Israel bombardiert erneut syrische Armee

Die israelischen Luftstreitkräfte attackierten Einheiten der Syrisch-Arabischen Armee der Nähe des syrisch-israelischen Grenzregion bzw. der von Israel besetzten Golanhöhen. Ein nicht näher definiertes Projektil soll ein offenes Areal getroffen haben. Wenige Stunden später intervenierten israelische Jets und bombardierten die angebliche „Quelle“ des Beschusses. Es kam zu keinen Verletzten oder Schäden.

Die syrische Armee operiert derzeit nahe den Golanhöhen in der Provinz Quneitra/Rif Dimashq gegen eingeschlossene Oppositionelle bei Beit Jinn, welche bereits Territorien verloren haben. Diese Operation aber wurde vom Südwesten auf Beit Jinn gestartet, was damit in der gegensätzlichen Richtung der israelischen Grenze liegt. Israel bombardiert bei derartigen Vorfällen stets kategorisch die syrische Armee, unabhängig vom eigentlichen Verursacher.

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General Issam Zahreddine vom IS getötet

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Der syrische General Issam Zahreddine wurde am 18. Oktober vom Islamischen Staat getötet, als sein Militärkonvoi mehrere Landminen auf der Insel Hawijat Saqr ausgelöst haben. Issam Zahreddine gehört zu den populärsten und kompetentesten Führungsfiguren im Militär der Syrisch-Arabischen Armee und war Kommandant der Eliteeinheit der „Republikanischen Garden“, die vor allem Damaskus schützen. Außerdem war er ein Druse aus der Provinz Suweida, die er gelegentlich besucht hatte.

Er selber aber war seit 2013 mit der Verteidigung der ostsyrischen Großstadt Deir ez-Zor beschäftigt, die zunächst von der Opposition und daraufhin vom Islamischen Staat belagert wurde. Erst Anfang September konnte die Syrisch-Arabische Armee den Belagerungsring durchbrechen und die eingeschlossenen Soldaten und Einwohner retten und den IS immer weiter in der gleichnamigen Provinz zurückdrängen. Er verstarb also, nachdem er sein eigen gesetztes Ziel erfüllt hatte, die „Zehntausenden Einwohner von Deir ez-Zor von Daesh zu schützen“.

Syrische Armee erobert letzte Gebiete zwischen Deir ez-Zor und al-Mayadeen

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) konnte die letzten Gebiete zwischen der Großstadt Deir ez-Zor und der neuen, ehemaligen „IS-Hauptstadt“ al-Mayadeen entlang des Euphrats erobern, nachdem man sie vor rund einer Woche einschließen konnte. Einige Dörfer wurden zu Beginn der Offensive nach al-Mayadeen außen vor gelassen, da man weiter östlich operierte und das ganze Euphrat-Tal ignorierte. Nachdem man al-Mayadeen erfolgreich erobern konnte begann man mit Aufräumarbeiten in diesen Dörfern. In rund zwei Tagen wurden damit die Dörfer Buqrus Tahtani, Buqrus Faqjani, al-Zalbara, al-Aliyat, Abu al-Layl, Muhassan und al-Abd. Damit ist auch ein etwa 25 Kilometer langes Teilstück der N4-Straße in Richtung irakischer Grenze gesichert.

Auf der westlichen Seite des Euphrats, nördlich der Stadt Deir ez-Zor, konnte die Armee ebenfalls das Dorf al-Husayniyah sichern, welches nochmal die Belagerung des Islamischen Staates in Deir ez-Zor verstärkt. Das syrische Verteidigungsministerium berichtete offiziell von diesen Erfolgen.

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Außerdem gab es Berichte von enormen Fortschritten in Deir ez-Zor selber, wo die Armee mit verbündeten Gruppierungen die Viertel Kasarat, Kenamat und „Alter Flughafen“ erobert haben sollen. Das würde einen enormen Erfolg bedeuten, da die Frontlinien seit mehreren Jahren nahezu statisch gegen den Islamischen Staat waren. Es ist ungeklärt, wie viele IS-Kämpfer sich in dem belagerten Stadtteilen aufhalten. Dieser Vorstoß ist aber nicht gänzlich bestätigt.

Israel bombardiert syrische Luftabwehr

Die israelischen Luftstreitkräfte zerstören eine Luftabwehrbatterie der syrischen Armee westlich von Damaskus, nachdem sie von ihr angegriffen wurde. Den israelischen Streitkräften zufolge befand sich der angegriffene Jet auf einem „Routineflug“ im libanesischen Luftraum und wurde von zwei Raketen angegriffen.

Das syrische Verteidigungsministerium bestätigt den Angriff und den israelischen Rückschlag auf die Luftabwehr des Typs SA-5, nahm aber keine Stellung bezüglich der Zerstörung dieser Abwehrbatterie.

Syrische Armee erobert Dorf nördlich von Deir ez-Zor

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In der ostsyrischen Provinz Deir ez-Zor drangen Einheiten der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) auf der östlichen Seite des Euphrats vor und konnten ein Dorf nördlich der gleichnamigen Provinzhaupstadt erobern. Dieses Dorf ist insofern wichtig, da es die Belagerung von Deir ez-Zor bedeutet.

