Der bevorstehende Kampf um Dara’a

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In der südsyrischen Stadt Dara’a nahe der jordanischen Grenze scheint es zu einer erneuten Eskalation der Kämpfe zu kommen, als die Opposition im Westen der Stadt vordringt und die Syrisch-Arabische Armee (SAA) immer mehr Verstärkung in die Stadt schickt. Eine Gegenoffensive ist nur noch eine Frage der Zeit.

Tahrir al-Sham (ehemals bekannt als Jabhat Fateh al-Sham bzw. Jabhat al-Nusra) startete vor mehreren Monaten mit lokalen FSA-Milizen die sogenannte Operation „Tod oder Demütigung“, welche Eroberungen innerhalb der Stadt zum Ziel sieht. Dafür wurde ein Großangriff auf das südwestlich gelegene al-Manshiya-Viertel gestartet, wobei auch mehrere Selbstmordattentäter und Tunnel genutzt worden, die unter den Gebäuden und Armeepositionen gesprengt wurden. Auf Seiten der Regierung kämpfen mit den neuen Verstärkungen aus Damaskus und Quneitra die Hisbollah al-Nujaba, 9. Division, 15. Division und die 4. Division, die auf urbanen Häuserkampf spezialisiert ist. Bisher unbestätigten Berichten zufolge nimmt das 5. Corps ebenfalls teil, was in dem Falle eine engere Zusammenarbeit von Russland bedeuten würde.

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4. Division auf dem Weg nach Dara’a

Seit einigen Tagen sind die syrischen Luftstreitkräfte bereits aktiv und bombardieren Stellungen in den Vierteln al-Balad, Tariq Al-Sad und dem palästinensischen Flüchtlingslager im Osten der Stadt. Artillerieeinheiten beschießen sich gegenseitig, die Opposition kann dabei auf die effektiven Omar-Raketen zurückgreifen. In den Monaten zuvor konnte Tahrir al-Sham immer weiter im westlichen Stadtteil al-Manshiya vordringen und bis zum Ende fast vollständig erobern. Für Dara’a waren solche Gebietsveränderungen unerwartet und erstaunlich, da sich die Frontlinien über die Jahre hinweg kaum verändert haben.

Die sogenannte „Southern Front“ im Süden Syriens ist die inzwischen wohl ruhigste, aktive Front im gesamten Konflikt. Sie ist mehrheitlich von der FSA dominiert, Islamisten erhalten aber immer mehr Zulauf, desto länger ein faktischer Frieden zwischen FSA und der Regierung dort anhält. Seit den äußerst verlustreichen Offensiven im Jahre 2015 in Richtung Quneitra und schweren Kämpfen in der Stadt Sheikh Masheen fehlt er den dortigen Einheiten eigentlich an offensiven Kapazitäten. Dara’a selber ist seit Anbeginn des Krieges in zwei Teile geteilt. Ursprünglich war die gesamte Region Teil der Deeskalationszonen, völlig erloschen sind die Kämpfe jedoch nie.

Syrische Armee erobert 1000km² vom IS

 

 

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Einheiten der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) und verbündete Milizen starteten am Dienstag eine Überraschungsoffensive auf die Positionen des Islamischen Staates im Osten der Provinz Homs und konnten innerhalb weniger Stunden über 1000km² Territorium erobern. Involviert waren in erster Linie die 11. Infanteriedivision und die Miliz „Qalamoun Shield“.

Das eroberte Territorium östlich von al-Qaryatayn ist vor allem eine gebirgige Region, einzig strategisch nützlich sind dort die Highways in Richtung Homs. Denn dadurch müssten Einheiten und Nachschub nicht mehr über den N2-Highway organisiert und transportiert werden, was die Nachschublinien in Richtung syrischer Wüste unnötig verlängert hat. Dadurch wird aber auch eine mögliche Verbindung zwischen der Opposition in Dumayr im Osten Damaskus und Ost-Suweida in der syrischen Wüste verhindert. Die Opposition in Dumayr pflegte in der Vergangenheit gute Beziehungen zur syrischen Regierung und kämpften gemeinsam gegen den Islamischen Staat. Derzeit existiert eine faktische Waffenruhe zwischen beiden Fraktionen.

