Kämpfe zwischen Armee und Kurden

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In einem seltenen Vorfall kam es zu schweren Gefechten zwischen Soldaten der Syrisch-Arabischen Armee und kurdischen Sicherheitskräften, namentlich die als Polizei fungierende Asayish. Der von Asayish initiierte Überfall soll einem Pick-Up der Armee in der größten und von den Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) selbst ernannten Hauptstadt al-Qamishli an der türkischen Grenze gegolten haben, in dessen Folge nach derzeitigen Angaben elf Soldaten und sieben Mitglieder von Asayish getötet wurden. Bisher ist der genaue Hintergrund dieses Ereignisses ungeklärt. Angeblich soll Asayish mehrere regierungsunterstützende Politiker für die kommenden Kommunalwahlen in Qamishli verhaftet haben, wodurch die Situation eskalierte. Anderen Angaben zufolge sollen die Soldaten versucht haben, SDF-Territorium zu betreten um die landesweite Wehrpflicht durchzusetzen und neue Mitglieder zu rekrutieren.

Die Stadt al-Qamishli ist seit jeher in zwei Teile geteilt: Während die Kurden den Großteil der Großstadt beherrscht, kontrolliert die syrische Regierung weiterhin das Zentrum mitsamt syrisch-türkischen Grenzübergang, viele christliche Viertel und den großen Flughafen vor Ort. Während es (im Gegensatz zur gleichen Situation in al-Hasakeh) über die Jahre hinweg relativ ruhig blieb, scheint sich die Lage in den letzten Wochen zu verschärfen. Die SDF sollen fast alle Grenzübergänge zum Regierungsterritorium gesperrt und mehrere Militäreinheiten in die Provinz Deir ez-Zor gebracht haben. Zugleich gab es die Aussage der USA, ihre Truppen in Syrien beibehalten zu wollen. Die USA arbeitet ohnehin fest daran, die vor einigen Monaten gestarteten Verhandlungen zwischen Regierung und Kurden zu sabotieren. Das heutige Ereignis wird diesen Friedensprozess für Syrien wesentlich zurückwerfen.

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