Irak stellt Militäroperation in Syrien in Aussicht

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Der irakische Premierminister Adel Abdul-Mahdi hat eine mögliche Operation irakischer Truppen im Nachbarland Syrien in Aussicht gestellt, wie er zuletzt in einer Pressemitteilung mitteile. Demnach verursacht der überraschende Truppenabzug der USA ein Machtvakuum und stärkt damit den Islamischen Staat, welcher auf der syrischen Seite im irakischen Grenzgebiet weiterhin mehrere Orte hält. Mit der irakischen Offensive sollen die lokalen Streitkräfte der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) unterstützt werden, welche derzeit gegen die Terrormiliz im Euphrat-Tal vorrückt. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass der Irak den Aussagen von Mahdi nachkommen und stattdessen auf eine engere Kooperation mit der syrischen Regierung setzen wird.

Das irakische Militär hat bereits seine Präsenz entlang der syrisch-irakischen Grenze verstärkt, neben verschiedenen Milizen unter dem Bündnis von „Hashd al-Shaabi“ befinden sich darunter auch irakische Spezialeinheiten. Der Irak, welcher nach dem letzten Überraschungsbesuch von Trump für die USA immer noch von wichtiger „Verbündeter“ darstellt, möchte das durch den amerikanischen Truppenabzug entstandene Machtvakuum zumindest im Kampf gegen den Islamischen Staat füllen, welcher weiterhin eine Bedrohung für die beiden Länder darstellt und im Irak mit Dutzenden Schläferzellen agiert, jedoch kein Gebiet mehr hält. Dabei würden sie auf eine Kooperation mit dem arabisch-kurdischen Milizenbündnis der SDF bestehen, welches derzeit den Kampf gegen den Islamischen Staat anführt.

Jedoch scheint die SDF derzeit mit der Restunterstützung der westlichen Anti-IS-Koalition den Islamischen Staat alleine besiegen zu können, nach der Eroberung der einst 40.000 Einwohner zählenden IS-Stadt Haijin kann die SDF innerhalb weniger Tage wichtige Erfolge verzeichnen und mehrere Dörfer den Islamisten entreißen können. Inzwischen ist die Terrormiliz nur noch auf wenige Dörfer beschränkt und von der SDF soweit wie möglich isoliert. Der Vorstoß des irakischen Premierministers war wahrscheinlich eher ein diplomatischer Annäherungsversuch mit der SDF und syrischen Regierung im Nachbarland.

Irakische Bodentruppen waren bisher in Syrien noch nicht aktiv, einzig irakisch-schiitische Milizen sind seit Jahren im Nachbarland präsent und unterstützen die syrische Regierung im Kampf gegen den Islamischen Staat und andere oppositionelle Gruppierungen. Zudem flog die irakische Luftwaffe mit syrischer Einwilligung Angriffe auf Verteidigungsstellungen der Terrormiliz im Euphrat-Tal, meistens wurden geheime Treffen ranghöherer Mitglieder bombardiert. Bereits im April 2018 gab es Gespräche über einen möglichen Grenzübertritt, welcher auch bewilligt wurde, am Ende jedoch nicht stattfand. Damals hielt der IS noch große Gebiete im syrischen Grenzgebiet, deswegen war ein Angriff nicht abwegig.

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