Das Dorf al-Saliyah befindet sich direkt nördlich von Deir ez-Zor und umgibt die wichtige N7-Straße zwischen Qamishli und Damaskus und den al-Halableh-Kreisverkehr. Diese Straße war zuvor der einzige Ausweg für die belagerten Kämpfer des Islamischen Staates in Deir ez-Zor, die seit über einen Monat eingeschlossen sind und etwa 35% der Stadt kontrollieren.

Direkt nördlich von al-Saliyah befinden sich Einheiten der von der USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), die ebenfalls in den vergangenen Wochen gegen den IS in der Region vorgegangen sind. Westlich von al-Saliyah hält der Islamische Staat noch einige eingeschlossene Dörfer, die aber wahrscheinlich größtenteils verlassen sind.

USA erlaubt partielle Evakuierung des IS in Raqqah

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Die USA und mit ihnen verbündeten Truppen der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) scheinen Hunderten Kämpfern des Islamischen Staates den Abzug aus Raqqah zu erlauben, inwiefern es sich um eine Kapitulation oder Bestandteil von diplomatischen Verhandlungen handelt ist derzeit unklar. Im August jedoch kritisierte die USA exakt einen solchen Deal zwischen dem Islamischen Staat und der libanesischen Regierung in der libanesisch-syrischen Grenzregion.

In den letzten 24 Stunden sollen der USA zufolge über 100 Kämpfer des IS aufgegeben haben. Angeblich wurden damit auch alle syrische IS-Kämpfer und deren Familien evakuiert, damit verbleiben nur noch ausländische Kämpfer und Söldner des Islamischen Staates, z.B. aus Zentralasien oder Tschetschenien. Diese sind aber nicht Teil der Vereinbarungen. Besonders Unterhändler der SDF und Stammesanführer setzten sich für einen solchen Deal ein, während die USA sich gegen jegliche Evakuierung sträubte.

Ende August kritisierte die USA den Libanon für die Entscheidung, IS-Kämpfer vom eigenen Gebiet mithilfe eines Konvois zum Kernterritorium des Islamischen Staates nahe der irakischen Grenze in Syrien zu bringen. Die USA ging soweit und versperrte mithilfe von Luftschlägen dem Konvoi den Weg. In Raqqah beherrscht der Islamische Staat noch etwa 10-15% der Stadt. Die SDF verkündete aber heute, dass die Eroberung nur noch eine Frage von „Tagen“ wäre. Entweder handelt es sich hierbei um Optimismus oder es gibt tatsächlich eine Vereinbarung zwischen den beiden Seiten.

Syrische Armee erobert „IS-Hauptstadt“

Eliteeinheiten der Syrisch-Arabischen Armee konnten die administrative „Hauptstadt“ des Islamischen Staates, al-Mayadeen, vollständig erobern. Demnach sollen die „Tiger Forces“ unter dem Kommando von Suheil al-Hassan zunächst die Stadt belagert und daraufhin gestürmt haben. Damit hat der Islamische Staat lediglich eine größere Stadt (Abu Kamal an der irakischen Grenze) in Syrien unter seiner vollständigen Kontrolle.

In einer rund zweiwöchigen Offensive der syrischen Armee drang man von der Provinzhauptstadt Deir ez-Zor  etwa 40 Kilometer entlang des Euphrats weiter südlich vor und erreichte die südwestlichen Außenbezirke von al-Mayadeen. Dort eroberte man zunächst den örtlichen Flugplatz und die mittelalterliche Festung al-Rahba. Von dort aus drang man weiter östlich bis zum Euphrat und der Mayadeen-Brücke vor und konnte die Stadt damit vollständig belagern und Nachschubwege durchtrennen. Nun begann man mit Operationen innerhalb der Stadt, nach nur kurzer Zeit wurden die Viertel al-Baloum, al-Balout, al-Madeha, al-Taybah und al-Sinaa erobert.

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Der Widerstand des Islamischen Staates ist schwer zu ermessen. Zu Beginn gab es Berichte über eine vollkommen verlassene Geisterstadt, wenige IS-Kämpfer und noch weniger Zivilisten sollten sich in der Stadt aufhalten. In darauf folgenden Tage veröffentlichten dem IS nahe stehenden Medien dennoch mehrere Meldungen, dass zumindest ein Pick-Up und dutzende Soldaten getötet wurden und konnten dies auch mit Bildern belegen. Dennoch gab es insgesamt kaum Behauptungen von Kämpfen, was sich auch an den schnellen Fortschritten bemerkbar macht. Möglicherweise setzte der IS seine ganzen Streitkräfte bei der Offensive gegen al-Suknah/Deir ez-Zor ein und ignorierte dabei seine Flanken nach al-Mayadeen.

Al-Mayadeen zählt mit einst 70.000 Einwohner zur zweitgrößten Stadt im ganzen IS-Territorium und Größten in Syrien unter der vollständigen Kontrolle des Islamischen Staates. Durch die Verluste bei Mossul und Raqqah zogen sich viele ranghohe Mitglieder nach al-Mayadeen zurück, was ihm zum administrativen Zentrum machte. Sowohl russische Luftschläge und iranische Raketen attackierten den Ort in der Vergangenheit.