Syrische Armee erobert letzte IS-Hochburg

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Die Syrisch-Arabische (SAA) konnte in Kooperation mit den irakischen Streitkräften und verschiedenen Milizen die letzte, größere Stadt des Islamischen Staates in ihrem Kernterritorium in Irak und Syrien erfolgreich erobern. Abu Kamal befindet sich in der ost-syrischen Provinz Deir ez-Zor am Euphrat und liegt etwa sechs Kilometer von der irakischen Grenze entfernt.

Entgegen den ursprünglichen Meldungen und Berichten von diversen arabischen Fernsehsendern und dem syrischen Verteidigungsministerium wurde Abu Kamal nicht in nur wenigen Stunden erobert, stattdessen dauerten die Kämpfe etwa zwei Wochen an. Veröffentlichte Videos der Hisbollah zeigen intensive Häuserkämpfe zwischen den beiden Fraktionen, der Islamische Staat leistete in der Stadt noch seinen letzten Widerstand. Komplexe Tunnel- und Gräbensysteme wie in Mossul oder Raqqah erschwerten der Armee das schnelle Fortschreiten.

Erst unter etlichen Materialverlusten und der Unterstützung der offensiven Eliteeinheit der „Tiger Forces“ und Artillerie stürmte man zunächst die nördlichen und westlichen Bezirke der Stadt. Derzeitig laufen noch Operationen zur Minenentschärfung an.

Effektiv kontrolliert der Islamische Staat nur noch einige Dörfer am Euphrat und größere Wüstengebiete, die jedoch keinerlei strategischen Wert besitzen. Damit ist aber noch lange nicht der Untergang des Islamischen Staates besiegelt, er wird zu Guerilla-Taktiken übergehen und weiterhin Anschläge verüben, in Nord-Bagdad gibt es mehrere Trainingscamps, wo Selbstmordattentäter „ausgebildet“ werden und immer wieder Anschläge in Bagdad und in der Umgebung verüben. Dennoch wurde dem IS damit das Rückgrat gebrochen, es wird nie wieder eine derartig effektive Kampfkraft besitzen.

Damit werden enorme Kapazitäten der syrischen Streitkräfte von ihrer östlichen Front befreit. Dadurch könnten zukünftig größere Operationen gegen die Opposition anlaufen, vor allem in Groß-Idlib bzw. in den Provinzen Hama und Aleppo. Bereits in den vergangenen Wochen kam es zu Feuergefechten zwischen den beiden Fraktionen, die Größten in den vergangenen Monaten.

Außerdem bedeutet die Eroberung von Abu Kamal das Ende der amerikanischen Hoffnungen, mithilfe der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) im Norden und FSA-Einheiten in der syrischen Wüste die syrische Regierung vom irakischen Territorium abzuschneiden. Die derzeitige Okkupation amerikanischer, britischer und norwegischer Spezialeinheiten des syrisch-irakischen Grenzüberganges al-Tanf wird damit überflüssig.

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Syrische Armee erobert weitere Dörfer am Euphrat

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Truppen der Syrisch-Arabischen Armee (SAA), angeführt von den elitären „Tiger Forces“ unter Suheil al-Hassan, konnten in den letzten Tagen große Fortschritte in Ostsyrien erzielen und ganze 30 Kilometer von der Provinzhauptstadt Deir ez-Zor aus südlich nach Abu Kamal vordringen, die letzte Hochburg des Islamischen Staates in Syrien. Die Einheiten drangen westlich des Euphrats-Tal vor, wo es im Gegensatz zu den ganzen Dörfern keinerlei Verteidigungspositionen gibt. Die selbe Taktik wurde bereits beim Vorstoß auf al-Mayadeen genutzt. Damit befindet man sich nur noch 30 Kilometer von Abu Kamal in nördlicher Richtung entfernt. Derzeit ist ungeklärt, ob die Armee das Dorf Salhiyah erobert oder lediglich betreten hat.

 

Weitere Eroberungen der syrischen Armee in Nord-Hama

In den Provinzen Aleppo und Hama kam es seit mehreren Wochen zu mehreren Gefechten zwischen der Syrisch-Arabischen Armee (SAA), verbündeten Milizen und der Opposition, welche von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) angeführt wird. Diese Kämpfe sind die ersten großen und nicht regional beschränkten Kämpfe seit der Ausrufung einer „Deeskalationszone“ in dem Gebiet. Zuletzt kam es Anfang Oktober in Nord-Hama zu Kampfhandlungen, bei denen die Opposition mehrere, neutrale Dörfer erobern konnten.

Die meisten Kämpfe finden zwischen Tahrir al-Sham, verbündeten Gruppierungen der Freien Syrischen Armee, wie die „Central Division“ oder Jaish al-Izzah, und der syrischen Armee und weiteren verbündeten Milizen wie „Qalamoun Shield“ Nusur al-Zawba im Nordosten der Provinz Hama statt, nahe der vitalen Khanaser-Itriyah-Straße, die den wichtigsten Versorgungsweg von Aleppo nach Damaskus und dem Rest des Landes darstellt.

