Erfolgreicher Idlib-Deal immer unrealistischer

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Am Samstag wurde eine Militärparade in Jisr al-Shoughur abgehalten

Der hauptsächlich zwischen der Türkei und Russland ausgehandelte Vereinbarung scheint immer weiter an der Realität zu scheitern, so scheinen die verschiedenen radikalen Islamisten nicht gewillt zu sein, viele ihrer Kernterritorien in der zukünftigen demilitarisierten Zone aufzugeben. Sogar verhältnismäßig „gemäßigtere“ und der Türkei nahe stehenden Gruppierungen wollen sich nicht zurückziehen. Zudem offenbaren sich weitere Details des türkisch-russischen Deals, welche die syrische Regierung massiv bevorteilen, auch wenn das auf die gegebenen Vorabbedingungen (z.B. militärische Überlegenheit) zurückzuführen sind. Die Möglichkeit einer militärischen Offensive durch die syrische Armee wird wieder wahrscheinlicher. Weiterlesen

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Israel beschießt zivilen Damaszener Flughafen

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Bild einer abgeschossenen Rakete über Damaskus

Der Internationale Flughafen in der syrischen Hauptstadt Damaskus wurde in wiederholter Folge in der letzten Nacht von Raketen heimgesucht, wie veröffentlichte Videos und Statements des syrischen Militärs bestätigen. Demnach haben die israelischen Luftstreitkräfte mehrere Raketen aus sicherer Entfernung gestartet, die scheinbar einem Depot gegolten haben. Mindestens ein Raketengeschoss konnte von der syrischen Luftabwehr über Damaskus erfolgreich zerstört werden wie unzählige Videos beweisen, jedoch kamen auch mehrere Raketen durch und verursachten in der Nähe des Flughafens eine große Explosion. Bisher gibt es keine näheren Details über das Ergebnis, niemand wurde getötet oder verletzt.

Israel interveniert immer wieder in Syrien und greift zumeist Ziele an, die in angeblicher Verbindung mit dem Iran oder der Hisbollah stehen, so wurde zuletzt ein Raketenzentrum bei Masyaf in Nord-Hama angegriffen, welches vom Iran zur Entwicklung und Umschlagplatz für Raketen an die Hisbollah genutzt werden soll. Anfang September gab es in Damaskus eine große Explosion nach der Explosion eines Munitionslages beim Mezzeh-Flughafen, bisher gibt es aber keine Beweise für eine israelische Beteiligung. In Damaskus findet derzeit die „Damaskus International Fair“ statt, die größte syrische Handelsausstellung mit jährlich über eine Millionen Besucher. Sie wurde 2017 nach fünfjähriger Unterbrechung wiederbelebt.

Islamischer Staat schlägt letzten SDF-Angriff zurück

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In Hajin selber wird die Normalität inszeniert, unbeirrt der kommenden Gefechte um die letzten IS-Orte in Syrien 

Der Islamische Staat konnte einen Vorstoß der von den USA unterstützten „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) bei ihrer letzten Stadt in Syrien und Irak aufhalten und dem arabisch-kurdischen Milizenbündnis große Verluste zufügen. Die sich im Euphrat-Tal, am nördlichen Euphrat-Ufer befindlichen Städte und Dörfer stellen die letzte Bastionen des Islamischen Staates da, die sich seit über einem Jahr gegen die militärische Übermacht der USA und SDF behaupten können und immer wieder erfolgreiche Gegenangriffe ausführen können. Einigen Berichten zufolge sind alle Operationen gegen den IS eher halbherzig, da die USA weiterhin die Präsenz der Terrormiliz in Syrien für seine eigene Legitimation vor Ort benötigt.

