Die letzten Aufständischen kapitulieren in Ost-Ghouta

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Transportbusse erreichten bereits die Stadt Douma um Kämpfer und ihre Familienmitglieder nach Nord-Aleppo zu bringen

In der seit Anfang des Jahres umkämpften Enklave Ost-Ghouta nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus scheint es nun zu einem Durchbruch bei den Verhandlungen zwischen syrischer Regierung, Russland und der aus der islamistischen Gruppierung „Jaish al-Islam“ bestehenden Opposition gekommen zu sein. Den Aufständischen wird eine Evakuierung in die türkisch-syrische Grenzstadt Jarablus erlaubt, die derzeit unter türkischer Kontrolle steht. Im Austausch dafür werden sämtliche Gefangene freigelassen und die Großstadt Douma der Armee übergeben, welche der letzte von der Opposition gehaltene Ort in Ost-Ghouta war. Dieser Entschluss kam nach dem Zusammenbruch der seit zwei Wochen andauernden Verhandlungen, die daraufhin ab Freitag Nacht zu einer kurzweiligen Luft- und Bodenoffensive der syrischen Streitkräfte führte.

Angeblich töteten Mitglieder von Jaish al-Islam einen Teil ihrer eigenen Delegation, die bei den Verhandlungen beteiligt waren. Darunter fallen Abu Hamam (Vorsitzender des politischen Büros), Abu Ali (Sekretär des Anführers) und Abu Omar, der „Finanzminister“ der Fraktion. Zeitgleich zu den Attentaten wäre es eigentlich zu einem Abschluss der Pläne gekommen, jedoch stellten die Islamisten daraufhin neue Forderungen wie z.B. die Mitführung schwerer Waffen, was zum Zusammenbruch der Gespräche führte. Die syrische Nachrichtenagentur SANA berichtet hingegen von der ausgebliebenen Entlassung der Häftlinge (darunter viele alawitische Familien durch den Überfall auf die Stadt Adra).

Die zwei Tage und Nächte andauernden Bombardierungen der syrischen und russischen Luftstreitkräfte und die Eroberungen vieler umliegender Farmen um Douma durch die Eliteeinheit der „Republikanischen Garden“ scheinen Jaish al-Islam doch noch zum Umdenken angeregt zu haben. Auch wenn es keine Berichte von getöteten Kämpfern aus den Reihen der Opposition gab müssen wohl erhebliche Schäden in den Verteidigungspositionen entstanden sein, die eine erfolgreiche Verteidigung als noch aussichtsloser erschienen ließ. Angeblich gab es bereits zuvor in den Reihen der Islamisten innere Konflikte um einen Lösungsweg, da viele weiterhin an den Verhandlungstisch mit Russland und Syrien wollten um ein solches Szenario zu vermeiden.

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