Nachdem der Islamische Staat in der Region nach seiner Flucht aus Ost-Hama mehrere Dörfer erobert hat, nutzte die Armee die Situation aus und startete eine Offensive. Seitdem der IS aus dem Gebiet vertrieben wurde kam es zu einem gewissen „Machtvakuum“, was zu den Kämpfen zwischen Opposition und Regierung führte. Ziel der Regierung scheint die Eroberung von al-Rahjan zu sein, wovon man weniger als einen Kilometer entfernt ist.

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In der vergangenen Woche wurden u.a. die Dörfer Douma, Rabiyah, Qasr Ali, Sarha Shimaliyah, Arfa, Azrim und Harran erobert. Die Kämpfe verlaufen aber schleppend, unter relativ hohen Materialverlusten (die involvierten FSA-Einheiten können auf amerikanische Panzerabwehrwaffen setzen) konnten nur relativ kleine Erfolge erzielt werden. Auch weil sich die syrische Armee derzeit eher auf den Osten des Landes, im Kampf gegen den Islamischen Staates, konzentriert und nur wenige, gut ausgebildete Einheiten in Nord-Hama aktiv sind.

Dutzende IS-Kämpfer kapitulieren vor der syrischen Armee

Dutzende Mitglieder des Islamischen Staates wurden auf einer Insel nördlich der ostsyrischen Großstadt Deir ez-Zor gefangen genommen, nachdem sie für mehrere Tagen belagert wurden. Die von Russland aktiv unterstützten „ISIS Hunter“ veröffentlichten mehrere Bilder von diesen Kämpfern und sprechen selber von über 250 Aufgebenden, die jeweils in 10 bis 15-Mann-Gruppierungen kapitulierten. Außerdem wurden mehrere Tonnen an Nahrungsmitteln, Waffen und Munition gesichert.

Die Insel Hawijah Kate war der letzte verbliebene Ort in Deir ez-Zor unter der Kontrolle des IS, nachdem die syrische Armee und verbündete Gruppierungen die gesamte Stadt wiedererobert haben. Im gleichen Zeitraum wurde eine Medienkampagne gestartet, die von „Tausenden an Zivilisten“ spricht, die auf dieser Insel eingeschlossen und tagtäglich von den Bomben des „Regimes“ bedroht werden. Gerade die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) waren Teil dieses Narratives die auch damit drohten, sich den Weg bis zum Euphrat freizukämpfen um danach die Zivilisten zu retten.

Irakische Armee erobert letzte vom IS gehaltene Stadt

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Die irakischen Streitkräfte in Kooperation mit verschiedenen Milizen unter dem Dachverband der „Volksmobilisierungseinheiten“ konnten im Irak die letzte Stadt in den Händen des Islamischen Staat erobern. Die vor dem Krieg 20.000 Einwohner zählende Kleinstadt Rawa liegt in der Provinz Anbar am nördlichen Ufer des Euphrats, mehrere Kilometer nordöstlich von al-Qaim an der syrischen Grenze.

Der Armeevorstoß begann östlich von al-Qaim, wo man den Euphrat überquerte. Daraufhin eroberte man dutzende Dörfer entlang des Flussverlaufs bis man die Stadt Raqa selber erreichte. Innerhalb von nur wenigen Stunden konnte der gesamte Ort unter die eigene Kontrolle gebracht werden. Damit hält der Islamische Staat im Irak lediglich vereinzelte Siedlungen in der Wüste, die von keinerlei militärischer Relevanz sind.

SDF-Pressesprecher flieht in die Türkei

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Der turkmenische Pressesprecher der von den USA unterstützten „Syrischen Demokratischen Kräften“ (SDF) Talal Silo desertierte scheinbar am Mittwoch in das von der Türkei und der syrischen Opposition beherrschte Gebiet in Syrien, wobei er türkische Unterstützung erhalten haben soll.

Inzwischen soll Silo durch den  YPG/YPJ-Sprecher Redur Halil  ersetzt worden sein, der bereits vor ihm diese Position einnahm. Talal Silo war vor dem Ausbruch des syrischen Konfliktes ein Offizier der syrischen Armee, desertierte aber. Daraufhin gründete er die turkmenische Seljuk-Brigade, die der Opposition nahe steht. Es ist ungeklärt, ob Silo seit jeher Verbindungen zum türkischen Staat besitzt und dies ein längerfristiger Plan war. Außerdem sagte er kurz darauf, dass die SDF innerhalb von zwei Monaten kollabieren wird.

Opposition startet Offensive auf Damaszener Viertel

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Verschiedene Oppositionsgruppierungen im belagerten Ost-Ghouta, östlich der Stadt Damaskus, starteten eine Großoffensive auf Armeestellungen auf das Viertel Harasta im Nordosten von Damaskus. Hauptziel dieser Operation ist die Eroberung von Idarat al-Markabat, eine Militärgelände welches vor allem für die Verwaltung von gepanzerten Fahrzeugen zuständig ist.

Involviert sind vor allem die beiden islamistischen Gruppen Faylaq al-Rahman und Ahrar al-Sham. Angeblich startete der Angriff mit einem Selbstmordattentäter auf den umkämpften Militärkomplex. Bisher veröffentlichte Videos zeigen mindestens sechs gefangen genommene Soldaten der syrischen Armee. Allerdings konnten noch keine Gebietsveränderungen verzeichnet werden.