Erbitterte Kämpfe naher letztem IS-Gebiet in Syrien

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Der Islamische Staat verliert weiter an Boden in der letzten, von ihm gehaltenen Exklave in Syrien: Das arabisch-kurdische Milizenbündnis der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) konnte nach tagelangen und brutalen Gefechten den letztgrößeren Ort al-Susah aus den Händen der Terrormiliz befreien und das Kontrollgebiet des IS auf nur noch wenige Dörfer beschränken, insgesamt etwa fünf Quadratkilometer nahe dem irakischen Grenzgebiet. Doch gerade auf diesen letzten Kilometern ist der Widerstand des Islamischen Staates erbittert, mehrere Selbstmordattentäter erschweren das Vorrücken der nordsyrischen Organisation.

Auch weiterhin kommt es zu intensiven Gefechten zwischen SDF-Kampfverbänden und Kämpfern des Islamischen Staates. Der Islamische Staat setzt alle seine letzten, vorhandenen Ressourcen in Form von Scharfschützen, Minenfeldern und Selbstmordattentätern ein, bei einem gescheiterten Gegenangriff in al-Susah wurden zwei Autobomben (SVBIEDs) erfolglos eingesetzt, auch wenn sie Dutzende SDF-Kämpfer töten konnten. Unter den IS-Kämpfer befinden sich weiterhin viele Extremisten aus dem Ausland. So konnte die SDF zwei Amerikaner, zwei Pakistaner und ein Iren gefangen nehmen, wenige Tage später folgten weitere Ausländer wie einen Deutschen oder zwei Tschetschenen.

Viele der von der SDF eroberten Ortschaften sind schwer zerstört, noch Monate nach dem Sieg finden Aufräum- und Minenräumungsarbeiten statt. Angeblich soll es zu Friedensverhandlungen mit dem IS gekommen sein, die einen Abzug der verbliebenen IS-Kämpfer ermöglicht hätte. Jedoch lehnte die SDF einen derartigen Deal ab und sucht stattdessen das Ende dieses Kampfes auf dem Schlachtfeld.

Der Kampf zwischen SDF und Islamischem Staat dauert seit fast einem Jahr im Euphrat-Tal an. Nach anfänglichen Erfolgen wurde die Operation „Jazira Storm“ immer wieder verzögert, meist aus verschiedenen Faktoren. Generell werden mehrere Gründe für den ausbleibenden Erfolg gegen den IS genannt: Der für die Operationen zuständige Militärrat genießt einen schlechten Ruf bezüglich militärischer Kompetenzen und ist eher mit Vorwürfen der Korruption und Rekrutierung ehemaliger IS-Mitglieder beschäftigt. Zudem bestehen die Einheiten größtenteils aus Kurden und Araber, die weit entfernt von ihrer eigentlichen Heimat im Norden kämpfen. Einigen Aussagen zufolge soll die USA aber einen effektiven Endschlag gegen den Islamischen Staat verhindern, so würde damit eine Legitimation für die weitere Präsenz in Syrien wegfallen. Außerdem attackieren die Dschihadisten immer wieder die Städte der syrischen Regierung auf der anderen Uferseite, wodurch sie sich untereinander schwächen.

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