Islamischer Staat bedroht die Philippinen

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Checkpoint des Islamischen Staates während der Marawi-Übernahme

In den vergangenen Wochen konnte der Islamische Staat in den Philippinen (offiziell: „Wilayat Ostasien“) mehrere Angriffe und Anschläge gegen den philippinischen Staat und die Bevölkerung ausführen und damit seine weiterhin starke Präsenz vor Ort beweisen, die eine ernsthafte Gefahr für die Regierung darstellt. Anschläge auf christliche Kirchen und schwere Gefechte in entlegenden Gebirgsregionen prägen nun den Terror zwischen einem weltweit vernetzten Islamischen Staat und der philippinischen Armee, den die Terrormiliz momentan für sich entscheiden kann und seine Präsenz bis in die katholischen Gebiete des Landes belegt.

Im Patikul-Gebirge auf der südphilippinischen Insel Sulu finden derzeit brutale Kämpfe zwischen einer schätzungsweise 150 Mann starken Einheit des Islamischen Staates und philippinischen Spezialeinheiten statt, welche zuvor einen für die Anschläge in der Stadt Jolo verantwortlichen „Banditen“ verfolgten. Nach bisherigen Angaben wurden fünf Soldaten getötet, dem gegenüber stehen drei ermordete IS-Kämpfer und Dutzende verletzte Kämpfer/Soldaten auf beiden Seiten. Es war für die Regierung überraschend, eine derartig hohe Präsenz an Anhängern des IS vorzufinden, darunter viele internationale Mitglieder wie z.B. aus Indonesien oder Tunesien.

Den Gefechten vorausgegangen war ein doppelter Selbstmordanschlag auf eine Kirche in der Stadt Jolo, ebenfalls im Süden des Landes. Dort sprengte sich ein indonesisches Paar in die Luft, damit wird auch zunehmend seit den Geschehnissen in Mossul 2017 auf weibliche Selbstmordattentäter gesetzt. Der Islamische Staat bekannte sich kurz darauf zu der Tat, bei der 20 Zivilisten starben. Es handelt sich dabei um den ersten größeren Anschlag seit August, wo man erstmals einen SVBIED (Autobombe) mit einem marokkanischen Selbstmordattentäter einsetzte.

Der Islamische Staat auf den Philippinen ist der wohl stärkste Flügel und Vertreter der Terrormiliz in Ostasien, der größte Erfolg der Organisation war die monatelange Übernahme der Großstadt Marawi im Süden des Landes, das Geschehen ähnelte dem Mossul-Debakel von 2014. Dabei musste man jedoch bis auf die Führungsebenen hinauf schwere Verluste erleiden und ist daraufhin wieder zum Guerillakampf zurückgekehrt. Seitdem kommt es wöchentlich zu neuen Überfällen auf das Militär oder die Zivilbevölkerung. Der Ableger entstand als Zusammenschluss verschiedenster islamistischer Gruppierungen im Land, darunter befinden sich die Bekanntesten wie Abu Sayaf oder Maute, welche fälschlicherweise oft noch von den Medien getrennt und als unabhängig agierend dargestellt werden.

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