerstandes gegen zwei Nationen, die in weiten Teilen als Besatzungsmächte angesehen werden, nachdem es seit Februar zu mehreren solcher Operationen gegen die USA gekommen ist. In der Vergangenheit standen schiitische Gruppierungen dahinter, die enge Beziehungen zum Iran pflegen und regelmäßig den Vereinigten Staaten mit Vergeltungsschlägen drohen. Als Reaktion bombardierte die USA bereits mehrmals schiitische Organisationen im Irak und Syrien, wodurch die Eskalationsspirale weiter angeheizt wird. Auch diesmal ist eine amerikanische Reaktion nicht auszuschließen.

Weiterlesen

Der immerwährende Aufstand in Südsyrien

In Südsyrien, der Geburtsregion der „syrischen Revolution“, regt sich der Widerstand gegen die syrische Regierung weiterhin. Trotz der seit über drei Jahren andauernden Kontrolle über das Gebiet kommt es regelmäßig zu Anschlägen, Überfällen und Gefechten zwischen der Armee und verschiedenen lokalen Kräften, die in Folge von russischen Verhandlungen weitgehende Autonomie und Waffenbesitz zugesprochen bekamen. Diese folgenschwere Entscheidung führt zur gegenwärtigen Situation, in der Guerillakämpfer Armeekonvois zerstören und ranghohe Anhänger der Regierung entführen oder töten. Die syrische Regierung könnte jederzeit mit der Eliminierung dieser Aufstandsnester beginnen, jedoch geschieht dies auf russischem Druck nicht, welche eigene Interessen in Südsyrien verfolgen und ihre eigene Miliz aufstellen. Höchst wahrscheinlich spielt Israel hier auch eine Rolle, welche eine gemeinsame Grenze mit Südsyrien teilen.

Weiterlesen

Mehrere israelische Angriffe auf Syrien

Der vergangene Donnerstag war in zwei verschiedenen Regionen Syriens von ungewöhnlichen Explosionen geprägt, die sich wenig später als israelische Luft- und Raketenangriffe auf Stellungen der syrischen Streitkräfte und ihrer Verbündeten herausgestellt haben. Bisher nicht näher bekannte Angriffe soll es zunächst nahe der syrisch-irakischen Grenze gegeben haben, wo schiitische und vom Iran unterstützte Gruppierungen besonders präsent sind. Wenige Stunden später soll es ein ähnliches Ereignis nahe der Hauptstadt Damaskus gegeben haben, wo eine Verteidigungsposition der syrischen Armee bombardiert wurde. Sowohl die verursachten Schäden als auch der Erfolg der syrischen Luftabwehrsysteme sind bisher unklar, Staatsmedien sprechen wie üblich von erfolgreichen Abwehrmaßnahmen, obwohl dies nur selten der Fall ist. Insbesondere in Ostsyrien existieren kaum nennenswerte Flugabwehrsysteme oder sonstige Verteidigungsmaßnahmen. Während israelische Militäroperationen in Syrien keine Seltenheit sind und auch quantitativ zunehmen, sind zwei Angriffe innerhalb von 24 Stunden äußerst ungewöhnlich.

Weiterlesen