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Hunderte „Regime-Kollaborateure“ in Idlib getötet

 

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Tahrir al-Sham kontrolliert einen Großteil von Idlib 

Inmitten der Vorbereitungen für eine groß angelegte Militäroffensive in der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens verschlechtert sich die Situation innerhalb der Region vor allem für die ansässige Bevölkerung, die bis zu eine Millionen Einwohner oder Geflüchtete werden von der anhaltenden Paranoia der vor Ort herrschenden Islamisten drangsaliert, in den vergangenen Wochen wurden über 100 „Regime-Kollaborateure“ gefangen genommen, gefoltert und hingerichtet. In einigen Orten finden derartige Exekutionen und Warnungen mitten im öffentlichen Stadtbild, welche frappierend an die Praktiken des Islamischen Staates erinnern. Ohne eine militärische Intervention der syrischen Armee wird sich die Situation verschlimmern.

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Große Explosion bei Damaskus

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Eines der vielen Bilder von der Explosion, hier in Entfernung von etwa einem Kilometer

Nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus ereignete sich in der vergangenen Nacht eine große Explosion, die durch eine Entzündung eines Munitionslagers auf dem militärisch genutzt Mezzeh-Flughafen im Südwesten der Millionenstadt verursacht wurde. Sowohl die Detonation als auch die dadurch entstandenen Feuerschwaden waren über ganz Damaskus hinweg zu spüren, hören oder sehen. Bisher ist völlig ungeklärt, weshalb das Munitionslager explodierte. Während Regierungsbeamte von einem „Kurzschluss“ und dadurch verursachten Brand berichten, sprechen Angaben von einem israelischen Luftangriff.

Kurz nach der Explosion soll die syrische Luftabwehr angeblich rundum der Hauptstadt aktiviert und eingesetzt worden sein, was vor allem für die Theorie eines israelischen Angriffes sprechen würde. Israelische Luftschläge in Syrien und rundum Damaskus sind zwar nichts ungewöhnliches, ein bloßes Munitionslager als Ziel ist jedoch wiederum eine Seltenheit, stattdessen werden eher Gebäudekomplexe und Militärkonvois attackiert, die in Verbindung mit der Hisbollah stehen. Zudem gab es im Libanon keine Berichte von irgendwelchen Flugaktivitäten Israels, da normalerweise von dort aus die Angriffe auf Syrien gestartet werden.

Islamischer Staat führt vermehrt Guerillakrieg gegen die SDF

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Seit mehreren Wochen und Monaten hat der Islamische Staat seine Aktivitäten in den von den Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) gehaltenen Territorien in Nordsyrien erhöht, vor allem in den Provinzen Raqqah und Hasakeh. Bis in das tief im SDF-Gebiet gelegene Stadt Taqba gibt es Berichte von Attentaten und Anschlägen auf einzelne Kämpfer des arabisch-kurdischen Milizenbündnisses. Dabei ergibt sich meistens ein ähnliches Bild: In der Nacht hinterlassen IS-Schläferzellen improvisierte Sprengstofffallen (IEDs) auf Straßen, die daraufhin von herannahenden Kämpfern oder Fahrzeugen ausgelöst werden. Dem Islamischen Staat nahe stehenden Medien wie die Nachrichtenagentur AMAQ berichten von insgesamt über 100 getöteten „PKK-Kämpfern“, wobei insgesamt elf Fahrzeuge zerstört wurden. Erst im neueren Zeitraum kann der IS auch Bilder und Videos von den Anschlägen und ihrem Ergebnis veröffentlichen, was auf eine stärkere Präsenz vor Ort zurückzuführen ist.

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Afrin kommt nicht zur Ruhe

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Seit der Eroberung der Region Afrin durch türkische Streitkräfte und ihre syrischen Verbündeten kommt das Gebiet nicht mehr zur Ruhe, in dem einst unter der Kontrolle der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) stehenden Kanton herrscht nun ein brutaler Guerillakrieg der Kurden, welcher sich gegen die neuen „Besetzer“ richtet, seien es Islamisten, arabische Flüchtlinge oder die Lokalregierung. Inzwischen tagtäglich kommt es zu Anschlägen und Attentaten, in Afrin herrscht trotz der türkischen Herrschaft weiterhin ein Krieg im Untergrund. Erst vor kurzem kündigte ein Pressesprecher der YPG eine neue „Phase“ im Guerillakampf an.

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