Die Offensive steht auch mit der Operation „Lavendel“ im Zusammenhang. Diese hat ihren primären Zweck in der Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Es ist die letzte, belagerte Bastion der syrischen Regierung und Armee entlang des Euphrates. Deir ez-Zor wird seit nun mehr als 3 Jahren vom IS belagert und ist in zwei Seiten geteilt. Vor dem Krieg hatte der Ort insgesamt 200.000 Einwohner, die heutige Zahl sollte weiterhin bei mindestens 50.000 liegen. Die belagerten Soldaten sind hauptsächlich die Republikanischen Garden unter dem Kommando von Issam Zahreddine.

IS tötet dutzende Dorfbewohner in Ost-Hama

Der Islamische Staat griff mehrere Dörfer und Kontrollpunkte im Osten der Provinz Hama an und tötete bei diesen Überfällen mehrere Dorfbewohner. In der Umgebung von Aqarib kam es zu schweren Kämpfen zwischen dem IS und der dortig stationierten NDF-Milizen. Zu Beginn des überraschenden Angriffes durchtrennte man die Versorgungsstraße zwischen Salmaniya und al-Saan, gefolgt von der Eroberung der Dörfer Aqrab und Mabujah (laut der dem IS nahe stehenden Nachrichtenagentur AMAQ). Durch die Unterstützung von weiteren NDF-Milizen aus der Region konnte der IS aber nach wenigen Stunden auf seine ursprüngliche Positionen zurückgedrängt werden.

Innerhalb dieser weniger Stunden jedoch verursachte er ein Massaker an der Bevölkerung: Zwischen 30 bis 50 Zivilisten wurden umgebracht, darunter mehrere Frauen und Kinder. Die Zahlen sind momentan nur Schätzungen, die Anzahl könnte weiterhin steigen. Mindestens 20 Kämpfer wurden ebenfalls getötet oder verletzt.

Diese Art von Überfällen ist nichts neues für den Islamischen Staat, besonders in dieser bergigen Region kommt es oft zu Plänkeleien entlang den Versorgungsstraßen mit dem Ziel, neues Kriegsgerät zu beschaffen. Ein ähnliches Massaker gab es zuletzt 2015, wo in einem Dorf in der Nähe ebenfalls 46 Menschen umgebracht wurden.

Armee dringt bei Aleppo gegen den IS vor

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Nach tagelanger Ruhe konnte die Syrisch-Arabische Armee (SAA) unter dem Kommando der „Tiger Forces“ und Suleil al-Hassan den militärischen Vorstoß im Osten der Provinz Aleppo erneut beginnen und auf einer breiten Front mehrere Kilometer weiter vordringen. So konnten die Dörfer Jubb Ali, Tell Hassan, Umm Mansoura, Naifyah, Atira, Kaysoumah, Jarah Kabir, Mazynouat Humur und Dourobya Kabir südlich und südwestlich der Jirah-Luftbasis erobert werden, welcher wiederum am 14. Mai vom Islamischen Staat befreit wurde. Langfristiges Ziel ist Maskaneh, das 13km weiter südlich von den derzeitigen Positionen liegt. Obwohl das Territorium des IS bei Aleppo aufgrund der SDF-Offensive bei und in Tabqa relativ abgeschnitten ist, so scheint er dennoch größeren Widerstand zu leisten. Laut unbestätigten Berichten sind gestern dadurch knapp 20 Soldaten gestorben.

Die Offensive im Osten wurde Ende März gestoppt und viele Einheiten nach Nord-Hama entlang des M4-Highways transportiert, da die dortige Opposition eine Überraschungsoffensive startete. Mit den nun vereinbarten „Deeskalationszonen“ bzw. regionalen Waffenruhen ist nicht zu erwarten, dass ein derartiges Ereignis erneut eintreffen wird.

