Syrische Armee rückt in Nord-Hama weiter vor

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Mit der Unterstützung der russischen Luftstreitkräfte konnte die Syrisch-Arabische Armee (SAA) im Norden der Provinz Hama vorrücken und mehrere kleinere Ortschaften erobern, womit sie sich nun auf dem Weg zur nächsten Stadt al-Lataminah begeben. Nach dem langem, vor allem aufgrund politischer und diplomatischer Verhandlungen entstandenem Stillstand an dem Frontabschnitt befindet sich nun die SAA wieder auf dem Vormarsch, dennoch scheint es sich bisher um eine eher regional auf Nord-Hama begrenzte Offensive zu handeln. Auch in der Küstenprovinz Latakia nahm die syrische Armee ihre Operationen wieder auf, auch wenn der Erfolg ungewiss bleibt.

Nachdem die SAA die Orte Tell Malah und al-Jubayn erfolgreich wiedererobern konnte, konnten die darin involvierten Einheiten weiter östlich vorrücken und mehrere kleinere Siedlungen sichern und bis an die Grenzen des Dorfes al-Zaka vorrücken. Dabei stießen sie auf vermehrten Widerstand, besonders die in der Region entstandene islamistische Miliz „Jaish al-Izzah“ soll Dutzende Verluste erlitten haben und setzt derweil mehrere Kampfpanzer ein. Die umliegenden Städte wie al-Zaka, al-Lataminah oder Kafr Zitah gehören zu den Hochburgen von Jaish al-Izzah und werden wahrscheinlich auch stark verteidigt werden.

Außerdem starteten die syrischen Streitkräfte unter der Führung von Eliteeinheiten wie der 4. Division oder den Republikanischen Garden mehrere Eroberungsversuche auf das Dorf Kabani, der letzte noch von Islamisten gehaltene Ort in der Küstenprovinz Latakia. Seit etwa einem Monat versucht die syrische Regierung, diesen Ort zu sichern und damit ein Tor zum Westen Idlibs zu öffnen, wo sich unter anderem wichtige Städte wie Jisr al-Shoughur befinden. Das Problem liegt jedoch darin, dass Kabani gut befestigt ist und von Dutzenden Bergen umzingelt sind, die ebenfalls von den dort präsenten Kräften wie Hurras al-Din (al-Qaida) oder der chinesischen Islamischen Turkestan-Partei beschützt wird. Bereits in der Vergangenheit konnten mehrere Angriffe unter hohen Verlusten auf Seiten der syrischen Armee vereiltet werden.

Russland und die Türkei einigten sich im letztem Jahr gemeinsam auf eine etwa 15 bis 20 Kilometer breite „demilitarisierte Zone“ entlang der Frontlinien in den Provinzen Idlib, Hama und Aleppo. Diese Pufferzone soll eine militärische Eskalation der derzeitigen Situation in Idlib verhindern, die letzte von der Opposition bzw. Islamisten gehaltene Provinz in Syrien. Die Kontrolle sollen dann türkische und russische Patrouillen in einem Gebiet übernehmen, welches vom Latakia-Gebirge bis an die Großstadt Aleppo reicht. Mit diesen Verhandlungen konnten beide Länder eine lange vorbereitete und angekündigte Großoffensive der Syrisch-Arabischen Armee zumindest vorerst aufhalten. Ein Großteil der türkischen Observierungspunkte wurden bei Beginn der Operation mithilfe von Helikoptern verlassen, wovon Einige wenig später wieder besetzt wurden.

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