Israel und westliche Länder bringen Hunderte Islamisten aus Syrien heraus

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Weißhelm-Mitglied schwingt die Fahne von Jabhat al-Nusra in Idlib

Israel bzw. das israelische Verteidigungsministerium verkündete am Samstag überraschend, etwa 800 Mitglieder der sogenannten Hilfsorganisation der „Weißhelme“ aus Syrien in Sicherheit gebracht zu haben, auf Bitten der USA und weiterer europäischer Länder, darunter auch Deutschland. Diese Entscheidung fällt nach einer etwa einmonatigen, erfolgreichen Militäroffensive der Syrisch-Arabischen Armee in Südsyrien, in dessen Folge fast der gesamte Süden erobert werden konnte. An den von Israel kontrollierten Golanhöhen einigten sich Dutzende Dörfer auf ein Abkommen, dass unwillige Kämpfer und Zivilisten in die von Islamisten beherrschte Provinz Idlib gebracht werden sollen. Zudem sollen Hunderte Weißhelme über die jordanische Grenze nach Israel gebracht werden. Diese Entwicklung ist äußerst fragwürdig, da die westliche Finanzierung der Organisation, Erstellung von Propaganda und Mitgliedschaft in dschihadistischen Fraktionen Alltag der Weißhelme ist.

Noch vor wenigen Tagen bedrohte die israelische Armee syrische Zivilisten an der Grenze. Als sich etwa 100 Menschen 200 Meter an den Grenzzaun zu den Golanhöhen wagten, wurden sie mit den Worten: „Dreht um bevor etwas schlimmes passiert“ empfangen. Immer wieder suchten einfache Syrer um Schutz und Unterstützung von der anhaltenden Gewalt und Brutalität der andauernden Gefechte, stießen bei Israel aber dabei auf Widerstand. Dass nun gerade 800 ausselektierte Personen über diese Möglichkeit verfügen, trägt einen gewissen Beigeschmack mit sich.

Eine mögliche Erklärung dafür ist der Hintergrund ebendieser Personen. Die Weißhelme haben eine Reputation als vom Westen finanzierte und ausgebildete Organisation. Allen voran fanden sie Unterstützung bei der britischen Nichtregierungsorganisation „Mayday Rescue Foundation“ vom ehemaligen britischen Armeeoffizier James Le Mesurier und zudem finanziert von unzähligen westlichen Ländern, sei es Großbritannien, Deutschland, die USA oder die Niederlande. Normalerweise würde der Westen derartig spezifisch keine Zivilisten retten wollen, vor allem da keine Lebensgefahr existiert. Umso wahrscheinlicher ist es, dass diese 800 Zivilisten in irgendeinem Zusammenhang zu den jeweiligen Regierungen stehen, deInfiltration von islamistischen Fraktionen ausgebildet und nun „gerettet“ werden. Möglicherweise handelt es sich auch nur um einen einfachen humanitären Versuch der Westens, besser dazustehen.

rzeitig hält sich der hartnäckige Gerücht, dass diese dem Zweck der Spionage und Tatsächlich können die Weißhelme in der Vergangenheit auf eine ruhmreiche Geschichte von islamistisch-extremistischer Kooperation zurückblicken. Beispielsweise wurden 2015 nach der Eroberung der Stadt Idlib Weißhelme eng mit Mitgliedern von Jabhat al-Nusra (syrischer al-Qaida-Ableger) gesehen, die Seite an Seite die Vertreibung der Regierung feiern. In den sozialen Medien porträtieren sie „einzelne“ Mitglieder immer als Unterstützer von Osama bin Laden, des Islamischen Staates und grundsätzlich islamistischen Gruppierungen wie Tahrir al-Sham oder al-Nusra. Viele Weißhelme tauchten nicht nur als Sanitäter und Retter in Bildern und Videos auf, sondern waren auch Teilzeit aktive Kämpfer, wie man ebenfalls aus unzähligen Interviews aus inzwischen wiedereroberten Gebieten (Dara’a, Aleppo, Ghouta) herausfindet.

Dabei handelt es sich aber wahrscheinlich nicht um „Spione“, die ihre Sympathien für den Extremismus vorspielen um somit bessere Einstiegsmöglichkeiten zu erhalten. Auch ist es kein Problem vereinzelter Mitgliedern, sondern findet sich systematisch überall und in allen Strukturen der Weißhelme. Innerhalb Syriens hat der sogenannte „Zivilschutz“ ohnehin eher den Ruf des PR-Flügels von al-Qaida inne. Umso mehr solle man sich Sorgen darüber machen, wie viele der etwa 800 Anhänger tatsächlich nur „einfache moderate Menschenretter“ sind, wie sie ansonsten in den Medien dargestellt werden.

Diese neue und überraschende Entscheidung wird wohl weiterhin für Rätsel sorgen, handelt es sich hierbei tatsächlich um eine altruistische, humanitäre Mission des Westens mit dem Versuch, Hunderte Leben zu retten? Sollte es sich tatsächlich um einen derartigen Schritt europäischer Regierungen handeln, so scheint sie von völliger Unwissenheit geprägt zu sein, dass man aktiv islamistische Sympathisanten und Anhänger in die eigenen Länder bringt.

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