Die Offensive steht auch mit der Operation „Lavendel“ im Zusammenhang. Diese hat ihren primären Zweck in der Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Es ist die letzte, belagerte Bastion der syrischen Regierung und Armee entlang des Euphrates. Deir ez-Zor wird seit nun mehr als 3 Jahren vom IS belagert und ist in zwei Seiten geteilt. Vor dem Krieg hatte der Ort insgesamt 200.000 Einwohner, die heutige Zahl sollte weiterhin bei mindestens 50.000 liegen. Die belagerten Soldaten sind hauptsächlich die Republikanischen Garden unter dem Kommando von Issam Zahreddine.

Syrische Armee erobert Jirah-Luftbasis

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) unter dem Kommando der „Tiger Forces“ und Suleil al-Hassan führten die am 10. Mai neu gestartete Offensive im Osten der Provinz Aleppo fort und konnten die Jirah-Luftbasis vom Islamischen Staat erobern.  Die SAA zwang den IS zur Flucht, nachdem man die Luftbasis von drei Seiten bedrohte und man nur noch etwa ~100m von der westlichen Seite entfernt war. Dennoch ist bisher ungeklärt, ob sich die komplette Basis in der Hand der SAA befindet, da es ebenfalls zu Kämpfen im Osten kam. Außerdem veröffentlichte die Nachrichtenagentur AMAQ Bilder, die zerstörte Transportpanzer der Armee im Westen der Basis zeigt. Am selben Ort kam es vor einigen Tagen zu Angriffen mit zwei Autobomben. Deshalb ist es unklar, wie aktuell die Bilder tatsächlich sind.

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Vom IS zerstörter BMP 

Die Offensive wurde Ende März gestoppt und viele Einheiten nach Nord-Hama entlang des M4-Highways transportiert, da die dortige Opposition eine Überraschungsoffensive startete. Mit den nun vereinbarten „Deeskalationszonen“ bzw. regionalen Waffenruhen ist nicht zu erwarten, dass ein derartiges Ereignis erneut eintreffen wird.

Die Offensive steht auch mit der Operation „Lavendel“ im Zusammenhang. Diese hat ihren primären Zweck in der Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Es ist die letzte, belagerte Bastion der syrischen Regierung und Armee entlang des Euphrates. Deir ez-Zor wird seit nun mehr als 3 Jahren vom IS belagert und ist in zwei Seiten geteilt. Vor dem Krieg hatte der Ort insgesamt 200.000 Einwohner, die heutige Zahl sollte weiterhin bei mindestens 50.000 liegen. Die belagerten Soldaten sind hauptsächlich die Republikanischen Garden unter dem Kommando von Issam Zahreddine.

Syrische Armee erobert 2 Damaszener Viertel

 

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Zwei von der Opposition gehaltene Viertel im Osten der syrischen Hauptstadt konnten am Samstag und den vorherigen Tagen nahezu vollständig erobert werden. So wurde das Viertel Qaboun von der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) unter der Führung der Republikanischen Garde und 4th Division vollständig erobert, derzeit laufen Aufräumarbeiten und Bombenentschärfungen. Die Kämpfe dauerten drei Monate an und waren aufgrund der urbanen Gegebenheiten brutal und langsam fortschreitend. Heute sind weite Teile des Viertel fast vollständig zerstört. Besondere Vorstöße stellten die Offensive auf das zentrale Elektritätswerk und die al-Hassan-Moschee im Norden dar.

Parallel liefen die Verhandlungen im weiter nördlich gelegenen Barzeh-Viertel weiter, die am 8. Mai begonnen haben. Mehrere hundert Kämpfer und deren Familienmitglieder werden wöchentlich in Richtung Idlib evakuiert. Nachdem die Lage durch die Zerstörung von Versorgungstunneln nach Ost-Ghouta sich verschlechtert hat, sah man sich wohl dazu gezwungen einzulenken. Vor einem Monat wurde ein ähnlicher Vertrag abgelehnt.

