Israel bombardiert mehrere Stellungen in Syrien

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Israelische Raketen trafen mehrere Stellungen und Gebäudekomplexe des syrischen Militärs im Süden Syriens, wie das israelische Militär in einem seltenen Vorfall selber detailliert berichtete. Demnach handelt es sich um eine Vergeltungsaktion, nachdem ein syrisches Artilleriegeschoss den Berg Hermon auf dem von Israel besetzten Golanhöhen getroffen hat, der genaue Hintergrund für das Ereignis ist jedoch unbekannt. Daraufhin reagierte man mit Bombardierungen auf mindestens fünf Armeepositionen, in dessen Folge bisher drei Soldaten getötet wurden. Israel teilte mit, sie mache die syrische Regierung von Präsident Baschar al-Assad für „jede Handlung gegen Israel“ verantwortlich.

Alle getroffenen Ziele befanden sich in der Umgebung der Hauptstadt Damaskus und dem libanesischen Grenzgebiet, der Luftraum des westlichen Nachbarlandes wird von Israel gerne verletzt und als „erweiterter Luftraum“ betrachtet, von dem man ungeachtet der syrischen Luftabwehr Stellungen des syrischen Militärs attackieren kann. Unter den angegriffenen Objekten befanden sich neben Artilleriestellungen auch weitere Außenposten und eine Flugabwehrbatterie des Typs S-75. Es gab keine Berichte von erfolgreichen Abfangmanövern. Weiterhin rätselhaft ist der potentielle Urheber des Artillerieangriffes auf die Golanhöhen, da es wohl kein koordinierter Angriff der Armee gewesen ist. Möglichkeiten wären unabhängig agierende Milizen, die die Aktion im Zusammenhang mit dem al-Quds-Tag planten oder Rebellen, welche im Süden des Landes vereinzelt Guerillaktionen vollführen und damit eine Reaktion von Israel auf die Regierung provozieren wollten.

Es handelt sich um den zehnten Angriff Israels in diesem Jahr, nachdem bereits mehrmals Armeestellungen in der Region um Damaskus und Aleppo bombardiert wurden. Die Angriffe erfolgten stets vom libanesischen Luftraum oder von den israelisch besetzten Golanhöhen aus, wodurch die syrische Luftabwehr erst verspätet aktiviert wird. Eigentlich einigten sich Russland und Syrien auf die Lieferung moderner S-300-Luftabwehrsysteme, nachdem ein russisches Aufklärungsflugzeug über Latakia abgeschossen wurde. Derzeit ist aber noch unklar, ob die S-300 mitsamt weiterer Radarsysteme und anderer Logistik überhaupt einsatzfähig ist, zumindest wird das zukünftige syrische Personal noch von Russland vor Ort ausgebildet. Die S-300-Abwehrbatterie soll in der Nähe von Masayaf in Nord-Hama stationiert sein, bisher kam sie noch nicht ein einziges Mal zum Einsatz.

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