Arabische Koalition rückt an Jemens nördlicher Grenze vor

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In der nordjemenitischen Provinz Saada kommt es seit Wochen zu schweren Gefechten zwischen den Houthi-Rebellen und der Arabischen Koalition unter der Führung Saudi-Arabiens. Entlang der saudi-jemenitischen Grenze erobern Truppen der saudi-arabischen Streitkräfte und Anhänger der jemenitischen Regierung unter Mansour Hadi mehrere Orte und können die Houthis in einigen Grenzregion wie bei Harad erfolgreich vertreiben. Von der einstigen Hochburg der zaidisch-schiitischen Aufständischen ist nicht mehr viel übrig, ein Großteil der Bevölkerung floh von der anhaltenden Brutalität des Krieges. Zugleich besitzen die Houthis weiterhin genügend Kapazitäten, mithilfe von „Hit & Run“-Taktiken Armeestellungen innerhalb Saudi-Arabiens zu überfallen.

Inzwischen kontrolliert die Armee weite Teile von Harad, neben der Stadt auch viele Zufahrtswege in Richtung Norden. Im Süden steht man vor dem Dorf al-Diyan, jedoch konnten die Houthis dort vorerst den Gegner aufhalten. Weiter nordöstlich, im Distrikt al-Baqim und Maaran ergibt sich ein ähnliches Bild, mit der Unterstützung der saudischen Luftwaffe und sudanesischen Söldnern kann man im gebirgigen Terrain langsam vorrücken. Dennoch gibt es immer wieder Überfälle und Angriffe aus dem Hinterhalt, die Houthis können in einem derartigen Gebiet ihre Guerillataktiken perfekt ausspielen. So konnten sie alleine in der letzten Woche nach eigenen Angaben zwei Militärbasen Saudi-Arabiens überfallen, sowohl an, als auch nach der Landesgrenze zum nördlichen Nachbarland. Bei al-Baqim ereignete sich zuletzt ein Massaker, wo über 40 Schulkinder durch einen Luftschlag Saudi-Arabiens getötet wurden.

Nichtsdestotrotz waren die Houthis bisher noch nicht dazu fähig, den Vorstoß aufhalten und damit wichtige Gebiete halten zu können, wenn auch enorm zu verlangsamen. Die materiellen Verluste, die sich durch die Erbeutung und Zerstörung etlicher Kriegssysteme wie verschiedene Panzer, Transportpanzer und Drohnen ausdrücken, konnten den Angriff bisher schwächen.

In vielen Gebieten des Jemens befinden sich die Houthis auf dem Rückzug, neben dem Norden macht die Hadi-Regierung und ihre unterstehenden Streitkräfte derzeit nahe der seit Jahren belagerten und partiell von al-Qaida kontrollierten Stadt Taiz Fortschritte. Auf der anderen Seite rücken die Houthis im Westen bei Mirab im Sirwah-Distrikt vor und konnten bisher den Vorstoß nahe der vitalen Küstenstadt al-Hodaydah größtenteils aufhalten und dem Gegner (vor allem südjemenitische Einheiten unter dem Kommando der Vereinigten Arabischen Emirate) schwere Verluste zufügen.

 

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