Syrische Armee bereitet sich auf eine Großoffensive gegen den IS vor

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In den vergangenen Tagen kam es zu mehreren Truppenbewegungen der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) in Syrien, die für eine Offensive gegen den Islamischen Staat im Westen des Landes spricht. So konzentrierten sich vermehrt elitäre und offensive Einheiten in der Region um Ost-Homs und Palmyra/Tadmur, direkte und aktive Grenzgebiete gegen den IS in Syrien. Das neu aufgestellte und von Russland massiv unterstützte 5th Army Corps, die Tiger Forces unter der Führung von Suheil al-Hassan, die Republikanischen Garden, die syrischen Milizen Suqur al-Sahara, Homeland Shield Battalion, al-Jilabawi Brigade und Qalamoun Shield werden bisher bestätigt an dieser Operation teilnehmen. Hinzu kommen sicherlich noch verschiedene Stammesmilizen aus der Gegend, z.B. die Stämme Shaytat und Baqqara, die bei Palmyra präsent sind.

Den Gerüchten zufolge als „Operation Lavendel“ getaufte Mission (benannt nach Ali Khuzam (arabisch für Lavendel), der in Deir ez-Zor im Kampf 2012 gestorben ist) hat ihren primären Zweck in der Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Es ist die letzte, belagerte Bastion der syrischen Regierung und Armee entlang des Euphrates. Deir ez-Zor wird seit nun mehr als 3 Jahren vom IS belagert und ist in zwei Seiten geteilt. Vor dem Krieg hatte der Ort insgesamt 200.000 Einwohner, die heutige Zahl sollte weiterhin bei mindestens 50.000 liegen. Die belagerten Soldaten sind hauptsächlich die Republikanischen Garden unter dem Kommando von Issam Zahreddine, einem engen Freund von Ali Khuzam.

Um Deir ez-Zor zu erreichen muss ein großer Teil Syriens durchquert werden, um genau zu sein etwa 170km von Palmyra aus. Entlang des M20-Highways liegt nur die kleinere Stadt al-Suknah, der Rest ist unbewohnte Wüste. Eine ähnliche Operation gab es vor einem Jahr in Richtung Tabqa, wurde aber nur halbherzig umgesetzt und auf halber Strecke aufgegeben, da man sich doch auf Aleppo konzentrieren wollte. Parallel werden auch Kämpfe im gebirgigen Territorium von Ost-Homs stattfinden, da von dort aus die Nachschubwege nach Palmyra durch Überfälle bedroht werden könnten.

Der Erfolg der Offensive ist in erster Linie von den neuen „Deeskalationsgebieten“ geprägt, auf die sich der Iran, Russland und die Türkei geeinigt haben und faktisch eine einfache Waffenruhe darstellt. Diese Zonen erstrecken sich in erster Linie über Hauptkampfgebiete, so z.B. Idlib, Hama, oder Ost-Ghouta. Wird die Opposition die Füße stillhalten und nicht mitten in der Operation der Armee „in den Rücken“ fallen, so kann man sicherlich von einer erfolgreichen Chance ausgehen. Vor allem da die Operation sich auf dem Niveau der letzten Aleppo-Offensive stand, was es dem qualitativen Personal anging. Wird die Waffenruhe durch eine, oder beide Seiten brüchig sieht es anders aus, gerade die Zeit könnte davonlaufen und man muss die Kräfte andersweitig konzentrieren bzw. aufteilen.

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Denn es handelt sich auch um einen Kampf um den Einfluss im östlichen Syrien, der nach zu langer Zeit verloren werden könnte. Die von der USA unterstützte SDF nähert sich unbeirrt Raqqah und in Richtung Süden des Euphrates. Im Worst-Case-Szenario könnten sie die vollständige Grenze zum Irak einnehmen, gerade wenn man noch vereinzelte Oppositionseinheiten hinzuzieht, die sich südlich entlang der syrischen Wüste sich dem Euphrat nähern und ebenso von der USA unterstützt werden. Das würde die Landverbindung zwischen dem Libanon und dem Iran bzw. dem „schiitischen Halbmond“ verhindern, vor dem sich sunnitische Regionalmächte fürchten. Außerdem beanspruchte der Islamische Staat bereits Deir ez-Zor bereits in letzter Zeit als neue Hauptstadt, die dort vorkommenden Kämpfe könnten sich erneut intensivieren. Die Exklave der Armee dort wurde über die letzten drei Jahre zunehmend kleiner, trotz vermehrter Ressourcen wird man dort nicht unendlich lange aushalten können.