Neue Eskalation zwischen Israel, Iran und Syrien

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Die syrische Luftabwehr ist in Damaskus aktiv

Die militärische Situation ist an der Grenze zwischen Syrien und der von Israel besetzten Golanhöhen eskaliert, nachdem beide Seiten wiederholt Raketen- und Artillerieangriffe auf das jeweilige Nachbarland gestartet haben. Als Auslöser gilt ein angeblicher Raketenangriff des Irans auf mehrere Ziele auf den Golanhöhen. Darauf wiederum startete die israelische Armee und Luftstreitkräfte groß angelegte Bombardierungen auf über 50 Ziele im Großraum von Damaskus, die angeblich dem Iran zugeschrieben werden. Dabei wurde auch der libanesische Luftraum zum wiederholten Male benutzt bzw. verletzt. Aufgrund einer derart unbekannten Dimension israelischer Bombardierungen intervenierte ebenfalls die syrische Armee und begann selber mit Artilleriefeuer auf mehrere Ziele auf den Golanhöhen. Damit handelt es sich um die größte Eskalation zwischen dem Iran, Israel und Syrien seit 1974.

Tatsächlich gibt es keine Beweise für einen iranischen Hintergrund, jedoch ist diese Option durchaus wahrscheinlich und zumindest nicht auszuschließen. Die iranischen Quds-Brigade startete laut der IDF 20 Raketen von Damaskus aus, lediglich zwei davon konnten vom „Iron Dome“ abgeschossen werden, ein Großteil soll direkt wieder im syrischen Territorium abgestürzt sein. Die Regierung rief dazu auf, dass sich die Bevölkerung in Sicherheit begeben soll, überall schallten die Alarmsirenen. Veröffentlichte Videos in den sozialen Netzwerken beweisen hingegen, dass zumindest einige Raketen ihr Ziel erreichten, weitere Informationen sind aber bisher ungeklärt.

Kurz darauf startete Israel mit Vergeltungsschlägen. Auch wenn viele Ballistikraketen der israelischen Streitkräfte zerstört wurden, sollen unter anderem folgende Orte angegriffen worden sein: Ein Wohngebäude bei Mudamiyah, eine zerstörte Radaranlage, Munitionslager und eine Militärbasis bei Damaskus und ebenfalls der Mezzeh-Luftwaffenstützpunkt in der syrischen Hauptstadt. Insgesamt wurden angeblich über 50 Orte attackiert, jedoch ist unklar wie viele Raketen tatsächlich ihr Ziel erreichten und welcher Schaden verursacht wurde.

Während Israel behauptet die Raketen hätten lediglich iranische Ziele getroffen, berichten syrische Medien hingegen das Gegenteil, sodass vor allem Militärbasen der syrischen Streitkräfte getroffen wurden.

Darauf wiederum startete die Syrisch-Arabische Armee etwa 60 Raketen als Vergeltung auf die großflächige Bombardierungen in den südwestlichen Provinzen Damaskus, Rif Dimashq und Suweida. Dabei wurden mehrere Militäranlagen in den Golanhöhen attackiert, hier ist aber ebenso der Erfolg der Operation unbekannt. Dass sich die syrische Armee aber bei einem derartig limitierten Angriff auf Israel beteiligt ist nahezu unbekannt im syrischen Konflikt, dementsprechend bedeutend ist diese neue Entwicklung und ein Symbol dafür, dass die syrische Regierung die inzwischen fast nahezu wöchentlichen Angriffen Israels nicht hinnehmen wird.

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Überreste einer abgeschossenen israelischen Rakete bei der Stadt al-Quneitra

Tage zuvor warnte Israel vor einem möglichen Raketenangriff des Irans auf Israel, was sich nun scheinbar zu bewahrheiten scheint. Passend dazu kündigte die USA das Iran-Abkommen ab und verhängte sogar neue Sanktionen gegen den Staat im Mittleren Osten. Erst am Mittwoch Abend gab es noch Berichte von Truppenbewegungen und Mobilisierung der israelischen Armee in der Golan-Region, also verfügte das Nachbarland scheinbar über die nötigen Geheimdienstinformationen.

Erst einen Tag zuvor trafen israelische Raketen ein Industriegebiet südlich von Damaskus bei al-Kiswah, wobei mindestens zwei Personen umgekommen ist. Das Ziel galt scheinbar einem iranischen Militärkonvoi, darunter auch mobile Plattformen die für den Angriff auf Israel eingesetzt werden sollte. Wenige Stunden später soll wieder eine israelische Rakete Syrien angegriffen haben, jedoch wurde sie scheinbar von der syrischen Luftabwehr erfolgreich abgeschossen.

Nun bleibt abzuwarten wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Auch wenn eine Eskalation zwischen Israel und Iran abzuwarten war, handelt es sich hierbei um eine plötzliche Entwicklung mit dem Potential für einen ausgewickelten Krieg zwischen Israel, der USA und dem Iran und seiner Verbündeten (was vor allem die Hisbollah bzw. dem Libanon auf den Plan treten würde). Zumindest lässt sich anhand des Timings feststellen, dass dieses Geschehen im direkten Zusammenhang mit der amerikanischen Aufkündigung des Iran-Abkommens steht.

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Von der IDF veröffentlichte Karte soll sämtliche angegriffenen Ziele in Syrien zeigen

 

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